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Bibliothek der verbrannten Bücher

Auch Salzmann-Bibliothek oder Salzmann-Sammlung.

Allgemeines

Die Uni Augsburg ist Standort der Bibliothek der verbrannten Bücher. Untergebracht ist sie in der Universitätsbibliothek in zwei eigenen Räumen, die bis 24 Uhr zugänglich sind. Ihren Namen hat die Bibliothek von Georg P. Salzmann aus Gräfeling?, der in etwa 30 Jahren ungefähr 12.000 Original- und Erstausgaben der von den Nazis verbrannten Bücher gesammelt hat. Diese Sammlung verbrannter Bücher ist weltweit die umfangreichste Sammlung zum Thema. So, wie sie sich heute darbietet, könnte sie nach einem Gutachten der Bayerischen Staatsbibliothek? heute nicht mehr aufgebaut werden.

Die Bibliothek der verbrannten Bücher lässt die Werke der von den Nazis verdammten Denker und Dichter aufleben, denn viele dieser Werke waren aus den Regalen der Bibliotheken gefallen und aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit gelöscht. Aufgrund der Sammelleidenschaft von Georg P. Salzmann wurde schon so manches Werkverzeichnis eines Schriftstellers korrigiert.

In Augsburg soll die Bibliothek von Wissenschaftlern ausgewertet werden, aber auch Schüler sollen an diese einzigartige Sammlung von Literatur herangeführt werden.

Neben den Erst- und Originalausgaben der von den Nationalsozialisten verbotenen Bücher gehört auch viel Sekundärliteratur zur Bibliothek.

Geschichte

Die Bibliothek der verbrannten Bücher im Juli 2009 per Ankaufsvertrag von dem bisherigen Eigentümer Georg P. Salzmann der Universität Augsburg übereignet.

Nach Plänen aus dem Jahr 2009 sollte die Bibliothek ab dem Sommer 2010 der Öffentlichkeit in ihrer Gänze zugänglich sein.

Details

Die Bibliothek umfasst Werke von Ernst Weiß, Anna Seghers, Vicki Baum, Ernst Lothar, Hans Habe, Romain Rolland, Georg Hermann, Lion Feuchtwanger, Max Brod, Max Mohr, Hermann Kesten oder Stefan Zweig. Das erste Werk der Bibliothek war "Der Kampf" von Ernst Weiß. Die Erstausgabe erwarb Georg P. Salzmann für 50 Pfennig.

Gewichtsmäßig bringen es die Bücher der Bibliothek der verbrannten Bücher auf etwa 30 Tonnen Papier.

Bevor die Bibliothek an die Universität Augsburg verkauft wurde, lebte ihr Besitzer mit ihr auf kleinstem Raum.

Zur Bibliothek gehört z. B. eine Erstausgabe von Stefan Zweigs Schachnovelle, die in einer Auflage von 300 Stück erschien und von Georg P. Salzmann in den 1980er Jahren für 1600 DM angekauft wurde. Die Erstausgabe erschien im Jahr 1942 in Buenos Aires.

Verkauft wurde die Bibliothek der verbrannten Bücher von Georg P. Salzmann an die Universitätsbibliothek Augsburg, weil ihn der damalige Bibliotheksdirektor Ulrich Hohoff? davon überzeugen konnte, dass es in der Augsburger Unibibliothek keine Hemmschwellen für das Publikum geben wird, die Bibliothek jedem zugänglich ist, auch ohne Bibliotheksausweis. Verhandelt wurde über den Ankauf ab 2007 bis 2009. Statt der geforderten 450.000 Euro wurden 410.000 Euro an Georg P. Salzmann gezahlt, wovon 190.000 Euro von privaten Stiftern stammten, die es ermöglichen wollten, dass die Sammlung in einem repräsentativen Umfeld aufbewahrt wird und der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Weblinks


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