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Bergmüller, Johann Georg

auch Johann Georg Bergmiller; ein Maler, Kunstverleger, Kunsttheoretiker und Druckgraphiker, der im Barock? Augsburgs Ruf als Stadt der Kunst verstärkte

Bergmueller
Johann Georg Bergmüller [Public domain], via Wikimedia Commons

Leben und Wirken

Johann Georg Bergmüller wurde am 15. April 1688 in Türkheim? (Allgäu) in der heutigen Rosenstraße 2 geboren. Sein Vater hatte dort eine Werkstatt als Kistler und Kunstschreiner. Bergmüller bekam seine Ausbildung als Maler und Kupferstecher in München durch Johann Andreas Wolff und später bei Carlo Maratti in Rom. Finanziert wurde seine Ausbildung, genauso wie eine Studienreise 1711 nach Holland, durch den Herzog Maximilian Philipp von Bayern, der in Türkheim? seine Residenz hatte.

Zu Bergmüllers ersten künstlerischen Arbeiten zählen die Fresken in der Sankt Hubertuskirche, ein Auftrag des Düsseldorfer Hofes. Schon hier wird erkennbar, dass sich Bergmüller auf sakrale Kunst spezialisierte.

In die Freie Reichsstadt? Augsburg zog Bergmüller im Jahre 1712, wo er am längsten in der Jesuitengasse 18 wohnte. Verheiratet war er mit Maria Barbara Kreutzerin. Mit ihr zeugte er zehn Kinder. Durch diese Heirat erhielt er das Bürgerrecht? in Augsburg und konnte nun Mitglied der Reichsstädtischen Malerakademie werden. Einer seiner Söhne, Johann Baptist Konrad Bergmüller?, trat später in die künstlerischen Fußstapfen seines Vaters. Sein Vater Johann Georg wurde 1730 katholischer Direktor der Reichsstädtischen Kunstakademie. Man zählt ihn zu den wichtigen Künstlern im Barock?. Aufträge bekam er vor allem in Süddeutschland?, Österreich und Tirol. Zu seinen Bildern in Augsburg zählen Fresken an der Decke in der Kirche Sankt Anna und in der Marienkapelle des Augsburger Doms.

Johann Georg Bergmüller - St. Martin and Other Saints Appealing to the Virgin
St. Martin und ander Heilige wenden sich an die Jungfrau Maria (1712) von Johann Georg Bergmüller [Public domain], via Wikimedia Commons

Bergmüllers Fresken in der evangelischen Barfüßerkirche in Augsburg, 1725 gefertigt, hatten das Thema "Erlösungswerk Christi". Durch den Zweiten Weltkrieg wurden sie vernichtet.

Von Bergmüller finden sich aber auch einige Ölgemälde in der Augsburger Barockgalerie?. Eines davon ist das erotische Bild "Toilette der Bathseba", Öl auf Leinwand, von 1732. Auch als Kunsttheoretiker, der Bücher über die Ansichten und Methoden der Gestaltung schrieb, machte er Furore. Die kunsttheoretische Schrift "Anthropometria" wurde 1723 veröffentlicht und 1752 folgte "Der geometrische Maßstab".

Das Bemalen von Wänden und Decken ist natürlich eine riskante Tätigkeit. Man klettert auf Leitern, steigt durch Gerüste und liegt auf dem Rücken dicht unter der Decke. Bergmüller stürzte im Jahre 1754 unglücklich vom Gerüst in der Augsburger Lambertikapelle?. Dabei wurde er stark verletzt. Er übernahm hinterher nie mehr solche gefährlichen Aufträge.

Viel Arbeit bekam Bergmüller als Hofmaler des damaligen Augsburger Fürstbischofs?, dessen Treppenhaus in der Residenz? Bergmüller 1752 ausmalte. Der Künstler besaß auch einen eigenen Verlag für Druckgrafik.

Zu Bergmüllers bekanntesten Schülern gehörten Gottfried Bernhard Göz?, Georg Wolcker? und Johann Evangelist Holzer?.

Johann Georg Bergmüller, den man den Meister des Augsburger Barocks? nennt, verstarb am 30. März 1762 in Augsburg.

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Christus am Ölberg (1713/14); St. Maria in Buxheim bei Memmingen; Johann Georg Bergmüller [GFDL oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Werk

Bergmüllers Werke wirken harmonisch und ausgewogen. Sie sind voller Symbole, die nur mit dem Kulturhintergrund des Barock? gelesen werden können. Und dazu braucht es Wissen um die antike Mythologie, deren Spuren überall in seinem Werk Niederschlag gefunden haben, z. B. in den zahlreichen Allegorien.

Sonstiges

Die beiden Kunstfreunde und Heimatforscher Alois Epple und Josef Straßer suchten alle rund 200 erhaltenen Bergmüller-Bilder in der ganzen Welt auf und dokumentierten diese in ihrem Buch "Johann Georg Bergmüller (1688–1762). Die Gemälde" auf 312 Seiten mit über 300 Abbildungen. Das Buch erschien 2012. Epple und Straßer wühlten sich aber auch durch die Quellen und Dokumente zu den zerstörten Bergmüller-Bildern, von denen manche nur noch literarisch oder durch alte Fotos dokumentiert waren. In ihrem Buch beschreiben Epple und Straßer aber auch Bergmüllers künstlerische Entwicklung. Ebenso die Wechselbeziehungen und Besonderheiten zwischen dem Barockkünstler und seinen meist kirchlichen Auftraggebern.

Alois Epple und Jörg Straßer: "Als einer der bedeutendsten Maler seiner Zeit, dessen Ruf weit über seine spätere Heimatstadt Augsburg hinausdrang, als Direktor der Kunstakademie und als fürstbischöflicher Hofmaler hatte er nicht nur erheblichen Anteil am Aufstieg der Reichsstadt zum maßgeblichen Kunstzentrum im süddeutschen Raum, sondern beeinflusste eine ganze Künstlergeneration maßgeblich."

Eine Sonderausstellung zum 250. Todestag von Johann Georg Bergmüller wurde durch die Städtischen Kunstsammlungen Augsburg im April 2012 ausgerichtet.

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