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Bei der Wettersäule

eine Augsburger Straße, die zum 34. Stadtbezirk (Haunstetten-West?) und damit zum Planungsraum XIII (Haunstetten-Siebenbrunn) gehört; Postleitzahl 86179

Allgemeines

Die Straße "Bei der Wettersäule" in Augsburg verbindet die Via-Claudia-Straße in ost-westlicher Richtung mit der Wegwartstraße?.

Die Haunstetter Wettersäule, auf die vorliegende Straßenbezeichnung zurückgeht, hat mit einer Wettersäule nichts zu tun, außer dass die Haunstetter eine Heiligensäule, die ursprünglich bei der Drususstraße? / Via-Claudia-Straße stand als "Wettersäule" bezeichneten, weil es in der Umgebung der Säule nie gehagelt haben soll.

Eine Wettersäule ist etwas völlig anderes als die ehemalige Haunstetter Säule. Laut deutschsprachiger Wikipedia boomten Wettersäulen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und waren mit meteorologischen Instrumenten (Barometer, Thermometer, Hygrometer sowie Normaluhr) ausgerüstet, womit man die Wetterdaten verfolgen konnte. Eine erste Säule dieser Art soll 1838 in Genf am Grand´ Quai aufgestellt worden sein. Als erste deutsche Wettersäule gilt die 1876 in Bad Godesberg durch den dortigen "Verschönerungsverein" aufgestellte. Im Grunde waren Wettersäulen frühe Wetterstationen und man könnte sie als Bildstöcke des Industriezeitalters bezeichnen.

Die Haunstetter Säule, die als "Wettersäule" bezeichnet wurde, ist jedoch viel älter und hatte keine meteorologischen Instrumente. Aufgestellt hatte die Heiligensäule das frühere Damenstift Sankt Stephan, um den als Grenzstein für ein Grundstück zu dienen.

Geschichte

Schon seit 1401 besaß das Augsburger Damenstift Sankt Stephan in Haunstetten Grundbesitz.

Auf der Oberseite der alten Haunstetter Heiligensäule waren die Initialen D.A.S.S. sowie der Krummstab und das Wappen derer von Schwendi? zu erkennen. Die von Schwendi? waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht. Von 1612 bis 1650 war Dorothea von Schwendi? Äbtissin des Damenstifts Sankt Stephan, weshalb man die Haunstetter Heiligen- oder Wettersäule auf Anfang des 17. Jahrhunderts datierte.

Weil die alte Heiligensäule aus Sandstein bestand, verwitterte sie im Lauf der Zeit und wurde irgendwann entfernt – wann genau ist unbekannt. Die Erinnerung an die Heiligensäule blieb in der Haunstetter Bevölkerung jedoch bestehen. Deshalb gab der Stadtrat von Haunstetten 1963 bei dem Bildhauer Josef Marstaller? den Auftrag zu einer neuen Heiligensäule, die sich an die alte anlehnen sollte, von der man ihm alte Beschreibungen und Vorlagen überließ.

Details

Wahrscheinlich stand die "Wettersäule" von Haunstetten im Westen der so genannten "Wichs", einer Wachstuchfabrik?, die an der früheren Wiesenstraße lag, die mit der Eingemeindung? Haunstettens zur Drususstraße? wurde. Heute liegt hier die Via-Claudia-Straße, die zur Zeit, als die "Wettersäule" noch stand, nicht mehr als ein Viehtrieb-Weg war.

Die Haunstetter Wettersäule in ihrer zweiten Fassung steht auf einer kleinen Grünfläche, wo die Roggenstraße? auf die Postillionstraße trifft. Auf dieser neuen Säule ist folgendes mit Mühe zu entziffern: „Im Jahre 1963 wurde die aus dem 17ten Jahrhundert stammende Heiligensäule, genannt Wettersäule, mit den ursprünglichen Motiven wieder errichtet.“

Wenn das stimmt, beziehen sich die Flachreliefs des Säulenkopfes auf die Motive der alten Heiligensäule: die Geburt Christi in der Südausrichtung, die heilige Barbara mit Turm und Palme in der Ausrichtung nach Westen, außerdem der hl. Johannes der Evangelist und auf einer Seite Balken und Rauten aus dem Familienwappen der von Schwendi?.

Lage


Weblinks


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