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Bei den Sieben Kindeln

Eine historische Gemarkung im 7. Stadtbezirk (Bleich und Pfärrle), der zum Planungsraum I (Innenstadt) gehört. Auch "Bei den Sieben Kindlein" genannt.

Allgemeines

Die Gemarkung bekam ihre Bezeichnung von dem Haus Litera H 333. Kommt man von der Brücke zum Mittlerer Graben Richtung Unterer Graben, liegt dieses Gebäude auf der Rechten Seite. Es war früher eine Tabakfabrik und trägt heute die Bezeichnung "Bei den Sieben Kindeln 3".

Geschichte

Eine alte Legende glaubt zu wissen, dass das Kind eines römischen Offiziers ertrank und der Vater das Steinrelief, das sich heute in der Hauswand des Anwesens "Bei den Sieben Kindeln 3", in Auftrag gab. Dieses provinzialrömische Steinrelief zeigt sechs nackte spielende Kinder. Das siebte Kind soll in dem Sarg selbst gelegen haben, während die Geschwister um den Sarg angeordnet wurden und mit verschiedensten Tätigkeiten beschäftigt gezeigt werden. Aus diesem Grund gab man der Platte den Namen "Bei den Sieben Kindeln", obwohl nur sechs dargestellt sind.

Zum ersten Mal erwähnt Markus Welser? das Relief. In seiner Augsburger Chronik "Rerum Augustanarum Vindelicarum", die er 1594 in Latein veröffentlichte, ist in der deutschen Übersetzung von 1595 zu lesen: "... ich lass mich etlicher ungereimbt und läppisch Fabelwerck hievon nichts irren: dies ist ein Tafel von einer Begräbnuss und vielleicht eines Kindts". Wann genau das römische Relief an dem Gebäude angebracht wurde, ist unbekannt.

Details

Bei den Sieben Kindeln 1: Das viergeschoßige mächtige Mietshaus ist ein Eckbau, der vor 1910 errichtet wurde. Es handelt sich um einen Traufseitbau mit Eckerkern auf zwei Seiten, die wie Türme wirken. Der Putz weist geometrische Dekorationsformen auf. Die Eckerker beginnen im vierten Obergeschoß und laufen in Spitzhelmen aus. Der Grundriss ist unregelmäßig oktogonal. Die beiden Eckerker umfassen einen geschweiften Giebel im südlich gelegenen Teil des Hauses. Die Giebelfassade weist Biforen auf, dazwischen gibt es eine rundbogige Figurennische. Die Hausmadonna steht auf einer Konsole und ist von einem Baldachin geschützt. Die westliche Fassade, die im Rücken des Gebäudes liegt, verläuft parallel zum Stadtbach?. Die gesamte Fassade des Gebäudes stammt aus der Zeit von 1890 bis 1900 und ist neugotisch gestaltet. Hier wohnten von 1898 bis 1900 die Eltern von Bert Brecht.

Bei den Sieben Kindeln 3: Dieses Bürgerhaus hat drei Geschoße, zwei Zwerchhäuser, ein Mansarddach, eine barocke Sterntür und ein Oberlichtgitter. Das Gebäude wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Die Fassade musste wegen der im Osten vorbeiführenden Straße und wegen dem westlich verlaufenden Stadtbach? dreifach gebrochen werden. Gebaut wurde das Haus 1761. Auf einem Kupferstich von 1762 lässt sich erkennen, dass das Haus Fensterfaschen besaß. Zur Entstehungszeit stand das Haus frei, die Giebelfront lag nach Süden; diese verschwand jedoch durch den späteren Anbau von "Bei den Sieben Kindeln 1". Möglicherweise beruht das kaiserzeitliche "Sieben-Kindel-Relief", das hier eingelassen ist, auf einem realen Unfall an dieser Wasserscheide zur Römerzeit. Die lateinische Inschrift lautet: "Priscae Artis opus infantium ludos vides / sed et omnis aetas omnis ordo ludus est." Die Inschrift ist mit einer frühbarocken Steinrahmung versehen.

Lage


Weblinks


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