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Baustoffe in der Augsburger Architektur

Allgemeines

Neben Holz, Lehm und Ton wurden in Augsburg viele weitere Baustoffe verwendet. So gab es durch Lech und Wertach viel Kies, der zum Pflastern von Straßen und als Füllmaterial für Hauswände verwandt wurde. Natursteine mussten allerdings importiert werden, aus Lechbruck? Sandstein, aus dem Weilheimer Gebiet Tuff oder aus dem Altmühltal? Solnhofer Platten. Weil das teuer war, wurde Naturstein nur in Ausnahmefällen genutzt, etwa wo er nötig zum Tragen war oder er repräsentativ wirken sollte. Kalk verwendeten die Augsburger als Mörtel und zum Verputzen. Manchmal verwendete man dazu Kalk aus den römischen Ruinen der Stadt oder Kalkkiesel aus dem Lech oder der Wertach. Wenn das nicht reichte, importierte man ihn aus Tirol.

Glas ließ sich im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur in begrenzter Größe herstellen. Das war auch in Augsburg so. So mussten große Glasflächen wie z. B. die Prophetenfenster im Dom Unserer Lieben Frau aus vielen Glasflächen zusammengesetzt werden. Erst im 17. Jahrhundert erfand man ein Walzverfahren, das Gläser mit gleichmäßiger Dicke ermöglichte und erst ab 1905 konnte man großflächige Fenstergläser herstellen, die in Augsburg z. B. von Jean Keller eingesetzt wurden.

Auch Metalle wurden in Augsburg schon früh in begrenzter Form eingesetzt. So sind in Augsburg Bronzebauteile erhalten. Bronze ist eine Mischung von Kupfer und Blei. Die Bronzetür am Dom Unserer Lieben Frau mag zwar ein Import aus Verona sein, doch um 1600 war Augsburg ein wichtiges Zentrum des aufwändigen Bronzegusses. Bekannt über Augsburg hinaus war die Werkstatt von Wolfgang Neidhart? (1575-1632). Er goss für Hubert Gerhard?, Adriaen de Vries? und Hans Reichle?, aber auch für Kunstwerke außerhalb von Augsburg. So stammt etwa die Figur des Neptunbrunnens in Danzig aus seiner Werkstatt.

Für die Augsburger Zwiebelkuppeln verwendete man Kupfer, aber auch Privatleute ließen ihre Häuser mit Kupfer decken, z. B. Anton Fugger seinen Palast am Weinmarkt? schon im 16. Jahrhundert.

Eiserne Bauteile sind in Augsburg an vielen Stellen zu finden. So ist z. B. das Gitter der Grablege von Jakob Fugger III.? in Sankt Ulrich und Afra aus Eisen oder das Abschlussgitter in Katholisch Heilig-Kreuz?. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts verbreitete sich von England aus der Gussstahl. Jetzt waren stabile Stahlkonstruktionen möglich und verdrängten regionale Baustoffe. Das zeigte sich vor allem in der Augsburger Textilindustrie, wo Eisen- und Stahlkonstruktionen immer öfter in Verbindung mit Beton genutzt wurden.

Mit Beton begannen die Europäer im 18. Jahrhundert zu experimentieren. Zement, Gestein und Wasser sind die Zutaten. Stahl, Eisen und Beton wurden im 19. Jahrhundert immer öfter auch in Augsburg eingesetzt, um große Räume ohne Stützen zu überspannen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte man Beton überall und umfassen ein – oft goss man ihn skulptural und ließ ihn als béton brut offen und unverputzt wirken, etwa beim Bau der Kongresshalle in Augsburg.

Geschichte

Details

Für Fassadenputz wurde in Augsburg gern Dolomitkalk aus Südtirol verwendet. Mit Fassadenmalereien im nassen (Fresco) und trockenen (Secco) Verputz brachte man im 17. und 18. Jahrhundert Botschaften an seinen Nächsten. Auch auf riesigen Deckenfresken. Das brachte später Johann Joachim Winckelmann dazu, über „Augsburger Fratzenmaler“ zu spotten.

Weblinks


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