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Bärenkeller

der 23. Stadtbezirk Augsburgs, der zugleich Planungsraum III ist

Allgemeines

Der Bärenkeller liegt im Nordwesten Augsburgs. Im Osten liegt Oberhausen, südlich Kriegshaber, westlich die Stadt Neusäß und nördlich die Stadt Gersthofen.

Der Name "Bärenkeller" geht auf den Keller des ehemaligen Wirtshauses "Zum goldenen Bären" in Oberhausen zurück. Im Mittelalter sollen dort Fahrende Leute und Gaukler ihre Tanzbären untergebracht haben. Eine andere Ableitung des Namens lautet: Im Wirtshaus "Zum goldenen Bären" soll das beste Bier von Oberhausen gebraut worden sein. Um es auch im Sommer genießen zu können, sollen es die Brauer im Nordwesten Oberhausens in einem Sommerkeller eingelagert haben. Den Sommerkeller nannten sie "Bärenburg". Der Bärenburg angeschlossen war ein Biergarten, der sich zum beliebten Ausflugsziel für die Augsburger entwickelte.

Geschichte

Der Bärenkeller als Wohngebiet wurde ab Ende der 1920er Jahre bebaut ("Bärenkellersiedlung"). Vor allem in der NS-Zeit ab 1933 bebaute man den Bärenkeller planmäßig mit den durch die Blut-und-Boden-Ideologie propagierten Siedlerhäusern und auch kleineren Wohnblöcken. 1934 gründeten die Nationalsozialisten? zu diesem Zweck ein so genanntes "Kleinsiedlerprogramm in Selbsthilfebauweise".

Zwischen 1935 und 1936 wurden in dem gerasterten Areal im Bärenkeller rund um die Langen Gewanne auf etwa drei Hektar 146 "Siedlerstellen" in Einfamilien- und Doppelhäusern an "politisch zuverlässige, rassisch einwandfreie und gesunde" Familien vergeben. Die Einfamilienhäuser hatten insgesamt nur etwa 50 Quadratmeter Wohnfläche. Schon 1937 gaben die Nationalsozialisten? dieses Projekt auf, weil die Rüstungsindustrie in Augsburg Wohnraum für ihre Arbeiter brauchte, weshalb die Wohnungsbaugesellschaft? der Stadt Augsburg in mehrgeschossigen Häusern billige "Volkswohnungen" mit höchstens 42 Quadratmeter Wohnfläche. Um das zu ermöglichen, mussten im Bärenkeller ab 1937 "Behelfswohnungen" gebaut werden, die gemauerten Baracken glichen. Das führte dazu, dass der Bärenkeller damals von allen Augsburger Wohnsiedlungen am dichtesten belegt war, was natürlich "ein gesundes Bevölkerungswachstum" konterkarierte. "Mustersiedlungen für Kinderreiche", wie sie die Nationalsozialisten? propagierten, mussten woanders gesucht werden. Oder die Nachfahren der Erstbezieher griffen zur Selbsthilfe und bauten nach dem Krieg ihre geerbten Häuser aus, um zu einer besseren Wohnsituation zu kommen.

Im Zweiten Weltkrieg baute man die Bärenburg zum Luftschutzbunker aus. Die Räumlichkeiten wurden noch Anfang der 1990er Jahre als Partykeller verwendet (damals befand sich dort das Schicki-Micki-Café "Leopold").

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Amerikaner viele Häuser. In ihnen wohnten höherrangige amerikanischen Militärs, bis die Wohnungen in den damals neuen "amerikanischen" Augsburger Stadtteilen Centerville, Cramerton?, Sullivan Heights? und Fryar Circle? gebaut worden waren.

2010 wollte Neusäß in der Nähe des Güterverkehrszentrums zwei Kiesabbauflächen ausweisen - nur 150 Meter von Wohnstraßen wie der Edenberger Straße im Norden des Bärenkellers entfernt. Dagegen wehrten sich die Anwohner mit Unterstützung des Augsburger Stadtrats, da die Bewohner im Norden des Bärenkellers mit zusätzlichen Staub- und Lärmbelastungen hätten rechnen müssen.

Auf dem Bürgerplatz vor den Kirchen veranstaltete die aktionsgemeinschaft pro bärenkeller? im Juni 2013 erstmals einen samstäglichen Wochenmarkt mit regionalen Produkten wie Feldfrüchte, Käse, Wurst, Fleischwaren und Blumen.

Details

Der Norden des Bärenkellers ist stark von Lärm? belastet. Für Lärm hier sorgen:

Lage


Weblinks


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