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Augusta-Brauerei

auch Augusta Bräu; eine ehemalige Augsburger Brauerei in der Innenstadt, deren Brautradition bis auf 1488 zurückging

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Allgemeines

Die Augusta-Brauerei war bis vor wenigen Jahren eine der ältesten Brauereien in Augsburg. Schon ihr Name brachte die Verbundenheit mit Augsburg und seiner historischen Altstadt zum Ausdruck. Heute werden die Biere der Augusta-Brauerei von der Schlossbrauerei Unterbaar? produziert.

Am Lauterlech profitierte die Brauerei von der ungewöhnlich guten Qualität des Brauwassers, das aus einem eigenen Brunnen auf dem Gelände gewonnen wurde, wohingegen sich der Name "Lauterlech" auf die Reinheit des abgeleiteten Lechwassers bezog und bezieht).

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Geschichte

Die Geschichte der Augusta-Brauerei beginnt mit dem Anwesen Litera H 140-142 am Lauterlech. Sowohl 1488 als auch 1501 ist das Anwesen als Braustätte belegt. Von 1501 stammt ein Kaufbrief, den mehr als 100 Jahre später die Witwe des Kaufmanns Christoph Pfeiffelmann 1644 dem Hohen Rat der Stadt vorlegte. Aus dem Kaufbrief geht hervor, dass "ein Bierpräu Effinger eine Präu und Hofsach am Lauterlech unterhalb St. Jacob" in diesem Jahr verkaufte.

Der Hohe Rat erkannte den Kaufbrief an, so dass Sara Pfeiffelmann in dem Anwesen die Bierschenke "Zum Osterlamm" einrichten konnte und dort auch ihr eigenes Bier herstellte. Damals herrschte noch der Dreißigjährige Krieg, was zur Verarmung der Menschen, schlechten Getreideernten und geringen Umsätzen für die Brauereien führte.

Ab 1648 erholte sich die Freie Reichsstadt? Augsburg nach und nach von den verheerenden Kriegsfolgen. Auch mit der Braustelle am Lauterlech ging es aufwärts.

Von 1825 bis 1843 hieß die Brauerei "Brauerei zum Osterlamm Johann Georg Beyler" und von 1844 an "Brauerei zum Osterlamm Johann David Beyler Witwe".

1851 musste der damalige Besitzer Johann Michael Büchsenstein einen Neubau der Brauerei managen, denn Maschinen zur Erhöhung der Produktion waren dringend notwendig geworden. Danach stellte die Augusta-Brauerei in Augsburg langsam vom Fassbier zur Flaschenabfüllung um. Traditionalisten war das ein Dorn im Auge, doch konnten sie es nicht aufhalten.

Weitere Stationen im 19. Jahrhundert waren 1870 "Brauerei zum Osterlamm Johann Büchsenstein jun.", 1872 "Brauerei zum Osterlamm Michael Büchsenstein", 1878 Brauerei zum Osterlamm Ed. Hauck.

1899 übernahm die AG Kronenbräu die Augusta-Brauerei, damals "Brauerei zum Osterlamm Daniel Lehndorfer", und führte sie als zweite Braustätte weiter.

Im Ersten Weltkrieg fuhr die Augusta-Brauerei wie andere Augsburger Brauereien die "kriegsbedingte Produktion" hoch und lieferte zur Versorgung der bayerischen Feldtruppen Bierwaggons an die Front, doch in den wirtschaftlichen Krisen der 1920er Jahre konnte auch die AG Kronenbräu nicht mehr eigenständig bleiben und fusionierte 1921 Hasenbräu AG. Diese wiederum verkaufte kurz darauf die Augusta-Brauerei, weil sie ein Jahr zuvor bereits die ebenfalls am Lauterlech gelegene Lorenz Stötter Brauerei AG? mit der Gaststätte "Goldene Rose" gekauft hatte und dort kein weiteres Brauhaus brauchte.

Bis 1935 gehörte die "Bierbrauerei Augusta" der Familie Hausner ("Brauerei Johann Nepomuk Hausner GmbH Weizenbierbrauerei Augusta"). In diesem Jahr kaufte Karl Georg Sima den Betrieb. Er war zuvor technischer Vorstand der „Fürstenberg Brauerei“ in Donaueschingen, brachte also Erfahrung, gründete die Augusta-Brauerei GmbH und modernisierte die alteingesessene Augsburger Brauerei. Bis 1942 leitete Sima zusammen mit seinem Schwiegersohn Josef Engelmann den Betrieb. Nach dem Tod des 72-jährigen Karl Georg Sima blieb die Brauerei im Besitz der Familie Engelsmann.

In der Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurde die Augusta-Brauerei, die seit viereinhalb Jahrhunderten am Fuß von Sankt Jakob lag, durch Bomben und Flammen zerstört. Nach dem Krieg baute man die Augusta-Brauerei wieder am Lauterlech auf.

Bis 1947 gab es nahezu keine Bierproduktion in der Augusta-Brauerei mehr. Erst in den 1950er Jahren ging es unter der Leitung von Josef Engelsmann wieder bergauf. 1978, als schon der Sohn Peter Engelsmann die Geschäfte führte, erreichte der Bierausstoß das Vierfache der Vorkriegsjahre.

2010 stellte die Augusta Bräu den Brauereibetrieb in der Altstadt von Augsburg ein, weil im innerstädtischen Bereich ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich war und die Umweltauflagen von der Brauerei Augusta nicht mehr erfüllt werden konnten. Damals wurden noch 15.000 Hektoliter pro Jahr Bier in der Augusta-Brauerei hergestellt. Weil die Familie Engelsmann die alte Augsburger Marke Augusta erhalten wollte, schloss sie eine Kooperation mit der Schlossbrauerei Unterbaar?, einem mittelständischen Familienbetrieb im Landkreis Augsburg, die es übernahm Augusta-Biere nach altem Rezept herzustellen und zu vertreiben.

Außerdem knüpfte die Augusta-Brauerei an ihre alte Tradition an und verband Gastwirtschaft und Brauerei in der traditionsreiche alten Gaststätte Zu den Drei Königinnen? im Meister-Veits-Gäßchen? 32. Die Gaststätte wurde als "Lochwirt" schon im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt. Heute befindet sich die Brauereigaststätte im Besitz der Augusta-Brauerei. Mit etwa 20 Beschäftigten ist die Augusta-Brauerei noch heute in Familienhand: Peter Josef Engelsmann, Urenkel des Firmengründers, leitet die Brauerei in der vierten Generation.

Im Mai 2013 entstand auf dem Firmengelände durch Schweißarbeiten ein Brand, bei dem zwei Mitarbeiter eine Rauchvergiftung erlitten.

Details

Die Brauerzeugnisse der Augusta-Brauerei wurden von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft mehrmals ausgezeichnet und reichten/reichen vom Urhell, Kellerbier und Pils über Schwarzbier und Hefeweizen bis hin zum Jakober Edelquell und dem "Hunnenbock", einem hellen Starkbier.

Die Biere der Augusta-Brauerei bei Sankt Jakob werden in den Drei Königinnen?, auf Augsburger Stadtfesten wie der Jakober Kirchweih oder dem Plärrer ausgeschenkt. Das Festzelt der Jakober Kirchweih befindet sich auf dem Betriebshof der Augusta Brauerei.

Adresse

Augusta Brauerei GmbH
Lauterlech 10-14
86152 Augsburg

Tel. 0821/346780
Fax. 0821/157361
E-Mail: [email protected]


Weblinks


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