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Augsburger Straßen

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Allgemeines

Im Unterhalt der Stadt sind etwas mehr als 610 Kilometer Straßen. Davon sind

  • Gemeindestraßen etwa 559 Kilometer
  • Bundesstraßen etwa 20 Kilometer
  • Staatsstraßen etwa 8 Kilometer
  • Kreisstraßen etwa 23 Kilometer

Freie Strecken auf Augsburger Stadtgebiet sind knapp 19 Kilometer.

2016 war der überwiegende Teil der Augsburger Straßen und Wege in einem äußerst schlechten Zustand. Grund dafür war die dramatische Haushaltssituation? der Stadt Augsburg. Wegen der geringen finanziellen Möglichkeiten in den vergangenen Jahren konnte dieser Situation nur eingeschränkt mit den erforderlichen technischen Maßnahmen begegnet werden.

Zwar sieht die Rechtsprechung den Verkehrsteilnehmer gehalten, sich auf einen schlechten Straßenzustand einzustellen und seine Fahrweise entsprechend anzupassen, doch muss wegen möglichen Haftungsgründen der Unterhalt und die Sanierung der öffentlichen Verkehrswege gewährleistet bleiben. Auch in Augsburg. Unfälle aufgrund der dramatischen Straßenunterhaltssituation in Augsburg können zu Klagen gegen die Stadt Augsburg führen und weitere Löcher in den Haushalt? reißen. Vermieden werden können Schadenersatzforderungen nur durch vermehrte Hinweisschilder und im Extremfall durch die Sperrung von Straßen und Wegen.

Die übliche Nutzungsdauer von Straßen beträgt nach ständiger Rechtsprechung ca. 20 bis 25 Jahre. Ein Großteil der öffentlichen Verkehrsflächen in Augsburg ist aber deutlich älter. Siebzig Prozent der Straßen und Wege in Augsburg haben ein Alter von mehr als 40 Jahren. Diese Überalterung spiegelt sich in dem Zustand der Augsburger Straßen wider.

Geschichte

Die ältesten Augsburger Straßennamen gehen bis auf das späte Mittelalter zurück. Ein Beispiel dafür ist die Alte Gasse?, von der man früher glaubte, dass sie die Römer angelegt hätten.

In den Jahren 1990 bis 2001 investierte die Stadt 159 Mio. € in den Straßenbau, wovon 4,2 Mio. € dem Ausbau des Radwegenetz? gewidmet wurden. In dieser Zeit baute man die Anton-Fugger-Brücke als vierte Augsburger Brücke über den Lech, man stellte die B 17 im Bereich Augsburg (Westtangente) fertig, baute die Schleifenstraße und Rote-Tor-Umfahrung, sanierte den Bahnhofsvorplatz Oberhausen?, begann die Luitpoldbrücke zu bauen, richtete ein Parkleitsystem? etc.

2010 hatte das Augsburger Straßennetz etwa 300 Straßen, die zum so genannten Hauptstraßennetz gehörten. Dazu kamen im so genannten Nebenstraßennetz noch weitere etwa 1.700 untergeordnete Straßen.

Die Vergangenheit von Straßennamen aufzuarbeiten: Das forderten die GRÜNEN im Februar 2013 anlässlich des Tags "Vielfalt in der Friedensstadt". Eine eine Kommission zur Überprüfung von strittigen Straßennamen sollte in Augsburg eingesetzt werden. Um die Fragen systematisch anzugehen, forderten sie eine Kommission. Sie sollte vorarbeiten, welche Straßennamen kritisch sind. Vor Ort und unter Beteiligung der Bürger/-innen sollte dann diskutiert werden, ob ein Straßennamen verändert wird oder z.B. eine Hinweistafel angebracht wird, die problematische Teile einer Biographie benennt. Als Beispiel nannten sie die Bürgermeister-Widmeier-Straße in Haunstetten. Dieser trat 1933 von der SPD zur NSDAP? über und nahm in der Nazizeit an Besprechungen teil, bei denen es um die Gründung eines eigenen KZ Haunstetten und die Erweitung des KZ-Außenlagers ging. Ein anderes Beispiel ist die Dr.-Mack-Straße am Klinikum. In einem von der Stadt Augsburg erarbeiteten Bericht über die Vergangenheit des alten Hauptkrankenhauses wurde Dr. Mack als ein Verantwortlicher für Zwangssterilisationen und ähnliche gesundheitliche Maßnahmen in der NS-Zeit genannt. Auch Augsburger Straßennamen wie Dr.-Otto-Meyer-Straße?, Prof.-Messerschmitt-Straße oder Karl-Haberstock-Straße? sind heute nicht mehr politisch opportun.

Otto Meyer? war Direktor der Rumplerwerke? und ließ in der Endphase des Ersten Weltkrieges Kampfflugzeuge in Augsburg bauen. Nach der Demilitarisierung dieser Firma wurde er Direktor und Vorstand der MAN-Werke. Die MAN war der zentrale Augsburger Rüstungsbetrieb im Faschismus und neben Hamburg das Zentrum des U-Boot-Motorenbaus. Noch in den letzten Tagen vor der Befreiung, als der größte Teil der Belegschaft der Arbeit fern blieb, ließ Otto Meyer? mit einem Volkssturmbataillon hunderte Arbeiter in den Betrieb zurücktreiben, um die Rüstungsproduktion aufrechtzuerhalten und unterband das Hissen weißer Fahnen.

Wilhelm Messerschmitt? wurde 1945 nach der Befreiung als Kriegsverbrecher eingestuft und drei Jahre interniert. Er baute den Standardjäger der Nazis unter Verwendung von Zwangsarbeitern mehrerer Konzentrationslager.

Karl Haberstock? war NSDAP-Mitglied und für die Kommission zur Verwertung der beschlagnahmten Werke "entarteter Kunst" tätig. Er förderte Rosenbergs paramilitärisch organisierten Kampfbund für deutsche Kultur und wurde zum Hauptagenten Hitlers, der seine Kunstsammlung mit Haberstocks Hilfe aufbaute.

Im Jahr 2013 wurden in Augsburg mehr als 1.900 Straßennamen gezählt. Damals gab es in Augsburg etwa 270 Kilometer Straßen, die eine durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke von mindestens 2.000 Kraftfahrzeuge aufwiesen.

Im März 2014 beschloss der Kulturausschuss? eine „Kommission Straßennamen“ einzusetzen, um Straßennamen auf eine NS-Vergangenheit zu überprüfen und sich so kritisch mit der Augsburger NS-Geschichte auseinanderzusetzen. Der Antrag dazu wurde im Januar/Februar 2013 von den GRÜNEN gestellt.

Der Bauausschuss? des Augsburger Stadtrats berichtete im April 2016 über den desolaten Zustand vieler Augsburger Straßen. Viele Straßen seien über Jahrzehnte hin vernachlässigt worden. Mit 2,3 Mio. Euro Haushaltsmittel, rechnete damals der Amtsleiter Weber vom Tiefbauamt? vor, sei das Amt für den pflichtgemäßen Bauunterhalt der Straßen seit Jahren chronisch unterfinanziert. Notwendig wären, so Amtsleiter Weber, für die 6,5 Mio Quadratmeter Straßenfläche 1,30 Euro pro Quadratmeter im Jahr – also 8,45 Mio. Euro im Jahr und somit fast das 3-fache der Summe, die zur Verfügung stand. Die sanierungsüberfälligen Straßen hatten einen Anteil von 3 Prozent des Straßennetzes und hätten sofort saniert werden müssen. Die Kosten dafür berechnete der Amtsleiter in der Sitzung mit 30 Mio. Euro, also 10 Mio. Euro pro ein Prozent. Dieser Betrag hätte im Haushalt 2017? eingestellt werden müssen - zuzüglich der 8,45 Mio. Euro für den Unterhalt des restlichen Netzes. Der mit 25 Prozent des Straßennetzes weit größere Teil mit Handlungsbedarf kurzfristig innerhalb der nächsten ein bis zehn Jahre würde demnach die folgenden zehn Jahre 250 Mio. Euro zuzüglich 84,5 Mio. Euro Unterhalt des restlichen Straßennetzes kosten. Das bedeutete 2016 für die kommenden zehn Jahre ein Sanierungsvolumen von 373 Mio. Euro – 37,3 Mio. Euro pro Haushaltsjahr. Noch drastischer war der Anteil des Straßennetzes mit Handlungsbedarf mittelfristig in den nächsten zehn bis 20 Jahren. Er machte 2016 42 Prozent des Straßennetzes von Augsburg aus. Seine Sanierung sollte eine Summe von 420 Mio. Euro beginnend in 2026, also 42 Mio. Euro pro Jahr zuzüglich der jährlichen 8,45 Mio. Euro Unterhaltskosten, ausmachen. Somit wurden 2016 für die Jahre 2026 bis 2036 insgesamt 504 Mio Euro für erforderlich gehalten, das Augsburger Straßennetz zu erhalten, pro Haushaltsjahr 50,4 Mio. Euro. Nach 2036 sollte es etwas leichter werden, die Straßenerhaltungsmaßnahmen zu bezahlen, aber mit 295 Mio. Euro für zehn Jahre bzw. 29,5 Mio. Euro pro Haushaltsjahr sei immer noch zu rechnen. Bei der gesamten Berechnung blieben die Kostensteigerungen die nächsten 30 Jahre unberücksichtigt. Besonders betroffen von den Straßenerhaltungs- bzw. erneuerungsmaßnahmen sah das Tiefbauamt? 2017 die Bürger? von Oberhausen, Rechts der Wertach, Lechhausen, Pfersee, Kriegshaber und Haunstetten.

Im Februar 2017 stellten die Freien Wähler aufgrund der geschilderten Situation im Verwaltungshaushalt des Doppelhaushalts 2017/18? und folgende Jahre die Ausgaben für den jährlichen Straßenunterhalt auf 8,45 Mio. Euro pro Jahr zu erhöhen.

Details

Straßennamen dienen der Orientierung, beinhalten aber oft auch Botschaften und ein wenig Heimatkunde. 2016 gab es mehr als 1900 Straßennamen in Augsburg, wo das Geodatenamt? als städtische Vermessungsbehörde für die Benennung und Adressierung zuständig zeichnet.

Augsburger Straßen A bis Z

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Ehemalige Augsburger Straßennamen

April 2010: Löschung der Bachstraße in Oberhausen, da die Straße wegen der Bebauung auf dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände ihre Verkehrsbedeutung verlor.

Beim Gögginger Tor: Der Straßenname wurde 1906 gelöscht. Bis 1860 stand am Königsplatz noch das Goegginger Tor?. Die Gebäude östlich hinter dem Tor hatten die Adresse Beim Gögginger Tor. Als man aber 1906 die neue Straße Bürgermeister-Fischer-Straße anlegte, wurde die entsprechende Häuserzeile geteilt und es entfiel die Notwendigkeit für den Straßennamen.


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