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Augsburger Straße

eine Augsburger Straße, die zum 16. und 17. Stadtbezirk (Pfersee-Süd? und Pfersee-Nord?) und damit zum Planungsraum VIII (Pfersee) gehört; Postleitzahl ist 86157

Allgemeines

Geschichte

Dass die Tradition Pferseer Handwerksbetriebe stark verwurzelt war, zeigte sich besonders in der Zeit der Industrialisierung. Manche Handwerkszweige verschwanden nicht einfach, sondern stellten sich, als immer mehr Fabriken in Pfersee aus dem Boden schossen, auf industrielle Dienstleistungen um. Das lässt sich gerade in der Augsburger Straße zeigen, wo die Namen der eingesessenen Handwerker- oder Kaufmannsfamilien nicht verschwanden, sondern in die Umgangssprache eingingen, wenn es um die Bezeichnung einzelner Häuser ging.

Details

An der Ecke Augsburger Straße und Hessenbachstraße war ehemals ein Zollhaus. Dort musste von allen Fahrzeugen, die über die Luitpoldbrücke wollten, Brückenzoll entrichtet werden. Bis zur Eingemeindung Pfersees war das Zollhaus auch Polizeistation. Oft griffen die Polizisten in den nahe gelegenen Wertachauen? Prostituierte auf, die sie hier internierten, bevor sie in ein Augsburger Gefängnis gebracht wurden. Bekannt wurde die Station auch durch einen hier überwältigten Frauenmörder. Er hatte sich grausam an der Tochter eines Pferseer Schmieds vergangen, woran noch ein altes Gedicht erinnert:

"Zwei Schwestern gingen ganz allein
- des Schmieds von Pfersee s`Töchterlein
ihr Weg, der war so ahnungsvoll
aus ihrem Aug´ die Träne quoll.
Da plötzlich jemand vor ihr stand
und sich sein Blick auf sie gewandt.
Der Mörder sprach: Nun sei bedacht,
dein Leben steht in meiner Macht.
Entweder Sünde oder Tod
gewähr es dir in deiner Not.

Das Mädchen sprach: Nur Gott allein
kann meiner Unschuld Retter sein,
denn welcher mir das Leben gab,
dem bleib ich treu bis an mein Grab."

Gegenüber liegt die Ecke Augsburger Straße / Lutzstraße?. Das Gebäude Augsburger Straße 1 beherbergte früher die Walfischbierhallen?. Sie waren mit Kränen, die von Pferden angetrieben wurden, zum ersten Pferseer Hochhaus aufgestockt worden.

Zwischen dem Gelände der früheren Spinnerei und Weberei Pfersee, heute markiert durch die Straße Am Webereck?, und der Lutzstraße? erstellte die Spinnerei und Weberei Pfersee Wohnhäuser für ihre Arbeiter, vor allem für die Belegschaft, die man aus Böhmen angeworben hatte.

Augsburger Straße 5: Geburtshaus von Anna Pröll

Augsburger Straße 12: "Frank-Haus"; ein zweigeschossiger asymmetrischer Eckbau mit Erkern, Loggia, Mosaik und Fresko, der um 1905 errichtet wurde; hier zog noch im gleichen Jahr die Michaelsapotheke ein, die bis vor wenigen Jahren ihre ursprüngliche Funktion inne hatte. Außen bewachte der Drachentöter die Eintretenden, die an der Inneneinrichtung sehen konnten, wie Käufer vor vielen Jahrzehnten hier empfangen wurden.

St Michaels Apotheke Augsburg Pfersee
Ehemalige Michaelsapotheke 21. August 2013. By Living-wreck (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Augsburger Straße 16: Immler-Haus; ein dreigeschossiges Mietshaus mit flachem Walmdach und übergiebeltem Mittelrisalit. Das Gebäude ist spätklassizistisch. Man errichtete es 1891 als Post- und Telegraphenstation. 1926 zog hier ein Stadtteilkino namens Odeon-Lichtspiele? ein. Bis in die 1970er Jahre konnte man hier Filmstreifen ansehen. 1978 wurde das Gebäude etwas verändert. Im Rückgebäude befand sich früher eine Außenstelle des Augsburger Wohlfahrtsamtes, das aber jeder mied, wenn er konnte, bedeutete es doch eine soziale Erniedrigung dorthin zu gehen - und außerdem mussten Wohlfahrtsgelder wieder zurückgezahlt werden.

Pfersee Augsburger Straße 16
Immler-Haus 6. Oktober 2013. By Jkü (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Augsburger Straße 27: Hier eröffnete 1877 die erste Apotheke in Pfersee

Augsburger Straße 36, 36 1/2: Haus Ohneberg. Es wurde zwar erst 1914 erbaut, doch ist seine Architektur noch gründerzeitlich, was man z. B. an den Pflanzenornamenten am Giebel erkennt. Das Gebäude hat drei Geschosse. Es ist ein symmetrisch gegliedertes Doppelhaus mit Mansardwalmdach, polygonalen Erkern und Zwerchgiebeln. Dahinter steht ein Rückgebäude, in dem schon im 19. Jahrhundert die Schlosserei Ohneberg untergebracht war. Dazu kam später ein Eisenwaren- und Haushaltswarengeschäft und ab 1900 betrieb die Familie einen Gütertransport zwischen Pfersee und dem Hauptbahnhof. Von diesem Angebot machten große Fabriken, aber auch Handwerksbetriebe Gebrauch.

Pfersee Augsburger Straße 36
Mietshaus in Pfersee, 6. Oktober 2013. By Jkü (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Augsburger Straße 34: Ehemals Kugler-Haus

Augsburger Straße 37: Der hier ehemals stehende Saalbau "Drei Könige" war beliebter Treffpunkt zu Tanztees, "besserem Vergnügen", Musikveranstaltungen und den 1. Mai-Feierlichkeiten der Arbeiter.

Augsburger Straße 40: Hier stand eine der frühen Pferseer Wirtschaften, die noch eine angeschlossene Landwirtschaft besaßen: der "Schwarze Adler". Hier schenkte man Bier aus und gab die erste Pferseer Zeitung heraus, ein Anzeigenblatt, das sich als Verlag und Druckerei Hieber über Jahrzehnte zu einem katholischen Sprachrohr entwickelte. In dem Blatt erfuhr man alles über das Vereins- und Geschäftsleben in Pfersee.

Lage


Weblinks


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