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Augsburger Stadtbild

Allgemeines

Augsburg hat sich immer wieder verändert, nie gab es wie in manchen anderen Städten, eine Einheitlichkeit des Baustils oder der Bauweise. Die Bedürfnisse der Bewohner haben die Bausubstanz immer wieder verändert. Dadurch, dass es in Augsburg viele verschiedene Auftraggeber für Bauten gab, entwickelten sich unterschiedliche Gebäudetypen. Augsburger Bauherren waren etwa der Bischof, die verschiedenen christlichen Konfessionen?, Klöster, Kaufleute? oder Handwerker?.

Das Augsburger Stadtbild hat immer wieder neue Materialien integriert, etwa Gusseisen, Gussstahl oder Beton. Der Wiederaufbau nach 1945 brachte noch mehr Heterogenität in das Augsburger Stadtbild.

Geschichte

Augsburger Bauvorschriften lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen, weshalb Paul von Stetten? 1779 schrieb: „Indessen muss man unsern Vorfahren zur Ehre einräumen, dass sie sehr frühzeitig auf Einführung einer guten Polizei zur Verschönerung der Stadt angetragen haben.“ Ab dem 14. Jahrhundert ergänzte man die Augsburger Verordnungen zum Thema Bauen kontinuierlich. 1731 fasste man sie in einer Feuerverordnung, 1740 zu einer Bauordnung zusammen. Bis zum Ende der Freien Reichsstadt? wurde die Einhaltung der Verordnungen von geschworenen Werkmeistern? durch „Augenscheine“, also Ortsbegehungen, kontrolliert. Danach übernahm die kommunale Baupolizei die Kontrolle des Augsburger Bauwesens.

Festzuhalten ist, dass die Stadt Augsburg ab dem 15. Jahrhundert nach und nach von der Holzbauweise zur Ziegelbauweise überging, wobei Kies und Kalkmörtel als Verfüllungen dienten. Aus der Bauordnung von 1740 erhellt, dass es eine Standardgröße für Ziegel gab („ordinari Maur-Steine“) und kleinere Größen für Gewölbe. Hergestellt wurden diese Ziegel im Frühjahr nach einem genau festgelegten Verfahren, das eine „Zieglerordnung“ innerhalb der Bauordnung festlegte. Danach füllte man Lehm in eine Model und strich ihn mit einem „Streich-Holz“ oder „Streich-Bogen“ glatt. Danach wurde er in eine Hütte gebracht, die vor Sonne und Regen schützte, aber ausreichend belüftet wurde. Hier trocknete er so lange, bis er sich aus der Model lösen ließ. Danach erfolgte der Brand, zuerst zwei Tage mit leichtem Feuer, dann drei Tage mit starkem Feuer. Schließlich ließ man die Ziegeln acht Tage auskühlen, bevor man sie zum Bauen verwendet. Damit sich jeder Handwerker daran hielt, wurde ihnen die Bauordnung jedes Jahr vorgelesen und ihre Einhaltung streng kontrolliert.

Im 16. Jahrhundert blickte man in Augsburg gern nach Italien und holte sich dort Anregungen zum Bauen. So verwendete man in dieser Zeit gerne Ton als Terrakotta.

Im 18. Jahrhundert kam es in Augsburg zum Auslegen von Gehsteigen mit Tonplatten, damit die Augsburger Bürger? sich ihr feines Schuhwerk nicht beschmutzte.

Details

Mittelalterliche Fachwerkbauten sind in Augsburg nur in Einzelfällen erhalten, wie z. B. das Mietzinshaus Am Eser? 17 von 1392 oder das Holzständerhaus in der Kirchgasse 8. Zurückzuführen ist das auf die Um- und Neubauten vom 15. bis 17. Jahrhundert und die Bauvorschriften, die Holz durch Backsteine ersetzten, um die Feuergefahr zu bekämpfen. Obwohl z. B. schon 1404 die Stadt Holzschindeln und Stroh als Dachbedeckungen verbot, scheint man sie teilweise immer noch benutzt zu haben, weil spätere Bauordnungen belegen, dass sie weiterhin eingesetzt wurden. Die Bauordnung von 1404 schrieb Dachplatten aus Ton vor: „Blatten“ (Biberschwänze), „Haggen und Preiß“ (Mönche und Nonnen) und „geschweiftes Dachzeug“ (Dachpfannen).

Allein bei den Dachkonstruktionen gab es kein besseres Material als Holz. In Augsburg wurden die Holzbalken verblattet oder verzapft, man baute Kehlbalkendächer, Schopfwalmdächer, Satteldächer und Mansardendächer („französische“ Dächer). Auch Fenster, Altäre, Kanzeln, Türen, Treppen, Böden und Decken waren bis ins 20. Jahrhundert aus Holz gefertigt. Auch Bauplastiken und anderer Bauschmuck wurde oft aus Holz hergestellt, das in der reichsstädtischen? Zeit oft aus Tirol von Flößern über den Lech herantransportiert wurde.

Die Putzgliederung ist eine Augsburger Tradition seit Elias Holl, der mit Putz plastische Fassaden und Innenraumdekore fertigte. Das übernahmen seine Nachfolger Johann Andreas Schneidmann?, Johann Martin Pentenrieder? und Leonhard Christian Mayr?. In Innenräumen gaben sie Mörtel den Eindruck von Marmor (Stuckmarmor), was am 5. Juli 1725 die Stadt veranlasste, die Tätigkeitsbereiche von Maurermeistern und Bildhauern genau abzugrenzen. Stuckateure bezogen von Augsburger Kupferstechern Ornamentvorlagen und waren sehr gefragt.

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