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Augsburger Localbahn

Allgemeines

Die Augsburger Localbahn wurde zur Erschließung der Textil- und Maschinenbauindustrie von Augsburger Industriefirmen gegründet. Nur in großen Industrieregionen entstanden solche Bahnsysteme, was die Bedeutung Augsburgs als Industriestadt deutlich macht. Noch immer ziehen sich die Gleise der Augsburger Localbahn durch Augsburg. Bis heute ist die Augsburger Localbahn eine der größten Güter befördernden Privatbahnen in Bayern.

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Die Localbahn in Augsburg beförderte und befördert Stahl, Textilien, Rohölprodukte und andere Güter für Augsburger Firmen. Ihr Zweck war und ist es, eine Verbindung zwischen den Augsburger Firmen und den Gleisen der überregionalen Bahn herzustellen. Um ein kostspieliges und zeitraubendes Umladen von Gütern zu vermeiden, richtete man die Augsburger Localbahn als Normalspurbahn ein, obwohl eine Schmalspurbahn gereicht hätte und kostengünstiger gewesen wäre. Diese grundlegende Entscheidung vermied ein Umspuren, so dass die Lokomotiven der Staatsbahnen die Schienen der Localbahn befahren konnten und können - sowie umgekehrt. Möglicherweise hat diese Standardisierung der Augsburger Localbahn bis heute das Überleben ermöglicht, während viele andere ähnliche Privatbahnen ihren Betrieb einstellen mussten.

Geschichte

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Nach den ersten Fabrikansiedlungen im Textilviertel wurde den dort ansässigen Unternehmern bald deutlich, dass die Verkehrsanbindung nicht günstig war. Das Textilviertel lag im Osten Augsburgs, der Güterbahnhof im Westen der Stadt. Deshalb forderten sie schon 1870/71 den Bau einer innterstädtischen Gürtelbahn. Es dauerte aber noch ein paar Jahre, bis diese Bahn tatsächlich am 22. März 1889 als Lokalbahngesellschaft AG ihren Betrieb aufnahm.

Schon um 1890 hatte die Augsburger Innenstadt ein hohes Verkehrsaufkommen und oft verstopften Fuhrwerke die Straßen und engen Gassen Augsburgs. Weil die meisten Güter vom Hauptbahnhof, der im Westen liegt, Richtung Norden und Osten transportiert werden mussten, waren die betreffenden Strecken überlastet. Dazu kam, dass für die Augsburger Fabriken das Umladen der Güter von der Bahn auf die Pferdefuhrwerke umständlich, zeitraubend und kostspielig war. Und: Oft brachen die Achsen der Fuhrwerke, die durch enge Gassen die Stadtberge hinunter rollen mussten. Deshalb initiierten Heinrich von Buz?, damals Generaldirektor der MAN, und Viktor Martini? die Bahnaktiengesellschaft und setzten sie mit weiteren elf Augsburger Unternehmern durch.

Und so rollte am 10. November 1890 gegen den Widerstand der Augsburger Fuhrleute die erste Localbahn vom Herrenbach?, wo der Bahnhof der Localbahn angesiedelt wurde, zur MAN.

1893 hatte man 19 Augsburger Großbetriebe an das Netz der Augsburger Localbahn angeschlossen und das Netz erstreckte sich von der Friedberger Straße bis zum linken Ufer der Wertach beim Exerzierplatz?. Noch im gleichen Jahr erweiterte die Ringbahn für Betriebe, die in Pfersee und Göggingen lagen, und später ließ man die Localbahn vom Hochfeld nach Haunstetten rollen.

Von dem Anschluss Haunstettens an die Localbahn ist eine Kuriosität zu berichten. Obwohl die Augsburger Localbahn als Güterbahn geplant wurde und sich immer als Güterbahn verstand, verkehrte bis 1927 etwa 20 Jahre lang vom Localbahn-Bahnhof Haunstetten, der in der Nähe des Haunstetter Krankenhauses? lag, ein Schienenbus der Localbahn nach Augsburg (Hauptbahnhof), sozusagen ein moderner S-Bahnvorläufer. Doch da die Straßenbahn ab 1927 nach Haunstetten verkehrte, stellte die Localbahn diese Personenbeförderung ein.

1935 vereinte die Augsburger Localbahn drei Einzelarme. Die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg waren für die Augsburger Localbahn eine sehr gute Zeit. Sie hatte mehr als 80 Kilometer eigene Gleisanlagen und beförderte im Schnitt jährlich etwa 850.000 Tonnen Güter, was eine Entlastung der Straßen um mehr als 35.000 Sattelzüge damaliger Bauart bedeutete.

Anfang der 1990er Jahre transportierte die Localbahn in Augsburg etwa 400.000 Tonnen Güter und hatte fünf Loks von Kraus-Maffei im Einsatz.

Anfang September 2012 fand eine Sonderfahrt im Sonderzug der Bayerisch-Schwäbischen-Museumsbahn? auf den Gleisen der Augsburger Localbahn statt. Die Sonderfahrt auf der Augsburger Localbahn machte das Industriezeitalter in Augsburg aus außergewöhnlichen Blickwinkeln sichtbar. Nach Aussage von Prof. Karl Ganser, der den Kulturreiseführer „Industriekultur in Augsburg. Pioniere und Fabrik.“ schrieb, gibt es in Europa keine weitere Stadt, in der das Thema Industriekultur in dieser Kompaktheit erlebbar ist. Das Textilviertel, die MAN, in der von Rudolf Diesel der gleichnamige Motor erfunden wurde, Pfersee, das Rosenaustadion und der Rand des Siebentischwaldes bis nach Haunstetten u. a. waren Punkte auf der Fahrtstrecke. Während der Fahrt wurde über Lautsprecheransagen die Fahrtstrecke erläutert und auf Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Gefahren wurde in den Wagen der Staudenbahn, die über große Fenster verfügen.

Details

Strecken

Noch vor wenigen Jahrzehnten zweigten an der Kleingartenanlage am Proviantbach? Gleise der Localbahn Richtung Glaspalast ab. Sie führten in etwa parallel zum Hanreiweg an der Übungssportanlage von Türkspor Augsburg vorbei, doch wurde 1988 der Produktionsbetrieb im Glaspalast eingestellt, wodurch der Sinn der Localbahnabzweigung entfiel.

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Weblinks


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