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Augsburger Buntweberei

Allgemeines

Die Buntweberei Riedinger in Augsburg widmete sich vornehmlich dem Weben von Zellwolle, die eine konkurrenzlose Wollähnlichkeit erreichte.

Geschichte

Gegründet wurde die Buntweberei Augsburg 1865 von Ludwig August Riedinger, der einer der erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit war und daran glaubte, dass der technische Fortschritt Wohlstand für alle schaffe.

1880 wandelte man die Firma in eine Aktiengesellschaft, die sich „Augsburger Buntweberei vormals L. A. Riedinger“ nannte.

1935 übernahm der Dierig-Konzern? die Aktienmehrheit an der Firma und nannte das Unternehmen „Augsburger Buntweberei Riedinger“.

Am 17. August 1940 starb der bei Riedinger angestellte Turbinenwärter des Senkelbachkraftwerks? bei einer Bombardierung durch ein englisches Flugzeug als erster Augsburger Luftkriegstoter.

1944/45 wurde die Firma zu mehr als 90 Prozent im Luftkrieg zerstört.

Schon bald nach dem Krieg begann man die Firma neu aufzubauen. Im Rahmen dieses Wiederaufbaus entstand 1946 die „Schwäbische Damenkleiderfabrik“.

1952 erwarb die wieder erstandene Firma mehrheitlich die AURA-Weberei GmbH?, Augsburg.

1960 zahlte die Firma Riedinger 19 Prozent Dividende.

Die Umfirmierung in „Buntweberei Riedinger“ erfolgte 1961.

Von 1963 auf 1964 erhöhte sich der Firmenumsatz von knapp 57 Mio. DM auf knapp 76 Mio. DM. Aus der „Schwäbischen Damenkleiderfabrik“ ging ebenfalls 1963 ein Strickereibetrieb für Jersey-Meterware hervor, die schnell sehr erfolgreich wurde.

1964 erfolgte deshalb die Umbenennung von „Buntweberei Riedinger“ in „Riedinger Textil-Aktiengesellschaft“.

Am 3. Dezember 1965 feierte die „Riedinger Textil-Aktiengesellschaft“ ihr 100-jähriges Jubiläum, wozu eine Festschrift erschien. Damals arbeiteten etwa 2.000 Beschäftigte bei der vollstufigen Textilfirma, die vom Garn bis zum Stoff alle Textilien selbst produzierte. Exportiert wurde in mehr als 50 Länder und die Firma erzeugte etwa neun Millionen Meter Webstoffe und zusätzlich etwa zwei Millionen Meter gestrickte Stoffe im Jahr. Ein Drittel der Produktion ging in den Export. Damals war der Dierig-Konzern? mit 75 Prozent Hauptaktionär.

Wegen des Erfolgs der Jersey-Meterware änderte die Firma 1971 ihren Namen in „Riedinger Jersey AG“. Zuvor hatte die Weberei der Firma geschlossen. Das Unternehmen war damals der größte Jersey-Hersteller Europas. Nun investierte Riedinger in neue Strickmaschinen und konzentrierte sich allein auf die Jersey-Herstellung, die aber Mitte der 1970er Jahre aus Modegründen schon nicht mehr gefragt war. Wieder auf die Weberei umzuschwenken, hätte zu hohe Investitionen gefordert, so dass man die Firma 1980 schloss. Das betraf alle noch erhaltenen Betriebsteile (Spinnerei, Färberei und Ausrüstung, Strickerei).

Das Riedinger-Areal und seine vielen unterschiedlichen Gebäude wurde zunächst zum "Riedinger Gewerbepark". Ab 1981 vermietete man die vorhandenen Liegenschaften und beteiligte sich an mittelständischen Firmen (u.a. der Wiwa-Gerätebau GmbH, die für die berühmte Wienerwald-Brathendlkette die Hähnchen-Grillgeräte herstellte).

1982 übernahm Erich K. Tittel (Vaihingen) die Aktienmehrheit an der Firma. Nun firmierte das Unternehmen unter EKATIT Riedinger Verwaltungs-AG. Diese Firma meldete 1984 Konkurs an. Das Riedinger-Areal geriet nun lange in Vergessenheit, bis 2004 Marc Aurel Lehmann das Gelände kaufte, um hier ein modernes Dienstleistungszentrum zu gründen.

2006 wandelte man den Namen des vormaligen Riedinger-Areals in Augsburg Park, womit der Name des Fabrikgründers verlorenging.

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