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Augsburgblume

ein Graffiti, das von 2008 bis 2012 in Augsburg verbreitet wurde und dem Sprayer eine Bewährungsstrafe einbrachte

Allgemeines

Augsburgblume bezeichnet ein Graffiti in Form einer wiedererkennbaren und stilistisch einfach gehaltenen Blume. Sie war über die Stadt verteilt vielfach zu finden - an Stromverteilerkästen und Häuserwänden. Fans der Augsburgblume ließen sich T-Shirts mit dem Symbol machen.

Für viele Augsburger ist die Augsburgblume kein Graffiti, sondern Straßenkunst, die erheitert und zum Nachdenken anregt. Vielen Augsburgern hat sie ein Schmunzeln auf die Lippen gelegt, während betroffene Eigentümer beschmierter Objekte Kosten für die Entfernung zu tragen hatten. Die Meinung zu der Augsburgblume blieb während der Illegalität der Blume immer geteilt.

Die entscheidende Frage zur Augsburgblume lautete also: Handelt es sich bei ihr um Kunst oder Sachbeschädigung. Und diese Frage wurde unterschiedlich beantwortet - und machte die Augsburgblume über viele Monate zum Stadtgespräch.

Geschichte

Seit Sommer 2010 kümmerten sich die Polizisten der "Arbeitsgruppe Graffiti" um die Augsburgblumen und stellten fest, dass sie nicht nur im Stadtgebiet von Augsburg, sondern auch etwa in Gersthofen und Neusäß verbreitet waren. Die Ermittlungen liefen an.

Der damals schon vorbestrafte Schöpfer der Augsburgblume wurde im Frühjahr 2012 von der Polizei gefasst. Dadurch, dass er ein umfassendes Geständnis ablegte und Reue zeigte, zeigte sich das urteilende Gericht später milde.

Im Mai 2012 schlug Stadtmarketing-Leiterin Ursula Baier Pickartz? vor, die Augsburgblume für das Augsburger Stadt-Marketing einzusetzen, weil die Blume ein Symbol sei, das Emotionen wecke. Das war eine Haltung, die der damaligen konservativen Stadtregierung von CSU und Pro Augsburg nicht zusagte, weshalb aus der Idee nichts wurde. Damit wurde - wieder einmal - die Chance vertan, Augsburg ein wenig unkonventioneller, kreativer und suburbaner nach außen darzustellen. Die Stadtregierung stellte sich auf den Standpunkt, dass etwas, was als Sachbeschädigung gesehen wurde, nicht offiziell vermarktet werden könne.

Im September 2012 verurteilte das Amtsgericht Augsburg den für die Augsburgblume verantwortlichen 25-jährigen Sprayer wegen Sachbeschädigung in mindestens 470 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten und einer Geldstrafe von 12.000 €, ergänzt um die Ableistung von Sozialstunden. Den durch die Augsburgblume entstandenen Schaden bezifferte die Staatsanwaltschaft Augsburg? auf rund 70.000 €.

Nach seiner Verurteilung kündigte der Sprayer an, in Zukunft seine Augsburgblume nur noch legal verbreiten zu wollen. Die Facebookseite "Augsburgblumen" hatte zur Zeit der Verurteilung des "Blumenmalers" mehr als 3.400 Fans. In der Folge gab der Augsburger Blumenmaler Interviews und Autogrammstunden. Die Vermarktung der Augsburgblume nahm er nun, vielleicht von der Stadtregierung auf die Idee gebracht, selbst in die Hand.

Die Augsburgblume wurde im Rahmen einer "Blumenschau" vom 13. bis 16. Dezember 2012 in der In Your Face-Galerie? in der Kunsthalle am Wittelsbacher Park? bei der Kongresshalle gezeigt.

Im September 2014 verhaftete die Bundespolizeit den Maler der Augsburgblume ein zweites Mal. Die Beamten legten ihm und einem zweiten jungen Mann zur Last, sie hätten beim Hauptbahnhof nachts Züge mit Graffiti besprüht.

Details

Die Augsburgblume ist durch ihren langen dünnen Stiel mit fünf schwarzen Blütenblättern leicht zu erkennen. Möglicherweise ist sie eine Kopie des Blumenmotivs des Künstlers Michael De Feo.

Zu seiner Verteidigung gab der geständige Sprayer während seiner Gerichtsverhandlung an, dass er die Stadt habe ein bisschen schöner machen wollen. Er wollte eine nette Geste setzen, damit die Leute ihren Stress abbauen könnten. Dem Richter, der den Maler der Augsburgblume 2012 verurteilte, schien die es selbstherrlich, als Einzelner zu bestimmen, was die Welt schöner macht.

Es gibt die Augsburg-Blumen auf verschiedenfarbigen T-Shirts und Ansteckern in alternativen Geschäften zu kaufen (etwa bei Vollstoff? in der Steingasse). Für die Träger des T-Shirts ist es ein Zeichen, durch das gesagt wird, dass man die Blume mag und sie nicht als Vandalismus sieht.

Weblinks


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