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Armenhausgasse

eine Augsburger Gasse im 2. Stadtbezirk (Innenstadt, St. Ulrich - Dom), der zum Planungsraum I (Innenstadt) gehört; Postleitzahl 86150

Allgemeines

Die Armenhausgasse verbindet die Konrad-Adenauer-Allee mit der Maximilianstraße. In den Jahren nach 2009 entstanden dort exklusive und teuere Wohnanlagen, die mit der historischen früheren Wohnbebauung und der sie umgebenden altstädtischen Architektur wenig harmonieren.

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Die Armenhausgasse wird wie die anderen parallel verlaufenden Gassen zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Maximilianstraße (Katharinengasse und Kapuzinergasse) sowohl vom Durchgangsverkehr wie auch vom Erschließungsverkehr für direkte Anlieger genutzt. Bisher wurde es von der Stadt Augsburg versäumt, die Armenhausgasse durch Verkehrsberuhigung aufzuwerten.

Geschichte

Früher hatte die Armenhausgasse die Namen "Klebsattler-Gässchen" und "Philipp-Fugger-Gässchen". Ihren heutigen historischen Namen hat sie von dem hier 1710/11 gegründeten Katholischen Armenkinderhaus?. Bis in die 1930er Jahre lautete die Adresse des Katholischen Armenkinderhaus? Lit. B 125/126.

Als 1710 das Katholische Armenkinderhaus? gegründet wurde, fand es inmitten der damaligen Bürgerstadt seinen Platz. Auch das Evangelische Armenkinderhaus? lag zentral: 1706 wurde es im Gebäude des jetzigen Maximilianmuseums eingerichtet und blieb dort bis 1853. Arm und reich hatten ihren Platz innerhalb der Stadtmauern.

Im Beteiligungsverfahren des Bebauungsplanes Nr. 469 „Beiderseits der Armenhausgasse“ machte das Forum Augsburg lebenswert? am 3. August 1999 die folgende Einwendungen und Anregungen:

  • Es sollte für das Gelände ein Städtebau- und Realisierungswettbewerb ausgeschrieben werden.
  • Kaisermeile und Hasenbräugelände sollten in den vorbereitenden Untersuchungen gemeinsam behandelt werden.
  • Anwohner und andere betroffene Bürger und Gruppierungen sollten in Bürgerwerkstätten befragt werden, um Bedürfnisse und Erwartungen zu eruieren und in die Planungen einzuarbeiten.
  • Der neue Stadtteil sollte vorbildliche Lösungen bieten im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung, die auch den Anforderungen an ein Umweltkompetenzzentrum und den Leitlinien der Lokalen Agenda 21? entsprechen. Als geeignetes Instrument wurden die Qualitätsbausteine herangezogen, die vom Freistaat Bayern? für das Prinz-Karl-Viertel formuliert worden waren. Zum Beispiel Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs, schonender und sparsamer Umgang mit Grund und Boden, Verwendung von ökologischen Baustoffen, ein differenziertes Grün- und Freiraumkonzept, Minderung des Energieverbrauchs, energetisch günstige Hausbauweise und Nutzung von Solarenergie, überzeugende Integration in das städtebauliche Umfeld, Realisierung eines innovativen Parkraumkonzepts.
  • Angesichts der hervorragenden Anbindung des Geländes an den ÖPNV sollte geprüft werden, ob ein Teil des Areals als autofreies Wohnen ausgewiesen werden kann. Die Stadt sollte den Stellplatzschlüssel so tief wie möglich ansetzen (keinesfalls über 1.0). Die bisherige Luft- und Lärmbelastung sollte anhand vorhandener Daten festgestellt, die Auswirkungen der neuen Bebauung auf das Stadtklima sollten untersucht werden.

Gleichzeitig stellte das Forum Augsburg lebenswert? die Behauptungen auf, die vorgesehene Bebauung sei zu dicht und nehme keine Rücksicht auf die historische Umgebung und frühere Besiedlung (Gärten und Höfe). Abstandsflächen würden nicht eingehalten und ein Grünordnungsplan fehle.

Der Bebauungsplan Nr. 469 Beiderseits der Armenhausgasse wurde am 14. Juni 2002 rechtsverbindlich. Im Bebauungsplan war zur Armenhausgasse zu lesen: „Das Verkehrsgutachten KfZ-Verkehr vom Oktober 1999 ergibt, dass entgegen ursprünglicher Absichten die Armenhausgasse und die Weite Gasse? aufgrund der vorhandenen und prognostizierten Verkehrsbelastungen nicht als verkehrsberuhigte Bereiche ausgewiesen werden können.“ Dabei ist das Gelände an der Armenhausgasse anders als das an der Kapuzinergasse als reines Wohnbaugebiet ausgewiesen.

2009 und folgende Jahre wurde das alte Hasenbräugelände an der Armenhausgasse mit Wohnungen in gehobener Preislage bebaut und unter dem Begriff Max-Höfe vermarktet. Die Gentrifizierung? eroberte die letzten Reste der Augsburger Innenstadt: Ärmere Menschen konnten es sich nur immer schwerer leisten, zentral in Augsburg zu leben und wurden in die Vororte abgedrängt.

Ab Frühjahr 2013 errichtete Klaus Wohnbau? in der Armenhausgasse Gebäudeensembles in fünf Bauabschnitten mit rund 170 Wohneinheiten. Gestartet wurde mit den Häusern "Jakob" und "Anna", für die man Fugger zu Paten nahm. Die Wohnungsgrößen umfassten ca. 42 Quadratmeter bis 153 Quadratmeter, 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen. Energiestandard KfW-Effizienzhaus 70 nach EnEV 2009.

Details

Wo früher die höchsten Gebäude der Brauerei standen, entstanden zwei siebengeschossige Türme: an der früheren Darre mit ihrem Kamin und am ehemaligen Sudhausturm an der Armenhausgasse. Im Zentrum der Neubebauung wurde ein begrünter Innenhof angelegt, der in Anlehnung an die Augsburger Patrizier-Gärten gestaltet ist.

Negativ in der Armenhausgasse sind die hohen gemessenen Lärmimmissionswerte. Die nächsten öffentlich nutzbaren Freiflächen sind nicht im Nahbereich der Armenhausgasse und liegen mit den Rote-Tor-Wallanlagen? etwa 600 Meter Luftlinie entfernt.

In der Armenhausgasse 1 lebte einst der Bildhauer Burkhart Engelberg, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert.

Armenhausgasse 2 ist ein dreigeschoßiges Bürgerhaus mit einem geschweiften Giebel und einem Flacherker, der zur Maximilianstraße zeigt. Das auf das 16./17. Jahrhundert zurückgehende Haus hat eine Figurennische an seiner Hauskante. Bis 1980 stand hier eine Madonna von Ehrgott B. Bendel, die ins Pfarrhaus Diedorf verbracht wurde. Später wurde in der Figurennische eine Kopie des Originals aufgestellt. Das Haus an der Einmündung zur Maximilianstraße ist ein Beispiel für den Reichtum und die Vielfältigkeit der Fassaden an der Maximilianstraße. Als 2008 eine Fassadensanierung vorgenommen wurde, fand man unter der oberen Putzschicht eine Fassadenmalerei aus dem 18. Jahrhundert. Wahrscheinlich erstreckte sich die reiche Malerei früher über die gesamte Fassade - auch zur Armenhausgasse hin. Die Sanierung führte 2008 zu einer Auszeichnung durch den Friedrich-Prinz-Fonds.

Interessant war in der Armenhausgasse 21 die Folge von tonnengewölbten Kellern aus dem 15./16. Jahrhundert, die sich in Nord-Süd-Richtung hinzogen.

Lage


Weblinks


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