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Annastraße

eine der wichtigen Augsburger Einkaufsstraßen?; liegt im Planungsraum Innenstadt

Allgemeines

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Früher war die Annastraße Augsburg noch eine der Hauptverkehrsadern? Augsburgs. Sogar die Straßenbahn führte durch sie. In der Zwischenzeit ist Augsburg Annastraße Fußgängerzone (seit 1971) und eine der wichtigen Augsburger Einkaufsstraßen?. Weil die Ladenmieten hier sehr hoch sind, siedeln sich immer mehr Ladenketten hier an und verdrängen alt eingesessene Geschäfte, die es so gut wie nicht mehr in dieser Straße gibt. Seit vielen Jahren ist die Mitte der Annastraße etwa auf Höhe des Stadtmarkts der am meisten von Fußgängern frequentierte Bereich der Stadt Augsburg. So maß man an einem Samstag im Juni 2016 bis 13 Uhr ab Ladenöffnungszeiten etwa 3.600 Passanten pro Stunde und zwischen 14 und 17 Uhr pro Stunde etwa 3.200 Passanten.

Die Annastraße liegt in der Innenstadt? und hieß früher Annagasse?. Sie ist ein gekurvter Straßenzug, der am westlichen Rand der Augsburger Kernstadt liegt. Sie zieht sich von Norden nach Süden auf das ehemalige Gögginger Tor? zu (heute Königsplatz). Wahrscheinlich verlief hier zu Römerzeiten eine Heerstraße. Den Namen erhielt die Straße durch das ehemalige Karmelitenkloster Sankt Anna. Es war die erste Straße in Augsburg, die gepflastert wurde (1416).

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Das Angebot an Geschäften in der Annastraße ist bunt gemischt. Betritt man die Annastraße vom Königsplatz aus, so geht man gleich am McDonalds vorbei, der 2013 in das frühere Salamander-Geschäft? einzog. Es folgen mehrere Modehäuser, ein Büchergeschäft, auch den Karstadt? kann man von der Annastraße aus erreichen. Die Kreissparkasse Augsburg betreibt eine Filiale; Imbissläden, Arztpraxen und ein Zugang zur Stadtverwaltung wechseln sich ab. Auch der Stadtmarkt kann von der Annastraße aus betreten werden und verschiedene Bekleidungsgeschäfte säumen den Weg.

Am Ende der Annastraße sieht man gegenüber liegend die Augusta Arcaden.

Bis gegen 10 Uhr ist in der Annastraße noch mit Lieferverkehr? zu rechnen, immer wieder kann man Straßenmusikanten beim Spiel zuhören. Vor der Renovierung der Augsburger Fußgängerzone war das Kopfsteinpflaster der Straße nicht zum eleganten Stöckelschuh-Schaulauf geeignet. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Nicht geändert aber hat sich, dass es kaum Grün und wenig Sitzgelegenheiten gibt, und an Samstagen oder in der Vorweihnachtszeit kommt man wegen der Menschenmengen nur im Stop-and-Go weiter.

Geschichte

Im Frühsommer 2010 hat man für die Annastraße (mit Steingasse und Philippine-Welser-Straße) einen Realisierungswettbewerb ausgelobt, um ein Gestaltungskonzept zu entwickeln. Ziel war, die Innenstadt durch eine neue Qualität und einen gewissen Flair wieder als zukunftsfähigen und lebendigen Ort gegenüber Stadtbereichen in der Peripherie mit ihren Angeboten wie Einkaufszentren oder Shopping-Malls zu etablieren. Am Ende gab es zwei erste Preise. Diese Entwürfe wurden von der Stadtverwaltung auf ihre technische Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft. Im November 2010 hatten Eigentümer der anliegenden Gebäude und der Einzelhandel Gelegenheit, Anregungen für die weitere Planung zu geben und am 17. Februar 2011 entschied der Bau- und Konversionsausschuss? den Auftrag an das Stuttgarter Büro g2-Landschaftsarchitekten zu vergeben.

Im Dezember 2012 gab es durch eine defekte Schweißnaht an einem Hausanschluss einen Schaden an der Fernwärmeleitung in der Annastraße. Im Vorfeld der Neugestaltung der Fußgängerzone wurde die Fernwärmeleitung erst wenige Monate zuvor erneuert. Alle Prüfungen, auch unter Volllast, verliefen positiv, der Betrieb war bis Dezember 2012 einwandfrei. Dann hatte ein Sensor einen Schaden angezeigt. Für die Reparatur musste eine etwa zwei auf drei Meter große Baugrube direkt an der Hauswand beim Schuhhaus Leiser ausgehoben werden.

Details

An der Annastraße liegen:

Besonders die Kirche Sankt Anna und den Annahof sollte man sich nicht entgehen lassen.

  • Annastraße 12: Troeltschhaus. Dabei handelt es sich um ein gehobenes Bürgerhaus mit steilem Satteldach. Es ist ein dreigeschossiger Traufseitbau mit einem steilen Satteldach. Das Portal ist durch ionische Pilaster gerahmt. Im Kern geht es auf das 16./17. Jahrhundert zurück. Es besitzt einen Flacherker und eine Fassaden- sowie Fensterrahmendekoration klassizistischer Art (um 1800). Das Oberlicht- und Hoftorgitter sind schmiedeeisern und stammen aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts. Der Name kommt von dem Kaufmann Karl Troeltsch?, der 1859 das Haus kaufte. Er war ein Onkel des Religionsphilosophen Ernst Troeltsch.
  • Annastraße 21: Hier hatten die Fugger ihr erstes Kontor, woran eine Gedenktafel erinnert. Die so genannte "Goldene Schreibstube" befand sich im Mettlochgässchen; nur ein gotisches Portal mit den Fuggerlilien erinnert heute noch an den früheren Glanz.

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  • Annastraße 25: Hier erinnert eine Gedenktafel an den Kolonisator Bartholomäus Welser den Älteren?, der hier von 1511 bis 1519 gewohnt haben soll, aber nach historischen Forschungen nie hier gewohnt hat. Weil er dem Kaiser Kredit gewährte, erhielt er von ihm 1526 die Provinz Venezuela zur Ausbeutung überschrieben. Bartholome de las Casas, ein Dominikanermönch und Historiker, schrieb über die Welser-Kolonisation: "Sie kamen mit etwas mehr als dreihundert Mann in dies Land und fanden an den Bewohnern desselben eben so sanfte, ja noch weit sanftere Lämmer, als alle anderen Indianer dieser Gegenden waren ... Ich denke aber, sie wüteten weit grausamer unter ihnen, als alle bereits erwähnten Barbaren; ja noch viehischer und rasender als die blutgierigsten Tiger und wütigsten Wölfe und Löwen. Vor Geiz und Habsucht handelten sie weit toller und verblendeter als alle ihre Vorgänger, ersannen noch abscheulichere Mittel und Wege, Gold und Silber zu erpressen, setzten alle Furcht vor Gott und dem König und alle Scham vor Menschen hintenan; und da sie so große Freiheiten genossen und die Jurisdiktion des ganzen Landes in Händen hatten, vergaßen sie beinahe, dass sie Sterbliche waren" (aus dem Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder). Kein Wort davon auf der Gedenktafel am Haus des Verbrechers. Ein Glück für die Menschen in Venezuela, dass die Welser bald das Interesse an diesem Land verloren, weil sie nur wenig Gold fanden und in der Zwischenzeit anderwärts der Sklavenhandel einträglicher war. Trotz der Gewinne aus dem Sklavenhandel brach das Welser-Imperium dennoch im Jahr 1614 als Folge des spanischen Staatsbankrotts 1614 zusammen und einer der Welser durfte sich sogar den Schuldturm? von innen ansehen.

Lage


Weblinks


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