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Amberger, Christoph

Christoph Amberger, Maler, Zeichner und Grafiker, geboren um 1505 (zwischen 1500 und 1510) an einem uns unbekannten Ort (Kaufbeuren, Ulm, Amberg? in der Oberpfalz? oder Nürnberg?), lebte von 1530 bis 1560 in der Freien Reichsstadt? Augsburg. Zwischen 1531 und 1561 hat er in Augsburg Steuern gezahlt. Er war vorher wahrscheinlich in Nürnberg. In Augburg arbeitete er als Meister in der Malerzunft.

Amberger, Christoph
[Public domain], via Wikimedia Commons

Leben und Wirken

Ambergers berühmteste Gemälde

Das Spezialgebiet des Renaissance -Malers Amberger, Zeitgenosse Hans Holbein d. J.?, war das Porträt. In seinen Portraits verbindet er altdeutsche Strenge mit südländischer Wärme.

Zu seinen bekanntesten Gemälden zählen die Porträts von Konrad Peutinger (1543), Georg von Frundsberg und Kaiser Karl V.? Kaiser Karl V.? kam durch die diversen Geldgeschäfte mit den Fuggern öfters nach Augsburg. Ambergers Bildnis vom Kaiser, "in dessen Reich die Sonne nie unterging", stammt von 1532. Amberger porträtierte den Kaiser, als dieser auf der Rückreise vom Regensburger Reichstag ein paar Tage in Augsburg wohnte. In seiner Teutschen Akademie erzählte Joachim von Sandrart? eine Anekdote, die an dies viel bewunderte Bildnis anknüpft. Der Kaiser ehrte Amberger durch die Überreichung einer Gnadenkette. Auch zum Reichstag 1548 war Karl V.? in Augsburg. Zu diesem Reichstag kam auch der italienische Maler Tizian, der hier auf seinen Kollegen Amberger traf. Amberger berichtete in einem Brief an Antoine Perrenot de Granvelle, dass er das Reiterbildnis Karl V.?, gemalt von Tizian, in dessen Beisein restauriert habe. Denn es war beim Trocknen durch einen Windstoß zerrissen worden. Man nimmt an, dass Amberger den Kaiser damals ohne Auftrag gemalt hatte.

Karl V. (HRR)
Kaiser Karl V. von Christoph Amberger [Public domain], via Wikimedia Commons

Ambergers frühe Zeit

Zu Ambergers Lehrmeistern werden Hans Burgkmair d. Ä., Leonhard Beck? (heute von der Forschung bezweifelt) und der Venezianer Paris Bordone gezählt. Andere gehen eher von einem Aufenthalt in der Werkstatt Hans Malers in Schwaz (Tirol) bis 1529/30 aus.

Ambergers erstes großes Werk könnte von 1527 stammen. Es zeigt Anton Welser den Jüngeren?. Amberger hat sich in Augsburg als Maler schnell etabliert. Vor allem arbeitete er für die Fugger. Seine Auftragslage erreichte in den 1540er und 1550er Jahren ihren Höhepunkt.

Ambergers Tätigkeiten und Tod

Amberger malte italienisierende und manierierte Altartafeln wie das Triptychon im Augsburger Dom, das 1554 entstanden sein dürfte, nachdem der Altar von Hans Holbein dem Älteren? im Bildersturm zerstört wurde. Die mittlere Tafel zeigt die Madonna mit musizierenden Engeln im Gefolge, der linke Flügel den heiligen Ulrich?, der rechte die heilige Afra. Im Giebelfeld sieht man eine Kreuzigung, auf der Predella sieben Heilige. Im British Museum (London) existiert zu den beiden Flügelbildern eine Zeichnung.

In der evangelischen Kirche Sankt Anna ist das letzte Gemälde von Amberger zu betrachten. Wohl 1560 gemalt hat er die dortige Altartafel mit Jesus Christus und den klugen und törichten Jungfrauen. Dieses späte, farbenfreudige Gemälde verrät Ambergers Freude an der Darstellung des Stofflichen und seine fast südliche Weichheit in der Farbgebung.

Christoph Amberger war auch als Freskenmaler an Augsburger Fassaden aktiv, doch von seinen Fassadenmalereien in Augsburg ist nichts erhalten. Er soll auch das Badehaus (die Badstube) der Fugger mit Fresken versehen haben.

Außerdem sind noch etwa 30 Zeichnungen bekannt. Sieben Zeichnungen von Amberger (Wien, Nationalbibliothek, Dresden, Kupferstichkabinett), gehen auf einen Auftrag von 1548 zurück. Es sind Entwurfsskizzen und spätere Visierungen (die aber nicht erhalten sind) für das Maximiliansgrabmal in Innsbruck. Die Chlodwigstatue des Denkmals geht auf Ambergers Zeichnung in Dresden zurück.

Amberger hat nur gelegentlich Entwürfe für Holzschnitte gefertigt, jedenfalls hat man ein Blatt gefunden, das wohl mit C A signiert war.

Christoph Amberger 001
Christoph Baumgartner von Christoph Amberger [Public domain], via Wikimedia Commons

1530 hat man Amberger in die Malerzunft zu Augsburg aufgenommen. Bis zu seinem Tod arbeitete er vor allem als Bildnismaler war. Vor allem malte er angesehene Augsburger Patrizier und ihre Ehefrauen. Ab 1530 besaß er die so genannte Meistergerechtigkeit. Sie ging noch auf die mittelalterlichen Rechtsordnung zurück und war erforderlich, um als zugezogener Künstler Augsburger Bürger? mit allen bürgerlichen Rechten zu werden. Wahrscheinlich erlangte Amberger die Meistergerechtigkeit aufgrund der Eheschließung mit Barbara, der Tochter Leonhard Becks?, mit der er vier Söhne hatte, die alle wohl bei ihm das Malerhandwerk erlernten.

1531 malte Amberger das Portrait des Goldschmieds Jörg Zürer aus Augsburg (heute Madrid), 1533 die Bildnisse des Wilhelm Mörz und der Afra Rehm, 1535 das Portrait von König Heinrich VIII. von England und 1537 das Portrait der Felicitas Seiler (heute Alte Pinakothek in München). 1539/40 entstehen Wappenreliefs als Fensterbilder in der Parrkirche St. Wolfgang in Mickhausen. 1541 malte Amberger das Portrait von Christoph Fugger?, 1542 das Portrait des Matthias Schwartz und seiner Frau (heute in Madrid).

Ambergers zweite Eheschließung fand 1542/43 mit der Witwe Anna Rot statt, mit der er zwei Töchter hatte.

Andere Werke von Amberger sind u.a. das Portrait der Margereta Welser, das Gemälde "Die Marter des heiligen Sebastian" in der Moritzkapelle Nürnberg, das Gemälde "Kreuztragung" (Alte Pinakothek München), das Gemälde "Kreuzabnahme" (Alte Pinakothek München), das Portrait von Cornelius Gros und das Portrait "Der 45-jährige Ludwig V., Herzog von Bayern" (Staatliche Kunsthalle Baden-Baden).

Amberger soll 1562 in Augsburger verstorben sein. Einzugrenzen ist sein Todestag zwischen dem 1. November 1561 und dem 19. Oktober 1562.

Beurteilung Ambergers

Er war der bedeutendste Augsburger Maler seiner Zeit, hatte einen verhältnismäßig breiten und weichen Pinselstrich, seine Empfindung war sehr fein, jedoch hatte seine Zeichnung nicht die Schärfe und Genauigkeit der früheren deutschen Meister. Ambergers Porträtkunst stand an Sicherheit der Zeichnung und Ausgewogenheit der Bildauffassung hinter der von Hans Holbein dem Jüngeren? zurück. Andererseits punktete sie durch ihre ruhige Vornehmheit der Haltung, die malerische Behandlung und die Pracht der Farben.

Wie bedeutend Amberger ist, wird gerade erst nach und nach erkannt.

Portrait of the Cosmographer Sebastien Munster WGA
Sebastian Münster von Christoph Amberger [Public domain], via Wikimedia Commons

Sonstiges

Viele Deutsche kennen ein Porträt von Christoph Amberger besonders gut durch den alten blauen 100-DM-Schein der Bundesrepublik Deutschland. Dieser zeigte Sebastian Münster, den einstigen Rektor der Universität Basel, der sich besonders als Kosmograph hervorgetan hatte. Sebastian Münster nahm 1548 am Augsburger Reichstag? teil, wo er Amberger Modell saß. Das Gemälde des Augsburger Malers zeigt Münster im Rektor-Ornat. Das Amberger Münster-Bildnis befindet sich im Museum Berlin-Dahlem, Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Ambergers Büste wurde in der Ruhmeshalle in München aufgestellt.

In Augsburg ist die Ambergerstraße? nach dem berühmten Maler benannt.

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