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Agnes-Bernauer-Schule

eine Augsburger Realschule für Mädchen

Allgemeines

Die Agnes-Bernauer-Schule ist nach Agnes Bernauer, der Augsburger Baderstochter, benannt. Schulträger ist die Stadt Augsburg. Die Schule hat Internationale 5. und 6. Klassen für Schülerinnen und Schüler, die erst wenige Jahre in Deutschland leben und eine Offene Ganztagsschule. Sie hat einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, einen wirtschaftlicher Schwerpunkt, bietet Französisch, Kunst und Sozialwesen an.

Die Agnes-Bernauer-Schule versteht sich auch heute noch als dezidiert für Mädchen geschaffen, weil sie hier nicht benachteiligt oder in den Hintergrund gedrängt würden, sich in einer sensiblen Phase des Heranwachsens ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen besser entwickeln könnte, das Rollenverhalten, das oft schon in Familie, Kindergarten und Grundschule erlernt wurde, nicht weiter zementiert würde. Es gäbe keine Abdrängung in "typisch weibliche" Fächer, sondern eine bessere Förderung vor allem in Mathematik und den Naturwissenschaften. Außerdem lernten Mädchen an einer Mädchenschule, ihre Interessen selbst zu vertreten und ihre Angelegenheiten selbst zu regeln - ohne männliche Unterstützung. Eine Studie der Universität Augsburg, an der auch die Agnes-Bernauer-Schule beteiligt war, zeigte, dass Mädchen an reinen Mädchenschulen bessere Leistungen erbringen und höhere Karrierechancen besitzen.

Geschichte

1938/39 wurde die Agnes-Bernauer-Schule als „Haustöchterschule“ gegründet und dem Maria-Theresia-Gymnasium? angegliedert. 1940 erhielt sie den Namen „Mädchenmittelschule“, wurde aber erst 1965/66 eine echte mittlere Bildungseinrichtung. Damals wandelte man sie in eine Realschule um, die allerdings immer noch Teil des Maria-Theresia-Gymnasiums? war.

Eigenständige Realschule für Mädchen wurde sie am 1. Januar 1969 als "Städtische Realschule für Mädchen". Die nun selbständige Bildungseinrichtung bekam eine eigene Leitung und einen Konrektor. Man brachte 15 Klassen in vier Gebäuden unter. Nachdem am 6. November 1968 der Bauausschuss? einen Schulhausneubau beschlossen hatte, nahm am 16. November 1970 der damalige Oberbürgermeister? Wolfgang Pepper? den Spatenstich vor und das Schulhaus für 20 Klassen konnte bis 1972 fertiggestellt werden. Im gleichen Jahr erhielt die Schule den neuen Namen Agnes-Bernauer-Schule und die Abendrealschule für Berufstätige zog mit ins Schulhaus ein.

Wegen Raummangels nahm die Schule 1974/75 keine Schülerinnen aus dem Landkreis Augsburg mehr auf, so dass sie „nur noch“ 824 Schülerinnen hatte.

In den Jahren von 1981 bis 1988 sanken die Schülerzahlen weiter, pendelten sich dann aber auf etwa 380 ein. Am 18. Februar 1988 kam es zu einem Sparbeschluss des Stadtrats, durch den die Agnes-Bernauer-Schule in die Knabenrealschule II? eingegliedert werden sollte. Der Beschluss wurde jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen gliederte man im Juli 1989 die Abendrealschule der Mädchenrealschule an.

1999 führte Bayern die sechsstufige Realschule ein und im Jahr 2000 hatte die Agnes-Bernauer-Schule etwa 600 Schülerinnen. 2002 gestalteten Schüler die "Grüne Oase" im Hof der Schule an Stelle des unbrauchbaren Sportfeldes mit Hilfe von Eltern und Lehrkräften.

Die internationalen Förderklassen wurden an der Agnes-Bernauer-Schule 2004 eingeführt und vermitteln intensiven Sprachunterricht sowie den entsprechenden Realschul-Lernstoff.

2008 wurde die Außenfassade neu gestrichen und die Innenräume erhielten neue Fußböden.

2011 hatte die Schule über 660 Schülerinnen. Man baute den Außenbereich um und richtete für etwa 140.000 Euro neue Räume für die Nachmittagsbetreuung im Keller der Schule ein. 2012 besuchte der damalige bayerische Kultusministers, Dr. Ludwig Spaenle, die "Internationalen Klassen" der Agnes-Bernauer-Schule.

Im Schuljahr 2014/2015 hatte die Realschule für Mädchen knapp 580 Schülerinnen.

Details

Das Bildungsangebot der Agnes-Bernauer-Schule beginnt in den Jahrgangsstufen 5 und 6 mit der Anpassung an die Arbeitsmethoden einer weiterführenden Schule. Ab der 7. Klasse beginnen Differenzierung auf die einzelnen Wahlpflichtfächergruppen.

Wahlpflichtfächergruppe I mit verstärktem Mathematikunterricht und zusätzlicher Physik: IT (Informationstechnologie) vermittelt Textverarbeitung, Technisches Zeichnen am Computer (CAD) und Informatik als Vorbereitung auf Berufe in gewerblich-technischen oder naturwissenschaftlichen Bereichen oder über die FOS (Fachoberschule) Technik oder das Gymnasium z. B. zum Ingenieurstudium.

Wahlpflichtfächergruppe II mit wirtschaftlichem Profil: Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen, Wirtschaft und Recht und IT mit Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sind die Schwerpunkte dieser Gruppe für Berufe in Handel, Banken, Versicherungen, Industrieunternehmen und Verwaltung und über die FOS Wirtschaft zum Studium.

In der Wahlpflichtfächergruppe III gibt es zwei bzw. drei Schwerpunktbereiche: Die Wahlpflichfächergruppe II Ia? mit Französisch als 2. Pflichtfremdsprache (auch Prüfungsfach). Die Wahlpflichtfächergruppe II Ib? mit den Profilfächern Kunsterziehung oder Sozialwesen

Die Gruppe Sozialwesen ist für Mädchen interessant, die in soziale Berufe tendieren. Und die Fachrichtung Kunst fördert viele, manchmal vorher unerkannte Fähigkeiten. Spätere Berufe im Bereich Gestaltung und Design sind durchaus attraktiv.

Die meisten der Mädchen, die in den speziellen internationalen Förderklassen der Agnes-Bernauer-Schule aufgenommen werden, schaffen den weiteren Weg an der Realschule, auch wenn sie zuvor kein Wort Deutsch konnten. Auch wenn die ein oder andere Schülerin die fünfte Klasse wiederholen muss, manche schaffen nach der zehnten Klasse sogar das Gymnasium. In die internationalen Förderklassen können auch Jungen für zwei Jahre als Gäste aufgenommen werden.

Etwa 65 % der Agnes-Bernauer-Schülerinnen haben einen Migrationshintergrund, weshalb an der Schule die Sprachförderung, die interkulturelle Bildung, die Kooperation mit den Eltern und das Übergangsmanagement im Vordergrund stehen (Stand 2015).

Die Agnes-Bernauer-Schule bietet unterstützt von einem eigenen Freundeskreis Nachmittagsbetreuung durch Lehrkräfte und Lehramtsstudenten an. Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgt eine feste Hausaufgabenzeit und gemeinsame Aktivität in und außerhalb der Schule.

An der Agnes-Bernauer-Straße gibt es den Freundeskreis Agnes-Bernauer-Schule e. V. Er will Kontakt zu ehemaligen Schülerinnen und Lehrkräften herzustellen und halten. Mitglieder werden persönlich zu Ehemaligentreffen und anderen Festivitäten eingeladen. Einmal jährlich informiert der Verein per Brief über die Tätigkeiten und über Neuigkeiten an der Agnes. Der Verein unterstützt Projekte (Fahrt- und Übernachtungskosten für Comenius und Schülerfirmen) und finanziert auch die eine oder andere Anschaffung, die das Schulleben der Agnes lebendiger und interessanter macht.

Adresse

Agnes-Bernauer-Schule
Realschule für Mädchen
Auf dem Kreuz 36
86152 Augsburg

Tel. 0821/324-18401
Fax. 0821/324-18405
E-Mail: verwaltung(@)agnes.de


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