Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Anreise und Verkehr | Weitere Verkehrsthemen | Brücken | Afrabrücke


Afrabrücke

auch "Hochzoller Brücke" oder "Hochzoller Lechbrücke" genannt

Allgemeines

Die Afrabrücke in Augsburg führt als Spannbetonbrücke südöstlich der Innenstadt über den Lech. Sie bildet für Fußgänger, PKW-Verkehr?, Busverkehr und die Strassenbahnlinie 6 eine Verbindung von Hochzoll, Spickel-Herrenbach und dem Augsburger Stadtgebiet westlich des Lechs.

Angeblich soll die Afrabrücke früher auch "Sankt-Ulrichsbrücke" genannt worden sein (zu unterscheiden von der Ulrichsbrücke. Möglich ist das, denn das Zollrecht an der Brücke lag früher lange Zeit beim Benediktinerkloster Sankt Ulrich und Afra?.

Afrabrücke Augsburg
Blick auf die Afrabrücke in Augsburg am 31. August 2009. By Sascha Pöschl (Mailtosap) (Mailtosap at de.wikipedia) (Own work (Mailtosap)) [Public domain], via Wikimedia Commons

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung einer Brücke an der Stelle der heutigen Afrabrücke geht auf das Jahr 1030 zurück. Sie hieß "obere brugge" und bestand aus Holz. Eigentümer der "oberen brugge" war das Benediktinerkloster Sankt Ulrich und Afra?. Sie bildete hier am Lech die historische Grenze zwischen Augsburg und dem herzoglichen Bayern. Ein am westlichen Ufer der "oberen brugge" errichtetes Zollhaus an der Brücke diente u. a. dem Brückenunterhalt. Am östlichen, damals bayerischen Ufer musste erneut Zoll bezahlt werden, um das Gebiet zu betreten, auf dem sich später Hochzoll ausbreitete, das seinen Namen von der Zollstation an der Brücke herleitete.

Johann Stridbeck Lechbrücke bei Augsburg
Ausschnitt aus einem Kupferstich von Johann Stridbeck, der den Bereich zwischen Augsburg und Friedberg zeigt. Zu sehen ist der Lech, der Ablass vom Lech, die Brücke über den Lech mit dem Zollhaus am linken Lechufer und dem in Hochzoll an der Weggabelung nach Friedberg und St. Afra. Im Norden Wulfertshausen. Im Süden ein Galgen. Um 1700. Gescannt aus: Michael Friedrichs (Hg.): Hochzoll, Seit 100 Jahren ein Stadtteil von Augsburg. Wißner-Verlag, Augsburg 2013, S. 40. By Johann Stridbeck, unklar ob der Ältere oder der Jüngere [GFDL or CC-BY-SA-4.0-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

1639 brannte die hölzere Brücke kriegsbedingt ab. Danach baute man sie wieder aus Holz auf, doch schon 1646 ging sie wieder in Flammen auf, als die Franzosen und Schweden Augsburg belagerten.

Jetzt blieb die Brücke lange Zeit zerstört liegen. Erst 1796 gab der französische General Moreau Augsburger Zimmerleuten den Auftrag die Brücke neu zu errichten. Doch schon im folgenden Jahr brannten sie französischen Truppen wieder ab. Irgendwann in den nachfolgenden Jahren kam es zum erneuten Wiederaufbau, doch 1800 beschädigte bayrisches Militär die Brücke schwer. Sie musste repariert und nur wenige Jahre später komplett erneuert werden.

Noch bis zur Eingliederung Augsburgs in das Königreich Bayern in den Jahren 1805/06 besaß das Benediktinerkloster Sankt Ulrich und Afra? das Zollrecht an der Hochzoller Lechbrücke. 1835 riss man das nicht mehr benötigte Mautgebäude ab.

In den 1920er Jahren hielt die alte Brücke dem Schwerverkehr nicht mehr stand, weshalb man eine neue Hochzoller Brücke errichtete und sie 1928 einweihte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Afrabrücke zerstört wurde, baute man die Brücke aus Spannbeton neu auf. Nach Jahrzehnten stellte man fest, dass die Nachkriegs-Afrabrücke marode war, weshalb man sie in den Jahren 1990/91 abtrug und zum wiederholten Mal neu errichtete. Diesmal mit vier PKW-Fahrspuren für die damals etwa 40.000 Autos, die während der Bauarbeiten täglich kilometerlange Staus in Kauf nehmen mussten.

Details

Die Spannbetonbrücke Afrabrücke Augsburg gehört zum Brückentyp Balkenbrücke.

Über die Afrabrücke führen

Am "Augburger" Ufer der Afrabrücke stand vor wenigen Jahrzehnten noch das alte Zollhaus, wo früher der niedere Brückenzoll für das Benediktinerkloster Sankt Ulrich und Afra? erhoben wurde. Noch Anfang der 1990er Jahre nutzte man den Bau als Straßenreinigungsdepot. Blickt man stadtauswärts von der Afrabrücke links, steht dort der frühere "Goldene Stern", wohl der älteste Hochzoller Gasthof (heute John Farmer).

Nur etwa 200 Meter weiter südlich steht eine großbogige eiserne Bahnbrücke mit vier Gleisen und verbindet Am Eiskanal? mit der Oberländer Straße. Erbaut wurde sie 1926. Damals ließ man aus Kostengründen zunächst den Mittelpfeiler der alten Bahnbrücke stehen. Auf den Steinresten der alten Bahnbrücke stellten Hochzoller Bürger in einer Nacht-und-Nebel-Aktion deshalb einen "Amtsschimmel" auf, was für viel Gelächter sorgte.

Lage


Weblinks


Hauptseite | Anreise und Verkehr | Weitere Verkehrsthemen | Brücken | Afrabrücke


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis