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Ackermann Nähgarne

Eine ehemalige Zwirnerei und Nähfadenfabrik in Göggingen ("Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen"; ZNFG)

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Allgemeines

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Geschichte

Es war 1855 Elsässer Eusebius Schiffmacher?, der 1855 in der Augsburger Altstadt?, genauer: im Lechviertel eine Garnzwirnerei gründete. Im Jahr 1861 wurde der Kaufmann Wilhelm Butz? Teilhaber Schiffmachers. Jetzt ging es mit der Fabrikation so steil aufwärts, dass man die Produktion schon 1863 vergrößern und nach Göggingen verlegen musste. Mit der Verlegung der ZNFG nach Göggingen hielt dort die Industrie Einzug. Hier im ländlichen Göggingen gab es für die Firma noch genug Gelände zur Erweiterung.

Butz ist es vor allem zu verdanken, dass die Firma zum viertgrößten Textilunternehmen in Augsburg wurde. Nach Göggingen ging das Werk, weil es damals im Augsburger Industriegebiet Textilviertel keine Expansionsmöglichkeiten mehr gab und in Göggingen sowohl die Singold als auch die Wertach mit ihrer Wasserkraft genutzt werden konnten.

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1870 beschäftige man 178 Arbeiter und Angestellte.

1872 wandelte man die Firma in eine Aktiongesellschaft um, der man den Namen „Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen AG“ (ZNFG) gab. Gleichzeitig konzentrierte man den Firmenzweck auf die Herstellung von Nähgarn.

1873 begann das Werk mit der Errichtung von Wohngebäuden für die Beschäftigten, die ständig mehr wurden, und baute die Kolonie I für Arbeiter. Leitende Angestellte bekamen gleichzeitig kleine Einfamilienhäuschen zugewiesen, Villen waren für die Direktoren vorbehalten. Auch Badeeinrichtungen, einen Kindergarten und einen Bauernhof zur Lebensmittelversorgung richtete die Firmenleitung später ein. Die Unternehmensphilosophie damals sah den Firmenchef als „Patron“ seiner Arbeiter, der sich um sie zu kümmern hatte. Andererseits band der Bau solcher Arbeiterwohnungen die Beschäftigten an „ihren“ Patron bzw. ihr Unternehmen. Die Kolonie I, also die erste der Arbeiterkolonien, lag gegenüber der Fabrik in der Koloniestraße.

1887 baute die Firma Kolonie II. Sie bestand aus elf Arbeiterhäusern und einer Kleinkinderschule, so dass 48 kinderreiche Familien in der seinerzeit modernen und sehr kommunikativen Siedlung (mit Bade-/Waschhaus und Feuerwehrhaus), die eine geschlossene Einheit bildete, Unterkunft finden konnten.

1909/10 errichtet man ein neues Fabrikgebäude als Blankziegelbau mit Eisenfensterkonstruktion.

1912 arbeiteten schon 1.481 Menschen bei Ackermann.

Bis 1937 erwarb die Firma Schritt für Schritt die Kapitalmehrheit bei der Nähfadenfabrik vormals J. Schürer?, deren Gründung auf das Jahr 1858 zurückging.

1957 kam es zur Fusion der ZNFG mit der Heilbronner Zwirnerei Ackermann zum größten europäischen Nähgarnhersteller. Nun hieß die Firma „Ackermann Göggingen AG“.

1970 gab die Firma die Fabrikationsanlage der ehemaligen Nähfadenfabrik vormals J. Schürer? an der Haunstetter Straße auf. Auf dem Gelände wurde später das Priesterseminar der Diözese Augsburg? errichtet.

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Nach und nach erreichte die Krise der deutschen Textilindustrie? auch Ackermann.

1988 ging die Aktienmehrheit der Firma in die Hände eines Frankfurter Unternehmens, das vor allem an dem umfangreichen Grundbesitz der „Ackermann Göggingen AG“ interessiert war (Anterra Vermögens. Die Produktion wurde ständig auf dem Stand der Technik gehalten. Noch 1990 baute man eine neue, fast vollautomatische Färbereianlage. In den folgenden Jahren vermarktete man die Grundstücke der Firma in Göggingen, die man nicht für die Produktion brauchte.

Ende 1993 meldete das Unternehmen 138 Mio. DM Umsatz bei 780 Beschäftigten.

Zum 1. Januar 1994 ging das textile Geschäft auf den Nähfadenhersteller Amann & Söhne in Bönigheim über. Während die Verwaltung der Liegenschaften einer eigenen Gesellschaft übertragen wurde, modernisierte man die Nähgarnfabrikation vor allem nach einer Hochwasserkatastrophe im Jahr 1999 weiter. Die Nähgarnfabrik firmierte nach der Übernahme durch Amann unter „Ackermann Nähgarne GmbH &. Co.“

Details

Noch heute erzeugt das Ackermann-Kraftwerk Singold Energie. Zur Zeit des Baus hatte die Singold noch mehr Wasser als heute. Doch schon bald regulierte man die benachbarte Wertach, weil der ungebändigte Fluss immer wieder Hochwasser? mit sich brachte. Die Regulierung der Wertach führte dazu, dass die Wasserkraft der Singold nicht mehr für den Antrieb der Nähfadenfabrik ausreichte. Deshalb stellte man Dampfmaschinen in die Fabrik, bis 1884 der Wertachkanal fertig gestellt wurde und so der Energiebedarf der ZNFG wieder mit der billigeren Wasserkraft gedeckt werden konnte.

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Lage


Weblinks


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