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Abfallverwertungsanlage

auch Müllverbrennungsanlage oder einfach nur Müllverbrennung genannt

Allgemeines

Die Müllverbrennung in Augsburg, die auch Abfallverbrennung, thermische Abfallbehandlung oder -verwertung genannt wird, verbrennt die brennbaren Anteile des Abfalls?, um das Volumen zu reduzieren, die im Abfall? enthaltene Energie zu nutzen und die Restmenge weiter zu verwerten. Voraussetzung des Verfahrens ist die Mülltrennung?. Die Müllverbrennung geschieht im Augsburger Abfallheizkraftwerk, weshalb man auch vom Augsburger Müllkraftwerk, Müllheizwerk oder Müllheizkraftwerk spricht, denn neben Fernwärme erzeugt die Abfallverwertungsanlage in der Hammerschmiede auch elektrischen Strom.

Weil der zweite Hauptsatz der Thermodynamik auch in Augsburg gilt, geht auch in der schwäbischen Großstadt durch die Müllverbrennung ein Teil der im Müll? enthaltenen Energie verloren. Kritisch zu sehen sind die Emissionen, die bei der Verbrennung von Müll? entstehen. Zum einen kann in der Praxis nicht bestimmt werden, welche Stoffe in welchen Mengen in einem bestimmten Moment verbrannt werden, zum anderen kann nicht verhindert werden, dass bei der Verbrennung giftige Stoffe wie etwa Dioxin entstehen, deren Anzahl und Vielfalt nur in Umrissen bekannt sind. Nur für etwa 40 bekannte Schadstoffe schreiben die Gesetze Grenzwerte vor (Stand 2014). Manche Umweltschützer bezeichnen deshalb Müllverbrennungsanlagen auch als "Dioxinschleudern". Zu den Emissionen der Augsburger Müllverbrennungsanlage gehören auch Aschen, Schlacken und Stäube.

Eigentümer und Betreiber der Augsburger Abfallverwertungsanlage ist die AVA Abfallverwertung Augsburg GmbH.

Geschichte

Die Geschichte der Augsburger Abfallverwertungsanlage beginnt Anfang der 1980er Jahre. 1980 gründeten die Stadt Augsburg, der Landkreis Aichach-Friedberg und der Landkreis Augsburg den "Zweckverband zur Vorbereitung der Errichtung einer zentralen Abfallbeseitigungsanlage für die Stadt Augsburg und die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg" (heute Abfallzweckverband Augsburg (AZV). Damals drohte in Augsburg der "Müllnotstand". Die Deponien? waren randvoll, es bestand die Gefahr, das Grundwasser? Augsburgs zu belasten und der Müllberg? Augsburgs wuchs und wuchs. Zeit, in der Behandlung von Abfall neue Wege zu gehen.

So erstellte der Abfallzweckverband Augsburg (AZV) in den folgenden Jahren Standortgutachten für eine Müllverbrennung und leitete Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren für die Abfallverwertungsanlage ein. Er warb unter dem Motto "Wir machen unseren Müllberg nieder!" für sein Müllverbrennungskonzept, das vielen Bürgern? überdimensioniert und wegen der Emissionen gefährlich erschien. Man versprach modernste Filter, um die Belastungen zu minimieren und die Bevölkerung Augsburgs für die Anlage zu begeistern, schrieb vom "Modell Augsburg", doch die Augsburger zeigten sich störrisch und wollten die weitere Luftverschmutzung durch die Müllverbrennungsanlage nicht akzeptieren. Sie litten schon darunter, dass Augsburg damals zu den deutschen Städten mit der schlechtesten Luft gehörte, Atemwegserkrankungen und Allergien zunahmen. Es gründete sich eine Bürgerinitiative? gegen die Müllverbrennungsanlage Augsburg, die sich mit anderen Initiativen gegen die Müllverbrennung in einem Dachverband zusammenschloss. Alle diese Gruppierungen kämpften gegen eine Politik, die ein Netz von Müllverbrennungsanlagen mit den dazugehörigen Sondermülldeponien? knüpfen wollte. So standen diese Bürgerinitiativen? bald einer Vereinigung aus Verpackungsindustrie, Energieerzeugungsunternehmen und Politikern gegenüber, die in der Müllverbrennung die Lösung der Abfallprobleme sahen.

Unter dem Motto "Das bessere Müllkonzept" brachten die Gegner der Müllverbrennung eine Gesetzesvorlage als Volksentscheid? zur Abstimmung ein, dem CSU und SPD ein Müllgesetz entgegensetzten, das im Volksentscheid? eine Mehrheit fand.

Trotz aller Widerstände erließ dann die Regierung von Schwaben den Planfeststellungsbeschluss für die Müllverbrennung und am 20. Dezember 1991 wurde die AVA Abfallverwertung Augsburg GmbH gegründet und der Bau der Abfallverwertung Augsburg begann. Waren erst nur 250 Mio. DM für den Bau veranschlagt, näherten sich die Baukosten am Ende der Milliarde, was die Augsburger später Jahre lang gegen Müllgebühren? zu Felde ziehen ließ, die sie auf die hohen Baukosten der Müllverbrennungsanlage zurückführten.

Ab 1994 konnten die ersten Komponenten der Augsburger Müllverbrennungsanlage in Betrieb genommen werden, die Inbetriebnahme des Abfallheizkraftwerks erfolgte am 17. Januar 1996.

Weil die Abfallverwertungsanlage nicht ausgelastet war, beschloss der AZV schon im April 1994 die Öffnung der Anlage für Lieferungen über das AZV-Gebiet hinaus.

Am 15. Mai 1997 erfolgte die abfallrechtliche Schlussabnahme des Abfallheizkraftwerksund die Anerkennung als Entsorgungsfachbetrieb nach § 52 des damaligen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes. Im September des gleichen Jahres wurde zum ersten Mal Fernwärme aus der Anlage in das Netz der Stadtwerke Augsburg ausgeleitet.

Im Mai 1998 trat die Augsburger Müllverbrennung dem Umweltpakt Bayern? bei.

Ende des Jahres 2000 ging die Klärschlammtrocknungsanlage außer Betrieb.

Am 1. Januar 2004 wurde für den Abfallsortierbereich die AVA Re.Sort GmbH als Tochtergesellschaft der AVA Abfallverwertung Augsburg GmbH gegründet, die aber 2009 wieder aufgelöst und in die Muttergesellschaft integriert wurde.

Im Juli 2006 nahm man die UBA (Umschlag- und Behandlungsanlage) in Betrieb.

2010 hatte die Augsburger Müllverbrennung im Schnitt etwas über 200 Mitarbeiter und verbrannte etwas über 206.000 Tonnen Restmüll und Abfälle, womit die drei Ofenlinien ausgelastet waren. So konnten fast 100.000 Megawattstunden (M Wh?) Energie produziert werden, die zu mehr als der Hälfte (66.579 M Wh?) in das Stromnetz der Stadtwerke Augsburg eingespeist wurden. Der Juni des Jahres brachte die Inbetriebnahme einer der größten Dachflächen-Photovoltaikanlagen der Region Augsburg.

Im Juni 2012 begann eine neue Brauch- und Löschwasseranlage zu arbeiten.

Im Rahmen eines Modellprojekts begann man in der Abfallverwertungsanlage Augsburg im Januar 2013 einen Teil der Verbrennungsabwärme in Latentwärmespeichern zu einem Schulzentrum in Friedberg zu fahren, wo sie zur Beheizung eingesetzt wurden. Im Dezember des Jahres lief eine Bioabfallvergärungsanlage an.

2013 beschäftigte die Anlage im Jahresdurchschnitt etwas über 160 Mitarbeiter und betrieb drei Hausmüllofenlinien sowie zwei Krankhausmüllöfen. Der eingespeiste Strom lag bei fast 70.000.000 Kilowattstunden, die eingespeiste Fernwärme bei mehr als 200.000.000 Kilowattstunden und es wurden mehr als 715.000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugt.

Details

Die Abfallverwertungsanlage Augsburg ist eine von zwei Anlagen in Bayern, in denen die Abfälle verbrannt werden, die in Kliniken und Arztpraxen anfallen. Außerdem ist ihr die Kleinmengenannahmestelle angegliedert.

Adresse

Abfallzweckverband Augsburg - AZV
Am Mittleren Moos? 60
86167 Augsburg

Tel. 0821/7409-0
Fax. 0821/7409-184
E-Mail: azv(@)ava-augsburg.de

Weblinks


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