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abc-Festival

Ein Literatur-Festival in Augsburg, das bundesweit beachtet wurde und für Augsburg Werbung machte, durch die Stadtregierung von CSU und PRO Augsburg aber im Jahre 2008 mit Verweis auf die Kosten eingestellt wurde. Es fand seine Fortsetzung im Januar 2010 durch das Brechtfestival Augsburg.

Allgemeines

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Das abc-Festival hatte den Untertitel "augsburg brecht connected". Damit wurde auf das Ziel verwiesen: Das Festival sollte Augsburg und die Augsburger mit ihrem großen Sohn Bertolt Brecht verbinden, ihn sozusagen zu ihrem Zeitgenossen werden lassen. Deshalb bot das Festival vielfältige Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Dichter.

Das Ereignis wollte „Festival in Progress“ sein. Das bedeutet, das Festival verstand sich als Einladung zum Denken, zum Irrtum, zur Theorie, zur Lust, über die Literatur die Welt zu entdecken und die Antworten wieder in Fragen zu wenden, die uns weiterbringen. Und es wandte sich vor allem der Jugend zu, in der Hoffnung, dass sie eine eigene Literaturszene schafft und damit für einen Nachhall sorgt - auch auf dem Festival Jahre später, das damit zu einem großen Teil als Uraufführungsfestival funktionieren sollte. Die Hoffnung war, dass aus jedem Festival neue Impulse entstehen, die zu Arbeiten führen, die man dann auf späteren Festivals wieder vorstellen wollte.

Ganz im Sinne Brechts sollte das abc-Festival die Literatur sinnlich erfahrbar machen, sollte es Menschen trunken machen nach Sinn, der ermutigt. Literatur sollte als etwas erscheinen, was mit unseren Sehnsüchten, Ängsten, mit allen unseren Gefühlen zu tun hat. Weil die Literatur auch tanzbar gemacht werden sollte, wurden neben Moderatoren, Autoren, Spoken Word Poeten und Schauspielern auch immer Performer, Musiker und Komponisten eingeladen.

"Gott pfeift die schönste Melodie stets auf dem letzten Loch", hatte der junge Bertolt Brecht geschrieben. Dieser Bezug Brechts zur Musik war der Grund, warum der musikalische Kurator des abc-Festivals, Hans Platzgumer? versuchte, Musik-Performances zu bieten, die Brechts Texte auf musikalischer Ebene fortzuführen. Im ersten Programm-Flyer des Festivals hieß es dazu: "Aussagen, Meinungen, ja Lebensweisheiten finden sich in handfester und nahezu provokanter Manier nahezu in allen Liedern und Gedichten Brechts. Das sowohl abwechslungsreiche als auch stilsichere und homogene Musikprogramm des Festivals versucht die Relevanz zu verdeutlichen, die diese Poesie auch heutzutage in verschiedensten musikalischen Bereichen besitzt – in Hip Hop?, Chansons oder Indie-Rock etwa, abgekoppelt von der engen Bindung an Kurt Weill, dessen Musik viele Hörer sofort mit Brechts Texten assoziieren."

Dazu kamen bei jedem Festival die Partynächte mit internationalen DJ-Legenden zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen.

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Geschichte

2006

Begründet wurde das Literatur-Festival 2006 vom Regenbogen -Bündnis, der damaligen Stadtregierung, die das Ziel hatte, den Lyriker und Dramatiker Bertolt Brecht, geboren und aufgewachsen in Augsburg, auf eine neue Art zu ehren - anlässlich seines damals gefeierten 50. Todestages.

Und in der Tat schufen die damals kulturell tätigen PolitikerInnen, wie z. B. Eva Leipprand, die damalige Kulturreferentin und 3. Bürgermeisterin, ein außergewöhnliches Festival, mit dem gezeigt werden konnte, dass Bertolt Brecht auch heute noch aktuell, inspirierend und lebendig ist. Sie konnten den in der Tradition Brechts stehenden Lyriker und Dramatiker Albert Ostermaier als künstlerischen Leiter für drei Jahre gewinnen.

Der Auftakt des abc-Festivals widmete sich der Lyrik Brechts, seiner faszinierenden poetischen Sprache, seinen vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten. Sie inspirierte gerade junge Menschen im Rahmen des Festivals ihre Ausdrucksnot und Ausdruckswut auf dem Hintergrund der Brechtschen Lyrik zu bearbeiten.

Die 2334 Gedichte Brechts lassen kein politisches, gesellschaftliches oder auch privates Thema aus. Beobachtungen, Ideen und Gedanken über Staat und Partei, Krieg und Frieden, Exil und Reisen, Stadt und Natur, Verbrechen und Irrtümer, Religion und Liebe, körperliche, seelische oder geistige Anstrengung wie ebensolchen Genuss, Reichtum, Mangel und Wünsche und schließlich die Inszenierung des Selbst sind zentrale Bestandteile seines gesamten Werkes.

16 so genannte Module des ersten Festivals sollten das ABC der Lyrik Brechts deklinieren und die zentralen Themen durcharbeiten. Etwa zehn Autoren maßen sich an dem großen Augsburger Dichter: Oswald Egger, Helmut Krausser, Michael Lentz, Bert Papenfuß, Matthias Politycki und Feridun Zaimoglu sowie die Spoken Word Künstler Antoine ‘To’ Faure, Kat Francois, Nora Gomringer und Poetry-Slam-Gründer Marc Kelly Smith suchten die Auseinandersetzung mit Brecht. Musikalisch begleitet wurden die Poeten von Martin Gretschmann (Console), Shinto, Bernd Begemann sowie Felix Kubin & Mark Boombastik, die ein musikalisches „Gefecht“ mit Brechts Lyrik wagten.

Auch die Bürger wurden als Vortragskünstler in das Festival eingebunden: im Brecht-Haus?, der Rathauswache?, dem Moritzpunkt, der Antoniuskapelle?, der Antonspfründe? und dem Höhmannhaus trugen Sie Brecht-Gedichte vor - gelesen, gesungen, gespielt.

Eine Besonderheit des ersten abc-Festivals war die Initiative von Saam Schlamminger und dem Goethe-Institut, die in über 20 Ländern weltweit Brecht-Gedichte an öffentlichen Orten vortragen ließen und das filmten. Künstler und Studenten, Postboten, Oberbürgermeister, Hausfrauen und Uniprofessoren haben Texte vorgeschlagen und sie an für sie wichtigen Orten ihrer Stadt in ihrer Landessprache vorgetragen. Ob in Lomé, Belgrad, Chiang Mai oder New York – Brecht tauchte an vielen Straßenecken auf. Und wurde aus ganz unterschiedlichen Kontexten wieder zurück nach Deutschland gesendet. Daraus entstand in Augsburg eine Video-Installation als Klangteppich und Sichtfenster, die fragte, wohin Brecht heute eigentlich gehört.

In diesem ersten Festivaljahr mit dem Schwerpunktthema „Lyrik“ konzentrierte sich das Musikprogramm auf Singer-Songwriter wie Tocotronic oder Peter Licht.

Das erste abc-Festival stand unter der Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister im Bundeskanzleramt Bernd Neumann.

2007

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Im Jahr 2007 wurde auf dem abc-Festival gefragt, was Eisen kostet. Man betrachtete Bertolt Brechts Prosa im Spiegel von Kapital, Geschichten und Leidenschaften. Man wollte die Ökonomie in den Mittelpunkt der Literatur stellen - was zu selten geschieht. Thematisiert wurde, um mit Brecht und seinem Werk "Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar" zu sprechen, "um die notorische Begabung der Bankiers, in den Seelen der Menschen zu lesen", und um unsere notorische Unfähigkeit Kurse und Entwicklungen zu lesen. Es ging um die Psychologie des Marktes und seine Strategien, wenn er auf uns und unsere Leben zielt. Man lud Experten aus unserer Zeit - Vertreter der Wirtschaft, Politiker, Theoretiker und Zukunftsforscher zum Thema ein.

Zur Sprache kam auch die Erfahrung der jüngeren Generationen: Ohnmacht und Ortlosigkeit inmitten der metastasierenden Erklärungen der Welt. "Sie führt nicht selten zu einer versteinerten Teilnahmslosigkeit und dem Beobachten der sie umgebenden Wirklichkeit als etwas, das im Rücken der Bildschirme liegt. Dabei lassen sich die Realitäten nicht verdrängen. Auch unser Blick auf sie sollte sich schärfen. Hierfür kann Brecht eine Hilfe, ein Leitfaden sein, denn von Brecht lernen heißt: "Klug ist nicht, der keine Fehler macht, sondern/ Klug ist, der sie schnell zu verbessern versteht." So das Programm im Auszug.

2007 entsprach es dem Festivalfokus auf Brechts theoretischen Schriften politisch motivierte Musikgruppen wie Chumbawamba oder die Goldenen Zitronen auftreten zu lassen.

2008

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2008 hatte das abc-Festival den Titel "Im Dickicht der Städte". Mehr als 100 Künstler gestalteten das Programm. Hintergrund war die Erkenntnis, dass zu diesem Zeitpunkt erstmals mehr Menschen in einer Stadt als auf dem Land lebten. In den Städten verdichten sich die Probleme und Gefahren der Gegenwart. Das Festival wollte an Hand von Brecht-Texten (vor allem dem Stück "Im Dickicht der Städte") Wege durch den Dschungel der Stadt finden. Vor allem ging es um die Frage, wie ein Überleben in der Stadt in Würde und mit Respekt aussehen kann, obwohl sich durch das Zusammenleben vieler gegensätzlicher Menschen die Konflikte gerade in Städten verdichten.

Zu dieser Thematik passte auch die Musik. Es wurden Acts präsentiert, die sich über die Inszenierung ihrer Performance bewusst sind und es verstehen, Inhalte über einen entsprechend theatralischen Effekt zu transportieren. So traten z. B. Liedtheater im Brechtschen Sinn auf, etwa „Der Singende Tresen“ aus Berlin, das Ein-Mann-Musical „Lonesome Andi Haller Band“ aus Barcelona, die japanische Gruppe „Kamiyama/Tokujiro/Okamotos“ aus Tokio, die Augsburger Gruppe „Synonym für Freundschaft“, die Techno-Trash-Gruppe „Weavie Stonders“ aus Brighton, der Hamburger "Golden Pudel Club", die Berliner Band „Trost“ und die Wiener Gitarrenband „Kreisky“.

Für dieses abc-Festival gestalteten Münchener Architekturstudenten der Hochschule München? die unterschiedlichen Austragungsorte in der Innenstadt? von Augsburg. Sie entwarfen Infopavillons, temporäre Überdachungen für Künstler und Workshops, Lichtinstallationen und ein Leitsystem. Auch wurden die Innenräume des Augustana-Saals? und der Komödie Teil der architektonischen Handschrift und Performance.

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Auch dem Sport wurde auf diesem abc-Festival Raum gegeben, weil Kultur wie Sport nur als gemeinsames Interagieren erlebbar sind, als Erfahrung des Gegenübers als Partner, als Erfahrung der Begegnung auf Augenhöhe. Kultur und Sport - so die abc-Macher - sind ein Impfstoff gegen Rassismus, Ausgrenzung und Sprachlosigkeit. In Zusammenarbeit mit dem FC Augsburg wurde deshalb ein kleines Fußballturnier veranstaltet.

Neu war 2008 ein so genanntes „Poésiecafé“, das den Rahmen für das zwanglose Beieinander, für moderierte Autorensprechstunden und ein Programm auf einer „offenen Bühne“ bot.

Schon acht Wochen vor dem Festival kam der Dramatiker und Dramaturg Evaristo Abreu aus Mozambique als Writer in Residence nach Augsburg, um die Stadt mit seinen Augen zu sehen. Auf dem Festival kam es zum Austausch mit seinen Beobachtungen und zu Diskussionen über seine Sicht Augsburgs als Stadt.

Im Oktober 2008 dann die Einstellung des Festivals durch Peter Grab, den zweiten Bürgermeister und Mitglied von PRO Augsburg. Offiziell angegebener Grund: Die Kosten von etwa 400.000 Euro bei etwa 7.000 Besuchern pro Festival.

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2009

Im Februar 2009 stellte der Fernsehjournalist und Brechtkenner Joachim Lang ein neues Konzept des Brecht-Festivals für die Jahre 2010 bis 2012 vor, das sich durch einen Symposion-Charakter mit Rahmenprogramm auszeichnete, also im Gegensatz zu dem offenen Konzept von Albert Ostermaier stand. In dem neuen Konzept soll Bertolt Brecht wieder mehr in den Mittelpunkt gestellt werden, indem sich Texte und Diskussionen ausschließlich um ihn drehen sollen. Das neue Festival soll aktuelle Erkenntnisse und vergessene Stücke präsentieren und Vorurteile beseitigen. Statt wie bisher das Publikum einzubeziehen, setzt das neue Festivalkonzept auf eine mehr wissenschaftliche Ausrichtung.

Wiederkehrende Programmpunkte des Konzepts sind die thematischen Schwerpunkte Brecht und Film, Brecht und Musik, Brecht und Politik. Ein so genannter "Dreigroschenball" soll jedes Festival eröffnen. Es soll einen wissenschaftlichen Kongress, ein Jugendfestival und eine Neuinszenierung eines brechtschen Stückes , Wettbewerbe und Workshops geben. Da Bertolt Brecht um den 10. Februar Geburtstag hat, soll das Festival zwei Wochen um diesen Termin herum stattfinden.

Da dieses neue Konzept natürlich nicht so schnell umgesetzt werden konnte, wurde im Jahr 2009 vom Kulturamt? ein Ersatzprogramm zum 111. Geburtstag von Bertolt Brecht auf die Beine gestellt. Es gab ein zweiwöchiges Programm, das u. a. folgende Programmpunkte beinhaltete:

  • Brecht-Nacht am 10. Februar, eine literarisch-musikalisch-filmische Geburtstagsparty mit Überraschungseffekten
  • "Kleinbürgerhochzeit" und "Trommeln in der Nacht"
  • Kurt Weills und Georg Kaisers Oper "Der Silbersee"
  • Ferdinand Bruckners "Krankheit der Jugend"
  • "BSides", drei popkulturell orientierte Abende
  • "Ständchen für Brecht"
  • Wettstreit von Slam-Poeten gegen Schriftsteller der Weltliteratur

Einige Vorträge und Brecht-Lesungen rundeten das Programm des ABC-Festival-Ersatzes ab.

Details

Unterstützer

Die Festivalausstattung in Augsburg war ein Projekt mit Architekturstudenten der Hochschule München? unter Leitung von Frau Prof. Ruth Berktold. Gefördert wurde das Projekt durch die Hochschule München? und yes architecture?.

Gesponsert wurde das Festival von der Stadtsparkasse Augsburg, der Augsburger Allgemeinen, Deloitte?, BMW?, Steigenberger Drei Mohren?, RT 1?, augsburg.TV, der Bayern LB? und dem Theater Augsburg. Und es wurde gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst? sowie durch die Kulturstiftung des Bundes.

Schüler-Workshops

Für Schüler gab es die so genannten abc-Workshops, die von Slam-Poeten betreut wurden. Hier konnten Schüler an ihren Gedichten und Geschichten, ihren Raps oder Songtexten arbeiten und sie auf die Bühne bringen. Die Workshops sollten Anregungen geben, Grundlagen und wichtige Techniken vermitteln. Als Abschluss gab es einen Auftritt von Schülern beim abc-Schüler-Poetry-Slam. Die Teilnahme an den Workshops war kostenlos.

Slam Poetry

In Sachen Slam Poetry und Spoken Word setzte das abc-Festival Maßstäbe. Es kamen immer wieder hervorragende Slam-Poeten wie die Macher des größten Poetry Slams Europas im Münchner Substanz und abc-Spoken-Word-Kuratoren Ko Bylanzky & Rayl Patzak, der Poetry Slam-Erfinder Marc Kelly Smith mit seinem legendären Chicago Poetry Ensemble, der Weltmeister Anis Mojgani, der deutschsprachige Meister Marc-Uwe Kling, der 2007 als erster Slam-Poet mit einer eigens für das abc-Festival geschriebenen Brecht-Adaption seinen Meistertitel verteidigte oder der Augsburger Tommy Tesfu?, die große Entdeckung aus den abc-Schülerworkshops. In Augsburg wurde auch die Premiere der theatralischten Disziplin der Slam Poetry, das Teampiece, gefeiert. Dabei brachten mehrere Poeten zum Abschluss des abc-Slam Poetry- und Spoken-Word-Programms gemeinsam ihre Texte auf die Bühne. Die drei führenden deutschsprachigen Poetry-Ensembles Tha Boyz with the Girlz in tha Back, Word Alert und Smaat trafen dabei auf Frankreichs National Poetry Slam-Champions La Reunion de Paris und das von Marc Kelly Smith neu formierte Chicago Poetry Ensemble. Diese Show nannte sich "Slam Poetry Hoch 2".

Facts & Fiction

Unter dem Stichwort „Facts & Fiction“ gab es bei jedem abc-Festival Einblicke in Brechts Werk und in neue Werke, die aus der Beschäftigung mit diesem entstanden sind sowie Diskussionen mit bekannten, berühmten und interessanten Persönlichkeiten.

Musikprogramm

Auch die Musik kam auf dem abc-Festival nicht zu kurz, wofür der musikalische Leiter Hans Platzgumer? sorgte. Zu jedem Festival kamen Musiker, die ihre Arbeit in Bezug zu Brecht stellen. Zum Teil handelte es sich um renommierte, zum Teil um unbekanntere Gruppen aus verschiedenen Ländern und Genres, deren Nähe zu Brecht teils konzeptionell verankert ist, teils aber für ihre Fans und das Festivalpublikum eine Überraschung darstellte.

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Presse

Zur Einstellung des Festivals 2008:

Augsburg ist kein gutes Pflaster mehr für kreative Köpfe. Das hat Albert Ostermaier schmerzlich zu spüren bekommen. Drei Jahre lang entstaubte der Münchener Schriftsteller Bert Brecht ... Die Feuilletonisten jubelten und Augsburg konnte sich zu Recht mal wieder bundesweit in Szene setzen. Als Dank dafür jagt die neue bürgerliche Stadtregierung Ostermaier davon, vergrault ihn mit einer Kulturpolitik, die erstickend provinzielle Züge aufweist."

(Süddeutsche Zeitung?)

Zu früheren Festivals:

„Der Fluch des Glücks. So war nicht gewettet: Wie der Dualist Bertolt Brecht die ironische Generation der Nachkriegsjahrzehnte im Sommer 2007 in Augsburg vereinte…Doch da saß tatsächlich eine ganze Generation Literaten, Filmemacher, Schauspieler, Dramatiker und Journalisten in den Eiscafés und Terrassenlokalen entlang der Augsburger Straßen und Gässchen…Aus dem ganzen Land waren sie angereist und sie blieben meist länger als geplant…denn Ostermaier hat es verstanden, für vier Tage die gesamte Innenstadt Augsburgs zu einem Roundtable zu erklären und das regionale Dichterfest mit diesem Jahr zu einem temporären Knotenpunkt seiner Generation zu machen.

(Süddeutsche Zeitung?)

„Die Rechnung des „abc“-Festivals ist simpel: Weil sein Soll im Schatten des großen Namens Bertolt Brecht verborgen liegt, kann das Haben nur gewinnen. Man hatte Juri Andruchowytsch (Ukraine), Edo Popovic (Kroatien) und Dace Rukšane (Lettland) als osteuropäische Vertreter einer charmanten sozial-rationalen Alltagspoesie; man hatte nicht nur die Augsburger Jugend als ungemein talentierte, Brecht anwendende „Spoken-Word-Poeten“ und ehrliche begeisterte Fans.“

(FAZ)

„Vier atemlose Tage mit Bertolt Brecht. Auch große Dichter irren. „Es ist windstill um mich: ich könnte die Segel flicken. Aber es lohnt nicht, sich mit mir zu beschäftigen“, schreibt Bertolt Brecht in seinen Journalen. … Doch dann kam Albert Ostermaier. Er leitet von Donnerstag bis Sonntag bereits zum zweiten Mal … das ABC-Festival in Augsburg: ein großes Literatur- und Popspektakel, das die Selbsteinschätzung des Dichters Lügen strafte. ABC, das steht für „Augsburg Brecht Connected“; und um Verbindungen herzustellen, hatte Ostermaier eine beeindruckende Liste prominenter Gäste in die schwäbische Stadt gelockt. … Es war insgesamt ein Wagnis, manchmal auch eine Zumutung – und deshalb gelungen.“

(DIE WELT)

„Die Jugend schreit: “Bertolt Brecht!“ Was sie in Verzückung versetzt hat, waren die Vorträge moderner Wortakrobatik. Und der olle BB wird quasi als Schirmherr gefeiert. … Die Themen? Ich und Krieg und Liebe, Ich und Gott und Gesellschaft. Wer will, kann’s als moderne Fortführung des klassischen Blicks vom dichterischen Ich auf Mensch und Welt à la Brecht verstehen. Es bleibt die Sprachmelodie der Zeit – und die gehört auf dieses Festival.“

(Augsburger Allgemeine)

Weblinks


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