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Zukunftsvisionen Gaswerk Oberhausen
Blick auf das Ruhrgebiet
Leider hat es die Augsburger Politik und Kulturszene in den Jahren seit der Stilllegung des Gaswerks in Oberhausen noch nicht geschafft, eine tragfähige Zukunftsvision für das ehemalige städtische Werk zu entwickeln. Was möglich wäre, könnten ausgeschlafene Augsburger Kommunalpolitiker auf einer Fahrt in die Ruhrstadt Oberhausen zum dortigen Gasometer studieren. Dort gibt es einen baugleichen Gasometer, der 1929 als Gasspeicher erbaut und 1988 still gelegt wurde. In den Jahren 1993 und 1994 hat man ihm wieder Leben eingehaucht und ihn zu einer außergewöhnlichen Ausstellungshalle umgebaut, die schon spektakuläre temporäre Ausstellungen beherbergte. Seit März 2006 ist in dem Gasbehälter in seinem über 100 Meter hohen Innenraum die Licht-Klang-Installation "Licht Himmel" der international bekannten Künstlerin Christina Kubisch untergebracht. Die Installation erinnert an einen Sternenhimmel. Vom Dach des Gasometers kann man auf das gesamte westliche Ruhrgebiet schauen. Und gleich in der Nähe hat man ein Technologiezentrum Umweltschutz und das CentrO, das größte Einkaufszentrum Europas aufgebaut. Siehe gasometer.de
Erste Überlegungen zur neuen Nutzung
Seit 2007/2008 beginnt sich das alte Gaswerk in Augsburg- Oberhausen als Standort für verschiedenste Veranstaltungen zu etablieren. Neben privaten Events gibt es auch immer mehr kulturelle Ereignisse auf dem Gelände, etwa Veranstaltungen wie „Klingende Räume“ oder „Gaskesseltreiben“ (beide im Herbst 2008). Theater, Licht, Artistik, Performance und Musik stellen das Gaswerk in einen neuen Zusammenhang. Beispiel "Gaskesseltreiben". In Zusammenarbeit mit Hans-Joachim Ruile, dem Kopf der Augsburger Kresslesmühle und dem österreichischen Kulturveranstalter Willi Pramstaller konzipierten und organisierten die Stadtwerke Augsburg die Veranstaltung, ein Festival internationaler Straßenkünstler, renommierter "Raumbespieler", acht weltweit anerkannte Gruppen der Straßenkunstszene und des Open-Air-Theaters.
Im Dezember 2008 wurde bekannt, dass der Regierung von Schwaben ein Antrag vorliege, auf dem Gelände des historischen Gaswerks ein Freizeit-, Kultur- und Einkaufszentrum zu errichten, und die Regierung von Schwaben ein Raumordnungsverfahren für die etwa 19.500 Quadratmeter eingeleitet hat, die für das Vorhaben genutzt werden sollen. Den Antrag gestellt hat die Firma Junior Schmid GmbH, die in Süddeutschland, auch im nahen Neusäß, entsprechende Einkaufsstätten betreibt.

Das von 1913 bis 1915 errichtete Gaswerk in Augsburg-Oberhausen, ein städtebauliches Gesamtkunstwerk aus der Werkstatt der Gebr. Rank in München, ist ein europaweit einzigartiges Fabrikschloss. (Bildnachweis: Stadtwerke Augsburg)
Am 31. Januar 2011 schrieb die Augsburger Allgemeine, dass sich eine sich eine Studie der Technischen Universität München, die von Bayerischen Baureferendaren im Rahmen eines interdisziplinären Seminars erarbeitet worden war, für die Wiederbelebung der stillgelegten Augsburger Gaswerke in Oberhausen ausgesprochen haben. Weiter sprach sich die Studie für eine Anlage zur Speicherung von Solarstrom durch Gewinnung von Methangas aus Elektrolyse auf dem Gelände des Augsburger Gaswerks aus. Dazu erklärte der damalige Vorsitzende der ÖDP Augsburg, Christian Pettinger: "Wir begrüßen die Idee der Studie der TUM. Zum einen ist die Wiederbelebung einer stillgelegten Industrieanlage in jedem Fall dem Bau neuer Anlagen auf bisher unbebauten Flächen vorzuziehen, zum anderen würde die geplante Speicherung solar erzeugten Stroms die Verwendung der regenerativen Stromquellen ein gutes Stück voran bringen.“ Allerdings müsse man bei der Planung des Projekts unbedingt sicher stellen, dass der Strom auch aus Anlagen stammt, die regenerativ arbeiten. Pettinger: “Es ist klar, dass die Elektronen, die in der Anlage eingesetzt werden, nicht nach gut und böse unterschieden werden können. Deshalb muss durch Lieferverträge sichergestellt sein, dass der gelieferte Strom nur aus regenerativen Quellen stammt. Es kann nicht sein, dass unter dem Deckmäntelchen CO2-neutraler Stromspeicherung Atom- oder Braunkohlestrom für die Methangewinnung eingesetzt wird.“ Hier träfe es sich laut ÖDP ganz gut, dass die Stadt Augsburg für 2011 die Erstellung eines Katasters geeigneter Dachflächen für den Bau von Solaranlagen angekündigt habe. Es böte sich damit an, gleichzeitig die Methangewinnung auf dem Geländer der Oberhauser Gaswerke anzugehen und in großem Stil die für die Stromgewinnung nötigen Solaranlagen auf die im Kataster ausgewiesenen Dächer zu montieren. Damit sei man von der Zulieferung aus externen Stromquellen unabhängig und könne so durch Synergieeffekte auch noch Kosten sparen. Letztlich wäre hier auch Geld zu verdienen, was den Stadtwerken Augsburg in der gegenwärtig nicht gerade rosigen Finanzsituation sicherlich gut bekommen würde. Auch die Einbindung der ins Gespräch gebrachten Solarfassade für die Impulsarena sei in diesem Zusammenhang denkbar.
Bewerbung als Museumsstandort
Ebenfalls im Jahr 2011 bewarb sich Augsburg mit seinem europaweit einmaligen Industriedenkmal Gaswerk als Standort für ein neues Museum der Bayerischen Geschichte, dessen Eröffnung 2011 für das Jahr 2018 geplant war. Prof. Karl Ganser, der "Architekt des neuen Ruhrgebiets", setzte sich als sachkundiger Verfechter einer adäquaten Nutzung des Gaswerks Augsburg- Oberhausen ein. Er verfasste das Augsburger Bewerbungsexposé. Gansers Vorschlag: Der Freistaat Bayern? soll das "städtebauliche Gesamtkunstwerk" Gaswerk mit einem innovativen Technikkonzept zu einem "Schaufenster der Energiewende" werden lassen. Denn die teils spektakulären Bauten des Gaswerks Augsburg-Oberhausen bieten beste Voraussetzungen für den Einbau moderner Raumhüllen. Überdies könnte die weiträumige, schlossartige Anlage zusätzlich um moderne Bauten erweitert werden. Ein weiterer Vorteil des Areals: Bei Freiluftveranstaltungen finden dort bis zu 10.000 Besucher Platz. Sogar ein Bahngleis führt direkt zum Gaswerk, das sich im Besitz der Stadtwerke Augsburg befindet.

Das historische Gaswerk in Augsburg-Oberhausen bietet genügend Raum für das Museum der Bayerischen Geschichte, für Erweiterungsflächen und die Ansiedlung privater Unternehmen der Kulturwirtschaft. Frei- und Parkflächen stehen hier auch für Großveranstaltungen zur Verfügung. (Bildnachweis: context verlag Augsburg)
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