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Zeughaus

Das frühere städtische Waffenarsenal Augsburgs.

Augsburger Zeughaus © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)

Allgemeines

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Das Zeughaus wirkt vor allem durch seine imponierende Michaelsgruppe an der Ostfassade.

Beim Zeughaus handelt es sich um eine Zweiflügelanlage mit gleichhohen Firsten. Im Gelenk befindet sich der Treppenturm. Erhalten sind im Erdgeschoß kreuzgratgewölbte Hallen. Im Südflügel des Zeughauses ruhen sie auf gemauerten achteckigen Pfeilern, im Ostflügel auf Säulen nach der so genannten "toskanischen Ordnung", weshalb dieser Teil auch Toskanische Säulenhalle? genannt wird. Dieser Teil hat drei Schiffe mit zehn Jochen.

Nach dem Bau wurde der Hof durch hohe Mauern eingefasst. Heute befinden sich an Stelle der Umfassungsmauern Gitterzäune mit einem Trophäenportal.

Im Hof des Zeughauses befindet sich ein großer und doch idyllischer Biergarten. Davor liegt der Zeugplatz? und die Zeuggasse?, die früher Pfaffengasse hieß.

Die Anlage umfasst insgesamt 75 x 48 Meter = 3.600 Quadratmeter. Die beiden Hauptgebäude sind etwa 16 Meter breit, die Traufhöhe beträgt 12,5 Meter, die Firsthöhe 25 Meter, die Dachneigung liegt bei 58 Grad.

Nutzflächen: Gaststätte ca. 680 Quadratmeter, Begegnungszentrum ca. 1.390 Quadratmeter, Musikschule ca. 1.470 Quadratmeter, Ausstellungsfläche 880 Quadratmeter, Hof ca. 1.080 Quadratmeter, Brunnenhof ca. 435 Quadratmeter.

Die Verwaltung des Zeughauses befindet sich in den Zimmern 100 bis 103 im 1. Obergeschoss.

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Kurze Geschichte des Augsburger Zeughauses

Zunächst stand ein erstes Zeughaus in der Nähe des Katzenstadels?. Es war 1501 mit dem Geschützgießhaus? errichtet worden.

1584 kam es zum Kalenderstreit?, der Unruhen in der Stadt auslöste, was für den Rat der Stadt? Anlass war, das Kornhaus? bei Sankt Moritz als Zeughaus zu benutzen.

Im Jahr 1589 begann der Stadtwerkmeister Jakob Eschay? mit dem Bau der Waffenkammer für die Reichsstadt. Den Neubau begann er im rechten Winkel zum Kornhaus?, das heute den Südflügel ausmacht. Er kam nicht mehr dazu, das Gebäude fertig zu stellen, weil sich ihm bautechnische Schwierigkeiten in den Weg stellten, so dass Elias Holl? die Bauleitung übernahm und das imposante Bauwerk zwischen 1602 und 1607 vollendete. Er orientierte sich dabei an dem Grundrissschema für Zeughäuser, die Josef Furttenbach entwickelt hatte.

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Joseph Heintz der Ältere? half bei der Gestaltung der Ostfassade, Hans Reichle? entwarf die Bronzegruppe mit dem siegreichen Erzengel Michael, die von vielen Zeitgenossen als gegenreformatorische Provokation empfunden wurde und von Wolfgang Neidhart dem Jüngeren? gegossen wurde. Das Werk entstand in den Jahren 1605 bis 1607.

Aus dem Jahr 1659 liegt ein Stich des Baues von Wolfgang Kilian?, auf dem auch die damalige Hofummauerung zu sehen ist.

1780 wurde die Hofummauerung durch den heute noch vorhandenen eisernen Gitterzaun ersetzt.

Auch die königlich-bayerische Armee wusste das Gebäude nach der Mediatisierung? zu schätzen und verwandte das Zeughaus von 1806 bis 1895 als Artilleriedepot.

1895 erwarb die Stadt das Gebäude für 195.000 Goldmark von der königlich-bayerischen Armee und baute es um zur städtischen Hauptfeuerwache. Zwei Jahre später gestaltete man die Front des Zeughauses um. 1899 feierte man feierlich die Einweihung.

Im Jahr 1940 brachte man drei Figuren der Michaelsgruppe (wie übrigens auch Figuren des Merkurbrunnens und des Herkulesbrunnens) zum Schutz vor Bombenangriffen in das Kloster Ottobeuren?.

1975 zog die Hauptfeuerwache wieder aus dem Bauwerk aus, weil es modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnte. Was tun mit dem Leerstand? Die Ausweitung eines benachbarten Kaufhauses in die Räume des Zeughauses verhinderte eine große Bürgeraktion. Schließlich beschloss der Stadtrat einen Umbau zu einem Begegnungs- und Bildungszentrum und ließ das Zeughaus renovieren (1978 bis 1980). Im Dezember 1980 war es soweit und verschiedene Bildungseinrichtungen und Vereine zogen ein. Die Volkshochschule? zum Beispiel. Unter anderem belebte auch ein Stadtkino die Räume, das aber Ende der 1990er Jahre wieder schloss. Das Stadtkino im Dachgeschoß des Gebäudes war ein Geheimtip für Cineasten, denn es zeigte immer wieder anspruchsvolle Filmreihen und Kino-Raritäten.

Anfang des 21. Jahrhunderts verließ die Volkshochschule? das Zeughaus und richtete sich am Willy-Brandt-Platz? ein, wodurch das Zeughaus etwas aus dem Bewusstsein der Augsburger Bürger geriet.

Im September 2003 zog die Albert-Greiner Sing- und Musikschule? im zweiten Stock des Gebäudes mit der Verwaltung und großzügigen Unterrichtsräumlichkeiten ein.

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Details

Die Michaelsgruppe des Augsburger Zeughauses

Über dem Portal auf der Ostfassade des Zeughauses befindet sich die so genannte "Michaelsgruppe", das Werk von Hans Reichle?. 1940 musste dieses Werk vor Kriegseinwirkungen gesichert werden, was durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und die Stadt Augsburg geschah und sich sehr aufwändig gestaltete Die Hauptfigur besteht aus dem Erzengel Michael und dem Teufel und ist allein schon eine Bronze mit vier Metern Höhe. Deshalb demnontierte man alle Teile der Gruppe, die irgendwie zu demontieren waren - bis hin zu den Erzengelflügeln. Diese Teile lagerte man dann in einer Kasematte am Roten Tor ein und schützte sie durch eine Holzummantelung. Die 1940 vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen waren aber schon im Jahr 1941 nicht mehr mit den Schutzbestimmungen für Kunstwerke konform, weshalb man die Figuren im September 1941 in das Kloster Ottobeuren? brachte und dort verwahrte. Übrigens musste man für die Abnahme der Figuren am Zeughaus 1940 ein Gerüst auf dem Grundriss von 4 Meter auf 6 Meter aufbauen, das 12 Meter in die Höhe ragte.

Heutige Nutzung

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In der Toskanischen Säulenhalle? im Erdgeschoß finden regelmäßig Ausstellungen von Künstlern statt. Daneben gibt es im Erdgeschoss die Foyer-Galerie?, wo praktisch das ganze Jahr über Kunstausstellungen stattfinden.

Auch der Innenhof ist genutzt - zumindest im Sommer, wenn das das gerade eingemietete Restaurant den Biergartenbetrieb unterhält.

Vereine und Organisationen haben den ersten Stock für Treffen und Veranstaltungen angemietet.

Wenig oder ungenutzt sind die weiteren Etagen. Den zweiten Stock belegt die Albert-Greiner-Sing- und Musikschule komplett, wobei die Räume zu Ferienzeiten und am Wochenende leer stehen. Das dritte Obergeschoss mit einem Kino- und einem Musiksaal wird von verschiedenen Vereinen (zB: dem ICF Augsburg (link siehe unten) ) angemietet steht aber ansonnsten leer.

Das Zeughaus ist ein Zuschussgeschäft für die Stadt: Bei Ausgaben von 430.000 € fließen nur 360.000 € wieder ins Stadtsäckel zurück (Stand 2006). Insgesamt acht Mitarbeiter stehen auf der Gehaltsliste. Ab Januar 2007 wird das Zeughaus vom Kulturbüro? verwaltet und bleibt damit dem Kulturreferat der Stadt Augsburg zugeordnet.

Sehenswert ist der historische Dachstuhl des Zeughauses. Er ist original erhalten, wie er von Elias Holl im Jahre 1607 erbaut wurde. Führungen sind nach Anmeldung möglich.

Die Stadt bemüht sich das Zeughaus als Begegnungszentrum für Jung und alt zu positionieren. Jährlich kommen etwa 500.000 Menschen mit den verschiedensten Interessen ins Zeughaus, um sich zu bilden oder auszutauschen. Mehrzweckräume, Lese- und Verweilecken im Gebäude stehen allen Bürgern, Institutionen und Vereinen Augsburgs zur Nutzung offen. Die Räume sind zwischen 12 und 175 Quadratmetern groß und bieten eine umfangreiche und moderne Ausstattung. So können z. B. ausgeliehen werden: LCD-Projektor inkl. Video- oder DVD-Player, Diaprojektoren, Tageslichtprojektoren, Videorecorder VHS oder S-VHS, Farbfernseher, Moderationswände, Cassetten-Recoder mit oder ohne CD, Lautsprecheranlage, Diskussions-Mikrophonanlage (bis zu 6 Mikros), Rednerpult (mit oder ohne Mikro u. Lautsprecher), Leinwand (verschiedene Größen), Tafeln, Flip-Charts, Flügel (nur im Musiksaal), Klavier, Raumteiler / Stoffwände 1,6 x 1,6 m, Stellwand mit Zubehör 2m x (0,8/1,0/0,65m), Tisch- oder Standvitrinen, Podest (2,0 x 1,0m) höhenverstellbar, Holz-Wechselrahmen (verschiedene Größen), Bistro-Tisch Ø 0,6 x 1,12 m hoch, Telefone, Kopiermöglichkeit, Internetanschluss etc.

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Besonderheiten

Seit 2000 arbeitet man im Zeughaus mit einem Umweltmanagementsystem.

Auf dem Gelände des Zeughaus-Biergartens liegt ein kleiner Spielplatz für Kinder, einer der ganz wenigen Kinderspielplätze in der Augsburger Innenstadt.

Adresse

Zeughaus
Zeugplatz? 4
86150 Augsburg

Tel. 0821/3243961
Fax. 0821/3243962
E-Mail: zeughaus.stadt(@)augsburg.de


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