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Wirtschaftsgeschichte Augsburgs

Nürnberg an der Spitze

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Im 14. und 15. Jahrhundert war die fränkische Hauptstadt Nürnberg die größte deutsche Wirtschaftsmetropole und zählte auch zu den großen europäischen Handelsstädten. Im 16. Jahrhundert begab sich Augsburg in einen Wettstreit mit der fränkischen Großstadt, aus der die Lechstadt als Sieger hervorging. Viele Jahrzehnte behauptete Augsburg im deutschen Wirtschaftsleben eine führende Stellung. Die Steuerbücher von Augsburg belegen, dass in den acht Jahrzehnten vor der Mitte des 16. Jahrhunderts die Vermögen in Augsburg um das Dreizehnfache anstiegen. Das war wohl auch der Hintergrund für eine Anspielung Martin Luthers in seinen Tischreden: "Augsburg vermag in drei Wochen dreißig Tonnen Goldes aufzubringen, das vermag der Kaiser nicht."

Der Aufstieg Augsburgs

Wie ging der ökonomische Aufstieg Augsburgs im 16. Jahrhundert vonstatten. Ein Blick auf die Geschichte der Fugger kann das erhellen. Die Ahnen webten noch selbst am Webstuhl, eine Generation später arbeiteten die Fugger schon als Verleger im Barchentwebereigewerbe, die nächste Generation gelangte über den Handel mit Webereierzeugnissen von der Weberzunft? in die Kaufmannszunft?. Spätere Generationen stiegen mit ihrem im Handel erworbenen Geld in den Erzgroßhandel, betätigten sich in der Montanindustrie und wurden schließlich Unternehmer. Und das war bei vielen Augsburger Familien so - nicht nur bei den Fuggern.

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Der nächste Schritt führte diese reichen Unternehmer dann in das Finanzgeschäft. Denn sie wurden bald für fürstliche Finanzagenten interessant, die für ihre Anleihen vor allem die Regalien ihrer Herren - Erzausbeute z. B. - zu bieten hatten. Damit wurde ein neuer Typ des europäischen Unternehmers geboren, der Montanindustrielle, der zugleich Finanzmann war. Oft hatte er Produktion und Lenkung der Erzeugnisse in der Hand. Beim Güterabsatz hatte er oft schon Alleinhandelsrechte in der Hand und bediente sich kartellähnlicher Institutionen, um den Bedarf an den vertriebenen Erzeugnissen zu bedienen.

Schon im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts waren einzelne Augsburger Großkaufleute so stark im internationalen Anleihegeschäft tätig, dass sie mit den bis dahin führenden italienischen Finanziers konkurrierten. Sie liehen ständig wachsende Beträge an die Habsburger und andere Fürsten und finanzierten so deren Macht.

Hinzu kam, dass die Eröffnung neuer Seewege das Gebiet und den Umfang geschäftlicher Beziehungen damals stark erweiterte. Die Augsburger Kaufleute wollten an den Kolonisierungen der Portugiesen und Spanier in Indien, Amerika und Afrika mitverdienen. Sie rüsteten z. B. die Gewürzflotten der Portugiesen nach Indien aus oder die Schiffe der Spanier, die amerikanische Erzeugnisse nach Europa brachten. Bartholomäus Welser der Ältere? versuchte sogar Venezuela zu kolonisieren. Kein Glück hatten die Augsburger jedoch mit dem levantinischen Handel, der zum Zusammenbruch des Kaufmannshauses Melchior Manlich & Co.? führte.

Förderung durch die Stadt

Wahrscheinlich hätten die Augsburger Kaufleute zur Zeit der Fugger und Welser nicht so großen Erfolg gehabt, wenn sie nicht von städtischen Beamten Förderung erfahren hätten. Im Gegensatz zu ihren Amtsbrüdern in anderen deutschen Städten förderten sie die neuen Handelsgesellschaften uneingeschränkt. Besonders wichtig war hier Konrad Peutinger. Er war Humanist, Stadtschreiber, Rat der Kaiser Maximilian I.? und Karl V.? und setzte sich für die wirtschaftspolitischen Forderungen der Kaufleute ein.

Niedergang der Augsburger Großhandelsgesellschaften

Noch 1547, als Konrad Peutinger starb, stand die Augsburger Wirtschaft in voller Blüte. 20 Jahre später lag sie am Boden. Was war passiert? Es war zu einer großen Krise gekommen, die durch Staatsbankrotte und unglückliche Spekulationsgeschäfte in Antwerpen und Lyon ausgelöst wurde. In deren Folge kam es zum Zusammenbruch von Handelshäusern, was natürlich auch die Bevölkerung Augsburgs betraf. Der Stadtrat musste im Interesse der Gläubiger scharf gegen zahlungsunfähige Firmen vorgehen, in drei Jahrzehnten etwa 70 Firmen. Die Firmeninhaber wurden größtenteils im städtischen Schuldturm festgesetzt. Die beiden größten Firmen, die der Fugger und die der Welser kamen über diese bitteren Zeiten noch hinweg, doch die der Welser brach dann doch 1614 zusammen.

Andere Quellen des Augsburger Wohlstands

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Von den Entwicklungen auf dem Feld der Hochfinanz waren die bürgerlichen Kreise, die weiter mit dem Handel von Waren ihr Auskommen suchten, wenig betroffen. Ihr Vermögen wuchs weiter an, was aber nicht bedeutete, dass damit der Wohlstand aller Augsburger Schichten gefördert wurde. Das Bürgertum konnte es sich leisten, seinen Wohlstand zu zeigen und seine Pracht zu entfalten. Um 1600 gab es in Augsburg etwa 3.000 Weber?, denen 3.700 Webstühle gehörten und für die 3.500 Gesellen arbeiteten. Ihre Produkte exportierten sie nach Italien und Spanien.

Auch die Gold- und Silberarbeiten Augsburger Gold- und Silberschmiede waren sehr begehrt. 1615 zählte man 200 Meister in der Stadt.

Der Dreißigjährige Krieg? brachte diesen Gewerben Verluste. So gab es an seinem Ende nur noch ein Sechstel Weber in der Stadt, 15 Jahre später gerade mal 735 Meister. Trotzdem hatte das Augsburger Handwerk seinen Weltruhm nicht verloren und schon im Jahr 1648 liefen von den großen Höfen die ersten Bestellungen wieder ein, was nichts daran änderte, dass das Augsburger Vermögen nicht mehr ein Viertel des Vorkriegsstandes betrug.

Neuorientierung nach dem Dreißigjährigen Krieg

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Nach dem Krieg machten die früher großen Vermögen nur noch einen kleinen Teil des Augsburger Gesamtvermögens aus und die früher kleinen Vermögen machten jetzt den größeren Teil aus. Aus der Befriedung der Lebensverhältnisse zogen zunächst nämlich die kleinen Kaufleute und Handwerker mehr Vorteile. Auf den Besitzern der ehemals großen Vermögen lasteten die Folgen des Krieges viel länger; ihre Kapitalmacht konnten sie erst am Ende des Jahrhunderts wieder stärken.

Aus den unteren und mittleren Vermögensschichten wuchsen tatkräftige Unternehmer nach. Auch auswärtige Unternehmer ließen sich jetzt in Augsburg nieder. Sie begnügten sich nicht mehr mit herkömmlichen Weisen zu wirtschaften, sondern suchten neue Wege. So fanden sie neue Absatzgebiete für die Augsburger Gold- und Silberwaren sowie die Webwaren. Obwohl sich die Meister der Zünfte wehrten, setzte sich das Verlagssystem im Goldschmiedegewerbe durch. Das war notwendig, hatten sich doch die Beschaffung von Edelmetall und der Absatz grundlegend geändert.

Sowohl Einheimische wie Zugewanderte aus Frankfurt, Nürnberg, Leipzig und anderswoher gründeten Handelsgesellschaften, die international reüssierten. Bekannt waren z. B. die Kompagnien von Rad/Hösslin? oder Gullmann?. Das Textilgewerbe Augsburg stand durch die Konkurrenz aus England und den Niederlanden noch bis Ende des 17. Jahrhunderts unter starkem Druck. Die Lage verbesserte sich, als die Gebrüder Jeremias? und Georg Neuhofer? den Kattundruck in Augsburg einführten und Johann Heinrich Schüle? ihn ausbaute.

Unternehmer im 18. Jahrhundert

Typische Vertreter zugewanderter Unternehmer waren z. B. der Frankfurter Scheidersohn Gerhart Greiff? oder Johann Köpf?, der aus Lindau stammte. Ihre geschäftlichen Beziehungen spannten sich wie ein Netz über ganz Europa. Sie gehörten zu jenen Bankiers, die Augsburg wieder in die erste Reihe der Börsen- und Wechselplätze rückten, jedenfalls was den Handelsverkehr zwischen den Gebieten nördlich und südlich der Alpen betrifft. Aber auch ein Christoph von Stetten I.? mischte als einer der wenigen eingesessenen Patrizier hier mit. Sein Vater und Onkel hatten ihr Vermögen nahezu unbeschadet durch die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs? gebracht. Ein weiteres wichtiges Bankhaus war das Familienunternehmen Rauner-Münch?, das bis 1808 im Familienbesitz blieb. Ebenfalls wichtig im Augsburger Wirtschaftsleben des 18. Jahrhunderts war die Familie Schnurbein?. Sie stammte aus Niederdorf bei Brixen und arbeitete sich mühsam zur reichsten Augsburger Familie des 18. Jahrhunderts hoch.

Bis zu den Revolutionskriegen steigerte sich Handel, Wirtschaft und Industrie in Augsburg. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es elf Wechselhandlungen und Banken und neun Fabriken stellten die Augsburger Zitze? her. Neben der Schüleschen Kattunfabrik feierte auch Schoeppler & Hartmann? große Erfolge. Die erste Baumwollspinnmaschine brachte Johann Friedrich Heinle?, ein Öhringer Kaufmann, im Jahre 1780 nach Augsburg. Auch im Kurzwarenhandel waren Augsburger Firmen bis zur Revolution erfolgreich.

Revolutionsjahre

Die Revolutionsjahre brachten einen Niedergang der Augsburger Wirtschaft, nur einzelne Augsburger Bankiers konnten ihre Darlehens- und Wechselgeschäfte an adligen Höfen fortsetzten. Auch die Kattunfabrikanten hatten Schwierigkeiten durch die Krisenzeiten zu kommen. Bis 1810 verringerte sich die Zahl der Weber um die Hälfte, so dass man nur noch etwa 300 zählte. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Imperiums wurde die Situation durch englische Importe noch schwieriger. 1818 zählte man deshalb nur noch vier Augsburger Kattunfabriken und auch das Augsburger Silberwarengeschäft hörte ein paar Jahre später auf zu existieren.

Das 19. Jahrhundert

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In den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wandten sich die Augsburger Banken, die zum Teil neu gegründet worden waren, dem Effektengeschäft zu. 1816/1817 entstand sogar eine Augsburger Effektenbörse, die in den nachfolgenden Jahren immer mehr Umsätze machte, nach etwa zehn Jahren aber wieder zu einer Provinzbörse abstieg.

1822 wurde die Stadtsparkasse? als Sparkassenverein gegründet und es gab 16 christliche und 8 jüdische Banken und Wechselinstitute.

Der Deutsche Zollverein von 1834 führte zu einer Belebung des Wirtschaftslebens und 1837 kam eine Filiale der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank nach Augsburg. Auch eine München-Augsburger Eisenbahngesellschaft mit Hauptsitz in München wurde in dieser Zeit gegründet.

Nun setzte die Industrialisierung mit Macht ein. Johann Friedrich Merz? zog mit seiner 1834 in Nürnberg gegründeten Kamm-Woll-Garn-Spinnerei im Jahr 1836 nach Augsburg um. Ein Jahr später genehmigte der König den Bau der Mechanischen Baumwoll-Spinnerei und Weberei, die von führenden Augsburger Banken finanziert wurde. 1840 nahm die Fabrik gegen den Widerstand der heimischen Weber ihren Betrieb auf. Im gleichen Jahr fuhren auch die ersten Züge zwischen Augsburg und München. Und am 13. November 1840 wurde die MAN gegründet, die weltbekannt wurde. Die noch verbliebenen drei Augsburger Kattunfabriken konnten sich mit Erfolg gegen die elsässische Konkurrenz wehren. Johann Friedrich Merz? wandelte seine Firma 1845 in eine Aktiengesellschaft um und konte so die Produktion erweitern und höhere Gewinne erzielen.

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Das Revolutionsjahr 1848 verlief in Augsburg ruhig. Auch die Fabrikarbeiter verhielten sich ruhig. So war das Jahr ein weiteres Jahr der Industrialisierung: August von Eichthal? gründete eine Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft, die für gute Augsburger Straßenbeleuchtung sorgte. Am Senkelbach? entstand eine mechanische Spinnerei, die 200 Arbeiter beschäftigte, am Fichtelbach? wurden in einer Fabrik halbwollene Waren gefertigt. Am Lueginsland begann Georg Haindl? den Ausbau einer Papierfabrik, wobei er von seinem Lehrherrn Friedrich Pustet aus Regensburg Unterstützung bekam.

Auch das Jahr 1853 brachte einige industrielle Meilensteine für Augsburg. So nahm am Stadtbach? eine Baumwoll-Spinnerei ihren Betrieb auf und Georg Heinzelmann? gründete eine Baumwoll-Feinspinnerei. Sie war die erste auf dem Gebiet des Deutschen Zollvereins und sollte die Einfuhr aus England, der Schweiz und dem Elsaß überflüssig machen.

Augsburg wurde mehr und mehr zur Textil-Metropole. 1856 begannen wieder zwei Textilfabriken mit der Produktion. Eine mechanische Weberei in Haunstetten und eine Weberei am Sparrenlech?.

Die Augsburger Börse war der Platz, an dem in dieser Zeit 6.650.000 Gulden in die Augsburger Industrie investiert wurde. 1862 zählte man ca. 8.000 Arbeiter, die in Augsburger Industriebetrieben ihr Brot verdienten. Gleichzeitig aber wurde das Weberhaus, bisher Zunfthaus der Weber, an die Stadt verkauft, was zeigte, dass das Weberhandwerk in Augsburg zusammengebrochen war.

Die Augsburger Textilindustrie blühte und entwickelte sich, bis der Amerikanische Bürgerkrieg mit seinen Einfuhrzollerhöhungen den Industriemotor auch in Augsburg etwas unrunder laufen ließ. Mutig war in dieser Zeit Michael Nagler?, der 1863 trotz der Krise im Schüleschen Industriepalast eine weitere mechanische Weberei eröffnete.

Zwar gingen Ende der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts einige Augsburger Banken in neuen bayerischen Großbanken auf, doch entwickelte sich Augsburgs Industrie und Gewerbe günstig. Vor allem der für Deutschland günstige Ausgang des Deutsch-Französischen Krieges führte zu einer weiteren Aufwärtsentwicklung der Augsburger Industrie. Damals begann die Geschichte von Firmen, die noch im 20. Jahrhundert Erfolge feierten und zum Teil noch heute bestehen.

20. Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg

Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre besaß Schwaben eine leistungsfähige Wirtschaft. 1958 zählte man 460.000 beschäftigte Arbeitnehmer. Um 1960 arbeiteten davon etwa 168.000 in Industriebetrieben mit mehr als 10 Beschäftigten. Was aber nicht bedeutete, dass die Region damals ein Industriegebiet gewesen ist, denn nur 12 von 100 Beschäftigten arbeiteten damals in Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten.

Die Landwirtschaft hatte damals im Regierungsbezirk Schwaben etwa 69.000 Betriebe, die meist klein- und mittelbäuerlich strukturiert war: 80 % der Betriebe überschritten nicht die 20 Hektar. Eine Besonderheit war die ausgedehnte Almwirtschaft, die über eine Milliarde Liter Milch erzeugte und Schwaben zur Käseküche Deutschlands werden ließ. Es gab im Allgaeu große milchverarbeitende Betriebe in Kempten, Kaufbeuren, Bießenhofen? und Lindenberg?. In Kempten saß auch die Allgäuer Milch- und Käsebörse und die Zentrale der genossenschaftlichen Zusammenschlüsse.

Stark war in den Endfünfzigern auch noch die Textilindustrie. In 273 Betrieben der Textil- und Bekleidungsindustrie arbeiteten 1960 etwa 53.000 Menschen, allein 20.000 in etwa 60 Augsburger Unternehmen. Es gab Spinnereien und Webereien, Garn- und Gewebeerzeugung. Bekannt waren vor allem der Augsburger Barchent? und das Augsburger Kattun?.

Nicht minder ein Schwergewicht war die Metallindustrie in Schwaben. Mitte 1960 gab es etwa 48.000 Beschäftigte in dieser Branche, allein 21.000 davon in Augsburg, wo der Schwerpunkt der schwäbischen Metallindustrie lag, die jedoch über das ganze Schwabenland verteilt war. Produziert wurden Straßenbaumaschinen, Stahlkonstruktionen, Waggons, Dieseltriebzüge, Schiffsmotoren und Maschinen aller Art. Damals stammte ein Drittel des bayerischen Maschinenexports aus Schwaben.

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Auch die Chemieindustrie hatte sich wegen des Wasserreichtums hier niedergelassen. Trevira und Perlon wurden in Bobingen gefertigt, halbsynthetische Wachse und synthetischer Kampfer wurden in Gersthofen hergestellt, daneben gab es manche pharmazeutisch-chemische Fabrik in Augsburg und Umgebung.

Neu auf schwäbischem Boden hatte sich die Schmuckwarenindustrie angesiedelt, die vor allem aus Gablonz? hierher verlegt worden war.

Durch den natürlichen Holzreichtum Schwabens konnte auch die Holzindustrie hier ein wichtiger Industriefaktor werden. Nicht zuletzt gab es eine starke schwäbische Papierindustrie, die Hand in Hand mit guten schwäbischen Druckereien arbeitete. Pergamentpapier aus dem Allgäu machte um 1960 mehr als die Hälfte der deutschen Erzeugung aus.

Zuletzt ist noch der Handel zu erwähnen, der zwar nicht mehr so bedeutend wie in der Vergangenheit war, aber immer noch 16.000 Betriebe mit etwa 50.000 Beschäftigten aufwies, die im Jahr etwa 3 Milliarden Mark umsetzten. Starke Logistik- und Speditionsfirmen ergänzten diese Seite der schwäbischen bzw. Augsburger Wirtschaft.


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