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Windenergie

Allgemeines

Geschichte

Seit 2011 sind nicht mehr 37% der Landesfläche in Bayern tabu für Windkraft, sondern nur noch 10%. Um den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung von derzeit rund 1 % auf etwa 10 % in Bayern zu erhöhen, müssten bis 2021 1500 Windkraftanlagen mit je drei Megawatt Leistung gebaut werden.

Ende Oktober 2011 wird für die Landkreise Landkreis Aichach-Friedberg, Augsburg und Augsburg Stadt eine regionale Energieagentur gegründet. Die Agentur soll eine kostenfreie, unverbindliche und interessensneutrale Erstberatung anbieten, das Know-how der Region bündeln und die zuständigen Akteure vernetzen. 2011 lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromernte in Schwaben bei 24%, in Aichach-Friedberg bei 31%, in Augsburg bei 19% und in Mering bei 12%.

In den Jahren 2011/12 wurden neue Anlagen von 2,4 und drei Megawatt für Landstandorte mit schwachem und mittlerem Wind auf dem Markt eingeführt, was besonders für Bayern Bedeutung hatte.

augsburg.tv-Beitrag vom 4. November 2011 zum Thema Windkraft in der Region Augsburg

Im Januar 2012 wurden die bayerischen Gemeinden aufgefordert, auf ihrem jeweiligen Gemeindegebiet möglichst viele große Flächen zu benennen, die als mögliche Standorte für den Neubau von Windkraftanlagen in Frage kommen. In diesem Zusammenhang wandte sich die ÖDP Augsburg in einem offenen Brief an den damaligen Oberbürgermeister? der Stadt Augsburg und forderte ihn auf, sich persönlich für die Energiewende in der Region Augsburg einzusetzen. Denn, so hieß es in dem Brief: „Der noch geltende Regionalplan schließt den Bau von Windkraftanlagen in der Region praktisch aus. Damit die Energiewende für Augsburg also überhaupt eine Chance bekommen kann, brauchen wir die Ausweisung von ausreichenden geeigneten Windvorranggebieten im Regionalplan … Es muss jetzt mit allerhöchster Priorität daran gegangen werden, für Augsburg genügend Standorte für mögliche Windkraftanlagen zu sichern … Wenn wir diese Gelegenheit verschlafen, findet die Energiewende ohne die Augsburger statt.“ Als Standorte für Windkraftanlagen in Augsburg brachte die ÖDP Augsburg beispielsweise Flächen entlang der großen Einfallstraßen, in Randbereichen von Industrieflächen, in Augsburgs ausgedehnten Waldflächen oder rund um die SGL-Arena ins Spiel.

Am 23. März 2012 fand die 1. Schwäbische Windkonferenz statt, die von Christine Kamm organisiert wurde. Mit der Konferenz sollte sichergestellt werden, dass der Ausbau der Windenergie nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg, sondern zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort erfolgt. Es ging dabei um den Stand der Technik für Schwachwindstandorte wie in Bayerisch Schwaben?, um Planungshilfen für Kommunen und um Schritte zur Umsetzung der Planungen.

Im April 2012 schlug die damalige konservative Stadtregierung (CSU und Pro Augsburg) von Augsburg dem Regionalen Planungsverband eine einzige Fläche für die Nutzung von Windenergie in Augsburg vor. Der Vorschlag wurde vom Stadtplanungsamtes? erarbeitet und geht auf einem Antrag der Grünen Fraktion vom April 2011 zurück.

Am 27. Juli 2013 monierte Christine Kamm, dass der Planungsverband Augsburg/Aichach-Friedberg/Dillingen/Donauries zu wenig in der Windenergie voranbringe. „Während in Gundremmingen die Atomstromproduktion sogar noch ausgeweitet werden soll, geht bei der Ausweisung neuer Vorranggebiete für Windenergie in Nordschwaben nichts, aber auch gar nichts voran“, so ihr Fazit nach einer vorangegangenen Sitzung des Regionalen Planungsverbands Augsburg Nord. Zwar wurde vom Gremium eine fünf Kilometer breite Tabuzone um den Riesrand abgelehnt, jedoch fehlte eine adäquate Klärung der Zulässigkeit von Windkraft in den windhöffigen Gebieten rund um das Donauries. Somit blieb trotz der Ablehnung der bisherigen Tabuzone das unzulässige überdimensionierte Ausschlussgebiet des bisherigen Regionalplans vorerst bestehen. Die geologische Besonderheit des Rieskraters ist sicherlich schützenswert, aber moderne große und langsam drehende Gruppen von Windkraftanlagen außerhalb des Kraters – vielleicht 200 oder 300 Meter vom Kraterrand abgesetzt – sind an drei oder vier Stellen durchaus vertretbar. Außerdem sei es Aufgabe der Verwaltung, eine für die Energiewende ausreichende Zahl neuer Vorranggebiete zur Beschlussfassung vorzulegen. Doch, so Kamm, zu kritisieren sei, dass immer noch keine neuen Vorranggebiete beraten würden. Die Überlegungen vor Ort müssten zügiger diskutiert werden und Vorschläge für neue Vorranggebiete eingebracht werden. Auch das Zonierungskonzept Westliche Wälder? müsse endlich zügig bearbeitet werden.

Im Dezember 2013 beschloss der Regionale Planungsverband Augsburg, die weiteren Planungen zur Überarbeitung des Regionalplans, Teilfachkapitel Windenergie, mit dem Ziel mehr Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen, vorerst nicht weiter zu verfolgen, weil dies mit dem Koalitionsvertragsentwurf zwischen Union und SPD kollidiere, der es zulässt, dass die Länder ihre eigenen Abstandsregelungen festlegen können. Nach der Verabschiedung des Koalitionsvertrags wurde die Ankündigung von CSU -Ministerpräsident Seehofer, in Bayern der Abstand von einem Windrad zu Wohnbebauung das 10-fache von dessen Höhe betragen muss, aktuell. Das bedeutete, dass es fast unmöglich wurde neue Flächen für Windkraft in Bayern auszuweisen. Im gesamten Regionalen Planungsverband Augsburg kam nach dieser Festlegung kein einziges neues Windrad mehr in Frage.“ Damit wurden Energiegenossenschaften vor Ort ausgebremst, die von ortsansässigen Bürger/-innen hätten finanziert werden können, um die Erträge der Energiewende in der Region zu halten.

Details

Um rund 2.000 Haushalte mit Strom zu versorgen, benötigt man eine Windkraftanlage, die 2,3 Megawatt produziert. Um eine solche Anlage zu bauen, ist für die Gemeinden professioneller Planungsbeistand nötig, denn allein ein Windgutachten kostet 50.000 bis 100.000 Euro (18-monatige Messung). Je nach Standort benötigten die Gemeinden zusätzlich artenschutzrechtliche Gutachten, Bodengutachten und Turbulenzgutachten. Eine erste, grobe Einschätzung durch einen Windgutachter mit einer Standortbesichtigung kostet jedoch nur einige hundert Euro und erleichtert erste Planungen (Stand 2011).

Die GRÜNEN fordern eine transparente Standortsuche und die finanzielle Beteiligung der Menschen an den Windanlagen - ob als Genossenschaftler oder als Kommanditisten einer GmbH & Co. KG.

Weblinks


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