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Volkssiedlung
auch "Siedlung des Volkes"; gehört zum Augsburger Planungsraum Universitätsviertel.

Stele "Siedlung des Volkes" - (c) by Arno Loeb
Allgemeines
Die Siedlung umfasste zunächst etwas mehr als 40 Häuser (knapp 60 Wohnungen) und liegt an der Einmündung der Bürgermeister-Ulrich-Straße? in die Haunstetterstraße?. Heute gehört sie der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg?, sofern nicht ihre Bewohner einzelne Häuser oder Wohnungen gekauft haben. Südlich der Volkssiedlung befand sich früher landwirtschaftlich genutzte Fläche, die heute vollkommen bebaut ist.
Geschichte
Errichtet wurde die Siedlung nach Plänen des Stadtbauamtes? in den Jahren 1934 bis 1936. Als "Schöpfers der Pläne" wurde Regierungsbaumeister und Stadtrat Freyberger angegeben. Bis 1945 trug die Siedlung den Namen "Karl-Wahl-Siedlung" und war damit nach dem vor allem in Augsburg tätigen NS-Politiker, Gauleiter und Regierungspräsidenten Karl Wahl? benannt. Wohnen konnten damals nur Mitglieder der NSDAP? in der Siedlung.
Den Beginn der Siedlung kann man im Spendenaufruf des damaligen NSDAP? -Gauleiters von Schwaben, Karl Wahl? erkennen, der am Geburtstag des Führers (20. April 1934) zu Spenden für den Wohnungsbau aufrief ("Karl-Wahl-Spende"). Die Spenden wurden in die "Karl-Wahl-Stiftung" eingebracht, die am 26. Februar 1935 vom Augsburger Stadtrat als "gemeinnütziges Wohnungsunternehmen im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung" anerkannt wurde.
Die Volkssiedlung wurde offiziell am am 1. Juli 1935 bezogen. Die Straßenbahn-Haltestelle der damaligen Linie 4 trug den Namen "Karl-Wahl-Siedlung".
In Richtung Stadt Augsburg befanden sich Gebäude der Firma Epple und Buxbaum. Heute steht ein Gedenkstein, der an die Firma erinnern soll, bei der Haltestelle der Straßenbahnline 2, Haltstelle "Dürrer Ast", auf der Westseite der Haunstetterstraße?. "Dieser Eingangspfosten ist das letzte Zeugnis eines 1922 errichteten Zweigwerkes der Landmaschinenfabrik Epple und Buxbaum?. In der Nachfolge wurde auf diesem Gelände die deutsche Flugtechnik entscheidend weiterentwickelt." Dort entstand nämlich das Messerschmittwerk II.
1951 hat man die "Karl-Wahl-Stiftung" aufgelöst und die Siedlung ging an die „Wohnungsbauhilfe im Regierungsbezirk Schwaben“ über. Diese Gesellschaft wurde 1961 liquidiert.
Details
Zu Beginn wurden 39 einstöckige Einfamilienhäuser und drei zweistöckige Wohnblöcke gebaut, jeweils mit ausgebautem Dachgeschoß. Der Siebentischwald ist in unmittelbarer Nähe gelegen. Änlich wie die Fuggerei ist die Volkssiedlung ein selbständiges, in sich abgeschlossenes Gebilde mit vier eigenen Straßenzügen und zwei Zufahrtstraßen. Für jede Wohnung wurden etwa 300 Quadratmeter Gartenland geplant - als Freizeitbeschäftigung, Nebenverdienst und Spielgelegenheit für die Kinder. Jede Wohnung sollte mindestens 62 Quadratmeter aufweisen.
Um der Siedlung einen besonderen Charakter zu geben, wurde die Front zur Haunstetterstraße? in besonderer Weise gestaltet. "Hinter diese allgemeine Baulinie tritt der große, mittlere Wohnblock zurück, so daß zwischen seiner Front und dem Gehsteig genügend Raum für eine Zieranlage mit Rasenflächen oder vielleicht auch Blumenbeeten bleibt, in deren Mitte sich später ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Errichtung der Stiftung durch Gauleiter Karl Wahl und das schwäbische Volk erheben soll", heiß es in einem zeitgenössischen Zeitungsartikel.
Vor dem Haupt-Wohnblock der Volkssiedlung steht der "Denkmalbrunnen" mit einer Säule, auf der ursprünglich ein Adler angebracht war, der in seinen Krallen einen Kranz mit Hakenkreuz hielt. Unten an der Säule, zur Haunstetterstraße?] hin war eine Erinnerungstafel angebracht. Auf beiden Seiten der Säule befand sich je ein kleines Brunnenbecken und ein Wasserrohr, das aus der Säule kam. Nach dem Krieg hat man den Adler auf der Säule durch ein Storchennest ersetzt, die Erinnerungstafel ersatzlos entfernt, die Brunnenbecken verschlossen und die Wasserrohre demontiert. Die Erinnerungstafel trug den Text: "Siedlung des Volkes - entstanden aus freiwilligen Spenden des schwäbischen Volkes, zu denen der Gauleiter von Schwaben Karl Wahl am 20. 4. 1934 dem Geburtstag des Führers im 2. Jahr des Sieges der nationalsozialistischen Bewegung aufgerufen hat. Dem heroischen Opferwillen und dem dadurch bekundeten freudigen Bekenntnis zur Volksgemeinschaft von arm und reich der schwäbischen Bevölkerung sei mit dieser Siedlung ein unvergessliches Denkmal gesetzt. 1935."
Die Straßenbahnlinie 2 und die Buslinie 94? halten an der Haltestelle "Volkssiedlung".
Weblinks
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