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Via Danubia

Eine römische Heerstraße, die an der Donau? entlangführt.

Allgemeines

Die Straße führt zwischen Günzburg und Burgheim? nahe Rain? in etwa der alten römischen Donau? -Südstraße oder der später nördlich gebauten Parallele. So erschließt sie zum einen die römische Grenze an der Donau? und zum anderen das Nördlinger Ries, das etwa 90 n. Chr. in der Zeit des Kaisers Domitian römisch wurde.

Bei Günzburg befand sich ein Kastell, das heute überbaut ist. Hier zog sich 800 Meter auf beiden Seiten der Donau? -Südstraße ein vicus entlang, das heute überbaut ist. In einer Nekropole, die dazu gehörte, fand man mehr als 1.700 Brand- und Körpergräber.

Als im 3. Jahrhundert die Alemannen? in Raetien einfielen, verlegte man das Kastell in die Nähe der Stadtpfarrkirche St. Martin, wo im "Hotel Römer" noch ein mächtiger Gussmauerblock – ein Mauerstück des neuen Kastells von Gontia – zu sehen ist. Der Turm der Martinskirche besteht im unteren Teil aus Steinen aus der Römerzeit.

Am westlichen Rand von Offingen? hat man einen Beobachtungsturm errichtet, der die Aussicht über das Donautal ermöglicht und römischen Vorbildern nachempfunden ist. Weiter nördlich kann man in Gundelfingen? den Nachbau einer Römerstraße besichtigen. Ein in der Stadt gefundener römischer Meilenstein erlaubte es das nahe Faimingen? als das antike "Phoebiana" zu identifizieren. Das römische Kastell liegt unter neuzeitlicher Bebauung verborgen.

Um die Mitte des 2. Jahrhunderts wurde hier in Faimingen? ein Tempelbezirk mit dem Tempel des Apollo Grannus erbaut. Heute ist der Tempel zum Teil nachgebaut und zugänglich. Der Bezirk muss sehr repräsentativ gewesen sein, denn Kaiser Caracalla hielt sich hier vermutlich während seiner Alamannenfeldzüge auf – wahrscheinlich, um Linderung seiner Leiden zu suchen. Phoebus war der Beiname des Heilgottes Apoll. Die Römer "adoptierten" einfach den Bezirk des keltischen Heilgottes Grannus.

Das Wahrzeichen der Stadt Lauingen stammt aus der Gotik und zeigt den so genannten "Schimmelturm". In ihm waren Quadersteine des römischen Kastells "Phoebiana" verbaut, das zwölf Wachttürme und vier Tore hatte, also ganz imposant gewesen sein muss. Auch ein römischer Militärposten bei Gundremmingen ("Bürgle") hat man mit Spolien aus Faimingen? erbaut. Man sieht die Strukturen noch am Aschberg, wo die Römerstraße zwischen Faimingen? und Augsburg die Donau? -Südstraße kreuzte. Auf dem Aschberg lag ein Kastell-Vicus. Hier fand man z. B. einen Paradehelm oder Lanzenspitzen, vor allem aber eine Töpferei, die im 2. und 3. Jahrhundert den Bedarf an Geschirr der nahen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum? decken half.

Auch östlich von Aislingen? liegt der Sebastiansberg, wo Römer zwischen 40 und 80 n. Chr. einen Stützpunkt errichteten. Von hier führte die Via Danubia über Glött?, Holzheim? und Binswangen? nach Wertingen?. Im Museum von Wertingen? sind zahlreiche römische Exponate ausgestellt. Auch zwischen Buttenwiesen?, Lauterbach? und Mertingen? sind Reste der römischen Trasse der Donau? -Südstraße vorhanden. Bei Mertingen? wird die Trasse durch eine Prügelstraße in sumpfigem Gelände zum Lechübergang hin ersetzt. Hier bei Mertingen? stand auf einer Anhöhe über dem Lechtal das Kastell Submuntorium, heute „Burghöfe“ genannt. Genau hier endete die Via Claudia Augusta, die hier auf die Donau?- Südstraße stieß. Das Kastell und der dazugehörige Vicus waren bis zum Anfang des 5. Jahrhunderts besetzt.

Im Osten lag Oberndorf am Lech?, wo man die Reste einer Villav rustica überbaut hat. Über Rain? und Burgheim? führt die Via Danubia bis zur Ostgrenze des Landkreises Donau-Ries?.

Nördlich der Via Danubia lebten die Römer im Nördlinger Ries. Südlich der Donau? verläuft die Via Danubia. Bei Donauwörth gab es einen Donauübergang, den die Römer benutzten um dann ihren Weg auf einigen kleinen Versorgungsstraßen zu den Kastellen und Vici am Limes fortzusetzen. Das Nördlinger Ries ist eine fruchtbare Kraterlandschaft und wurde vom Limes halbkreisförmig umfangen und geschützt. So konnten die Römer die "Kornkammer" Ries ausbeuten, was etwa 100 aufgespürte römische Gutshöfe untermauern. Sie waren mit so viel Land ausgestattet, dass sie an die Kastelle und andere militärische Einrichtungen liefern konnten.

Bei Nördlingen? liegt Holheim?, wo man an Hand einer Villa rustica sehen kann, wie man zur Römerzeit hier in der Gegend lebte. Im 3. Jahrhundert brannte die Villa in den Germanenwirren ab. Die Ofnethöhlen im Riegelberg zwischen dieser Villa rustica und Nördlingen? waren schon von Steinzeitmenschen genutzt worden.

Eine ähnliche Villa kann man in Großsorheim? bei Harburg? oder in Hüssingen? besichtigen. Um die Villen und die Großgüter im Nördlinger Ries zu schützen, hat man im Ries zwei Kastelle in Holz-Erde-Bauweise angelegt: in Munningen? (Losodica), das von einer Auxiliareinheit nur etwa 20 Jahre lang benutzt wurde, und Nördlingen?. Am Ries-Nordrand gab es noch ein Reiterkastell in Ruffenhofen?. Daran erinnert ein Römerpark als größtes süddeutsches Archäotop.

Geschichte

Details

Von der Donaustadt Günzburg zieht sich heute ein Radwanderweg bis nach Burgheim? im Landkreis Donau-Ries? durchs Donautal.

Weblinks


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