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Unsichtbare Küsse

Die Luft geladen wie geschwängert, bettet sie behutsam ihre Liebesbrut.
Empfindliche, verwirrte Existenzen jenes Blütenschaars, der Kastanie,
dessen Seim sie inne lässt, wild zucken und erscheinen.
Nebst Kitzeltier und müden Katern, ruhen Erdbeeren schon seit langem,
im Wohlgedanken der Reserve still.
Vollbrachten hin und wieder frei, stolze edle Taten.
In einem Sein hat sich zum Glücke meiner
der Wandel nicht bewährt.
Hier sitzt sie überzuckert nun, vom Tau befeuchtet, verfroren wie gelehrt.
Sie dient als Süßstoff meiner Träume, welche sie mit Glück umweht,
und glänzt beseelt durchblutet, an den wahren Stellen ihres Wuchs.
Ihr Liedschlag befugt mein innerstes Verlangen.
Es will sich äußern, will sich mehren;
ihr Lächeln mir den Eindruck schafft,
als dürfte ich unendlich ihrer Liebe zehren, als würden sich ganz unverhofft
vor mir Seifenblasen
mit Märchenhaftem leeren.
Sie ist und bleibt ein Wunder, ein surrealer Traum,
ein Abziehbildchen vergangener Leben, ein unsichtbarer Kuss.

von Stefan Leising


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