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Uebelherr, Linda

eine deutsche Pop-Sängerin aus der Region Augsburg, die unter dem Künstlernamen Linda G. Thompson international bekannt wurde

Leben und Wirken

Linda G. Thompson 2013

Augsburger Anfänge

Geboren wurde Linda G. Thompson als Linda Uebelherr am 21. September 1948 in Gersthofen bei Augsburg. Linda Uebelherr kam aus einer sehr musikalischen Familie. Ihre Begabung kam ihrer eigenen Meinung nach von ihrem Vater. Auch ihre drei Brüder machten Musik. Sigi und Willy? bei Udo Jürgens, Bruno? war Schlagzeuger in einer Tanzband.

Die ersten Kontakte zur Pop-Musik bekam Linda Uebelherr als Angestellte im Musikalienhandel. Ab 1964/65 wandte sie sich als Sängerin der Musik zu. Schon mit 16 Jahren stand Linda Uebelherr in Augsburg auf der Bühne. Sie bewarb sich bei einem einem Talent-Wettbewerb in der Tarantel? im Siedlerhof?, den sie gewann. Die Endausscheidung fand im NCR? -Saal statt. Linda Uebelherr bekam damals einen Schallplatten-Vetrag.

September 2009: Silver Convention live mit Bigband in der Sendung 'I migliori anni', Rom (IT)

Ein Jahr später gab sie sich den Künstlernamen Gigi und sang hin und wieder bei den The Rough Roads. Fest sang sie in den Augsburger Bands Charly Braun Sextett? und The Surfboys. „Sie ist 17 Jahr und hat zur Abwechslung kein blondes Haar, sondern einen brünetten Bubikopf und wenn man ihr ein Kompliment macht, lächelt sie verschmitzt mit einem herzigen Grübchen auf ihrer linken Wange. Jetzt ist sie zu einem Plattensternchen geworden. Zweifellos ein weiteres hoffnungsvolles Talent aus Augsburg", berichtete Klatschonkel Peter Pan und wies damit auf ihre erste CBS-Single „Verliebte Geigen" hin.

Die Anspielung auf den Udo-Jürgens-Hit „17 Jahr, blondes Haar" zielte auf die guten Beziehungen der Musiker-Familie Uebelherr zu dem österreichischen Sänger ab (Lindas Brüder Sigi und Willy? spielten in der Band von Udo Jürgens).

Nationale und internationale Erfolge

1967 stieg Linda Uebelherr bei den Cornely Singers ein und kam mit Monatsengagements nach Davos, St. Moritz und andere schöne Orte. Silvester 1969 agierte Linda Uebelherr im ZDF mit den Cornely Singers, während ihre Brüder mit Udo Jürgens in der ARD auftraten. „Das kann ja heiter werden", hieß die Show mit dem Uebelherr-Nesthäckchen als Chor-Girl. Nach dem Ausscheiden von Joe Kienemann und Linda Uebelherr lösten sich die Cornely Singers im Herbst 1971 auf.

Weitere musikalische Stationen folgten: Love Generation, Les Humphries Singers, Silver Convention. Zu Love Generation ging Linda Uebelherr 1972, bei den Les Humphries Singers war sie in den Jahren 1973/74. Die Les Humpries Singers sind eine internationale Gesangsgruppe mit etwa 40 Mio. verkauften Tonträgern. Die international besetzte Gruppe stand zu dieser Zeit in ganz Europa an Nummer 1 der Charts, etwa mit „Mamma Lou", „Mexico", “Kansas City” oder „Carneval". Silver Convention ist ein weltweit erfolgreiches Pop-Disco-Trio, das den Grammy gewann und viele Millionen verkaufte Tonträger vorweisen kann. Die Erfolgsprozenten Sylvester Levay und Michael Kunze waren es, die Silver Convention auf die Beine brachten.

1975 ging Linda Uebelherr zu Ralph Siegels Jupiter Records. Auf Siegels Vorschlag nahm Linda Uebelherr im selben Jahr den Künstlernamen Linda G. Thompson an.

Mit Silver Convention sang Linda G. Thompson den Super-Disco-Hit "Fly Robin Fly" ein. Mit diesem Pop-Disco-Trio feierte sie ihre größten Erfolge. Neben Linda G. Thompson gehörten Penny McLean und Ramona Wulf zu Silver Convention. Auch der gemeinsam gesungene Titel "Get Up and Boogie" war ein Welterfolg, der sich bis auf Platz 1 der Billboard Charts in Amerika vorarbeitete. Zum ersten Mal in der Musikgeschichte wurde ein in Deutschland komponierter, produzierter und von einem Deutschen auf Englisch getexteter Song die Nummer 1 in den USA. Nicht zu vergessen "Save Me"! Ende 1976 verließ Linda G. Thompson Silver Convention und die New Yorkerin Rhonda Heath trat an ihre Stelle.

Eigene Wege

Nach der Trennung von Silver Convention produzierten Kunze und Levay mit Linda G. Thompson noch die Solosingle "Ooh What a Night", die unter anderem auf Platz vier in den australischen Charts kletterte. Bis 1980 veröffentlichte Linda G. Thompson entweder als Solistin oder im Duett mit Jerry Rix verschiedene Singles. 1979 kam sie mit Jerry Rix und dem Titel "Wochenende" bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest auf Platz elf.

Anfang 1980 stieß Linda G. Thompson zu den Sängerinnen von The Hornettes, einem Frauen-Quartett. Zu dem Quartett gehörten auch Gitta Walthers und Lucy Neale sowie Christina Harrison. Singles kamen heraus und mit gut arrangierten Songs wurden die Hornettes zum Top-Act bei Bällen und Festen in ganz Deutschland. Ebenfalls 1980 wechselte Linda G. Thompson zu Ariola.

Mit "The Hornettes" trat Linda G. Thompson 1981 erneut bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest auf. Sie war die Leadsängerin des Damenquartetts und sang den Song "Mannequin". Das brachte den zweiten Platz in der Vorentscheidung. "Mannequin" kam in der deutschen Verkaufshitparade im Frühjahr 1981 auf Rang 27. The Hornettes waren bis in die frühen 1990er Jahre in deutschen Fernsehsendungen und auf nationalen und internationalen Konzertbühnen zu sehen.

1983 nahm sie mit "The Hornettes" und dem Lied "Hello, Mr. Radio" am österreichischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil. Ergebnis war der dritte Platz.

Die Zeit mit "The Hornettes" war für Linda G. Thompson nach eigener Aussage die Zeit, in der sie den meisten Spaß hatte. Wie die Andrews Sisters im Satzgesang zu arbeiten, war für sie und ihre Kolleginnen sowohl stimmlich als auch musikalisch eine interessante Herausforderung. Dazu kamen witzige und anspruchsvolle Shows, für die die Hornettes sowohl vom Publikum wie von der Musikbranche viel Lob erhielten. Sie tourte mit "The Hornettes" nach Brasilien, Kenia, in die Karibik und nach Skandinavien. Als Fans der Gruppe outeten sich unter anderem Gunter Sachs, Boris Becker, Christina Onassis, Madame Rochas, Gerd Käfer, Walter Scheel etc. Auftritte beim Bundespresseball, Ball des Sports, Madameball, der RTL-Löwenverleihung, bei der Bambiverleihung und beim Filmball zählten zu ihren weiteren Erfolgen.

Die Gegenwart

Linda G. Thompson stand am 9. Januar 2009 in der Augsburger Schwabenhalle mit den Les Humphries Singers auf der Bühne. Im August 2009 wurde Linda G. Thompson wieder Mitglied der erneuerten Les Humphries Singers.

In den letzten Jahren entdeckte Linda G. Thompson ein neues musikalisches Genre aus Anleihen bei Lounge easy-going melow soft jazz, den sie in ihrer eigenen Weise interpretierte als ihre Vision von Latino Musik. Sie sang dabei in Englisch, Französisch und Spanisch. Ihre Band bestand aus Klavier (gespielt von Willy Uebelherr?, ihrem Bruder und dem ehemaligen Arrangeur und musikalischen Leiter von Udo Jürgens), Percussion, Gitarre und Bass. Selbst mit 18-köpfiger Bigband trat sie hin und wieder auf.

Bis heute ist Linda G. Thompson als Musikerin auf Galas, Empfängen und Festivals aktiv. Hin und wieder arbeitet sie als Fotostylistin und Linda G. Thompson malt.

Diskographie

  • 1967 Bye, Bye, Bye, My Love (Cornely Singers)
  • 1969 It Is Love (Love Generation)
  • 1972 Mexico (Les Humphries Singers)
  • 1973 Kansas City (Les Humphries Singers)
  • 1975 Fly Robin Fly und Save me (Silver Convention)
  • 1976 Get Up and Boogie (Silver Convention)
  • 1976 Ooh What A Night
  • 1978 Du bist Schuld, dass unsere Kinder so aussehen wie du (mit Jerry Rix)
  • 1979 Mockin' Bird Hill
  • 1979 Wochenende (mit Jerry Rix)
  • 1980 Flight To Fantasy
  • 1981 Mannequin und Waikiki Tamouré (The Hornettes)
  • 1982 We Are On The Way-O (The Hornettes)

Auszeichnungen und Preise

  • 1975 Grammy Award für "Fly, Robin, Fly" - Best R&B Instrumental Performance, as a member of Silver Convention.
  • Verschiedene Goldene Schallplatten als Mitglied von The Les Humphries Singers und Silver Convention.
  • 1979 und 1981 Deutsche Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest
  • 1983 Österreichische Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest

Sonstiges

Linda G. Thompson zeigt eine große musikalische Breite, die von Disco über Folk, Latino bis zum Soul reicht. Sie fasziniert durch ihr tiefes Timbre, ihre Stimmengewalt und ihre energiegeladene Ausstrahlung.

Heute lebt Linda G. Thompson in München.

Weblinks


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