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Straßenbahn-Betriebshof Rotes Tor

auch Straßenbahnbetriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße; Beispiel für eine unter komplizierten Bedingungen gelungene Modernisierung eines alten Straßenbahn-Betriebshofes in Augsburg

Allgemeines

Der Betriebshof beinhaltet eine Schwerpunktwerkstatt für die Instandhaltung der Fahrzeuge, ohne wie früher in Haupt- und Betriebswerkstätten zu trennen. Diese Schwerpunktwerkstatt hat fünf verschiedene Bereiche: Zum einen gibt es Gleise für Instandsetzungsarbeiten unter und auf dem Fahrzeug, dann eine Karosserie-Abteilung, ein Vorbereitungsbereich für das Lackieren, eine Lackierbox, ein Versorgungsgleis für Sand und Schmierstoffe sowie ein Gleis mit einer Unterflurdrehmaschine.

Drei Staugleise sammeln die einrückenden Wagen. Von hier durchfahren alle Trams das Versorgungsgleis, wo sie besandet und gewaschen werden. Danach kommen sie auf die überdachten Abstellgleise, wo sie während der Nacht im Innern gereinigt werden.

Auch die Bahnbauwerkstatt ist hier untergebracht. Ihre Aufgaben sind die Instandhaltung von Gleisen, Signaltechnik und Fahrleitungen.

Der Betriebshof ist weitestgehend ökologisch ausgerichtet. So verwendet man das Waschwasser der Außenreinigung mehrmals und gewinnt Regenwasser als Frischwasser in einem Regensammelbecken. Warmwasser wird durch eine Solaranlage hergestellt und die Dachflächen sind zum Teil begrünt.

Geschichte

Ein Teil des heutigen Straßenbahn-Betriebshofs Rotes Tor geht in der Substanz auf den ersten Augsburger Bahnhof zurück, der im Zuge des Baus der Bahnlinie München - Augsburg gebaut und am 4. Oktober 1840 in Betrieb genommen wurde "unter dem beständigen Jauchzen der dicht gedrängten Zuschauer, dem Donner der Böller und dem Spiele der Musikchöre des Regiments Prinz Carl und des Chevaulegersregiments", wie es in einem zeitgenössischen Bericht hieß. Lange war der Bahnhof nicht in Betrieb, denn schon sechs Jahre später verlegte man den Haltepunkt der Bahnlinie an den Rosenauberg? (heutiger Hauptbahnhof).

Im Jahr 1898 baute die Augsburger Straßenbahn den Straßenbahn-Betriebshof Senkelbach. Weil dieser für den Betrieb der Straßenbahn nicht mehr ausreichte, kaufte man 1920 die Halle des ehemaligen ersten Augsburger Bahnhofs und das anliegende Gelände, um einen neuen Betriebshof zu bauen. Weil die alte Bahnhofshalle unter Denkmalschutz? stand, wurde sie kurzerhand in das Konzept für den Betriebshof integriert.

1991 leisteten sich die Stadtwerke Augsburg mit dem Kauf von 20 ausrangierten Stuttgarter Straßenbahnen, die gerade einmal 26 Jahre in Betrieb waren, eine Verstärkung, um die steigenden Fahrgastzahlen zu bewältigen. Leider mussten sie auf dem Betriebshof-Gelände längere Zeit auf einen Umbau warten, weil nicht genügend Personal vorhanden war, um die Bahnen zügig für das Augsburger Straßenbahnnetz umzubauen.

1995 begannen Umbau und Erweiterung des Betriebshofs, 2001 konnten sie beendet werden. Hintergrund des Umbaus und der Erweiterung war die Notwendigkeit, neue Fahrzeuggenerationen unterzustellen und zu warten. Zunächst hatte man sich 1989 dazu entschieden, 30 Meter lange neue Wagen anzuschaffen, doch musste man diese Entscheidung schon bald revidieren, weil das Fahrgastaufkommen in Augsburg stark gestiegen war, so dass man sich dafür entschied, 40 Meter lange Gelenkwagen anzuschaffen. Noch während der Umbaumaßnahmen mussten die Werkstatt des Betriebshof erneut verlängert und die Hebestände für 42 Meter lange Wagen angepasst werden. Im Zuge der Modernisierung und Erweiterung des Betriebshofes Rotes Tor war es möglich, andere in Augsburg gelegene Hallen und Betriebsstätten wie den Straßenbahn-Betriebshof Senkelbach? aufzulassen, der 1898 für die "Elektrische" erbaut worden war.

Details

Der Mittelteil des Betriebshofes ist die unter Denkmalschutz? stehende Bahnsteighalle des 1840 erbauten ersten Augsburger Hauptbahnhofs an der Strecke München - Augsburg. Dieser Bahnhof wurde aber schon 1846 durch den Bau des heutigen Hauptbahnhofs seiner Funktion beraubt.

Adresse

Baumgartnerstraße? 9-11


Weblinks


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