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Straßenbahn

ein schienengebundenes mit elektrischer Energie betriebenes Transportmittel im Stadtverkehr des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), das den Bedingungen des Straßenverkehrs angepasst ist; in Augsburg ohne eigene Tunnelstrecken und daher keine U-Straßenbahn oder Stadtbahn; teilweise Erschließung das Umland und Verbindung mit anderen Städten (Stadtbergen)

Allgemeines

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In Augsburg kommt es oft vor, dass man sich nach dem Fahrplan der Straßenbahn erkundigt, denn hier ist die Tram, wie die meisten Augsburger sagen, Rückgrad des innerstädtischen Verkehrs. Andere Augsburger Begriffe für die Straßenbahn sind Straba (von Straßenbahn), oder nach den Linien "Einser", "die Zwei" etc. Ältere Augsburger benutzen für die letzte Tram in der Nacht hin und wieder noch den Begriff "Lumpensammler". Elektrische Straßenbahnen verbinden die Augsburger Stadtviertel miteinander, wenn es auch die Verkehrspolitik immer noch nicht geschafft hat, eine Ringbahn um Augsburg zu führen und die Straßenbahnlinien? immer noch mehr oder weniger sternförmig auf die Hauptdrehscheibe des Augsburger Verkehrs, den Königsplatz, zuführen, was das Erreichen nebeneinander liegender Augsburger Stadtviertel zu einer zeitraubenden Angelegenheit macht.

Die Stadt Augsburg sieht die Straßenbahn als innerstädtisches Schienenschnellverkehrsmittel und Grundgerüst des städtischen ÖPNV.

Bis heute ist in der Region Augsburg allein Stadtbergen mit einer Straßenbahnanbindung ausgestattet, die das Stadtgebiet einigermaßen gut erschließt. Der Nahverkehrsplan für die Nahverkehrsregion Augsburg von 1999 sah die Erschließung von Stadtbergen-Nord durch den Bau einer Straßenbahnlinie in der Bürgermeister-Ackermann-Straße? und die Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 vor. Der gleiche Nahverkehrsplan stufte die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 oder der damaligen Straßenbahnlinie 4 bis nach Königsbrunn als dringend ein.

Geschichte der Augsburger Straßenbahn

Während viele deutsche Städte ihre Straßenbahnen in den 1970er und 1980er Jahren abgebaut haben, blieben die sparsamen Augsburger Schwaben diesem Verkehrsmittel treu. Die Straßenbahn hat so viele Vorzüge, dass sie heute in Augsburg weiter ausgebaut wird, um die Innenstadt vom Individualverkehr zu entlasten. Welchen Weg die Augsburger Straßenbahn in die Moderne hinter sich hat, ist spannend und ein Teil der Verkehrspolitik in dieser Stadt.

Details

Bedeutung für Augsburg

Sicher war die Entwicklung der Augsburger Straßenbahn nicht immer einfach. Oft gab es wirtschaftliche Probleme. Und auch heute ist der Betrieb der Bahn nicht kostendeckend möglich. Aber: Auch wenn viele Augsburger ihre Straßenbahn nicht lieben, sie ist eine Notwendigkeit und ein wichtiger Baustein im Verkehrskonzept. Angesichts der Umweltprobleme, der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der Verteuerung von Erdöl und Erdgas ist es durchaus möglich, dass die Augsburger eines Tages noch froh um die Straßenbahn sind.

Man muss sich die Stadt nur einmal ohne Straßenbahn und Busse vorstellen: Ob dann das historische Augsburg für die Menschen noch attraktiv bliebe? Würde die Stadt nicht am Individualverkehr ersticken?

Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass die Stadt ohne die Straßenbahn wahrscheinlich weniger schnell zur Industriestadt, zur Großstadt geworden wäre. Schon im Jahr 1890, also nicht einmal 10 Jahre nach der Gründung, beförderte die Augsburger Straßenbahn 1.5 Millionen Menschen!

Linien

Die Augsburger Straßenbahnen wenden an den Endhaltestellen über Wendeschleifen. Alle Straßenbahnlinien besitzen Abschnitte mit einem eigenem Gleiskörper. Dieser kann ein Betonunterbau sein, der auch für Busse? befahrbar ist, oder aber ein Rasen- bzw. Schottergleis. Andere Abschnitte der Augsburger Tramlinien verlaufen aber immer noch über Fahrbahnen, die sich die Straßenbahnen mit dem Individualverkehr teilen müssen.

Die Taktzeiten der Straßenbahn-Linien unterscheiden sich tagsüber:

An Schultagen verkehren sie alle 5 Minuten; die 5-Minuten-Taktung wurde am 1. Oktober 1990 eingeführt.
Während der Ferien verkehren die Tramlinien alle 7,5 Minuten.
An Samstagen fahren die Straßenbahnen in Augsburg alle 10 Minuten, außer an den Adventssamstagen, an denen die 5-Minuten-Taktung gilt.
An Sonn- und Feiertagen und täglich ab etwa 19 Uhr ist die Taktung der Augsburger Straßenbahnlinie 15 Minuten.

Kritische Stellen im Liniennetz:

  • die geneigte Kurve der Straßenbahnlinie am Klinikum Augsburg
  • der Perlachberg; für die Abfahrt in voll beladenem Zustand reicht eine Standard-Bremse nicht; hier muss „aufgerüstet“ werden;

Wendemöglichkeiten

Bei Behinderungen im Augsburger Straßenbahnverkehr bestehen folgende Wende- oder Abzweigmöglichkeiten:

Innenstadt: Hier kann vom Königsplatz kommend am Hauptbahnhof und von Göggingen, vom Hauptbahnhof, Theodor-Heuss-Platz oder Theater Augsburg kommend über die „Theaterschleife“ gewendet oder abgebogen werden.

Zwischen Moritzplatz und Rotes Tor kann die Betriebsstrecke über den Ulrichsplatz und Sankt Margareth für Umleitungen benutzt werden.

Die Strassenbahnlinie 1 kann an der Pilgerhausstraße statt in die Innenstadt wieder zum Neuen Ostfriedhof? fahren.

Die Strassenbahnlinie 2 kann am Gleisdreieck Kriegshaber stadteinwärts wenden. Sowohl die Linien 2 wie die Linie 4 können bei einer Behinderung über Brunntal? bzw. Stadtwerke Augsburg verkehren. An der Wertachbrücke? kann nach Oberhausen / Augsburg Nord? oder Kriegshaber / P+R Augsburg West gefahren werden.

Die Strassenbahnlinie 3 kann an der Haltestelle Bürgermeister-Bohl-Straße? auswärts wieder Richtung Innenstadt gewendet werden. Im Bereich der Fachoberschule? kann die Messeschleife aus beiden Richtungen angesteuert werden. Und nach der Haltestelle Landesamt für Umwelt? kann aus Richtung Königsplatz über die Schleife zur FCA Arena? gewendet werden.

Die Strassenbahnlinie 4 kann an Haltestelle Bärenwirt? vorzeitig über die Kaltenhofer- / Zollern-? und Mennwarthstraße? wenden und zurück zum Hauptbahnhof fahren.

Im Bereich Fachhochschule? / Rotes Tor können die Linien 2, die 3 und die 6 über die Wendeschleife Schülestraße? wenden.

Modelle

Cityflex

Damit besonders ältere Menschen nicht beim Schließen der Türen eingequetscht werden oder sonst zu Schaden kommen, haben die Cityflex-Bahnen mit der Lichtschranke, den Sensoren in der Dichtung und dem Widerstand beim Schließen drei Sicherungssysteme gegen das Einklemmen von Personen oder Gegenständen.

Das Niederflur-Modell, das von Bombardier Mannheim in den Jahren 2007 bis 2010 für Augsburg gebaut wurde, hatte dort den Namen Flexity Outlook. Insgesamt wurden von den Stadtwerken Augsburg 27 Exemplare angeschafft. Jedes angeschaffte Fahrzeug wiegt fast 48 Tonnen, ist 2,30 Meter breit und mehr als 40 Meter lang. Die Sitzplatzanzahl beträgt 85. Der CityFlex hat sechs doppelflügelige und zwei einflügelige Türen.

Im September 2009 setzte man den CityFlex zum ersten Mal in Augsburg ein, den „normalen“ Fahrgasteinsatz nahm er am 25. November 2011 auf. Augsburg-typisch wurden wegen der Steigungen und Gefälle mehrere spezielle Bremssysteme eingebaut. So verfügt der CityFlex über eine Magnetschienen-, eine hydraulische Federspeicher- und eine regnerative elektrodynamische Bremse. Beim Bremsen gewinnt der CityFlex Energie, die in die Oberleitung zurückgespeist wird. Die Türen sind dreifach gesichert, um niemanden zu quetschen: durch Sensoren in der Dichtung, eine Lichtschranke und einen Widerstand beim Schließen. Auch ein Öffnen während der Zug fährt oder rollt, ist unmöglich, da sich die Türen dann automatisch schließen. Ein Schnell-Schließen des Fahrers ist für Notsituationen vorgesehen. Bevor die Türen schließen, blinkt eine gelbe Leuchte und ertönt ein Piepston. Die erste Doppeltür von Vorne bietet eine Rampe für Rollstuhlfahrer, die ausgefahren werden kann.

Combino

Auch NF8. Der Combino ist ein Niederflurfahrzeug, das in den Jahren 1999-2003 für Augsburg in einer Auflage von 41 Stück gefertigt wurde, sechs doppelflügelige und zwei einflügelige Türen hat und bei einer Breite von 2,3 m fast 42 m lang ist. Jedes Fahrzeug hat 101 Sitzplätze. Der Prototyp des Combino wurde vom 25. September bis 12. Oktober 1998 in Augsburg erprobt. Am 18. Februar 2000 präsentierten ihn die Stadtwerke Augsburg mit Sonderfahrten. Weil die Combinos einen Konstruktionsfehler hatten, mussten sie zwischen 2004 und 2009 nach und nach saniert werden. Beim Combino sind die Türen mit dem Fahrbetrieb gekoppelt. Fahren kann der Combino nur, wenn sie fest verschlossen sind. Und öffnen lassen sich die Türen erst bei Stillstand des Zuges. Ein Piepston macht an den Türen darauf aufmerksam, dass sie sich schließen und das Fahrzeug losfährt. In die zweite Türe ist eine ausfahrbare Rampe für Rollstuhl-Fahrer eingebaut.

GT 8

Bei diesem Wagentyp der Augsburger Straßenbahn handelt es sich um die „Bullen“, wie man sie in Augsburg wegen ihres Aussehens nannte. Gebaut wurden sie 1976 von Duewag. Diese Firma baute ab 1956 Gelenkwagen, die sehr verbreitet waren. Ab 1969 baute Duewag die Gelenkwagen-Typenreihe „Mannheim“. Davon stammen die Augsburger Achtachser ab. Das Mittelteil hatte keine Türen und gegenüber dem Duisburger Typus des Gelenkwagens war die Typ-Mannheim-Ausführung für Augsburg kürzer. Die Gt8-Wagen Augsburgs wurden 2010 ausgemustert.

GT 6

Ein Niederflurfahrzeug, das Augsburg in 11 Exemplaren 1995/96 von Adtranz beschaffte. Bei einer Breite von 2,3 m sind die Fahrzeuge 27,4 m lang und wiegen leer 30,6 t. Jedes Fahrzeug hat vier doppelflügelige Schiebetüren und 58 Sitzplätze. Der Nachteil dieses Straßenbahntyps ist die Tatsache, dass er nicht auf den Linien 1, 2 und 4 eingesetzt werden kann.

Die Niederflur-Fahrzeuge Gt6 besitzen Türen, die mit dem Fahrbetrieb gekoppelt sind, so dass sich die Türen erst bei Zugstillstand öffnen können und umgekehrt das Fahrzeuge erst abfahren kann, wenn alle Türen geschlossen sind.

GT 5

Die Fahrzeuge dieses Typs waren ein Augsburger Kuriosum und weltweit einzigartig. Es waren nämlich die einzigen Straßenbahnen der Welt mit fünf Achsen. Die ersten Exemplare dieses Typs entstanden aus T3-Großraumwagen 1956. Man führte Drei-Achser-Zugwagen und Anhänger von MAN und Siemens? zusammen. In den Jahren 1964 bis 1968 baute die MAN den fünfachsigen Gelenkwagen als Neubau-Typ für die Stadtwerke Augsburg. Ab 1999 begann die Ausmusterung der Gt5 und im September 2000 fuhr der letzte Wagen dieses Typs im Regelbetrieb. Insgesamt gab es 41 Exemplare des Gt5. Davon wurden 21 Wagen in Augsburg verschrottet, 14 Exemplare gingen nach Rumänien, wo sie zunächst noch zur Fahrgastbeförderung eingesetzt, aber 2013 ebenfalls verschrottet wurden. Ein Fahrzeug des Typs befindet sich als historischer Triebwagen bei den Freunden der Augsburger Straßenbahn?, ein anderes im Bahnpark Augsburg?.

GT 4

Auch „Stuttgarter“. Diese Fahrzeuge übernahm Augsburg gebraucht aus Stuttgart. Sie bestanden aus zwei Zugteilen, meist dem Trieb- und dem Beiwagen. In den Jahren 1993/94 wurden Gt4-Züge in Augsburg und in Mannheim, 1995/96 bei der Mittenwalder Gerätebau GmbH saniert. Im März 2004 wurden die Fahrzeuge ausgemustert, aber schon nach wenigen Wochen bis Juli 2009 wieder reaktiviert, weil die angeschafften Augsburger Combinos aufgrund eines Konstruktionsfehlers saniert werden mussten. Endgültig ausgemusterte Gt4 gingen z. T. nach Rumänien, in den Schrotthandel oder wurden ausgeschlachtet.

Gebaut wurde die GT in den 1960er Jahren. Anfang der 1990er Jahre kaufte man 40 GT aus Stuttgart, weil man die zusätzlichen Bahnen brauchte, um den 1990 eingeführten 5-Minuten-Takt bei steigenden Fahrgastzahlen aufrechterhalten zu können. Im August 2008 fuhren die alten Stuttgarter in Augsburg nach 18 Jahren Einsatz zum Abschied. Zwei Wagen, die 411er und die 461, verblieben als Museumsbahnen in Augsburg. Die Höchstgeschwindigkeit der GT betrug 60 Stundenkilometer.

M8C

Ein Hochflurfahrzeug, das von der MAN 1985 für Augsburg gebaut wurde. Augsburg schaffte 12 dieser Zwei-Richtungswagen an. Das Fahrzeug hat eine Länge von 26,63 m und eine Breite von 2,3 Metern. Leer wiegt es 35,8 t und hat 46 Sitzplätze. Das Modell M8C hat vier doppelflügelige Falttüren und eine einflügelige Falttür, weshalb Fahrgäste mit dem Betreten der Trittstufe warten sollten, bis sich die Tür komplett geöffnet hat. M8C hat drei voneinander unabhängige Türsicherung: in den Trittstufen befinden sich Lichtschranken. Dazu reagiert die herausfahrende Trittstufe auf Belastung und außerdem haben die Türen eine Einklemm-Sicherung.

Auch Bielefeld, Essen, Heidelberg, Krefeld und Mainz kauften das Modell M8C, doch stellt die Tür im Mittelteil des Wagens eine Augsburger Besonderheit dar. Seit der Verlängerung der Linie 2 bis nach P+R Augsburg West ist der Zwei-Richtungsbetrieb überflüssig geworden, da ab diesem Zeitpunkt beide Endhaltestellen der Linie Wendeschleifen besitzen. Früher war er beim Wenden in Kriegshaber oder 1998 am Senkelbach notwendig, als die Haltestelle Wertachbrücke umgebaut wurde. Die Dienstzeit von M8C in Augsburg ist am Auslaufen.

Anlagen

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