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Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Vor der Gründung der Universitätsbibliothek Augsburg? 1970 die einzige große allgemeinwissenschaftliche Bibliothek im Regierungsbezirk Schwaben. Heute Landesbibliothek für Bayerisch-Schwaben?.
Allgemeines
Die Bibliothek will der Fortbildung, der Informationsversorgung der Bevölkerung und wissenschaftlichen Zwecken dienen. Die Bibliothek wird von der Stadt Augsburg unterhalten. Der Name erklärt sich vor allem daher, dass die Bestände der Bibliothek, die aus der Säkularisierung und der Mediatisierung am Anfang des 19. Jahrhunderts und die in ihr abgegebenen Pflichtexemplare von Verlagen der bayerisch-schwäbischen Region Eigentum des bayerischen Staates sind.
Die Aufgaben dieser Regionalbibliothek sind die Sammlung und Erschließung der Regionalliteratur sowie der Literatur über bayerisch-schwäbische Persönlichkeiten. Dazu gibt es eine Regionalbibliographie. Der Bibliothek angegliedert sind die Bertolt-Brecht-Forschungsstelle und das Brechthaus.
Im Rahmen dieser Aufgaben wird vor allem die Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein für Schwaben e. V.? (seine Geschäftsstelle ist die Bibliothek) und mit dem Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben e. V.? gepflegt. So ist seit 1928 die Bibliothek des Historischen Vereins für Schwaben e. V.? Eigentum der Staats- und Stadtbibliothek. Außerdem erhält sie etwa 400 Zeitschriften, die gegen die Zeitschriften des Historischen Vereins für Schwaben e. V.? und des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben e. V.? getauscht werden. Darauf beruht vor allem der wichtige Bestand historischer, landes- und naturkundlicher Zeitschriften der Bibliothek.
Geschichte
Gründung
Die Staats- und Stadtbibliothek entstand im Zuge der Reformation. Zum einen hatte Martin Luther gefordert, überall im Land Bibliotheken zu gründen. Zum anderen wurden auch in Augsburg Nonnen und Geistliche, die sich nicht der städtischen Obrigkeit unterwerfen wollten, ausgewiesen. Infolge dieser Entwicklungen standen nämlich in Augsburg einige Bettelordenklöster leer. Und der Rektor Sixtus Birck? des 1531 gegründeten Gymnasiums bei St. Anna? erhielt vom Augsburger Stadtrat? 1537 den Auftrag, eine Auswahl der Bücher aus den Bettelorden-Bibliotheken zu sichern und in einer Büchersammlung der Stadt Augsburg im Annahof zu vereinigen. Der Rektor tat wie geheißen und in der Folge bestand bis 1872, also 335 Jahre, die Personalunion der Leitung des Gymnasiums und der Bibliothek bestehen.
Die Bücher der ersten Augsburger Bibliothek holte Sixtus Birck? aus drei Bettelorden-Männerklöstern. Das eine dieser Klöster war das Karmeliterkloster St. Anna. Diesem Kloster hatte der Augsburger Drucker Erhart Ratdolt? viele seiner exzellenten Drucke geschenkt. Es war 1534 der Stadt übergeben worden. Im gleichen Jahr wurde das Dominikanerkloster St. Magdalena von den letzten vier Mönchen verlassen und das Barfüßerkloster der Franziskaner aufgehoben; auch die Bestände dieser beiden Klöster sicherte Sixtus Birck? für die Stadt. Im heutigen Bibliotheksbestand kann man allerdings nur noch Bände aus dem Karmelitenkloster sicher nachweisen, darunter etwa 60 Inkunabeln. Die ältesten und wichtigsten kirchlichen Bibliotheken Augsburgs, die Bibliothek des Benediktinerklosters St. Ulrich und Afra sowie die des Domkapitels, griff man aber nicht an.
Da Augsburg zu der damaligen Zeit reich war, bekam die Bibliothek gleich einen festen Etat, um Bücher anzuschaffen. Von Anfang an wollte der Stadtrat? die neue Bibliothek zu einer bedeutenden städtischen Einrichtung werden lassen. So schreibt Achilles Pirminus Gasser? in seinen Annales Augustani, dass man der Bibliothek schon im Jahr der Gründung einen festen Etat von 50 Gulden zukommen ließ, damit auf der Frankfurter Buchmesse neue Bücher erworben werden konnten. Aus den städtischen Baumeisterbüchern geht außerdem hervor, dass die Stadt bis 1547 beträchtliche Gelder für Buchführer ausgab. Daneben tätigte man kostspielige Ankäufe, etwa im Jahre 1545 in Venedig 99 (oder 100) originale griechische Handschriften. Der Kaufmann Antonius Eparchus? war mit diesen Handschriften von Korkyra vertrieben worden und Augsburg ergriff die Gelegenheit. Schon zwei Jahre zuvor hatte man die Bibliotheken der beiden verstorbenen evangelischen Prediger Michael Weinmair? und Bonifatius Wolfart? erworben und damit die Basis für die Sammlung reformatorischer Schriften gelegt. Zieht man einen Strich unter die Anschaffungen, so kann man zwischen 1538 und 1555 mehr als 2.850 Gulden für Neuerwerbungen konstatieren. Im Schmalkaldischen Krieg von 1547 war Augsburg allerdings auf der Seite der Verlierer und musste sparen. Man schaffte deshalb bis zur Fertigstellung des Stadtbibliothek-Neubaus nur wenige neue Bücher an.
Die erste freistehende Bibliothek Deutschlands in der Neuzeit
Ein wichtiger Schritt für die Bildung der städtischen Bevölkerung war die Errichtung eines freistehenden Bibliotheksgebäudes im Annahof durch Bernhard Zwitzel? in den Jahren 1562 und 1563. Es war das erste öffentliche Bibliotheksgebäude im Deutschland der Neuzeit. Zuvor war die Stadtbibliothek im ehemaligen Karmeliterkloster St. Anna untergebracht (1534 - 1544), dann kam sie in das Dominikanerkloster und als die Dominikaner im Jahr 1548 nach Augsburg zurückkehrten, verlegte man sie in das Barfüßerkloster.
Unter den Stadtbibliothekaren befanden sich darüber hinaus einige bedeutende Gelehrte, die in der Ära des Späthumanismus große Verdienste um die Sammlung, Erschließung und Editierung wichtiger Werke griechischer Autoren erwarben. So veröffentlichte etwa Hieronymus Wolf?, ein Philologe und Begründer der Byzantinistik, im Jahre 1575 den ersten gedruckten Handschriften Katalog einer öffentlichen Bibliothek. 1595 erweiterte David Hoeschel? diesen Katalog und gab ihn in einer zweiten Auflage heraus. Hieronymus Wolf? gelang es auch im Jahre 1563 auf der Frankfurter Buchmesse bei Oporinus 32 griechische Handschriften für 454 Gulden zu erwerben. Weil auch sein Schüler und Nachfolger David Hoeschel? bestrebt war, die Bibliothek mit wissenschaftlicher und philologischer Literatur auszustatten, betrachteten Zeitgenossen die Augsburger Bibliothek nach dem Verlust der Palatina als bedeutendste deutsche Bibliothek.
Der erste gedruckte deutsche Bibliothekskatalog
Im Jahre 1600 unternahm dann Georg Henisch? das Werk, einen Gesamtkatalog der Bibliothek drucken zu lassen. Das war wieder ein Meilenstein der Bibliotheksgeschichte, war es doch der erste gedruckte Gesamtkatalog einer Bibliothek in deutschen Landen. Er umfasste 8.500 Titel. Nur einmal ein Vergleich: Der erste europäische Bibliothekskatalog wurde 1595 in Leiden gedruckt und enthielt nur 1.500 Titel. Sieht man sich den Augsburger Katalog an, stellt man fest, dass die Bücher etwa zur Hälfte aus den Verlagsorten Basel, Lyon, Straßburg und Venedig stammen. Allein aus Basel kommen etwa 25 Prozent der Sammlung, vor allem Bibelausgaben, Werke antiker Autoren und Kirchenväter, humanistische und juristische Literatur sowie Werke zu klassischen Sprachen. Elias Ehinger? druckte 1633 eine neue Ausgabe dieses Augsburger Katalogs, die schon 11.000 Titel umfasste.
Im Jahre 1614 fiel der Bibliothek nach dem Tod von Markus Welser? dessen wertvolle Privatbibliothek zu. Markus Welser? war Mäzen, Stadtpfleger und Geschichtsschreiber. Er vermachte der Stadt 2.266 Bände aller Gattungen und Sprachen. Herausragend war die historische Abteilung der Bibliothek und eine kostbare Sammlung von Musikdrucken des 16. Jahrhunderts. Sie umfasste etwa 400 Bände in spanischer, französischer und italienischer Sprache. Vier Jahre später vererbte auch sein Bruder, der Freisinger Domprobst Anton Welser?, seine Privatbibliothek. Sie umfasste etwa 6.000 Werke aus den verschiedensten Wissensgebieten und beinhaltete viele Neuerscheinungen aus den Jahren zwischen 1590 und 1618. Zunächst ging diese Bibliothek an das Kloster St. Ulrich und Afra. Im Zuge der Säkularisation und Mediatisierung kamen die beiden Welserbrüder-Bibliotheken nach München.
Der 30jährige Krieg als Einschnitt
Der 30jährige Krieg brachte große Veränderungen. Man hatte nicht mehr allzu viel Geld für die Kultur übrig und förderte die Bibliothek nur noch auf Sparflamme. Nach dem Westfälischen Frieden war Matthias Wilhelm? Stadtbibliothekar. Im gelang es 1650 wieder zu einem festen Etat für die Stadtbibliothek zu kommen, wodurch sich die Bibliothek wieder entwickeln konnte, ohne jedoch das Niveau vor dem Krieg zu erreichen. Im Jahr 1677 gab der Stadtrat? ein Dekret heraus, nach dem alle Augsburger Drucker und Verleger ein Pflichtexemplar an die Stadtbibliothek abzuliefern hatten. Jedoch wurde das Dekret nicht immer befolgt. In den letzten Jahren vor 1700 wuchs die Bibliothek wieder ordentlich, denn man hatte etwa 100 bis 200 Gulden jährlich für Buchkäufe zur Verfügung. Man kaufte die Privatbibliothek des Ratsherrn Christoph Rehlinger? und tauschte einen Vorrat von Büchern des Verlags "Ad insigne pinus" gegen neue Bücher.
Das 18. Jahrhundert
In diesem Jahrhundert war die Büchersammlung von Lukas Schröck? mit ihren etwa 2.000 Exemplaren eine bedeutende Erweiterung. Der Mediziner und Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina hat sie der Stadtbibliothek vererbt. Die Sammlung bestand hauptsächlich aus medizinischem Schrifttum. 1742 bekam die Stadtbibliothek die Handbibliotheken der Ratskonsulenten zugesprochen.
Während des Spanischen Erbfolgekrieges hatte die Stadt Augsburg unter einem schweren Bombardement zu leiden. Ein Glück: Man hatte die Bibliothek vorher in Sicherheit gebracht. Allerdings war sie in Unordnung geraten. Nach der Belagerung ging man daran, die Bibliothek neu zu ordnen. So erstellte der Buchhändler David Raymund Merz? zwischen 1745 und 1750 den ersten alphabetischen Gesamtkatalog der Bibliothek, der etwa 16.000 Titel verzeichnete.
In den Jahren 1745 und 1746 wiederholte der Stadtrat? sein 1677 herausgegebenes Dekret, nach dem von jedem Augsburger Druck Pflichtexemplare an die Stadtbibliothek abzuliefern waren. Daraufhin gaben die Augsburger Künstler Johann Elias Ridinger? und Johann Jacob Haid? ihre graphischen Blätter ab. Auch vererbte 1781 der letzte Künstler der Künstlerfamilie Kilian, Georg Christoph Kilian?, seine wertvolle Sammlung von Kupferstichen, die den Grundstock der heute reichhaltigen graphischen Sammlung der Bibliothek bildete.
Die wirtschaftliche Situation der Bibliothek war vor allem in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nicht schlecht. So konnte 1750 eine Münchener Privatbibliothek erworben und 1762 eine wichtige Sammlung juristischer Werke angeschafft werden. Als die Privatbibliotheken von Jakob Brucker? und Johann Baptist von Bassi? versteigert wurden, konnte sich die Stadtbibliothek einige wichtige Werke sichern. 1777 setzte der Stadtrat? den Etat auf 150 Gulden im Jahr fest. Schon 1790 musste man deshalb einen alphabetischen Katalog für Neuerwerbungen in zwei Bänden anlegen. Er umfasste 4.200 Bände.
Säkularisation und Mediatisierung
Die Säkularisation von 1802/1803 und die Mediatisierung der Reichstadt Augsburg 1805/1806 brachten die größten Einschnitte für die Stadtbibliothek seit ihrer Gründung.
Im Zuge der Mediatisierung verlor die Bibliothek reiche Bestände. Die Umschichtungen von Bibliotheken und Büchern brachten der Augsburg Stadtbibliothek schmerzliche Verluste. Eine 1806 in Augsburg auftauchende Kommission suchte in der Stadtbibliothek nach wertvollen Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucken und ließ sie in die Münchener Hofbibliothek bringen. An Drucken mussten 325 Bände an München abgegeben werden, darunter vor allem spanische und italienische Werke aus der Privatbibliothek von Markus Welser?.
Um die Augsburger nicht ganz im Regen stehen zu lassen, machte der bayerische König Augsburg zum Sitz einer schwäbischen Provinzial- bzw. Kreisbibliothek, die im Jahr 1810 mit der Stadtbibliothek vereinigt wurde. Im gleichen Jahr führte man der Bibliothek etwa 10.000 Bände der Jesuitenbibliothek Sankt Salvator zu. Diese Bibliothek war deshalb besonders wertvoll, weil sie die 1718 in sie eingegangene Bibliothek von Konrad Peutinger umfasste, mit 2.150 Bänden eine der umfangreichsten humanistischen Sammlungen der Zeit.
Ein Jahr später kamen 42.000 Bände aus verschiedenen Klosterbibliotheken Augsburgs hinzu. Allein aus dem Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra kamen dabei etwa 10.000 Bände. Darunter waren 425 Inkunabeln, die Bibliothek von Anton Welser? und von dem Gelehrten Veit Bild?, der reformatorischen Bestrebungen nahe stand. Die Augustinerchorherrenstifte St. Georg und Hl. Kreuz, dem der Dompropst Wolfgang Andreas Rem? im 16. Jahrhundert etwa 1.000 Bücher gestiftet hatte, das Dominikanerkloster, das Kloster der Franziskanerobservanten, das Kollegiatsstift St. Moritz, das Kapuzinerkloster: alle wurden sie zur Ader gelassen.
Außerdem übernahm die Kreis- und Stadtbibliothek Augsburg jetzt auch die Bibliothek des protestantischen Anna-Kollegs?. Diese wertvolle Bibliothek war den Augen der Münchener Kommission komplett entgangen. Warum war diese Bibliothek so wertvoll? Weil sie die Schenkung von Martin Zobel?, eines Kaufmanns und Mitbegründers des Kollegs enthielt, die reich an Reformationsschriften war. Auch der spätere Administrator Jeremias Buroner? überließ dem Kolleg wertvolle reformatorische Schriften. Besonders wertvolle Bestände kamen aus dem Nachlass von Andreas Behaim dem Älteren?, darunter 81 Inkunabeln. Außerdem enthielt die Bibliothek viel Klassikerausgaben, Inkunabeln, Augustana und Erstdrucke lutherischer Werke, die Heinrich Mezger?, der 1748 verstorbene Leiter des Kollegs, hinterlassen hatte.
Im Jahre 1817 wurde der neuen Kreis- und Stadtbibliothek Augsburg der Altmühlkreis einverleibt, was bedeutete, dass Tausende Bände der Eichstädter Kreisbibliothek nach Augsburg kamen. Darunter waren 147 Inkunabeln und prachtvolle Drucke aus dem Stift Rebdorf und der Fürstbischöflichen Hofbibliothek. 1818 erhielt dann der Augsburger Stadtbibliothekar Daniel Beyschlag? den Auftrag, in den Bibliotheken der ostschwäbischen Stifte Roggenburg, Irsee, Ottobeuren, Ursberg und der Hof- und Stiftsbibliothek Kempten die schönsten, kostbarsten und brauchbarsten Werke auszusuchen und sie nach Augsburg zu schaffen, was sich dieser nicht zweimal sagen ließ. Bis 1835 gelangten so die besten Bestände dieser Klöster nach Augsburg. Und so stammen z. B. 249 Inkunabeln der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg aus der ehemaliken Benediktinerabtei Irsee. Eine letzte Frucht der Säkularisation erntete die Augsburger Bibliothek 1833, als über 3.000 Titel des Jesuitenkollegs und späteren Malteserklosters Mindelheim den Weg in die Schwabenstadt fanden.
Man kann sagen, dass keine andere alte Stadtbibliothek nach dem Ende des Alten Reiches so großzügig mit Büchern aus kirchlichen Beständen ausgestattet wurde, weshalb die Bibliothek seit Beginn des 19. Jahrhunderts eigentlich keine reine Stadtbibliothek mehr ist.
Das 19. Jahrhundert
Um 1840 hatte die Kreis- und Stadtbibliothek Augsburg schon etwa 100.000 Bücher in ihrem Bestand. In den folgenden Jahrzehnten mussten die durch die Säkularisation und Mediatisierung hereingekommenen Bücher gesichtet, erschlossen, geordnet und aufgestellt werden. Der Kreis stellte aber auch Geld für Neuanschaffungen zur Verfügung. Diese Mittel wurden durch die Erlöse aus Dublettenverkäufen aufgestockt, so dass man z. B. 1839 für 900 Gulden die Bibliothek des Regierungsrates und Publizisten Franz Eugen Freiherr von Seida und Ladensberg? kaufen konnte. Sie umfasste politische und literarische Zeitschriften sowie Werke der Literaturgeschichte, der Naturwissenschaften und der Völkerkunde, insgesamt fast 3.300 Bände. Um diese Zeit schenkte auch der Volksschriftsteller und Verfasser einer Augsburger Stadtgeschichte Christian Jakob Wagenseil? der Bibliothek viele seiner Bücher. In die gleiche Zeit fällt auch die Anordnung, dass Augsburger Zeitungen Freiexemplare an die Bibliothek liefern mussten, was dazu führte, dass die Sammlung Augsburger Zeitungen recht üppig ist. 1848 kam durch die Londoner Bibelgesellschaft eine wertvolle Sammlung von Bibeln in diversen Sprachen nach Augsburg, was dazu führte, dass man in Augsburg begann Bibelausgaben zu sammeln.
Im 19. Jahrhundert sind noch zwei große Privatsammlungen zu erwähnen, die Eingang in die Bibliothek fanden. So schenkte der Bankier Friedrich von Halder? 1846 seine Bibliothek der Stadt. Sie umfasste etwa 10.000 Bänder, die aber schon der Vater Georg Walter von Halder? aufgebaut hatte, vor allem durch Käufe aus der Bibliothek des Ratskonsulenten Ludwig Bartholomäus von Herttenstein?. Man kann die Bibliothek als großbürgerliche Universalbibliothek etikettieren. Sie enthält auch viele Werke der Augsburger Buchkunst des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1875 kam dann noch die Bibliothek der Familie von Stetten dazu. Der Schwerpunkt dieser Bibliothek liegt auf der Geschichte (vor allem der Geschichte Augsburgs) und auf Rechts- wie Staatswissenschaft. Sie umfasst etwa 8.000 Werke, wovon ca. 2.600 graphische Blätter sind.
Ein kleinerer Zuwachs der Bibliothek zu Ende des 19. Jahrhunderts stellt die Kern-Kernriedsche Stifungsbibliothek mit 2.000 Bänden (700 Einzelwerke) dar. Sie beinhaltet Werke der Architektur, Kunst, des Befestigungswesens, der Burgenkunde und Heraldik. Bis 1963 setzte man die Sammelgebiete Burgen- und Festungskunde fort.
Neubau der Bibliothek
Die Stadt Augsburg, der bayerische Staat und der Kreis Schwaben und Neuburg schufen bis zum Jahr 1891 vor allem neue Bücher für die Bibliothek an. Dann begann man den Neubau des Bibliotheksgebäudes an der Schaezlerstraße. Es wurde 1893 bezogen und die Stadt Augsburg wurde alleiniger Unterhaltsträger. Der bayerische Staat behielt allerdings die Eigentumsrechte an den Beständen aus der Säkularisation und den Büchern, die mit seinen Geldern angeschafft worden waren. Zwar flossen hin und wieder noch Zuschüsse aus bayerischen Staatskassen, aber auf niedrigem Niveau.
Das 20. Jahrhundert
Das neue Jahrhundert begann gut für die Augsburger Stadtbibliothek. 1905 hinterließ der Stadtbibliothekar Dr. Thaddäus Ruess? seiner Bibliothek kulturgeschichtliche Literatur, insgesamt 3.000 Bände.
Seit dem Jahr 1911 müssen Pflichtexempare aller Amtsdruckschriften aus dem Regierungsbezirk Schwaben in der Bibliothek abgegeben werden. Das erklärt sich daraus, dass man der Bibliothek als Regionalbibliothek für Bayerisch-Schwaben die Aufgabe stellte, das gesamte Schrifttum dieser Region möglichst ohne Lücken zu sammeln.
Dr. Richard Schmidbauer? war der erste wissenschaftliche Fachbibliothekar. Er stellte 1912 in einer Zählung fest, dass die Bibliothek 205.000 Bände besaß. In seiner Amtszeit gab es auch viele Schenkungen für die Bibliothek. In einem Jahr sogar 21.000 Bände. So gelangte 1910 die Bibliothek des Historischen Vereins für Schwaben e. V.? in die Bibliothek und wurde 1928 ihr Eigentum. Die Deutsche Kolonialgesellschaft überließ der Bibliothek 1910 eine Büchersammlung mit 300 Bänden, ein Jahr später kamen 5.000 Bände vom Stadtbauamt?, 1913 etwa 3.400 Bände aus der Amtsbibliothek des Stadtrates?, 1915 über 1.300 naturwissenschaftliche und technische Bücher des verstorbenen Ingenieurs Lucian Anton Vogel? und mehr als 6.000 Bücher des Bankiers Gustav Flesch?. 1916 flossen 3.000 Medizinbücher in die Bibliothek - durch Schenkung des Arztlichen Lokalvereins und des Hofrates Josef Sprengler?.
1919 dann der Höhepunkt: Fast 21.000 Bände aus den Bibliotheken der früheren Augsburger Regimenter wurden der Bibliothek als Leihgabe überlassen (z. T. 1926 an die Landespolizei und eine Offiziersvereinigung weitergereicht). Und ein Jahr später durfte man sich über 2.000 Bände Numismatik von Kommerzienrat Albert Ritter von Forster? freuen. 1924 erhielt die Bibliothek die so genannte Theaterbibliothek, die schon 1776 gegründet worden war und 455 Bände Druckschriften sowie 288 Handschriften mit Dramen aus dem 18. und 19. Jahrhundert enthielt.
1920 richtet man in der Bibliothek quasi als Sonderabteilung eine Volksbücherei mit einem eigenem Lesesaal ein, die Vorgängerinstitution der heutigen Stadtbücherei?.
Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts schaffte die Bibliothek gezielt Antiquaria an, wobei man sich auf Augsburg- und Bayerisch-Schwaben-Literatur konzentrierte. Allein zwischen 1926 und 1929 schaffte man Hunderte von Inkunabeln an. Mit dieser Sammlung wollte man die Tradition Augsburger Buchdrucks und Verlagswesen greifbar bewahren.
Im Jahr 1941 erhielt die Bibliothek dann die heutige Bezeichnung. Die wertvollsten Bücher lagerte man in etwa 400 Kisten aus, die nach dem Krieg wieder ihren Weg in die Bibliothek fanden. Die Luftangriffe im Jahr 1944 überstanden die Büchersammlung und das Gebäude ohne wichtige Verluste. Es gingen einige hundert Dubletten und etwa 270 Bände verloren, die man aber meist wiederbeschaffen konnte.
Seit 1945 wurde das selbständig veröffentlichte landeskundliche Schrifttum in den Schwäbischen Blättern für Heimatkunde und Volksbildung? veröffentlicht, seit 1971 kann man die Bibliographie der Regionalliteratur zu Bayerisch-Schwaben? in der Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben e. V.? finden.
Im Jahr 1957 gingen etwa 1.500 Bände des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben e. V.? an die Bibliothek, worunter sich auch im Zweiten Weltkrieg gerettete ältere Bestände befanden.
Der Augsburger Journalist Dr. Hans Rost hatte ein kurioses Hobby: Er sammelte Bücher und Schriften zum Thema Selbstmord. Diese Sammlung wurde als letzte erwähnenswerte Privatbibliothek von der Staats- und Stadtbibliothek angekauft. Es handelt sich um etwa 660 Schriften in 300 Bänden. Mehr dazu hier!
Mit den Handschriftenbänden, den mittelalterlichen Codices, Inkunabeln und etwa 100. 000 Titeln vor 1800 hat die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek mehr bedeutende Bestände als die Universitäts- und Stadtbibliotheken von Frankfurt/Main und Köln zusammen! Es gibt heute sechs gedruckte Handschriftenkataloge, einen 1974 gedruckten Inkunabelnkatalog und seit 2001 wird - gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft - der Zeitraum zwischen 1500 und 1850 digital erfasst, so dass der Altbestand der Bibliothek ausgezeichnet erschlossen ist, ja es ist einer der historisch am besten erschlossenen Bestände überhaupt.
Seit 1987 müssen alle Verlage in Bayerisch-Schwaben Pflichtexemplare ihrer herausgebrachten Schriften in der Bibliothek abgeben.
Nachdem sich im Jahr 1953 die Volksbücherei als Stadtbücherei? verselbständigt hat und im Jahr 1970 die Universitätsbibliothek Augsburg? gegründet wurde, sind die Aufgaben einer Forschungs-, Archiv- und Regionalbibliothek hervorgetreten. Die Hauptaufgabe heute ist die Sammlung und Erschließung des geschichtlichen Erbes Augsburgs und Bayerisch-Schwabens.
Das heutige Bibliotheksgebäude
Die Geschichte des neuen Bibliotheksgebäudes beginnt damit, dass das Gymnasium bei Sankt Anna? eine Erweiterung benötigte und man dafür den benachbarten Platz vorsah, auf dem die alte Stadtbibliothek stand. Zunächst wollte man deshalb die Stadtbibliothek in den früheren Prälatenbau des Augustiner-Chorherrenstiftes Heilig Kreuz verlegen, doch wäre ein Umbau dieser Räume zu teuer gekommen, weshalb man sich zu einem Neubau entschloss.
Erbaut wurde das heutige Bibliotheksgebäude in den Jahren 1892 und 1893 von den Architekten Fritz Steinhäußer? (er war auch Stadtbaurat) und Martin Dülfer? aus München. Das Gebäude präsentiert sich in einem eigenartigen neubarocken Stil. Die Schauseite wirkt wuchtig, aber ausgewogen. Mit dem Stadttheater?, dem benachbarten alten Gerichtsgebäude und der Stadtpflegeranger-Schule bildet sie ein Ensemble, das eindrucksvoll ist. Glücklicherweise hat das Bibliotheksgebäude den Zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt überstanden.
Sammlung
Der Bestand der Staats- und Stadtbibliothek umfasst etwa 500.000 Bände (Stand 2007). Es werden 1.100 Zeitschriften aus den verschiedensten Fachdisziplinen gehalten.
Von den etwa 3.800 Handschriftenbänden der Sammlung sind etwa 1.000 aus dem Mittelalter. Aus der Zeit vor 1900 sind 134.000 Drucke eingelagert, davon 2.800 Inkunabeln. Damit gehört die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek zu den großen deutschen Bibliotheken mit spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Sammlungen.
Weiter im Bestand sind 220 Autographen, 38 Nachlässe, 16.300 graphische Blätter (davon etwa 7.500 Portraits), 3.400 Exlibris, 150 Einband-Sammlungen, 12.500 Dissertationen vor 1800, 5.300 Personalschriften, 1.600 Periochen, Programme der bayerischen höheren Schulen bis 1914 ... Aus dem 16. Jh. stammen 27.500 Bände, aus dem 17. Jh. 31.000 Bände, aus dem 18. Jh. 33.500 Bände und aus dem 19. Jh. 39.750 Bände.
Für die Zeit zwischen Früher Neuzeit und der Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es keine bestimmten Schwerpunkte: Es wurden Bücher aller Wissensbereiche angeschafft. Was die neuere Zeit angeht, so konzentriert sich die Anschaffung auf Bücher aus den Bereichen Geschichte, Kunst, deutsche Literatur und Theologie. Wie oben schon erwähnt, wird versucht alles über Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bertolt Brecht vollständig zu erfassen.
Im Detail
Handschriften
Codices: 2° Cod 1-575, 4° Cod 1-304, 8° Cod 1-232. Ihr Inhalt sind typisch mittelalterliche Handschriften aus Klosterbeständen, dazu humanistische Handschriften, etwa von Albrecht von Eyb? oder Konrad Peutinger. Es gibt auch einen Anteil frühneuzeitlicher Handschriften, zum Teil zur Geschichte schwäbischer Klöster und Schwabens. Die Handschriften sind überwiegend in Latein abgefasst, nur ein kleinerer Teil ist in Deutsch. Sie stammen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und kommen überwiegend aus Augsburger und schwäbischen Klöstern, aus der alten Stadtbibliothek und aus Eichstätt?.
Codices Augustana: 2° Cod Aug 1-507, 4° Cod Aug 1-282, 8° Cod Aug 1-135. Diese Handschriften befassen sich mit Augsburger Stadt- und Kirchengeschichte, mit Genealogica und der Geschichte Schwabens. Sie sind lateinisch und deutsch verfasst, sind aus dem 15. - 18. Jh. und kommen überwiegend aus der alten Stadtbibliothek, aus Augsburger und schwäbischen Klöstern oder sind Peutingerhandschriften.
Codices Halder: 2° Cod H 1-72, 4° Cod H 1-34, 8° Cod H 1-9. Der Inhalt kann wie bei den Codices Augustana beschrieben werden. Sie stammen aus der Privatbibliothek Halder.
Codices Stetten: 2° Cod S 1-264, 4° Cod S 1-123, 8° Cod S 1-13. Auch ihr Inhalt entspricht dem der Codices Augustana, nur dass sie aus der Privatbibliothek Stetten stammen.
Codices Ruess: Cod R 1-5. Sie beinhalten zwei Stammbücher und persönliche Aufzeichnungen. Gesammelt hat sie der Bibliothekar Thaddäus Ruess? (1846-1905).
Codices Miscellanei: Cod Misc 1-81. Ihr Inhalt sind Theologie, Aszetik, Recht, Aristoteleskommentare, Disputationen, Kollegnachschriften, Erbauungsliteratur. Die Sprachen sind Latein und Deutsch. Sie stammen aus dem Jesuitenkolleg Augsburg?.
Theaterhandschriften: 4° Cod 1000-1281. Diese Handschriften beinhalten Dramen, stammen aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts und wurden am Stadttheater Augsburg? verfasst.
Codices Orientales: Cod Or 1-8. Sie umfassen drei arabische, drei persische und zwei türkische Handschriften.
Codices Historischer Verein Schwaben: Cod HV 1-84: Sie sind entweder Augustana, Diarien oder historisch-antiquarischen Inhalts. Gesammelt hat diese Schriften aus dem 19. und 19. Jh. der Historische Verein Schwaben e. V.?
Codices Naturwissenschaftlicher Verein Schwaben: Cod NV 1-8. Hier handelt es sich um Handschriften aus der Zoologie und Botanik aus dem 19. Jh. Provenienz: Naturwissenschaftlicher Verein Schwaben e. V.?.
Dazu kommen Bibliothekskataloge (Cod Cat 1-53), Musikhandschriften (2° Cod Mus 1, 4° Cod Mus 1-49, Tonk Fasc Ia-IX, Tonk Schl: enth. 44 Hss., Tonk Dr 1-236), Nachlässe und sonstige handschriftlichen Materialien.
Graphische Werke
Die Sammlung graphischer Werke hat etwa 16.500 Blätter und besitzt ihren Schwerpunkt im 17. und 18. Jh. Das war die Zeit, als Augsburger Verleger und Kupferstecher eine führende Rolle in Deutschland und Europa spielten. Dazu kommen Exlibris vom 16. Jh. bis heute. Hier findet man gebundene Bilderfolgen, Serien von Stichen und Bücher, die mit Holzschnitten oder Kupferstichen illustriert sind.
Ab der zweiten Hälfte des 18. Jh. mussten Künstler Belegexemplare ihrer Werke in der Stadtbibliothek abliefern. Dass sie das taten, wurde sorgfältig von der Stadt überwacht und so kam die Stadtbibliothek zum Grundstock ihrer graphischen Sammlung. Diese umfasst auch einen großen Teil der Werke von Ridinger und Haid sowie der Augsburger Künstlerfamilie Kilian (durch eine Schenkung von Georg Christoph Kilian? im Jahre 1781.
Auch die Familie von Stetten sammelte die Werke Augsburger Künstler (Portraits, Augsburger Ansichten und Motive). Diese Familiensammlung wurde 1875 der Stadtbibliothek übergeben und umfasst allein 2.608 graphische Blätter.
Daneben gab es noch zahlreiche kleinere Schenkungen von Augsburger Bürgern an die Stadtbibliothek und natürlich auch eigene Erwerbungen. So kann die Bibliothek auf eine reiche Sammlung von Kupferstichen, Radierungen und Stichen vor allem Augsburger Künstler blicken. Erwähnt seien wenigstens Melchior Küsell?, die Künstlerfamilien Rugendas und Custos sowie Johann Ulrich Kraus?. Diese haben auch eine große Anzahl von Holzschnitten, Handzeichnungen und Vorlagezeichnungen für Goldschmiedearbeiten hinterlassen.
Besonders wertvoll sind 50 Einzelformschnitte aus dem 15. Jh. sowie 40 Einblattdrucke aus der Zeit vor 1500. Aber auch die 374 überwiegend illustrierten Einblattdrucke aus der Zeit nach 1500 müssen eigens erwähnt werden. 131 von ihnen stammen aus dem 16. Jh., 168 aus dem 17. Jh. und 63 aus dem 18. Jh. Die Zeit von 1590 bis 1610 war die Blütezeit der Nachrichtenflugblätter, aber auch die Zeit vom Restitutionsedikt bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges brachte viele dieser Einblattdrucke hervor.
Drucke
In der Bibliothek werden so viele unterschiedliche wertvolle Drucke aufbewahrt, dass es den Rahmen dieses Wikis sprengen würde, sie im einzelnen zu beschreiben. Allein der Altbestand an Drucken vor 1900 geht an die 135.000 Titel (nicht einzelne Exemplare, sondern Titelanzahl). Diese Zahl umfasst aber nicht Karten, Noten oder Einblattdrucke.
Am besten ist es also, sich an Ort und Stelle über die Drucke zu informieren. Hilfreich kann auch der folgende Überblick über den Altbestand der Bibliothek sein: Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland, Hildesheim [u.a.] : Olms, Bd. 11. Bayern: A-H, 1997, S. 63 - 92, Eintrag Augsburg 1.
Ausleihe und Nutzungsbedingungen
Generelles
Jeder kann die Bibliothek benutzen, Bücher ausleihen können aber nur Einwohner der Stadt Augsburg und der Umgebung, wenn sie 16 Jahre alt geworden sind. Zur Benutzung zugelassen wird man, wenn man einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorlegt. Die Benutzung von Handschriften, Frühdrucken, also von Altbeständen, kann für wissenschaftliche Zwecke in Absprache mit der Bibliotheksleitung erfolgen. Bei der ersten Bestellung erhält man einen Benutzerausweis.
Die Bibliothek kann man gratis nutzen, allerdings werden für die Besorgung von Büchern oder Aufsätzen aus anderen Bibliotheken (Fernleihe), bei Ausleihfrist-Überschreitung und Verlust der Leihkarte Gebühren erhoben, die der aktuellen Gebührenordnung in der Bibliothek zu entnehmen sind.
Da praktisch alle Bücher und Zeitschriften der Bibliothek nicht öffentlich zugänglich sind, muss man Bücher zur Ausleihe an Hand der Kataloge bestellen. Dazu füllt man für jeden Titel einen eigenen Leihschein aus. Bücher und Zeitschriften, die nach 1900 erschienen sind, können normalerweise nach Hause ausgeliehen werden. Die anderen Bücher und Zeitschriften können im Lesesaal studiert werden.
Sonderbenutzungsbedingungen für den historischen Bestand
Nur wenn ein wissenschaftlicher Zweck nachgewiesen werden kann, dürfen Altbestände (alte Drucke, Graphiken, Handschriften etc.) benutzt werden. Und dies auch nur in Rücksprache mit der Bibliotheksleitung. Dazu sollte man sich vorher schriftlich anmelden. Und an Ort und Stelle ist ein besonderes Formular auszufüllen: Hier muss man den Benutzungszweck angeben, einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorlegen, gegebenenfalls auch eine schriftliche Referenz des Hochschullehrers.
Bestände, von denen bereits ein Faksimile, Mikrofilm, Mikrofiche oder eine sonstige Schutzkopie vorliegt, werden nur noch in begründeten Ausnahmefällen im Original ausgegeben. Manche Titel des Bestands unterliegen aus konservatorischen, rechtlichen oder anderen Gründen starken Benutzungsbeschränkungen: Tresorstücke, Zimelien, Stücke der Einbandsammlung, Objekte in gefährdetem Zustand, Deposita ... Normalerweise werden nur bis zu fünf Bände an den Arbeitsplatz ausgegeben; bei Tresorstücken jeweils nur ein Band, bei Nachlässen ein Faszikel. Feststellungen über vorhandene Schäden oder fehlende Teile müssen unverzüglich der Aufsicht gemeldet werden.
Es versteht sich von selbst, dass mit den ausgegebenen Objekten besonders sorgfältig und schonend umzugehen ist, da sie in der Regel einmalig und unersetzlich sind. Vor allem die Einbände aller Handschriften und Drucke sind mit Vorsicht zu behandeln. Um die Beschädigung von Werken zu vermeiden, ist nur die Verwendung von Bleistiften zugelassen. Und weil immer wieder anders gehandelt wird, muss es deutlich gesagt werden: Das Schreiben in und auf den Objekten, das Berühren des Buchschmuckes in Handschriften, die Anfertigung von Pausen vom Original sind streng verboten. Das gewaltsame Aufbiegen eng gebundener Bände, das Einlegen mit Kugelschreiber oder Tinte beschriebener Zettel und anderer Gegenstände als Merkzeichen ist ebenfalls verboten. Die vorgefundene Ordnung von Einzelblättern, auch wenn sie unrichtig sein sollte, darf nicht verändert werden, sondern muss der Aufsicht gemeldet werden.
Verlässt jemand seinen Arbeitsplatz länger oder wird der Lesesaal geschlossen, sind die Objekte vollständig und unversehrt, also im Zustand bei der Ausgabe, zurückzugeben. Eine Überprüfung der Objekte auf Vollständigkeit und Unversehrtheit in Gegenwart des Benutzers kann zur Auflage gemacht werden. Eine Bestellung von Reproduktionen wird über die Aufsicht oder den Ausleiheschalter vermittelt. Der Bestand der Handbibliothek (Signatur: Hbd ...) ist über den Teilkatalog des Katalogsaales zu ermitteln und kann nach Bestellung am Ausleiheschalter nur im Lesesaal eingesehen werden. Über Spezialkataloge und andere Hilfsmittel des Hauses kann man sich bei der Auskunft am Ausleihschalter erkundigen.
Ausleihe
Bücher und Zeitschriften, die man in der Zeit von 10.00 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr bestellt, werden in der Regel innerhalb von 30 Minuten zur Einsicht oder Abholung bereitgestellt. Die Leihfrist beträgt in der Regel bei Büchern 4 Wochen, bei Zeitschriften 2 Wochen. Man kann die Leihfrist zweimal verlängern, wenn das Buch bzw. die Zeitschrift nicht von einem anderen Leser vorbestellt ist. Die Verlängerung ist auch telefonisch durchführbar. Für verliehene Bände kann man sich vormerken lassen. Ein Buch, das vorgemerkt ist, kann von einem anderen Ausleiher nicht mehr länger ausgeliehen werden; bereits verlängerte Bücher werden zurückgefordert.
Fernleihe
Ist ein angefragter Titel nicht in der Bibliothek vorhanden, kann er über die Fernleihe aus einer anderen Bibliothek gegen Entgelt besorgt werden. Allerdings gibt es hiervon Ausnahmen: etwa viel benutzte Bestände (wie Literatur der Lesesäle, Lehrbuchsammlungen, Handbibliotheken), Neuerscheinungen, mit deren Ausleihbarkeit noch nicht gerechnet werden kann, Werke, die im Buchhandel zu einem geringen Preis erhältlich sind, Werke, die elementare oder rein praktische Fachkenntnisse vermitteln (etwa Reiseführer), Loseblattausgaben und Zeitschriftenhefte, Magister-, Diplom- und Zulassungsarbeiten, Werke mit außergewöhnlichem Format (wie manchmal bei Zeitungen), Werke von besonderem Wert (vor allem Drucke des 15. bis 18. Jahrhunderts, sowie Handschriften).
Katalogsaal
Hier finden sich neben den PCs für den Online-Katalog und die Suche im Internet, Zettelkataloge, zahlreiche gedruckte Informationsmittel und Literaturverzeichnisse, u. a. Gesamtverzeichnisse des deutschen Schrifttums und Verzeichnisse der Literatur zu bestimmten Fachgebieten.
Lesesaal
Hier stehen rund 7. 000 Bände an Nachschlagewerken und Handbüchern zu allen Fachgebieten, außerdem liegen die neuesten Hefte von mehr als 200 Zeitschriften aus. Diese Titel können von jedem Besucher der Bibliothek eingesehen werden, sind jedoch nicht ausleihbar. Darüber hinaus dient der Lesesaal der Lektüre nicht ausleihbarer Bestände, die von Benutzern bestellt wurden.
Reproduktionen
Ein Reader-Printer-Gerät dient zur Benutzung der sicherheitsverfilmten Bestände. Fotokopien von älteren und besonders zu schonenden Werken können - sofern deren Zustand dies zulässt - durch das Personal und gegen eine Gebühr angefertigt werden. Für Kopien aus neueren Werken kann der Münzkopierer im Katalogsaal benutzt werden. Auch die Anfertigung von photographischen Arbeiten durch das Fotolabor der Stadt ist gegen Gebühr möglich.
Adresse
Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Schaezlerstraße 25
86152 Augsburg
Tel. 0821/3242739
Fax. 0821/3242732
E-Mail: bibliothek.stadt(@)augsburg.de
Postanschrift
Staats- und Stadtbibliothek
86143 Augsburg
Lage der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Die Staats- und Stadtbibliothek ist leicht zu erreichen: Entweder mit der Straßenbahn Linie 4 - Haltestelle Stadttheater/Alter Justizpalast, den Buslinien 22,23,26,28,33 - Haltestelle Stadttheater/Alter Justizpalast oder vom Hauptbahnhof aus, der ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt ist.
Öffnungszeiten
Ausleihe, Information, Katalogsaal
Montag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.00
Dienstag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.00
Mittwoch 10.00 - 17.00
Donnerstag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.30
Freitag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.00
Lesesaal
Montag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.30
Dienstag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.30
Mittwoch 10.00 - 17.30
Donnerstag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.30
Freitag 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.30
Sofortausleihe
Täglich 10.00 - 11.30 und 13.30 - 16.30
Die Bibliothek ist vom 8. August bis 15. August geschlossen.
Weblinks
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