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Seidel, Sebastian

Ein deutscher Theaterleiter, Regisseur und Theaterautor, der in Augsburg lebt.

Leben und Wirken

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Geboren wurde Sebastian Seidel am 27. Mai 1971 in Ulm. Er ist das vierte Kind von Prof. Dr. H.-J. Seidel und Dr. Ilse Seidel. Nach dem Besuch der Freien Waldorfschule in Ulm absolvierte er den Zivildienst bei der Neu-Ulmer Arbeiterwohlfahrt in der mobilen Altenpflege (MSHD) und studierte anschließend an der Universität Augsburg Germanistik, Geschichte und Philosophie. Dort war er bei den Professoren Werner Williams? und Johannes Janota? studentische Hilfskraft.

Auch in Amerika verbrachte Sebastian Seidel Studienzeit (Fellowship und Master of Arts (MA) am German Department der State University of NY at Albany (SUNY), USA).

Nach dem Studium gründete er das S`ensemble Theater und leitete es bis heute. Noch bis 1999 war er gleichzeitig auch Leiter des Germanistentheaters? an der Universität Augsburg.

Zum Dr. phil. promovierte sich Sebastian Seidel im Jahr 2000 in Literaturwissenschaft, Deutsche Literatur des Mittelalters und Philosophie bei Prof. Koopmann? / Universität Augsburg und Prof. Strelka / SUNY at Albany. Thema seiner Doktorarbeit war Robert Musil.

2001 gründete er die Freie Augsburger Theaterschule? (FATS), die später aber wieder aufgelöst wurde, da Sebastian Seidel alle Workshops der Schule ins S'ensemble Theater integrierte.

Sebastian Seidel schrieb zahlreiche Theaterstücke. Die meisten seiner Stücke wurden am eigenen S`ensemble Theater aufgeführt. Viele seiner Stücke sind aber auch deutschlandweit zu sehen gewesen. So wurde etwa sein Stück "Hamlet4you" 2007/2008 von acht Bühnen inszeniert.

Sein Theater betrachtet Sebastian Seidel als Spielstätte für die Moderne. Er führt dort fast nur Stücke auf, die nicht älter als zehn Jahre sind, darunter viele Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen. Sein Anliegen dabei ist eine gesellschaftskritische Bestandsaufnahme, die als intelligente Unterhaltung daherkommt.

Bei der deutschen Erstaufführung des Stücks „Verbrannt“ von von Peter Hugge (Dänemark) im S`ensemble führte Sebastian Seidel 2010 Regie. In dem Stück geht es um Ruth Berlau, eine der zahlreichen Geliebten und Mitarbeiterinnen Brechts, die Brecht durch alle Stationen des Exils begleitet: Dänemark, Finnland, Russland bis nach Amerika und am Ende Ost-Berlin.

Werke

Immer wieder kommt in den Stücken Sebastian Seidels die zeittypische Vereinsamung des modernen Menschen zum Ausdruck. Auch die Realitätsflucht ist eine Grundidee seiner Stücke, die oftmals mit Komik arbeiten. Immer sind seine Werke entlarvend und zeigen als Basis seine Analysefähigkeit, auf der seine Ideen aufbauen.

Theaterstücke

Die Rechte der meisten Stücke liegen beim Theaterverlag Hofmann-Paul in Berlin, manche auch bei Sebastian Seidel. Bei Interesse schickt der Autor das gewünschte Stück im PDF-Format zu. Manche der Stücke - wie “Selbstmanagement” oder “Jakob Fugger Consulting” – eignen sich für Firmen oder Vereinsauftritte, weshalb Gastspiele des S’ensemble Theaters auf Anfrage möglich sind.

Theaterarbeit

Besonders geprägt hat ihn das Stück „Warten auf Godot“. Durch dieses Stück verstand er, wie die christlich-jüdische Tradition seit Jahrtausenden aufgebaut ist. Er hat in Berlin Proben-Protokolle über die Inszenierung von Samuel Beckett an der Schaubühne gelesen. „Warten auf Godot“ zeigt nach Sebastian Seidel, wie wichtig das in der Zukunft liegende Heilsversprechen ist und wie sehr das Warten auf besondere Ereignisse unser Leben bestimmt. In Ulm hat Seidel das Stück als Regieassistent begleitet und weiter Facetten und Interpretationsmöglichkeiten erkannt, die in sein Stück „Marathon“ eingeflossen sind.

Bis 1999

Als Regie-Assistent wirkte er an folgenden Stücken mit:“März – ein Künstlerleben” von Heiner Kipphart, “Mütter und Söhne” von Javier Tomeo, “Die Mitschuldigen” von J. W. v. Goethe, “Leonce und Lena” von Georg Büchner, “Warten auf Godot” von Samuel Beckett, “Gatte gegrillt” von Debbie Isitt.

Inszeniert hat er in diesen Jahren folgende Stücke: “Gebet – mystisches Drama” frei nach Fernando Arrabal, “Erich Mühsam- Der Anarchisterich”, “Express – eine ionistische Szenenkollage”, “Butterbrot” von Gabriel Barylli, “Johan vom Po entdeckt Amerika” von Dario Fo, “Siddhartha” von Hermann Hesse, “Turandot oder Der Kongress der Weißwischer” von Bertolt Brecht und “Gatte gegrillt” von Debbie Isitt.

Bei “Der Kuss im Rinnstein” von Nelson Rodrigues war er künstlerischer Leiter.

Bis 2009

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Ab dem Jahr 2000 hat Sebastian Seidel noch unermüdlicher für das Theater gearbeitet. Folgende Inszenierungen gehen in dieser Zeit auf sein Konto: “Zurück zum happy end” von Frank Pinkus, “Die Gottesanbeterin” von Christian Krug, “Der Sturm ist da!” (expressionistische Lyrik im Sprechgesang), “Die heilige Johanna der Einbauküche” von Willy Russell, „Lebenskampf” von Samuel Schweitzer, “LOVE and HATE” Maskentheater, “Der MESSIAS” von Patrick Barlow, “Die Räuber” von Friedrich Schiller, “Der Kontrabass” von Patrick Süskind, “Klamms Krieg” von Kai Hensel, “Unter der Gürtellinie” von Richard Dresser, “Mozart in Paradise oder Weltmeister” von Peter Danzinger und “Dialog in D-Dur” von Javier Tomeo.

Folgende eigene Stücke hat Sebastian Seidel in dieser Phase inszeniert: “Quiz-Show”, “Verteidigung auf Leben und Tod”, „Marathon“, “SIE – oder Wer ist der Ritter” (von Ch. Krug und S. Seidel), “TRÄUME” (von T. Böhner und S. Seidel), “Auf der Suche nach dem Jakoberwallturm”, “SELBSTMANAGEMENT 1-3″, “MarathonManagement”, “GOLDRAUSCH”, “Hamlet for You”, “Jakob Fugger Consulting”, “Love Movie Theater”, “Wie gewinnt man eine Wahl?” und “Wahlschlacht”.

Bei “Vatersprache” von Albert Ostermaier übernahm er die künstlerische Leitung.

Auszeichnungen und Preise

  • Stipendium Internationales Forum Junger Bühnenangehöriger beim Berliner Theatertreffen
  • 2002 Kunstförderpreis der Stadt Augsburg im Bereich Literatur für das Stück „Quiz-Show“. Der Inhalt des surrealen Stücks über Existenzangst, die Macht der Gewohnheit und deren Überwindung: Es ist ein Abend wie jeder andere. Ein Mann kommt abgespannt von der Arbeit nach Hause und setzt sich wie gewohnt vor die Quiz-Show im Fernsehen. Doch plötzlich sitzt da noch jemand auf dem Sofa. Wer ist das? Wo kommt er her? Was will er hier? Der Fremde irritiert, nervt, ist lästig wie eine Fliege, die sich nicht verscheuchen lässt. Doch das Unheimliche ist, er scheint alles über den Mann zu wissen – und er spricht alles an, lässt nichts im angenehmen Schweigen. Und so geht es nun Abend für Abend. Es entsteht ein absurdes Spiel zwischen Einbildung und Wirklichkeit, Verdrängung und Konfrontation.
  • Literaturförderpreis des Wißner Verlages Augsburg
  • 2004 Stipendium Paul Maar: Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel
  • 2005 Förderung Kulturfonds Bayern für „Auf der Suche nach dem Jakoberwallturm
  • Stipendium Dramatikerbörse: Luaga&Losna, Nenzing, Österreich
  • Stipendium Intern. Forum Junger Bühnenangehöriger beim Berliner Theatertreffen.
  • Förderung Kulturfonds Bayern für die Theaternacht „Quickies Augsburg“
  • Förderung Fonds Darstellende Künste für die Theaternacht „Quickies Augsburg“
  • Förderung Kulturfonds Bayern für „Auf der Suche nach dem Jakoberwallturm”.
  • 2007 Auszeichnung mit Ehrenmedaille „Für Augsburg“ durch die Stadt Augsburg

Sonstiges

Sebastian Seidel ist Erfinder und Veranstalter des Augsburger Dramatikerpreises.

Für den Bezirk Schwaben ist er seit 2007 Amateurtheaterberater, darüber hinaus an der Universität Augsburg Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und er setzt sich als 2. Vorstand des Verbandes „Freie Darstellende Künste in Bayern“ ehrenamtlich ein.

Seit 2009 ist Sebastian Seidel auch Juror beim Schwäbischen Literaturpreis des Bezirks Schwaben.

Pressestimmen

„Seidel zeigt in überzeugend gearbeiteten Dialogen, wie unbewusste Ängste und unbeantwortete Fragen sich dort an die Oberfläche des Bewusstseins drängen, wo die Routine eines ganz gewöhnlichen Daseins zur Lebenserfüllung wird, wo Realitätsflucht und vage Ideen von einem neuen Leben die trügerische Alltags-Sicherheit einer nicht weiter anfälligen Existenz zerstörerisch untergraben.“ (Auszug aus der Laudatio zum Kunstförderpreis der Stadt Augsburg)

Zu Marathon

“Wenn es stimmt, das Theater auch heute noch etwas zu bewegen imstande ist, dann ist dies auch der Verdienst junger Autoren, die mit eigenen Stücken eben diese Qualität des An- und Aufregens zu erreichen suchen. Ein derartig bewegende und zudem bewegte Uraufführung war beim S’ensemble Theater zu sehen.” (Augsburger Allgemeine) “Seidels Idee, das Leben mit einem Marathon zu vergleichen, überzeugt vor allem durch ihre geniale Einfachheit. … Seidel entwirft einen bissig-ironischen Blick auf gesellschaftliche Strukturen, in denen die Menschen lieber sich selbst ändern, als an den Rahmenbedingungen zu rütteln.” (Oberbairische Volkszeitung)

Zu Hamlet for You

“Zwei Mimen, eine Stunde Spielzeit und als Vorlage die schwergewichtige Shakespeare-Tragödie: Das ist das Grundgerüst, auf dem Sebastian Seidel seine Hamlet-Variation aufbaut. Aus der radikalen Strichfassung des Originals entsteht eine turbulente und schrille Dramen-Travestie, die vor allem viel erzählt über den Nachhall Shakespeares im kollektiven Gedächtnis der Popkultur und über die Psychologie und Sozialmechanik des Theaters.” (Echo Online Darmstadt)

Adresse

Dr. Sebastian Seidel
c/o S’ensemble Theater
Bergmuehlstraße? 34
86153 Augsburg

Tel. 0821/3494666
Fax. 0821/3494668

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