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Schaezlerpalais
Auch Schaezler-Palais. Der größte erhaltene Profanbau des Spätrokokos in Augsburg.
Allgemeines
Das Schaezlerpalais ist mit dem Rokokofestsaal einer der schönsten süddeutschen Museumsbauten in einem historischen Ambiente und wurde von einem Augsburger Bankier und Silberhändler Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Durch die farbige Wandgestaltung und die historische Vertäfelung hat es eine besondere Atmosphäre mit intimer Strahlkraft. Der Bau zeigt, dass sich das Augsburger Bürgertum damals beim Bauen am Vorbild absolutistischer Königshäuser orientierte.
Geschichte
Das Augsburger Schaezlerpalais wurde in den Jahren 1765 bis 1770 erbaut. Gebaut wurde es für den Bankier und Silberhändler Benedikt Adam Liebert?, Edler von Liebenhofen (1731 – 1810). Als der Festsaal des Palais eingeweiht wurde, soll die spätere französische Königin Marie Antoinette hier ein paar Schuhe durchgetanzt haben. Das war 1770 auf ihrer Brautreise nach Paris. Ihr zu Ehren gab man im Palais einen Ball. Marie Antoinette starb 23 Jahre später als Frau des französischen Königs auf dem Schafott.
2006 wurde das Schaezlerpalais aufwendig renoviert und restauriert.
Juli bis November 2009: Ausstellung "irdische paradiese" mit Meisterwerken aus der Kasser Art Foundation. Ausgestellt wurden Werke von Claude Monet, Pablo Picasso, Pierre Auguste Renoir, Paul Signac, Hans Arp, Mary Cassatt, Paul Cézanne, Marc Chagall, Alfred Sisley, Henri Matisse und vielen anderen. Die ausgestellten 106 Gemälde konnten als Schilderung paradiesischer Zustände gelesen werden, was zu dem Titel führte.
Vom 24. September bis zum 6. November 2011 zeigt das Schaezlerpalais eine Auswahl der Pastelle und Zeichnungen des Zyklus´ von dem in Augsburg und Marseille lebenden Künstler Max Kaminski? zum Rokokofestsaal und stellt diese ihren Vorbildern gegenüber. Max Kaminski? war von der Pracht des Rokokofestsaals des Schaezlerpalais so fasziniert, dass er sich über ein Jahr lang intensiv mit der Ausstattung des Festsaals auseinandersetzte. So entstanden zahlreiche großformatige Pastelle, deren Ausgangspunkt Guglielmis Deckenfresko bildete. Dessen Werk nahm Kaminski zum Anlass, den im Deckenbild dargestellten Kosmos künstlerisch zu überformen: Er spiegelte Motive aus diesem Kontext wider; er paraphrasierte sie, entwickelte sie weiter und machte sie letztendlich zum Teil seiner eigenen Bildwelt, in der Details hervortreten, kompositorische Einheiten fragmentiert und neue Zusammenhänge geschaffen werden. Dem Betrachter wurden so – gefiltert durch den Blick des Künstlers – faszinierende neue Sichtweisen auf die Malerei Guglielmis eröffnet.
Details
Festsaal des Schaezlerpalais
In den Rokoko-Saal gelangt man durch die Deutsche Barockgalerie?, deren Bilder manchem etwas muffig anmuten werden, aber für Freunde der damaligen Zeit einen besonderen Reiz besitzen.
Der Festsaal des Schaezlerpalais ist ein beeindruckendes Meisterwerk der Kunst des Rokoko. Das Deckengemälde, das im Zentrum des Raumes angebracht ist, stammt von dem italienischen Künstler Gregorio Guglielmi (1714 – 1773), der aus Rom kam. Es stellt die damals bekannten vier Erdteile dar und trägt demnach auch den Titel "Vier Erdteile". Die Kontinente werden durch schwebende Tier- und Menschengruppen verkörpert, die dem Betrachter die Vielfalt und Exotik der verschiedenen Kontinente farbenprächtig vor Augen führen. Im Zusammenspiel mit den Supraporten, Schnitzereien und Stukkaturen des Festsaals entsteht so das Sinnbild einer Welt im Kleinen. Das Werk ist ein schönes Beispiel für eurozentrisches Denken, denn in der Mitte thront Europa mit vielen zivilisatorischen Segnungen von der Kunst bis zur Wissenschaft, während am Rand die "exotischen" Erdteile Afrika, Amerika und Asien (noch ohne Australien) dargestellt sind.
Vom Schaezlerpalais kommt man in die ehemalige Katharinenkirche?, die heute eine staatliche Gemäldegalerie (Staatsgalerie?) beherbergt.
Park des Palais
Bevor man das Schaezlerpalais wieder verlässt, sollte man unbedingt einen Blick in die kleine Parkanlage werfen, die sich im Innenhof des Gebäudes befindet.
Besonderheiten
Das Schaezlerpalais-Café
Seit April 2007 ist im Schaezlerpalais ein Museumscafé in Betrieb. Im besonderen Ambiente des Palais kann man nun Kaffee, Kuchen und Erfrischungen genießen. Eine Besonderheit, die angeboten wird, ist das "Schaezlerpils", das die Schlossbrauerei Scherneck? eigens für das Schaezlerpalais-Café braut und in schmucke blaue Flaschen abgefüllt wird. Der Brauherr der Schlossbrauerei Scherneck? ist Christian Siedler von Schaezler?. Er und seine Frau stifteten auch das historische Mobiliar des Schaezlerpalais-Cafés.
Geöffnet ist das Museumscafé
Di: 10 - 20 Uhr
Mi bis So: 10 - 17 Uhr.
Tel. 0821/3244118
Audioguide
Seit 18. Dezember 2007 gibt es im Schaezlerpalais einen Audioguide. Er wurde von der Berliner Firma Tonwelt in Zusammenhang mit den beiden Augsburger Kunsthistorikern Dr. Christof Metzger? und Ulrich Heiß? entwickelt. Er führt durch die Dauerausstellung der Deutschen Barockgalerie? und den Festsaal des Palais. Neben der deutschen Version gibt es auch eine englische.
Adresse
Kunstsammlungen und Museen Augsburg
Schaezlerpalais
Maximilianstraße 46
86150 Augsburg
Tel. 0821/3244112
Weblinks
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