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Sankt Ulrich und Afra
Der katholische Teil zweier wie Zwillinge verbundener Kirchen am Ende der Maximilianstraße in Augsburg. Entstanden als Wallfahrtskirche zu den beiden Augsburger Heiligen Ulrich und Afra.
Allgemeines
Die Kirche Sankt Ulrich und Afra blickt auf eine lange Bauzeit zurück. Im Groben kann man sagen, wurde die Kirche von 1457 bis 1603 errichtet. Die Innenausstattung kam z. T. noch später hinzu. Bis zur Säkularisation - im Fall von Sankt Ulrich und Afra liegt der Einschnitt im Jahr 1808 - war die Kirche mit dem angeschlossenen Kloster Sankt Ulrich? ein exterritorialer Bezirk mitten in der Stadt, was noch durch die heutigen Eisengitter deutlisch gemacht wird, die dieses Gotteshaus von der übrigen Stadt abgrenzen. Der ganze Komplex wurde damals als Reichsstift? bezeichnet.
Geschichte
1580 stiftete Jakob Fugger der Jüngere? die so genannte Fuggerorgel.
1604 fertigte Hans Degler? den monumentalen Hochaltar der Kirche sowie die beiden Nebenalätre für Sankt Ulrich und Sankt Afra. Vier Jahre später schuf er auch die Kanzel, zu der Hans Krumper? die Pläne geliefert hatte.
Etwa um die gleiche Zeit gestaltete der aus Schongau? stammende Hans Reichle? eine Kreuzigungsgruppe, die dann von dem Augsburger Stadtgießer Wolfgang Neidhart? in Bronze gegossen wurde.
1608 schuf der bekannte Augsburger Stadtmaler das prachtvolle Orgelgehäuse der Fuggerorgel.
1777 spielte Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Weg nach Paris die Fuggerorgel. An seinen Vater in Salzburg schrieb er dazu am 17. Oktober 1777: "Die orgl ist doch in meinen augen und ohren der könig aller instrumenten ... ich war zu S: Ulrich auf der alten orgl. ich bat, es möchte mir auch wer drauf spiellen, ich möchte hinabgehen, und zuhören ..." An diesen Besuch Mozarts in der Kirche erinnert noch heute die so genannte "Mozartstiege".
1876 übertrug man die so genannte "Fronleichnamsgruppe" zunächst von der evangelischen Kirche Sankt Anna hierher nach Sankt Ulrich und Afra. Aber schon 1921/22 brachte man sie wieder zurück nach Sankt Anna und stellte sie dort in der Fuggerkapelle auf.
1943 baute man im Zuge der in Augsburg laufenden Luftschutzmaßnahmen die frühbarocken Altarfiguren von Hans Degler? aus und brachte sie zur Sichterheit nach Oberstdorf? und Fischen? im Allgäu.
In der Bombenkriegsnacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 kam die Basilika Sankt Ulrich und Afra relativ ungeschoren davon. Es gab Schäden an den Fenstern und an der Dachhaut. Diese allerdings führten dazu, dass trotz ständigen Räumens Schnee die Kirchenbänke und Altäre bedeckte, die nur notdürftig mit Tüchern gegen das Wetter geschützt werden konnten. Im Mai 1944 wurde wenigstens das Langhausdach mit neuen Ziegeln repariert.
Im Jahr 1982 renovierte die Orgelbaufirma Sandtner das Orgelwerk der Fuggerorgel.
augsburg.tv-Beitrag vom 16. Oktober 2011 zum Abschluss Jahre dauernder Renovierungsarbeiten an Sankt Ulrich und Afra
Details
Blickt man von Sankt Ulrich und Afra nach Norden, so liegt der monumentale Straßenzug der Maximilianstraße unter dem Betrachter. Schweift der Blick weiter, wird er vom Turm der Moritzkirche, dem Rathaus, dem Perlachturm und im Hintergrund vom Dom gefangen genommen.
Nach Südosten liegt das Ulrichs-? und Lechviertel?. Unter dem Betrachter liegen Bürger- und Handwerkerhäuser, die aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen und von der Kirchgasse, der Eserwallstraße? und dem Milchberg eingerahmt werden. Südlich der Kirche Sankt Margareth liegt das ehemalige Dominikanerinnen-Kloster? an der Spitalgasse und am Wollmarkt. Man sieht die Stichgasse Beim Rabenbad zur ehemaligen Spitalmühle? und den Westflügel des Heilig-Geist-Spitals, der von Elias Holl? geschaffen wurde. Vom Turm der Kirche sieht man auch das Langhaus Heilig-Geist-Spitals, das 1626 bis 1631 gebaut wurde. Es endet mit seinen in dreih Reihen angeordneten Schleppgauben mit der Spitalkapelle Heilig Geist vor dem Rotes Tor, das 1622 von Elias Holl? erneuert wurde. Hinter der Kapelle von Heilig Geist sind der große und kleine Wasserturm zu erkennen, hinter dem Spital-Langhaus auch der Spitalturm. Noch vor 1972 sah man, blickte man nach Osten, die Spinnerei und Weberei am Sparrenlech von Arnold und Kahn? an der Remboldstraße?. Leider wurde sie im Jahr der Olympischen Spiele in München abgerissen.
Der Innenraum der Pfeilerbasilika ist dreischiffig und wird vor allem durch das "gewundene Rippennetz" des Tonnengewölbes geprägt. Daneben dominiert aber auch die Ausstattung der Kirche durch so berühmte Künstler wie Hans Degler? oder Hans Daucher?.
Die Fuggerorgel von Sankt Ulrich und Afra besitzt 68 Register und 4775 Pfeifen.
Michaelskapelle
Die ehemalige Michaelskapelle wurde über der Gruft von Jakob III. Fugger-Babenhausen? errichtet. Dort hatte man zweitweise die "Fronleichnamsgruppe" von Hans Daucher? aufgestellt. Umd das Grab war früher das so genannte "Fugger-Gitter" angebracht, das die Wappen von Jakob III. Fugger-Babenhausen? und seiner Frau Anna (geb. Ilsung von Tratzberg]] enthielt. Geschaffen hatte das Gitter der Augsburger Schlosser Hans Metzger? im Jahr 1588. Um das Gitter vor Zerstörung zu bewahren, hat man es 1943 demontiert, lagerte Teile im Gotteshaus selbst, aber auch im Schloss Kirchheim ein. 1994 verbrachte man das Kunstwerk in die externe Dienststelle des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in Thierhaupten?.
Sonstiges
Während seiner Schulzeit in Sankt Ulrich und Afra war Leopold Mozart hier Sängerknabe.
Andreas Stein?, der berühmte Orgelbauer und Freund der Mozarts hatte für die Fuggerorgel in der Kirche einen Wartungsvertrag und wohnte ganz in der Nähe am Ulrichsplatz 10.
Öffnungszeiten
Adresse
Sankt Ulrich und Afra
Ulrichsplatz 23
86150 Augsburg
Weblinks
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