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Sankt Sebastian

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Die Klosterkirche Sankt Sebastian wird von den Kapuzinern betreut und liegt im Stadtbezirk 6 Rechts der Wertach?, der zum Planungsraum II Oberhausen gehört. Die Kapuziner sprechen auch vom "Franziskanischen Zentrum Sankt Sebastian". Kirche und Haus gehören der Diözese Augsburg?. Nach dem Weggang der Kapuziner 2008 wurden die Kirche und das Haus zunächst von der Diözese Augsburg? renoviert, um sie dann der Kroatischen Gemeinde? zur Verfügung zu stellen.

Allgemeines

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Schon vor der jetzigen Kirche Sankt Sebastian gab es in Augsburg ein Gotteshaus mit diesem Namen. Es war die Kapelle eines Leprosenspitals "auf dem Schlachbuhel" (vor dem Jakobertor. Dieses Spital wurde erstmals 1448 in Zusammenhang mit einer Stiftung des Stadtpfarrers Konrad Vögelin? erwähnt. Man vermutet aber, dass es schon vor 1425 existierte. Von 1463 ist uns eine Hausordnung überliefert, in der bestimmt wird, dass nur weibliche Personen aufgenommen werden. Die Sankt-Sebastianskapelle, die dem Leprosenspital seinen Namen gab, wurde erst im Jahr 1458 erbaut. Dazu kam noch ein Friedhof. Der Gewandschneider Johann Landsberger stiftete im Jahr 1468 an dieser Kapelle eine Kaplanei. Zur Zeit der Reformation wurde die Kapelle evangelisch, später aber abgerissen, um das Jakobertor und die Stadt besser verteidigen zu können.

Die Vorgeschichte der heutigen Kirche Sankt Sebastian liegt in der Klosteraufhebung zu Zeiten Napoleons?. Bis dahin nämlich gab es in der Kapuzinergasse ein Kloster der Kapuziner. Erst Jahrzehnte nach der Säkularisation kamen die Kapuziner wieder nach Augsburg und bauten schließlich wieder Jahrzehnte nach ihrem Wiederkommen die heutige Kirche samt Kloster.

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Seit 1966 trägt das Kapuzinerkloster die Bezeichnung "Franziskanisches Zentrum". Die Gemeinschaft ist klein, aber rege. Die Brüder begleiten Kurse, widmen sich der therapeutischen Seelsorge, bieten Meditation, sakralen Tanz und Selbsterfahrung an. Daneben betreuen sie franziskanische Kreise wie die Sebastiani-Bruderschaft, eine Gebetsgemeinschaft für die Lebenden und die Verstorbenen und Fördergemeinschaft für die Sebastianskirche, die jährlich eine Sebastiani-Oktav feiert.

Der rechte Seitenaltar der Kirche birgt den Reliquienschrein des heiligen Wolfhart von Augsburg?. Er ist der Patron der Sattler.

Das wichtigste Stück der Ausstattung ist die Muttergottes von Hans Degler?. Sie ist wohl nach 1620 entstanden und stammt wahrscheinlich noch aus dem nach der Säkularisation? abgerissenen Kapuzinerkloster.

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Geschichte

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1843 kamen die Kapuziner auf Betreiben der Sebastiani-Bruderschaft wieder nach Augsburg zurück. Sie ließen sich zunächst am Stephingertor in der Kapelle Sankt Sebastian nieder, die von Elias Holl? in den Jahren 1611 bis 1612 als Ersatz für die Sebastianskapelle am Jakobertor gebaut worden war, die man aus Gründen der Stadtverteidigung abgerissen hatte. Die hollsche Kirche hatte eine Sakristei, ein Mesnerhaus und angeschlossene Siechenhäuser.

In den Jahren 1643 und 1722 bis 1724 entstanden wieder Nachfolgebauten, die aber immer ein Kaplanshaus hatten, von wo aus die Kapuziner die Seelsorge im nahen Pest- und Siechenhaus Sankt Sebastian? übernehmen konnten. Auch im Siechenhaus Sankt Sebastian? lebten immer einige Brüder. Die Kirche hatte nach 1724 eine barocke Ausstattung und der Bau war größer geworden: Das Langhaus besaß vier Joche und schloss mit einem eingezogenen halbrunden Chor ab. Im Presbyterium hatte die Kirche eine Fachkuppel.

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Mit dem Aufkommen großer Industriebetriebe wurde das Kloster zur geistigen Heimat der in die Stadt abgewanderten Landbevölkerung. In Zeiten allgemeiner Verarmung infolge Arbeitslosigkeit war das Kloster Verteilstelle für die Lebensmittel, die bei den Bauern gesammelt worden waren. Sehr beliebt waren in diesen Zeiten die Sebastiani-Oktaven.

Die jetzige Kirche wurde 1906 (verschiedene Quellen geben auch 1907 an) von Hans Benedikt Schurr? in den Formen der Neo-Romanik neu erbaut. Die reichen Malereien trugen Leonhard Thoma? und Josef Guntermann? bei. Im Jahre 1990 restaurierte man die Außenfassade, 1996 wurde die Kirche innen original restauriert.

Bau

Außen

Die Formen des Baus sind streng neuromanisch und wie etwa auch bei der Herz-Jesu-Kirche in Pfersee außen reich gegliedert. Die Baumassen sind übereinandergeschichte.

Da der Bau von Gebäuden der MAN eingefasst ist, übersieht man ihn beim Vorbeifahren leicht.

Innen

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Die Kirche hat drei Schiffe und ist eine Pfeilerbasilika mit Narthex. Das Langhaus weist vier Joche auf und ist durch einen breiten Triumpfbogen von der Chorapsis getrennt. Dadurch sind große Flächen für Wandmalereien vorhanden, wie sie die Neuromanik liebte.

Die Kalotte der Apsis zeigt Christus in der Mandorla, gemalt von Wirschung. Dieser Maler hat auch die Seitenaltäre bemalt. Unter der Kalotte sieht man ein Doppelfries mit Bildern aus der Legende über den hl. Sebastian, die Josef Guntermann? ausgeführt hat. Er hat auch die Kreuzwegstationen an den Langhaus-Schildwänden ausgeführt, die auf Leinwand ohne Rahmen gemalt sind.

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Die Tonnen des Langhauses sind durch starke Gurtbögen, die sich mit Würfelkapitellen über Diensten erheben, in die vier Joche gegliedert.

Das Seitenschiff im Norden weist ein Kreuzgratgewölbe auf und ist zur Kirche hin offen, während das Seitenschiff im Süden geschlossen ist und als Ganz zu dem anschließenden Kloster führt.

Der Bereich des Klosters geht auf den Mesnerbau zurück, den Elias Holl? in den Jahren 1611 und 1612 errichtete. Dieses Mesnerhaus wurde 1843 zum Kloster ausgebaut und 1906 noch einmal erweitert.

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Zu den drei Vorgängerbauten der heutigen Kirche Sankt Sebastian schlagen drei Statuen des hl. Sebastian die Brücke. Die berühmteste dieser Sebastianfiguren steht heute in Sankt Maximilian. Die Figur des Beschützers in Pestzeiten steht im Narthex von Sankt Maximilian. Sie ist mittelgroß und gehörte zu dem hollschen Kirchenbau von 1611/1612, der 1632 zerstört wurde. Diese Figur des Heiligen war im Aufbau das Vorbild für die nachfolgenden Sebastianfiguren.

Als man 1643 eine neue Sebastianskirche baute, hat wahrscheinlich Ferdinand Murmann eine überlebensgroße Sebastianfigur geschnitzt, die für den Chorraum dieser Kirche bestimmt war. Als man diese Kirche 1809 nach der Vertreibung der Kapuziner schloss, kam sie zunächst ebenfalls nach Sankt Maximilian.

Die dritte Figur des hl. Sebastian ist spätbarock und stand ab 1643 im Hochaltar des Vorgängerbaus der heutigen Sebastiankirche. Im neuromanischen Bau versetzte man die Figur an den nördlichen Pfeiler.

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Der bedeutendste Ausstattungsgegenstand der Kirche ist die überlebensgroße Standfigur der Muttergottes, die in Lüstertechnik gefasst ist. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts konnten Kunsthistoriker das Werk dem Bildhauer Hans Degler? als Spätwerk nach 1620 zuordnen. Vorbild war wohl der Typ der Patrona Bavariae?, den Hans Krumper? 1615/1616 für die Münchener Residenz schuf. Die Muttergottes von Sankt Sebastian steht auch der Reichersberger Madonna? nahe. Sie stammt aus dem Jahr 1617 und befand sich bis zur Säkularisation? in dem dann abgebrochenen Kloster der Augsburger Kapuziner, einer Stiftung der Fugger. Ein Holzschnitt im Dillinger "Neuen Katholischen Schreib-Kalender" von 1756 zeigt, dass dieser frühbarocke Madonnentyp im 18. Jahrhundert nicht nur in Bayern große Verbreitung fand.

Anschrift

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Alte, nicht mehr gültige Adresse:

Franziskanisches Zentrum
Sebastianstraße? 24
86153 Augsburg

Tel. 0821/416178
Fax. 0821/422174
E-Mail: augsburg(@)kapuziner.org

Lage der Kirche Sankt Sebastian

Die Anfahrt ist einfach. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Vom Königsplatz mit der Straßenbahn Linie 2? (Richtung P&R Augsburg West) bis Fischertor, dann zu Fuß rechts ab auf die Thommstraße?, an der nächsten Kreuzung links auf die Sebastianstraße?, der Eingang liegt nach 200 Metern auf der rechten Seite. Mit dem PKW: Autobahn A 8: Ausfahrt Augsburg-Ost?, dann etwa 3 Kilometer geradeaus bis zum bei Hochhaus der MAN fahren, rechts abbiegen, nach 200 Metern liegen Kirche und Einfahrt rechts. B 17: Ausfahrt Oberhausen Süd nehmen, dann Richtung Osten zur MAN fahren; nach etwa 3 Kilometern liegen Kirche und Einfahrt auf der linken Seite. Es gibt nur begrenzte Parkmöglichkeit im Hof!

Gottesdienste

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Die alte, nicht mehr gültige Gottesdienstordnung:

Sonntag: 7.30 Uhr griechisch-orthodoxe Liturgie, 10.00 Uhr katholische Liturgie
Montag bis Freitag: 8.00 Uhr katholische Liturgie
Samstag: 18.00 Uhr katholische Liturgie

Weitere Gottesdienste/Mediationen/spirituelle Übungen (nicht in den Ferien)

Meditation (Sitzen)

jeden Dienstag 18:30 - 19:30 Uhr
jeden Mittwoch 20:00 - 21:00 Uhr

Nach Absprache ist auch die Teilnahme an der Morgenmeditation möglich:

Montag – Freitag 6:30 – 7:30 Uhr
Samstag, Sonntag: 7:00 – 8:00 Uhr

Eutonische Übungen

jeden Mittwoch 19:30 - 20:00 Uhr

Spiritueller Tanz

20:00 Uhr jeweils an Donnerstagen (geringer Unkostenbeitrag)

Stundengebet Montag bis Freitag

07:30 Uhr Laudes
17:30 Uhr Vesper

Stundengebet Samstag

08:00 Uhr Laudes
17:30 Uhr Vesper

Beichte am Freitag und Samstag

15:00 Uhr - 17:30 Uhr oder nach Vereinbarung

Weblinks

Homepage des Franziskanischen Zentrums

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