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Sankt Georg
Eine katholische Pfarrkirche in Augsburg, die aus einer ehemaligen Augustinerchorherren-Stiftskirche hervorgegangen ist und einer der letzten Großbauten der Spätgotik in Schwaben war.
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Allgemeines
Weil Sankt Georg die Taufkirche der Mozarts war, wird sie auch Augsburger Mozartkirche genannt. Sie ist ein stiller Ort und lädt zum Verweilen ein. Das Patrozinium feiert man am 23. April. Kirchenpatron ist der hl. Georg, ein römischer Soldat, der unter Kaiser Diokletian diente.
Nähert man sich der Kirche über die Georgenstrasse?, indem man von der Frauentorstraße? her kommt, so geht man zuerst an einem giebelseitigen Gebäude entlang, in dem eine Kindertagesstätte? untergebracht ist. Es folgt ein traufseitig stehendes Gebäude, in dem eine Sozialstation? untergebracht ist. Ein Tor trennt dieses Gebäude von einem weiteren Traufseitbau, in dem heute Wohnungen untergebracht sind (Georgenstraße 14). Danach steht man auf einem großen Pfarrplatz, der Parkplätze für Kirchenbesucher bietet und den Blick auf die Sakristei, die Herwartkapelle?, die Kirche selbst, die Tauf- und Werktagskapelle und das Pfarrhaus freigibt.
Hinter dieser Front von Gebäuden liegen die Ministrantensakristei, das Haus Augustinus?, der Innenhof des Pfarrzentrums, Dienstwohnungen (Thommstraße 24 b?), die Fachakademie für Hauswirtschaft? (seit 2003 ein Dienstgebäude der Diözese Augsburg? (Thommstraße 24 a?) sowie weitere Dienst- und Seniorenwohngebäude. Dazu kommt noch der wunderschöne Pfarrgarten.
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Geschichte
Frühe Zeit und romanische Kirche
Schon vor dem Jahre 1000 muss auf dem Platz der heutigen Kirche ein Kirchlein gestanden haben, das man dem hl. Georg geweiht hatte. Das schließt man zum einen aus der Lage: Sankt Georg steht auf dem ältesten Augsburger Stadtgrund in der Nähe des römischen Statthalterpalastes. Zum anderen daraus, dass am Kirchturm römische Steine verbaut sind. Als sicher gilt aber, dass im Jahr 1057 diese alte Kirche oder Kapelle ausbrannte, 1072 wieder aufgebaut und auch vergrößert wurde.
Gegründet wurde das Augustinerchorherren-Stift "Sanct Jörgen außerhalb der Mauer" - so wurde das Stift in Urkunden bis 1366 genannt - 1135 durch Bischof Walther I.? (Grundsteinlegung). Der Bischof und das Domkapitel? errichteten beim Altar des heiligen Georg ein Stift für Augustinerchorherren? mit einer so genannten freien Propstwahl. Ein Probst regierte wie ein Abt auf Lebenszeit und unterstand nur dem Bischof?. Historiker vermuten, dass die ältere Georgskapelle von Bischof Embrico? geweiht worden war und von Kanonikern? des Domstifts? als kleine Gemeinschaft betreut worden war. Es kann sogar sein, dass Sankt Georg das erste bayerische Stift für regulierte Chorherren des heiligen Augustinus war.
Wer die Baumeister und Künstler der romanischen Kirche Sankt Georg waren, ist unbekannt.
Die Chorherren lebten wie die Benediktiner? nach den Regeln der Armut, Keuschheit und des Gehorsams. Im Gegensatz zu ihnen übten sie aber auch seelsorgerliche Tätigkeiten außerhalb ihrer Stiftsanlage aus und gliechen damit in ihrer Lebensweise den Prämonstratensern.
Der erste Propst (Oberhaupt des Stiftes) war ein gewisser Wernher I. Er kam, wie die Stiftsherren der folgenden Jahrhunderte, aus einer Augsburger Patrizierfamilie. Weil die Mitglieder des Stiftes zuerst Domherren? waren, gelangten die Farben der Diözese? in das Wappen von Sankt Georg: Es zeigt das rote Georgskreuz auf einem silbernen Grund.
1142 oder 1143 weihte man die erweiterte Kirche. Es war Bischof Walther I.?, der die Zeremonie vollzog. Von ihr sind heute noch der Turmsockel mit seinen bossierten Steinen und eine romanische Knotensäule als Kanzelfuß erhalten. Man hat die erste Kirche wahrscheinlich auf dem Schutt des römischen Marstempels errichtet.
In der Mitte des 12. Jahrhunderts erlangte St. Georg das Recht, seinen Vogt? frei wählen zu können. Die Pfarrei westlich des Dombezirks? wuchs schnell und wurde immer mehr zu einer Vorstadt. Deshalb übernahm das Chorherrenstift St. Georg für die Dompfarrei Sankt Marien? die Seelsorge. 1183 gründete man dann den eigenen Pfarrsprengel Sankt Georg. Bischof Hartwig? legte die Grenzen der Pfarrei fest, die aus der Dompfarrei? ausgegliedert wurde.
Die Pfarrei des Stiftes bestätigte Papst Clemens III.? im Jahr 1196. Nach anderen Quellen wurde die Georgspfarrei erst 1197 durch Papst Cölestin III.? errichtet; seine Bulle ist eine der ältesten Urkunden der Augsburger Stadtgeschichte. In dieser Zeit lebten etwas mehr als 20 Chorherren in dem Stift.
Neben der Stiftskirche bauten die Chorherren um 1290 eine Kapelle Sankt Michael?.
Erst ab dem frühen 14. Jahrhundert lag St. Georg innerhalb der Stadtmauer? nahe dem Fischertor? (1308).
Ab 1477 blühte das Stift unter guten Pröpsten auf, die sich vom Humanismus leiten ließen. Kurz darauf folgte auch die erste Blütezeit der Augsburger Kunst?, die etwa von 1490 bis 1530 reichte.
Die gotische Kirche
1501 fand die Weihe der spätgotischen heutigen Kirche unter Propst Laurentius Felmann? statt. Daran erinnert noch die Felmannkapelle beim südlichen Eingang der Kirche. Gebaut wurde die Kirche mit Westempore von 1490 bis 1506. Durch sie wurde die baufällig gewordene romanische Stiftskirche ersetzt. Man kennt den Baumeister der dreischiffigen Basilika nicht, doch zeigt sich eine stilistische Nähe zu Burkhard Engelberg?, der die Basilika Sankt Ulrich und Afra erbaut hat. Diese stilistische Nähe schließen Kunsthistoriker aus der Wahl der Raumart und verschiedenen Details: An erster Stelle aus der Verwendung des spätgotischen Stern-Netzgewölbes. Es ruht auf einer Winkelbündel-Konsole und steigert von West nach Ost seine Rippenkonfigurationen, wobei Parallelrippen Anwendung finden, wie sie auch Burkhard Engelberg? gern schuf. Außerdem sind an der Hochschiffwand die Obergaden in Form von Blendmaßwerk verlängert, wie das auch Burkhard Engelberg? machte.
Ebenfalls im Jahr 1506 entstand als Anbau an die Georgskirche die Grabkapelle der Partizierfamilie von Herwarth?. Zu dieser Zeit war ein Herwarth Augsburger Bürgermeister. Er trug als Wappen einen roten Kauz auf weißem Grund, weil der Name "Hörbrod" Eule bedeutete. An die Familie Herwarth erinnert heute noch das Kauzengässchen?.
Übrigens war das auch die Zeit, in der andere bedeutende Augsburger Kirchen entstanden, etwa Katholisch Heilig Kreuz? (1492 bis 1502/08) oder die Basilika Sankt Ulrich und Afra (1467 bis 1512).
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Reformationszeiten
Dann kam die Reformation? nach Augsburg und schon 1525 mussten die Augustinerchorherren? die Kapelle Sankt Michael? an die Protestanten abgeben. 1534 kam es noch schlimmer: Der Augsburger Stadtrat? verbot die katholische Messe auch in Sankt Georg für die noch verbliebenen Katholiken. 1537 bis 1548 mussten die Augustinerchorherren? im Exil auf Schloss Guggenberg? bei Schwabmünchen?. 1556 bauten dann die Protestanten eine eigene Sankt-Georgs-Kirche neben der katholischen Stiftskirche auf dem alten Friedhof, dem jetzigen Kirchhof an der Georgenstraße?. 1612 musste sie von den Protestanten schon wieder renoviert werden.
1630 übten die Katholiken Rache und die Propstei zerstörte in Vollzug des kaiserlichen Restitutionsedikts? von 1629 die Sankt-Georgs-Kirche, die schon hundert Jahre lang von den Protestanten genutzt worden war.
In den Augsburger Schwedenjahren 1632 bis 1635 wurden die katholischen Kleriker wieder vertrieben, kamen danach aber wieder zurück. Der Schwedenkönig Gustav Adolf? hatte nämlich befohlen, dass die Katholiken ihre Kirche den Protestanten zu überlassen hätten. Wahrscheinlich wurde die Kirche durch diese Anweisung vor der Verwüstung bewahrt. Es folgten in den Jahren 1640 und 1660 Großbrände. All das belastete natürlich den Konvent, der sich wirtschaftlich nicht mehr recht entwickeln konnte. Erst nach 1660 erholte sich das Stift unter der Führung tatkräftiger Pröpste wieder. Seit 1680 lebten infulierte Prälaten in dem Stift.
Die Barockzeit
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Zwischen 1681 und 1700 barockisierte man die spätgotische Kirche und bis 1705 konnte man unter dem Baumeister Hans Georg Mozart auch die Klosteranlage im Stil des Barock erneuern. Hans Georg Mozart war der Urgroßonkel von Wolfgang Amadeus Mozart und galt zu seiner Zeit als einer der bedeutendsten Augsburger Baumeister.
Die Barockisierung begann 1681, als man den Turm mit einer barocken achteckigen und kupfergedeckten Kirchturmzwiebel versah. Zuvor war dieser Turm ein gotischer Spitzhelm, den man mit glasierten Ziegeln gedeckt hatte. Man brach auch den Lettner, also die Schranke, die den Altarraum vom Kirchenschiff trennte, ab und baute nördlich und südlich der Chorwand Seitenkapellen an. Durch quer gestellte Tonnen und Stichkappen wölbte man die Seitenschiffe ein. Die Gurtbänder ließ man auf kleinen Kämpfern der Pfeiler aufsitzen und an den äußeren Wänden auf Konsolen auslaufen. Es wurden auch viele neue Fenster eingebracht; der nördliche Obergaden erhielt z. B. barocke Dreipassfenster, es gab neue Altäre, Figuren und Bänke. Man baute eine Musikempore mit einer großen Orgel ein und errichtete am Südportal eine Triumpfpforte, die Segmentbogengiebel und ionische Halbsäulen zierten. Diese Baumaßnahmen wurden von Propst Leopold Ilsung? und Probst Bernhard Neumayr? durchgeführt.
In dieser Zeit tobte auch der Spanische Erbfolgekrieg, während dessen Verlauf die Protestanten ihren Kirchplatz zu einem Friedhof erklärten und dort im Jahr 1704 mehr als 130 Tote beerdigten, woran heute noch ein Gedenkstein im südlichen Teil des Kirchhofs im Rondell erinnert.
Seit 1693 trugen die Pröpste von St. Georg übrigens die Pontifikalien. Dies nennt man auch Infulierung. Es bedeutete, dass dem Propst wie einem Bischof oder Reichsabt Stab und Mitra verliehen wurden. In der katholischen geistlichen Rangfolge Augsburgs bedeutete das, dass der Probst von Sankt Georg nach dem Augsburger Bischof und dem Reichsabt von Sankt Ulrich und Afra der dritthöchste Würdenträger Augsburgs war.
1718 heiratete Johann Georg Mozart? in Sankt Georg Anna Maria Sulzerin?; die beiden waren die Großeltern von Wolfgang Amadeus Mozart.
1719 wurde in Sankt Georg Leopold Mozart getauft, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart.
Säkularisierung und 19. Jahrhundert
Weil das Stift unter der Landeshoheit des Hochstifts Augsburg? stand, wurde es 1802 von der Reichsstadt? Augsburg säkularisiert. Damals war der Konvent sehr verschuldet und hatte noch zwölf Chorherren, die zunächst weiterhin im Gebäude bleiben konnten. Hier lebte auch der letzte infulierte Prälat Augsburgs Anton Tischer?, der 1815 starb. Zwischen 1135 und 1802 hatte es in Sankt Georg 47 Pröbste gegeben. Mehr als 660 Jahre Geschichte des Augsburger Augustinerchorherren-Stiftes waren damit an ein Ende gekommen.
Im Jahr 1806 wurde die Stadt Augsburg in das Königreich Bayern? aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war Sankt Georg ein französisches Militärlazarett (ab 1803). Das gefiel der bayerischen Armee, die das Konventsgebäude wie die Franzosen als Garnisonskrankenhaus und zeitweilig als Kaserne nutzte - bis 1883.
Seit 1808 dient die alte Stiftskirche der Pfarrgemeinde Sankt Georg als Pfarrkirche. Im Jahr 1810 kam der erste Weltgeistliche als Pfarrer nach Sankt Georg. Zwischen 1831 und 1844 diente Albert Höfer? hier als Pfarrer und komponierte Lieder wie "Jesus lebt" oder "Am Pfingstfest um die dritte Stunde". Im übrigen war er auch Mitglied des Bayerischen Landtags? und des Landrats von Schwaben, was heute dem Bezirkstag? entspricht. Von 1854 bis 1855 wirkte Sebastian Kneipp? als dritter Stadtkaplan in Sankt Georg, woran noch eine Gedanktafel am Pfarramt erinnert. 1857 zog der Pfarrer in ein neu errichtetes Pfarrhaus.
In den Jahren 1880 bis 1882 ersetzte man die barocke Dekoration der Kirche durch eine neugotische Ausstattung. Als Abschluss der Arbeiten errichtete man 1882 das Nordportal. Das war dadurch möglich geworden, dass die Stadtmauer? nördlich der Kirche abgerissen worden war. Der nördliche Eingang bot für den größten Teil der Gemeinde einen schnelleren Zugang zur Kirche. Die Arbeiten der Regotisierung wurden von Pfarrer Dr. Anton Koch durchgeführt, der nur die barocken Kirchenbänke beließ.
20. Jahrhundert
1901 kaufte die Kirchengemeinde unter Pfarrer Dr. Anton Koch die ehemaligen Stiftsgebäude vom bayerischen Staat zurück.
In den Jahren 1925 bis 1927 baute man die Kirche um und erweiterte sie durch den Bau der Chorabseiten. Das war nötig geworden, weil die Gemeinde durch die Industrialisierung stark angewachsen war. Es war Pfarrer Georg Lindermayr?, der die Umbaumaßnahmen in Angriff nahm.
Im Jahre 1935 entdeckte man im Oratorium der Kirche mittelalterliche Fresken, etwa eine schwebende Maria Magdalena.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stift 1944 schwer zerstört. In der direkten Folge konnte der Pfarrer Pater Theodor Mayr OSB nur nötigste Reparaturen durchführen. Allerdings plante der Architekt Albert Kirchmayer (1880-1966) damals schon die Erweiterung des Kircheninneren und die Restaurierung des Turms.
1950 entdeckte man bei Renovierungen eine Doppelarkade aus Tuffstein und eine Steinsäule vom ehemaligen Südflügel des ersten Kreuzganges der 1142/43 geweihten romanischen Kirche. Sie wurden in der Eingangshalle des Prälatenbaus untergebracht.
Erst Pfarrer Franz Xaver Schönmetzler leitete den Wiederaufbau ein (1953). In dieser Wiederaufbauphase wurden Teile der Kirche instand gesetzt, andere Teile aber auch erneuert. Der Architekt Thomas Wechs begleitete den Wiederaufbau, der bis 1957 dauerte. Im Zuge dieses Wiederaufbaus kamen Teile der Ausstattung des 17. Jahrhunderts wieder nach Sankt Georg zurück, etwa der barocke Kreuzaltar von Ignaz Wilhelm Verhelst in der Grabkapelle der Familie Herwarth? mit dem Kruzifixus von Loy Hering? um 1510. Oder das ehemalige Hochaltarblatt mit der Verherrlichung Mariens, das 1627 Matthias Kager gemalt hat. Außerdem baute man die Tauf- und Beichtkapelle wieder auf bzw. neu (unter der Leitung von Professor Georg Bernhard und seiner Tochter Eva Bernhard) und errichtete eine Gedenkstätte für die Toten des Zweiten Weltkriegs sowie das heutige Pfarrhaus.
1953 beseitigte man die neugotische Ausstattung und baute eine neue Sakristei und Mesnerwohnung auf der Südseite des Kirchengeländes. Ein Jahr später baute man südwestlich eine Tauf- und Beichtkapelle an der Kirche und eine Gedenkstätte für die Toten der Pfarrei im Zweiten Weltkrieg an.
An der Stelle des durch Fliegerangriffe zerstörten Stifts steht seit 1955 das Pfarrzentrum von St. Georg.
Im Jahr 1959 bekam der Pfarrgarten seinen Mosaikkreuzweg von Architekt Adolf Kreuzter.
1961 goß man vier große Glocken und stellte die barocke Zwiebelkuppel der Kirche wieder her.
1964 folgte die Umgestaltung des Kirchplatzes an der Georgenstraße?.
Im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils und seiner Liturgiereform gestaltete man im Jahr 1968 den Altarraum der Kirche um. Im Chor errichtete Orgelbaumeister Max Offner eine Nebenorgel.
Unter Pfarrer Hermann-Josef Lampart folgte in den Jahren 1978 bis 1981 die Renovierung der Kirche und der Neubau des Pfarrzentrums Haus Augustinus?. Er begann 1978 mit der Sanierung von Außenfassade und Hochchor. 1979 baute er das so genannte Prälatenhaus wieder auf, in das die Fachakademie für Hauswirtschaft? einzog. Im gleichen Jahr ließ er die Kirche horizontal isolieren. 1980 kümmerte er sich um die Außeninstandsetzung des Turms und die Neugestaltung des nördlichen Kirchhofs an der Thommstraße?. Zum Schluss renovierte er 1981 das Kircheninnere und weihte das Pfarrheim Haus Augustinus? ein, das vom Architekten Adolf Kreuzter geplant worden war.
1994 gestaltete Pfarrer Albert Zech die Tauf- und Beichtkapelle um und 1998 wurde von Orgelbaumeister Siegfried Schmid aus Knottenried die Emporen-Hauptorgel erweitert und erneuert.
Details
Das Äußere des Baus
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Der Baukörper von Sankt Georg ist 17 Meter hoch und 45 Meter lang. Schon von Außen kann man erkennen, dass es sich um eine Basilika handelt. Die Seitenschiffe sind etwa halb so hoch wie das Mittelschiff.
Die Herwart-Kapelle mit ihrem Giebel "klebt" am südlichen Seitenschiff. An ihren vier Strebepfeilern sind medaillonförmige Steinreliefs mit den Evangelistensymbolen und einer Eule, dem Wappen der Familie Herwart?.
An der Ostseite des Turmes kann man römische Quadersteine sehen. Sie stammen wahrscheinlich von einem römischen Wachturm und sind vielleicht Teil des ältesten Hochbauwerkes von Augsburg. Der Zwiebelturm erhebt sich 62 Meter am Südwestende der Kirche. Der Unterbau des Turmes ist rechteckig, wie das in der Romanik üblich war, und zeigt Zwillingsarkaden mit Mittelsäulen. Das Obergeschoß ist achteckig, weist Ecklisenen auf und hat Vierpassfenster.
Im Südwesten des Turmes steht die Tauf- und Werktagskapelle. Daran schließt sich das 1857 für einen Weltgeistlichen gebaute Pfarrhaus an. An der Ostwand des Pfarrhauses ist eine Gedenktafel angebracht. Gestiftet wurde sie vom Augsburger Kneippverein im Jahr 1929. Sie erinnert an Sebastian Kneipp?, der hier 1854/55 Kaplan war.
An der Georgenstraße? im Südosten liegen die ehemaligen Stiftsgebäude. Man sieht einen kleinen Erker, zweigeschossige geschweifte und mit Voluten verzierte Giebel, ein Portal mit Pilastern und gesprengtem Giebel. Die Gebäude sind zu Wohnungen umgebaut.
Im Nordosten der Kirche steht der Prälatenbau, also die ehemalige Propstei, die 1979 wieder aufgebaut wurde. An den Schmalseiten befinden sich geschweifte Giebel und oktogonale Erker mit Zwiebelkuppeln. Hier befinden sich die Fachakademie für Hauswirtschaft? und Wohnungen.
Der Kreuzgang liegt im Osten der Kirche. Hier oder in einer heute nicht mehr begehbaren Gruft unter dem Altar wurden die Chorherren früher begraben.
Im Norden der Kirche im Kirchhof an der Thommstraße? wurde 1927 eine Lourdes-Grotte errichtet. Hier laden auch Kreuzwegstationen zur Betrachtung ein.
Der Innenraum
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Im Innenraum der Kirche ist besonders das Gewölbe beeindruckend. Es ist in drei Teile gegliedert: Die "Leutkirche" reicht bis etwa zur Kanzel, darauf folgt die "Chorherrenkirche" und schließlich die Apsis. Man schreitet durch eine Pfeilerbasilika mit 24 Metern Breite und betrachtet dabei viele Elemente des spätgotischen Stils. Im Mittelschiff, das 17 Meter lang ist, sieht man oben das Netzgewölbe mit Wappenschlusssteinen, in den Seitenschiffen - sie sind hinten 7, vorne 8 Meter hoch - sieht man ein Kreuzgewölbe.
Die Hochwandfenster sind mit einfachem Maßwerk und Maßwerkblenden ausgestattet, die Seitenschifffenster haben etwas reicheres Maßwerk.
Spitzbogige Arkaden gliedern den Innenraum jochweise und trennen das Mittelschiff von den Seitenschiffen. Sie sind doppelt gekehlt und werden von den Pfeilern vorbereitet, die aus handgeformten Ziegeln bestehen und ohne Kapitelle in die Mauer übergehen.
Zwei so genannte Vierungspfeiler sind die Basis, aus der ein spitzbogiger Triumphbogen herauswächst. In kleineren Dimensionen gibt es den Triumphbogen noch einmal vor dem Abschluss des Altarraums. Dort im Altarraum befindet sich auf einem Gewölbeabschlussstein das Wappen des Erbauers der Kirche, des Propstes Laurentius Felmann?. Der Stein zeigt dessen Hirschgeweihwappen.
Besondere Sehenswürdigkeiten
- Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehört das ehemalige Hochaltarbild "Mariä Himmelfahrt" an der Ostseite des Turmes, das Matthias Kager 1627 gemalt hat. Es war 1881 entfernt worden, 1985 restauriert und wieder aufgehängt. Es hat Anklänge an das Altarblatt "Himmelfahrt Mariens", das 1622/25 entstand und von P. P. Rubens für die Kirche Katholisch Heilig-Kreuz? geschaffen wurde. Matthias Kager lässt die von der Dreifaltigkeit gekrönte Gottesmutter durch Engel verherrlichen, die Kränze halten. Im Hintergrund sind die Augsburger Bistumspatrone Afra? und Ulrich? zu erkennen, zu den Füßen der Gottesmutter thronen vier Kirchenväter.
- An der Nordseite des Turmes ist der hl. Augustinus von Johann Georg Bergmüller zu sehen, den er 1749 gemalt hat. Der Heilige wird mit flammendem Herzen dargestellt. Er schaut hoch zu Christus, der in seinem Triumpf erscheint, und zu Maria, auf die ihn ein Engel hinweist, derweil er ihm ein aufgeschlagenes Buch entgegen hält.
- Im nördlichen Seitenschiff sind Teile des ehemaligen Hochaltares aufbewahrt. Es handelt sich dabei um Altdeutsche Malerei, die um 1500 entstand, möglicherweise von Hans Burckmair dem Älteren? selbst oder aber von seiner Schule.
- Ebenfalls im nördlichen Seitenschiff ist der hl. Georg von Jonas Umbach aus dem Jahr 1649 zu finden.
- Im südlichen Seitenschiff befindet sich der Felmann-Epitaph von Gregor Erhart?, den dieser 1497 geschaffen hat. Der Künstler galt als "Bildhauer des Kaisers (Maximilians I.?) und als "magister ingeniosus" (genialer Meister). Von ihm stammt auch eine Muttergottes in der Kirche Sankt Ulrich und Afra.
- Die Monumentalfiguren von Maria und Georg zieren das nördliche und das südliche Seitenschiff. Geschaffen hat sie Richard Stammberger? 1956.
- Im Altarraum ist der wundertätige Heiland, ein Kruzifix von Michel Erhart? aus dem Jahr 1510, untergebracht.
- Die Werktagskapelle beherbergt den Salvator mundi von Loy Hering?. Er stammt aus dem Jahr 1512 und kann mit Fug und Recht als ein Hauptwerk der Bildhauerkunst der deutschen Renaissance genannt werden. Loy Hering? war übrigens einer der ersten süddeutschen Künstler, die Renaissance-Stilmittel anwandten.
- In der Herwartkapelle von 1506 mit ihrem feinen Kreuzgewölbe kann man den 1779 entstandenen Kreuzaltar von Ignaz Wilhelm Verhelst bewundern.
- Im Vorraum der Sakristei ist die ehemalige Kanzelbekrönung "Salvator mundi", geschaffen von Ehrgott Bernhard Bendel im Jahr 1697, ausgestellt.
- Auch Fragmente des einzigen Augsburger Silberaltares mit dem Gnadenbild Maria Trost und diverse Grabsteine bzw. Epitaphen aus der Stiftzeit sind in der Kirche zu sehen.
- Auch Werke moderner Künstler sind sehenswert: etwa die Chorfenster des Müncheners Robert Rabolt, die der 1957 schuf. Oder die Ambo-Verkleidung, die 1968 in der kunstgewerblichen Metallwerkstätte von Walter Dochtermann entstand. Oder die zwei Plastiken, die der Münchener Richard Stammberger 1956 schuf. Nicht zu vergessen auch der Mosaik-Kreuzweg, den die Münchener Werkstätte van Treeck 1960 nach Entwürfen von Otto E. Pöppel aus dem Jahr 1959 schuf.
Der Altarraum
Im Altarraum hängt ein Kruzifix mit einem erschütternden Antlitz des gekreuzigten Jesus. Man schrieb ihm viele Heilungswunder zu und der Legende nach soll das Kruzifix sogar schon gesprochen haben. Deshalb war es im 17. und 18. Jahrhundert Ziel von vielen Wallfahrern, zusammen mit der Pietà der Herwartkapelle. Im Jahr 1956 wurden die Kreuzbalken neu beschlagen. Das Kruzifix hat Michel Erhart? 1510 geschaffen.
Ebenfalls im Jahr 1956 hat man den jetzigen Hochaltar aus Teilen des Hochaltars der ehemaligen Karmelitenkirche? zusammengesetzt. Sie stand in der Karmelitengasse?, war 1647 auf dem Gelände des heutigen Gefängnisses gebaut worden. Abgerissen hat man die Kirche 1821. Bis dahin diente sie den Unbeschuhten Karmeliten?. Mit dem Antependium des Karmelitenaltars hat man die Mensa verkleidet. Alle Hochaltarteile bestehen aus vergoldetem und versilbertem Kupfer. Alles an dem Altar gehört in die Zeit des Barock, als die Augsburger Goldschmiedekunst ihre Blüte erlebte. Wahrscheinlich stammt auch das Ewige Licht aus dieser Zeit.
Auf der linken Seite steht ein Lesepult, auch Ambo genannt. Die moderne Metallumkleidung ist vergoldet und versilbert und wurde nach einem Entwurf des Pfarrers Schönmetzler gestaltet.
Die Altarfenster stellen die Heilsgeschichte dar. Auf dem rechten Fenster sind Szenen aus dem Alten Testament dargestellt (Schöpfung bis Gottesknechtslied), auf dem linken Fenster aus dem Neuen Testament (Verkündigung bis Auferstehung), auf dem mittleren Fenster sieht man Szenen und Gestalten aus der Frühzeit der Kirche (Pfingstwunder bis Geheime Offenbarung). Betrachtet man die Fenster von unten nach oben, erkennt man, wie die Motive auf einen theologischen Höhepunkt zusteuern.
Das Mittelschiff
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Die Kanzel wird von der Knotensäule getragen. Die Knotensäule stammt noch aus der romanischen Kirche und ist wohl das älteste Stück im Innenraum.
Ansonsten ist noch das barocke Laiengestühl aus dem Jahr 1720 beachtenswert. Es hat Eichenholzwangen, die mit Bandelwerk und Blattdekor geschmückt sind. Jede zweite Bank trägt ein flammendes Herz, das Attribut des hl. Augustinus.
Unter der Empore sind zwei Tafeln angebracht, die an den Propst Leopold Ilsung (1689 bis 1715) erinnern. Er hat viel für Sankt Georg geleistet. Man sieht ihn mit seinen Isignien Mitra und Stab und dem Wappen der Augustinerchorherren. Die linke Tafel trägt das Wappen der Augsburger Patrizier Ilsung? samt der Jahreszahl 1702 und dem Wort "Deus meus adiutor meus" (Mein Gott ist mein Helfer), die rechte Tafel schreibt "Soli Deo honor et gloria" (Gott allein sei Ehre und Ruhm) und die Jahreszahl 1716. Auf was die Jahreszahlen hinweisen, ist leider unbekannt.
Die Seitenschiffe
Während das Mittelschiff nicht allzu viel zu bieten hat, finden wir in den Seitenschiffen reichlich Kunst. Vor den Schmalseiten beider Seitenschiffe hat der Münchener Richard Stammberger? überlebensgroße Figuren geschaffen, die in Kupfer getrieben sind. Links die Muttergottes mit dem Jesuskind und rechts der hl. Georg, der im Kreuzzeichen über das Böse (einen Drachen) siegt.
An der Nordwand hängt das große querformatige Ölgemälde von Jonas Umbach "Georgsritter", das um 1650 entstand und in den Jahren 1990 bis 1991 restauriert wurde. Der Ritter Georg sitzt auf seinem Pferd, unter ihm erkennt man den Drachen mit einem Pfeil im Rachen, rechts von ihm die Tochter des Königs in ihrer Angst.
Ebenfalls an der Nordwand befinden sich beachtenswerte Epitaphen. Von vorn nach hinten kann man vier Refliefgrabsteine mit einer Umschrift erkennen. Die Namen der Pröpste und ihr Todestag ist darauf verzeichnet: Zunächst handelt es sich um Rudolf Friebold, der 1489 gestorben ist und in seinem Wappen den Buchstaben F trägt. Es folgt der Reliefgrabstein von Johann Wendinger, gestorben 1479, mit einem Beil im Wappen. Dann kommen noch Nikolaus Stainer, der ebenfalls 1479 gestorben ist, aber kein Wappen aufweist, und Johann Geroltshofer, der 1430 starb und in seinem Wappen einen Eberkopf hatte. Darauf folgt ein Reliefgrabstein, der einem Augsburger Feldhauptmann gewidmet ist, der am Türkenkrieg teilgenommen hat. Leider sind Familiennamen, Wappen und Todesdatum teilweise zerstört. Es ist aber ein Engel mit einer Posaune dargestellt, der zum Jüngsten Gericht bläst. An der Posaune kann man eine Fahne und darauf die folgende Inschrift erkennen: "Surgite mortui, venite ad iudicium!" Übersetzt heißt das: "Erhebt euch, ihr Toten, kommt zum Gericht!" Aber immer ist noch kein Ende mit Grabsteinen. Es folgt jetzt nämlich noch ein Reliefgrabstein, der an ale infulierten Pröpste von Sankt Georg erinnert, also an alle diejenigen, die berechtigt waren die Inful/Mitra zu tragen. Dann erinnert eine Inschrifttafel an die Chorherren, die früher hier lebten: "Deine Priester, Hirten, Freund, / Deine Lehrer waren sie. / St. Georgens Pfarrgemeinde! / O vergiss die Edeln nie." Hier schließt sich ein Epitaph für den Propst Bernhard Neumair an, der 1689 starb. Sein Wappen zeigt ein gezäumtes Pferd. Rechts vom Nordeingang erinnert ein weiterer Epitaph an Anton Tischer, den letzten Propst. Er starb 1815. Auf seinem Stein stehen folgende Worte: "Sein Wahlspruch gegen Hoffnung, die / Auf Menschen Kraft und Einsicht nie / Sich stützen darf, auf Hoffnung bauen (Röm. 4,18), / Die Gott nur gibt, war sein Vertrauen, / War für ihn fester Pilgerstab. / Mit ihm stieg er hinab ins Grab / Und ruft nun jedem Wandersmann: / Leb´auch für Gott stets himmelan!"
Am westlichen Teil der Nordwand befinden sich die Beichtstühle. Über ihnen hängen fünf Holztafeln, die von einem spätgotischen Flügelaltar stammen, der um 1550 geschaffen wurde. Sie zeigen farbenprächtige und anschauliche Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu: Zunächst Jesus mit der Dornenkrone (Ecce-Homo), dann das Abendmahl, Jesus mit den beiden Schächern am Kreuz, Jesus am Ölberg und die Szene, wie Veronika Jesus das Schweißtuch reicht.
Ach die Ostwand hat große Kunst zu bieten. Da ist das Epitaph aus Sandstein für Propst Lorenz Felmann, der 1515 starb. Ddas Relief wird von Maßwerkbogen bekrönt und der hl. Petrus empfiehlt den Verstorbenen der Güte des leidenden Jesus. In seinen Händen hält der Probst ein Spruchband: "Miserere Mei Deus Secundum Magnam Misericordiam Tuam." Übersetzt: Nach deiner großen Barmherzigkeit, oh Gott, erbarme dich meiner. Im Maßwerk ist die Jahreszahl 1491 zu lesen, was an den Beginn des gotischen Kirchenbaus durch diesen Propst erinnert. Eine lange Grabinschrift macht die Bedeutung dieses Probstes klar. Darin heißt es, dass er 1489 zum Propst des Stifts gewählt wurde, dass er ein Jahr später mit der Wiederherstellung und der Erweiterung der Kirche begann und später den Chor erneuerte. Er sei an den 15. Kalenden des Februar (heute wäre das der 18. Januar) 1515 gestorben.
Am Nord- und Südeingang hängt je ein Weihwasserbecken. Beide sind um 1750 entstanden und erinnern in Material und Stil an die Weihwasserbecken in Katholisch Heilig Kreuz?. Sie sind aus rotweißem Marmor, den man mit Muschelwerk verzierte und ruhen auf schräg gestellten Konsolen.
Die Orgel
Die Hauptorgel steht auf der Empore, die man modernisiert hat. 1896 hat sie der Orgelbaumeister Weigle aus Stuttgart mit 26 Registern als erste neue Emporenorgel errichtet. Schon 1930 hat sie dann der Orgelbaumeister Offner umgebaut und auf 49 Register erweitert. Durch den Fliegerangriff von 1944 nahm die Orgel Schaden. Eingehend renoviert wurde sie aber erst 1974 durch den Orgelbaumeister Offner, der die Registerzahl auf 31 reduzierte. Ein Großteil davon übernahm er von der alten Orgel. Er baute aus Eichenholz ein neues Orgelgehäuse, das zwei symetrische Hälften hat und die das große Maßwerkfenster umrahmen. Der Orgelbaumeister Siegfried Schmid gab der Orgel 1998 ihre endgültige Disposition, indem er ein Rückpositiv mit vier Feldern einbaute. In der Form stimmen diese vier Rückpositivfelder mit den Feldern des Hauptgehäuses - 40 Register, 2557 Pfeifen, 3 Manuale, 1 Pedalwerk - überein.
Die Glocken
Aufgrund der beiden Weltkriege verblieb Sankt Georg nur ein kleine Glocke aus früherer Zeit. Sie stammt aus dem Jahr 1720. Im Jahr 1961 ließ man bei der Firma Perner in Passau? vier große neue Glocken gießen. Das Geläute der fünf Glocken ist auf die Töne cis´ - e´ - fis´ - a´ - cis´ festgelegt worden.
Die Kapellen
Herwart-Kapelle
Bei der Herwart-Kapelle handelt es sich um die Grabkapelle der Familie Herwart?. Die Familie Herwart? schloss sich der Reformation an. Deshalb diente die Kapelle lange Zeit dem evangelischen Gottesdienst.
Sie liegt am südlichen Seitenschiff und ist durch Spitzbogenarkaden auf Rundpfeilern mit polygonalem Sockel und polygonaler Deckplatte auf das südliche Seitenschiff hin geöffnet. Die Kapelle hat drei Joche. Oben befinden sich Stern-Netzgewölbe und auf den Schlusssteinen das Eulen-Wappen. Auf dem mittleren Schlussstein ist die Jahreszahl 1506 angebracht. Auch für die Herwart-Kapelle bringen Forscher immer wieder Burkhard Engelberg? ins Spiel.
Von Ignaz Wilhelm Verhelst stammt der Altar. Er ist in den Jahren 1778/79 entstanden, hat einen sehr bewegten Rokokoaufbau und einen Baldachinvorhang, auf dem Putten sitzen. Eine vergoldete Rocaille bildet den Abschluss nach oben. Figuren aus verschiedenen Epochen zieren den Altar. Da ist der Bronzekruzifixus aus dem 19. Jahrhundert, der früher auf dem südlichen Kirchhof stand, die Engel von Ehrgott Bernhard Bendel, die seitlich auf den Konsolen sitzen. Sie sind um 1700 entstanden. Dazu kommt noch ein Holz-Vesperbild aus der Zeit um 1500, das in der Mittelnische steht und zwei Figuren der Bistumspatrone von Ignaz Wilhelm Verhelst. Früher diente der Altar der Heilig-Kreuz-Wallfahrt bei Sankt Georg.
An der Südwand der Kapelle steht ein Barock-Beichtstuhl. Über ihm ist eine Inschrift zu sehen, die angibt, dass Johann Paul Herwart? im Jahr 1576 einen alten Steinaltar wieder errichten ließ, der zusammengebrochen war. Aus dem Jahr 1520 stammt ein Epitaph für Anton Herwart?. Er starb im Alter von 41 Jahren auf einer Pilgerfahrt zum Katharinenkloster in Kairo und nach Jerusalem.
1903 wurde die Kapelle grundlegend renoviert, wie eine Inschrift beim Beichtstuhl festhält.
Oratorium
Das Oratorium ist ein kleiner Gebetsraum südlich des Chores, der mit Rippen überwölbt ist. 1935 hat man hier restauriert und dabei mittelalterliche Fresken gefunden. Weil sie eine hohe künstlerische Qualität aufweisen und an Hans Holbein den Älteren erinnern, hat man sie seinem Umkreis zuschreiben wollen. Es handelt sich um vierzehn Felder in der Spitzbogenlaibung, die für die heiligen Nothelfer stehen. Elf dieser Felder sind z. T. erhalten, sieben lassen sich identifizieren: Zum einen Bischof Dionysius, der seinen Kopf im Arm trägt, Christopherus, der das Jesuskind trägt, Katharina mit dem Wagenrad, Barbara mit ihrem Kelch, Erasmus mit seiner Gedärmwinde, Vitus (Veit) mit einem Kessel und Pantalion mit den Händen auf dem Kopf. Außerdem hat man auch Wandfresken freigelegt, die wohl Szenen aus dem Leben der heiligen Maria Magdalena enthalten, etwa die Erhebung der hl. Maria Magdalena an der Südwand. Die "Legenda aurea" berichtet, Maria Magdalena habe 30 Jahre in der Wüste gelebt und sei in dieser Zeit pro Tag ein paar Mal in die Luft gehoben worden - eine Szene, die man im 14. Jahrhundert gerne auf Glasfenstern und Flügelaltären dargestellt hat. Neben dieser Szene ist noch die Fußwaschung Christi zu erkennen. Lukas 7, 37 - 50 berichtet von ihr im Zusammenhang mit dem Gastmal des Pharisäers Simon. Von der dritten Szene kann man leider nichts mehr erkennen.
Tauf- und Werktagskapelle
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Die Tauf- und Werktagskapelle besitzt einen Tabernakel, den Die Drittordensschwestern gestiftet haben. Er weist auf Christus als das Alpha und Omega hin. Auf dem rückwärtigen Altaraufsatz stehen Sockelbüsten des hl. Augustinus und des hl. Georg, die vom Alter der ehemaligen Karmelitenkirche stammen.
Georg Bernhard schuf die halbtonnenförmige Holzdecke der Kapelle, die mit den zwölf Tierkreiszeichen geschmückt ist. Sie sollen auf das Himmelsgewölbe und die Schöpfermacht Gottes verweisen. In der Apsis begegnet der Besucherblick einem Lindenholzkruzifix. Dahinter spannt sich ein Regenbogen über die Erde und symbolisiert den Frieden zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und dem durch Christus erlösten Menschen.
In einer Nische steht die lebensgroße Salvator-mundi-Figur von 1512, die früher in der Herwart-Kapelle stand und von den Stiltendenzen schon früh an die italienische Renaissance anknüpft. Geschaffen wurde die Figur von Loy Hering?.
Kriegergedächtniskapelle
In der Kriegergedächtniskapelle sind 375 Gefallene in einem Buch verzeichnet. Es liegt auf einem Marmorbetschemel neben Gebeten für den Frieden und die Toten. In einem farbigen Glasfenster sieht man den Auferstandenen nach oben, auf Gott hin verweisen, der die Gebete erhören soll.
Es handelt sich um eine Rundkapelle. Über ihrem Zugang stehen Worte des Evangelisten Johannes (5,25.28), die das ewige Leben verheißen. Die Tür hat der Schlossermeister Karl Bickebach gestaltet.
Besonderheiten
Teile der Stiftsanlagen wurden von dem Großonkel des berühmten Wolfgang Amadeus Mozart, nämlich von Hans Georg Mozart zwischen 1702 und 1705 erbaut.
Sankt Georg war darüber hinaus die Taufkirche der Familie Mozart.
Der erste Pfarrer der Kirche nach der Säkularisation war Albert Höfer?. Von ihm stammen so berühmte Lieder wie "Jesus lebt" oder "Am Pfingstfest um die dritte Stunde".
Seit 2008 sammelt die Gemeinde Sankt Georg Spenden, um Sankt Georg erhalten zu können. In einem Merkblatt von 2008 ist zu lesen, dass Sankt Georg in großer Gefahr ist. Untersuchungen hätten ergeben, dass umfangreiche Renovierungsarbeiten unumgänglich seien. Das Gewölbe und der Dachstuhl seien schwer beschädigt. Dafür gebe es konstrukturelle Gründe, aber zum großen Teil seien die Schädigungen auch Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs. Man veranschlagte von der Pfarrei aus die Renovierungskosten im Jahr 2008 auf 2,5 Mio. Euro. Damit die Kirche nicht aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss und Augsburg dieses spätgotische Kunstwerk erhalten bleibt, bittet die Gemeinde um Spenden auf folgende Konten:
Spendensonderkonto der Katholischen Kirchenstiftung Sankt Georg
Kennwort "St. Georg in Not"
Konto 600 141 291
BLZ 750 903 00
Liga Bank Augsburg
oder
Konto 359 767 919
BLZ 720 200 70
Hypo-Vereinsbank Augsburg
Gottesdienstzeiten
Sonntag
Frühmesse: 8.30 Uhr
Pfarrgottesdienst: 10.00 Uhr
Abendmesse: 18.00 Uhr
Dienstag bis Samstag
Hl. Messe jeweils um 18.00 Uhr
Öffnungszeiten
Pfarrbüro
Montag bis Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag von 15.00 bis 18.00 Uhr
Anschrift
Pfarrei Sankt Georg - Augsburg-Mitte
Georgenstraße? 18
86152 Augsburg
Tel. 0821/519938
Fax. 0821/312896
E-Mail: st.georg.augsburg(@)bistum-augsburg.de
Weblinks
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