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Salzmann, Georg P.

Der Sammler der Bibliothek der verbrannten Bücher, die 2009 an die Universität Augsburg ging.

Leben und Wirken

Geboren wurde Georg P. Salzmann 1930. Sein Vater war Fabrikant und Anhänger der Nazis, weil er sich über den verlorenen 1. Weltkrieg schämte und in den Nationalsozialisten die geeignete Partei sah, diese Schmach wieder gutzumachen. Im April 1945 erschoss sich sein Vater aus Enttäuschung, dass Deutschland den 2. Weltkrieg verlor. Dieser Selbstmord des Vaters prägte Georg P. Salzmann sehr. Auch die Bilder aus den Konzentrationslagern bleiben ihm unauslöschlich im Gedächtnis.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Waltershausen (Thüringen). Mit Literatur kommt er nicht in Berührung, denn sein Vater verbietet ihm das Lesen, sogar die Werke von Karl May, und seine Mutter glaubt, das Lesen Zeitverschwendung sei. Georg P. Salzmann soll zu einem Mann heranwachsen, wie ihn die Nationalsozialisten wollten: Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder. Ein Mann der Tat.

Erst in den 1970er Jahren kommt der damalige Finanzexperte und Immobilienkaufmann in Bremen mit Bildungsbürgern und Bibliophilen in Berührung, als er zu wöchentlichen Literaturveranstaltungen in einem Antiquariat kommt. Dort entdeckt er als ersten von den Nationalsozialisten geächteten Autor Ernst Weiß, dessen Frühwerk "Der Kampf" er erwirbt. Das ist der Anfang seiner Bibliothek der verbrannten Bücher. Noch viele Jahre arbeitet der Sammler in seinem Beruf und durchstöbert in seiner Freizeit Antiquariate nach den Werken der verbrannten Dichter. Zu Anfang noch sehr unsystematisch, bis er sich die so genannte "Schwarze Liste" von Wolfgang Herrmann besorgt. Der Berliner Bibliothekar hatte sie 1933 zusammengestellt und sie wurde der Fahrplan der Nazis bei der "Aktion wider den undeutschen Geist".

Ab dieser Zeit geht er planmäßig von A bis Z im Alphabet vor und erwirbt alle Bücher, die er bekommen kann. Europaweit verschickte er Suchlisten an Antiquariate und erhält so manchen Bücherschatz.

Die Motivation für das Sammeln der Werke verbrannter Dichter war der Wille, dass die Rechnung der Nazis nicht aufgeht und die Werke nicht vergessen werden.

Weblinks


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