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Rotes Tor

Rotes Tor © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)

eines der wichtigsten Tore der Augsburger Stadtbefestigung Richtung Süden; bis 1428 auch "Haunstetter Tor" genannt

Allgemeines

Das Rote Tor diente der Sicherung Augsburgs nach Süden und überwachte den Verkehr von und nach Italien sowie nach Tirol. Über eine Steinbrücke gelangte man hier über die Via Claudia Augusta, die von Italien herkam, in die Reichsstadt? Augsburg. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte das Rote Tor vielfache Umbaumaßnahmen. Viele Jahrhunderte lang befand sich am Roten Tor eine Zollstation.

Das Rote Tor, die Rote-Torwall-Anlage? und das Heilig-Geist-Spital bilden das schönste noch erhaltene Ensemble in Augsburg, das Elias Holl schuf.

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Augsburg, Blick vom Ulrichsturm auf die Anlagen beim Roten Tor; 1928. Foto: Trinks; Leipzig; zur Verfügung gestellt von Thomas Werthefrongel, Stadtbergen.

Heute ist das Rote Tor am einfachsten von der Spitalgasse aus erreichbar. Im Zuge der Modernisierung des Geländes hat man eine Hochterrasse geschaffen, die nur bei Veranstaltungen geöffnet ist.

Geschichte

Erwähnt wurde das Rote Tor zum ersten Mal im 13. Jahrhundert: 1223. 1259 wird das Tor im Zusammenhang mit dem Prozessionsweg vom Dom Unserer Lieben Frau zum Grab der heiligen Afra in der Kirche Sankt Ulrich und Afra erwähnt. Damals entwickelte sich die Stadt zu einer wichtigen Marktsiedlung.

Als sich im 14. Jahrhundert das Schießpulver in Europa durchsetzte, verstärkte man die Befestigung der Stadt und dabei auch das Rote Tor. 1388 erweiterte man die Anlage durch eine Brücke und einen Graben. Wahrscheinlich hat man das Stadttor im Zug der Verstärkung der Stadtbefestigung noch einmal verlegt, bevor man es Ende des 14. Jahrhunderts noch um ein Vortor und eine Befestigung in seiner Umgebung erweiterte.

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Augsburg, Postkarte Rote Tor; 1914. Gelaufen, Feldpost 1914. Sammlung Stöbener.

Bis zur Turmerhöhung durch Jörg Ammann? im Jahr 1428/1429 hieß der Torturm "Haunstetter Tor", weil der Verkehr durch das Tor zunächst Richtung Haunstetten führte. Nach der Erhöhung des Turms strich man den Turm in seiner oberen Hälfte mit der bis heute typischen roten Farbe, der das Tor seinen bis heute bestehenden Namen verdankt. Auch nach der Turmerhöhung im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts gab es Um- und Ausbauten des Tores. Im 16. Jahrhundert baute man das Tor zur trutzigen Rundbastei aus, um ein sicheres Bollwerk gegen Feinde zu haben.

1604 (nach anderen Quellen 1622) beauftragte die Stadt Elias Holl damit, über dem gotischen Fundament des Turmes einen neuen Fünfgratturm zu errichten, der veränderten Bedingungen der Verteidigung Rechnung trug. Elias Holl kam dem Auftrag dadurch nach, dass er 1611 ein Streichwehr und eine Geheimstiege am Roten Tor-Wall? errichten ließ und 1622 das Rote Tor neu konzipierte. Er ließ einen Aufbau mit zwei Geschossen errichten. Er baute ihn in der Form eines unregelmäßigen Oktogons mit abgerundeten Ecken.

Obwohl der schwedische König Gustav Adolf? 1632 erneute die Modernisierung der Gesamtanlage anordnete, kam es dazu aus Geldmangel nicht.

Im 18. Jahrhundert ist in der Umgebung des Roten Tors eine rege Bautätigkeit festzustellen. So wich 1777 die alte Holzbrücke einem steinernen Neubau, der auch als Aquädukt diente. Diese heutige Steinbrücke ließ der Werkmeister? Johann Christian Singer? erbauen. Das Tor selbst wurde nicht erneut verändert. Selbst als 1866 die Festungseigenschaft der Stadt Augsburg aufgehoben wurde, hat man die Rote-Tor-Wallanlage? im Zuge der Entfestigung unverändert erhalten. Nur hinter der Freilichtbühne schüttete man im Zuge der Stadtentwallung den Graben auf. Die feingliedrige Schönheit des Roten Tors geht also immer noch auf den Renaissance -Baumeister Elias Holl zurück.

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Details

Aquädukt über dem Wallgraben am Roten Tor

Die Lechkanäle lieferten und liefern Brauchwasser, das nicht immer sauber war/ist und seit dem Mittelalter Mühlen? und Hammerwerke? antrieb. Trinkwasser wurde von Quellen auf dem Lechfeld, aus dem heutigen Stadtwald Augsburg, in Stadtbächen bis zum Wasserwerk am Roten Tor? geführt. Vor dem Wasserwerk lag jedoch die Bastei am Roten Tor mit dem schützenden Stadtgraben. Um den tief liegenden Wallgraben zu überqueren, wurde das Trinkwasser – getrennt vom Brauchwasser aus dem Lech – in parallelen Bachbetten über ein zunächst hölzernes Aquädukt in die Stadt geleitet. 1777 (nach anderen Quellen 1746) entstand das steinerne Aquädukt, über das heute Wasser des Lochbachs strömt, der ab hier Vorderer Lech heißt.

Das Aquädukt des Wasserwerks am Roten Tor kann man von den Wallanlagen aus sehen. Den Blick ins Innere ermöglicht jedoch nur eine Führung im Areal der heutigen Freilichtbühne.

Lage


Weblinks


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