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Römisches Museum
Neben den provinzialrömischen Sammlungen in Regensburg? und München das bedeutendste Römische Museum in Bayern. Eine der bedeutendsten süddeutschen Sammlungen an Steindenkmälern aus der römischen Zeit, aber auch die Grabbeigaben wie Münzen und Schmuck sowie die Gegenstände des römischen Alltags sind hier reichlich vorhanden.

Römisches Museum Augsburg © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)
Allgemeines
Das Römische Museum Augsburg stellt Fundstücke zwischen der Vorgeschichte und der frühgeschichtlichen bzw. frühmittelalterlichen Epoche aus. Schwerpunkt der Sammlung sind jedoch die Funde aus der römischen Vergangenheit Augsburgs und Bayerisch-Schwabens. Am auffälligsten sind die zahlreichen Steindenkmäler des Museums. Allein in Augsburg hat man mehr als 100 römische Steindenkmäler gefunden. Das Museum ist damit Bayerns größte Sammlung römischer Steindenkmäler. Kein Wunder, schließlich ist Augsburg ja auch die zweitälteste deutsche Stadt. Es breitet die faszinierende Welt einer römischen Provinzhauptstadt und der bedeutendsten Stadt der Provinz Raetien aus. Allerdings kann bestenfalls ein kleiner Teil der Funde ausgestellt werden.
Das Römische Museum Augsburg ist in einer zweischiffigen ehemaligen Dominikanerkirche? untergebracht, die zum Kloster Sankt Magdalena? gehörte. Der Stuck der Kirchenhallen stammt von den Gebrueder Feichtmayr? und geht auf die Zeit um 1720 zurück. Die Ausstellungsstücke des Museums dokumentieren die Zeit der römischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum? und der dazugehörigen Region. Dazu kommen Denkmäler und Fundstücke aus vorgeschichtlicher, frühchristlicher und frühmittelalterlicher Zeit.
Geschichte
Das Römische Museum eröffnete im Jahr 1966.
Die Sammlung
Ausgestellt sind hier römische Grabmäler, Waffen, Keramiken, Gläser, Münzen ...
Viele der ausgestellten Steindenkmäler sind Weiheinschriften zu Ehren der Götter, Bauinschriften, Ehreninschriften für Kaiser, Patrizier oder Angehörige der lokalen Eliten, Grabinschriften und Meilensteine. Andere ausgestellte Steine stellen Kaufleute und Handwerker bei der Arbeit, Ehepaare und Gottheiten sowie immer wieder Pinienzapfen dar: Sie waren ein römisches Fruchtbarkeits- und Unsterblichkeitssymbol.
Im Römischen Museum kann man viele römische Miniaturen sehen. Dazu gehören Götterfiguren des römischen Götterhimmels. Meist handelt es sich um kleine Bronzegüsse, die wohl Teil von Hausaltären der damaligen Zeit waren. Viele der Figuren sind beschädigt und die Identifizierung an Hand von eindeutigen Attributen fällt schwer. Ebenfalls gezeigt wird eine erhaltene keltische Bronze-Götterfigur: Sucellus, der für den Wohlstand verantwortlich war und die Keltenhölle regierte. Weil die Kelten ihre Götter meist aus Holz schnitzten, ist eine solche Figur eine Rarität. Unter den Miniaturen ragt die 1911 im Lech entdeckte vergoldete Bronzestatuette des Genius Populi Romani, des Staatsschützers der Römer, hervor. Die wohl anmutigste Bronzestatuette im Museum ist eine 22 Zentimeter große Figur der sandalenlösenden Göttin Venus.
Der vergoldete Helm eines römischen Offiziers aus dem 4. Jahrhundert zählt zu den herausragenden Exponaten im Römischen Museum Augsburg. Gefunden wurde er an der Via Claudia Augusta.
Von den Wirren der Markomannenkriege zeugt ein 1978 gehobener Schatzfund von 52 Goldmünzen, der 163/164 n. Chr. vergraben wurde.
Sehr wichtig ist auch der gefundene Siegesaltar, der nach einer zweitägigen Schlacht am 11. September 260 für die Siegesgöttin Victoria aufgestellt wurde. Die Inschriften geben wichtige Hinweise auf die historischen Vorgänge der Zeit, die man auch aus den eher militärischen Funden herauslesen kann. Gefunden wurde der „Victoria-Altar“ 1992 in Oberhausen, zusammen mit zwei Pfeilergrabmälern. Ebenfalls in Oberhausen wurde 1709 das um 200 n. Chr. errichtete viereinhalb Meter hohe Pfeilergrabmal der Familie des Titus Flavius Primanus gefunden. 1998/99 entdeckte man in Oberhausen auch das um 180/200 n. Chr. errichtete 6,90 Meter hohe Pfeilergrabmal des Rechtsgelehrten Marcus Aurelius Carus. Das Grabmal eines Händlers zeigt den Weintransport mit dem Ochsenkarren.
Auch herausragend: der vergoldete bronzene Pferdekopf, der von einer Reiterstatue (möglicherweise von einen Denkmal für Kaiser Marc Aurel) stammt.
"Private" Funde, die hier ausgestellt sind, zeigen, dass in Augsburg zur Römerzeit ein hoher Wohlstand geherrscht hat, der sich unter anderem an "Luxusprodukten" – Fundstücken aus dem Mittelmeerraum – zeigt.
Spannend ist auch eine vergrößerte Kopie der so genannten Tabula Peutingeriana, einer mittelalterlichen Kopie einer römischen Straßenkarte. Benannt ist sie nach dem Augsburger Humanisten Konrad Peutinger. Entstanden ist die ursprüngliche römische Weltkarte im 4. Jahrhundert. Augsburger Humanisten begeisterten sich für die Kopie, die Markus Welser? publizierte. Bis 1714 war sie in Augsburg nachweisbar.
Die Sammlung römischer Grabsteine im Museum gibt Einblicke in das tägliche Leben zur Römerzeit. Einige Replikate solcher Steindenkmäler sieht man auch an der so genannten Römermauer beim Dom, wo nur wenige Schritte südlich vom Domvorplatz? früher die südliche Stadtmauer? der Römerstadt lag.
Außerdem sieht man im Römischen Museum Augsburg Keramiken, Schmuck, Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände römischer Militärs, aber auch Bruchstücke von Mosaiken und Modelle von Rekonstruktionsversuchen. Unter zahlreichen Glasfunden besonders erwähnenswert ist die sogenannte „Adam-und Eva-Schale“. Die in das Glas eingeritzte Darstellung des Sündenfalls entstand um 330/340 in der Region Köln und ist der erste Nachweis für frühe Christen in Augusta Vindelicum.
Laufende Grabungen
Publikationen
Bemerkenswertes
Viele archäologische Modelle, die im Römischen Museum gezeigt werden, sind das Werk von Erich Högg. Der pensionierte Meitinger Grafiker ist ein geschätzter Spezialist für Nachbauten und Rekonstruktionen römischer Gebäude. Viele stehen im Römischen Museum Augsburg. So stammen die Modelle der großen römischen Villa Stadtbergen, der Thermen von Kempten, der Gräberstraße von Wehringen und des Heiligtums für Apollo Grannus in Faimingen von ihm.
Service
Öffnungszeiten
Di 10 – 20 Uhr
Mi – So 10 – 17 Uhr
Adresse
Römisches Museum Augsburg
Dominikanergasse 15
86150 Augsburg
Tel. 08 21/3 24-41 31
E-Mail: roemisches.museum/@)augsburg.de
Weblinks
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