Dies ist ein Wiki und es ist nie fertig. Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie einfach an
stoebener@augsburg-wiki.de
Hauptseite | Kultur und Bildung | Literatur | Augsburg in der Literatur | Reinhard Gammel, Mein Augsburg
Reinhard Gammel, Mein Augsburg
Mein Augsburg liegt wie'n toter Hund
am Hochablaß begraben.
Dort jagen nach dem Mückenvieh
die tapfern sieben Schwaben.
Bei Harry Moll läuft Zwiebelsaft
aus zwanzig Heringstonnen.
Kaum dass der Ehm den Ohm geboxt
ist schon der Tag verronnen.
Dann ruht mein liebes Augsburg aus
auf Hafer und auf Stroh.
Am Perlach gehn die Lichter aus.
Ein Hahn kräht. Kikriko.
In Augsburg sind die Zwetschgen reif
mit Zucker, Zimt und Pfeffer.
Und flaggen wir am Hochablaß
macht mancher einen Treffer.
Die Kiesel gluckern heut wie nie
die sieben Leche runter,
und scheint der Sohomond so blass,
den Schwaben scheint er bunter.
Nun ruht mein liebes Augsburg aus
auf Hafer und auf Stroh.
Am Perlach gehn die Lichter aus.
Ein Hahn kräht. Kikriko.
Doch letztes Jahr Fronleichenam
geriet der Lauf ins Stocken.
Denn auf der hintern Kirchenbank
zwei Weiber blieben hocken.
Jetzt gibt's am Rathaus Gerstensaft
dass sie's nicht müssen missen.
Und zieht es euch aufs Altenteil:
die Lechstadt ist berauschend.
So ruht mein liebes Augsburg aus
auf Hafer und auf Stroh.
Ich blas die Perlachlichter aus.
Und schlaf, bei, sowieso.
(zuerst erschienen in Sprachlos 1)
Hauptseite | Kultur und Bildung | Literatur | Augsburg in der Literatur | Reinhard Gammel, Mein Augsburg
Dies ist ein Wiki und es ist nie fertig. Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie einfach an stoebener@augsburg-wiki.de
