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Rainer, Alwin

genannt Yogi der Große.

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Er ist wahrscheinlich Deutschlands größter Schlagzeuger und kommt aus dem Augsburger Stadtteil Bärenkeller. Von der Zehenspitze bis zum Scheitel misst er 2,08 Meter. Aber er ist nicht nur aufgrund seiner Körpergröße ein großer Drummer, sondern auch durch seine Aufsehen erregende Drum-Artistik. Seine Drummer-Ausstattung ist ein Gebirge aus Becken, Trommeln, Fußmaschinen und Gongs. Über Jahrzehnte angewachsen, in denen er für den Rhythmus in den verschiedensten Bands zuständig war.

Leben und Wirken

Der Weg zur ersten Trommel

Seinen Werdegang zum unübersehbaren Drum-Giganten begann am 21 Juni 1957 als Baby mit dem offiziellen Namen Alwin Rainer. Er wuchs bei seinen Eltern in der Augsburger Wohnsiedlung Bärenkeller auf. Nebenan befand sich damals das Lokal Siedlerhof?. Hier traten an den Wochenenden immer Musikgruppen auf und spielten Tanzmusik. Dort hatte sich im Keller die Band Rough Roads? zum Proben von Songmaterial einquartiert. Der kleine Yogi und sein Freund durften dabei gebannt zuhören. Besonders faszinierte Yogi der Mann an den Trommeln. Ziemlich schnell keimte bei den beiden Knaben die Idee auf, auch eine Band aufzumachen. Allerdings waren die Eltern dagegen. Klar, die Jungs, die gerade die dritte Klasse besuchten, sollten erst einmal ihre Schule schaffen. Wahrscheinlich hofften sie auch, das die Musik im Blut ihres Nachwuchses wieder zur Ruhe kommt. Nach langem Bitten erbarmten sie sich ihrem Alwin, der höher und höher wuchs, und schenkten ihm zu Weihnachten 1965 eine Wandergitarre. Dazu bekam er einen Gutschein für Musikunterricht beim Musikhaus Bauderer? in Augsburg-Kriegshaber.

Nach rund 365 Tagen konnte der Knabe aus dem Bärenkeller schon mit einem Finger auf den Saiten seiner Gitarre den Song “Tom Dooley” zupfen. Das frustrierte den jungen Musiker, der langsam von der Musik der Beatles und ihren Kollegen beeinflusst wurde. Zudem brauchte der Knabe, der nicht zu wachsen aufhörte, viel mehr Bewegung. Am besten mit beiden Händen und beiden Füßen. Da kam ein Onkel ins Spiel, der Yogi zum Geburtstag im Sommer 1966 mit einer kleinen Trommel ausstattete, die in der Fachsprache als Snare-Drum bezeichnet wird. In jeder freien Minute stieg Yogi in den Keller seines Elternhauses und klopfte auf der Trommel herum. Sie konnten nicht mehr übersehen, dass ihr Junge eine Berufung als Trommler hatte. Zum folgenden Weihnachtsfest fand er neben dem Weihnachtsbaum, darunter war nicht der nötige Platz, eine Schlagzeuger-Ausstattung mit einer Bass-Drum, zwei Hänge-Toms und einem Becken mit Ständer Marke Quelle. Farbe: Red Sparkle. Alwin war begeistert. Seine Eltern machten sich allerdings bald Sorgen. Vor allem wenn sie im Pantoffelkino „Dalli Dalli“ anschauten und an der Decke des Wohnzimmers der Kronleuchter bedenklich schaukelte. Alwin saß über ihnen in seinem Kinderzimmer am Schlagzeug und legte los. Das hielten die Eltern nervlich nicht durch. Sie quartierten ihren Trommelknaben im Keller ein.

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Erste Schritte in die Öffentlichkeit

1969 konnte Alwin endlich in einer Band den Drummer geben: Mit der New Swing College Band? durfte er bei den so genannten Jazzmessen in der Augsburger Kirche Sankt Georg auftreten. Aber ein bisschen wilder musste es für Yogi schon werden. So gründete er mit seinen Kirchemusikern die Rockband O3R? und spielte die Songs von den Doors und anderen angesagten Rockbands. Die erste Gage auf die Hand bekam er 1971 beim Kinderfaschingsball in Kriegshaber: 20,- Deutsche Mark mit freier Verpflegung. Weitere Augsburger Bands, bei denen er einstieg, waren Knulpp II?, Chorus? und Colossus?. Der Weg in die Hitparade klappte aber nicht sofort.

Richtiger Profi-Musiker wurde er aber mit Tanz- und Showbands. Mit der Kapelle Königlich Bayrische Bierdeckel? bekam er sogar Engagements in Südamerika, wo er als weißblauer Drummer im Trachtenlook die Zuschauer staunen ließ. Bei Fernsehauftritten, inzwischen war er zu seiner wahren Größe von 2,08 Meter ausgewachsen, durfte er zum Scherz manchmal den Moderator auf die Arme nehmen. Auch Bierzelt-Dauerauftritte mit diversen Orchestern brachte er hinter sich.

Yogi der Große

Doch sein Drummer-Herz zog ihn immer wieder zur Rockmusik hin. Ausgerechnet Anfang der 1980er landete er bei einer Hardrock-Formation namens Grim Reaper?. Man probte täglich bis zu sechs Stunden. Die Band ist heute legendär, hatte damals aber gegen die Neue Deutsche Welle keine Chance. Das Aus war unvermeidlich. Yogi suchte sich einen anständigen Beruf und trommelte nun mehr aus Leidenschaft und Spaß bei Augsburger Rockbands wie Veto?, Knüppelhart?, Manalishi?, Heroes Ltd? und diversen Waxx-Formationen. Er bekam den krönenden Titel Yogi der Große. Kurz Yogi. d. Gr.

Es gibt keine verrückten Idee und Location, die Yogi d. Gr. bremsen könnte. Egal ob auf dem Floß auf der Donau? oder auf der Terrasse der Zugspitzklause?, er trommelt bis die Luft total vibriert. Diese Leidenschaft hat ihn nicht mehr losgelassen. Einige Jahre saß er sogar bei der Country-Combo Bud Hennessie? mit seinen Sticks an der Rhythmusmaschine. Mit der Cover-Band Salvation Road? macht er seit einigen Jahren die Clubs in ganz Bayern unsicher.

Auch wenn er seit 2007 bei den Punkrockern von Impotenz mitmischt, ist er doch noch lange nicht aus dem Rennen, wie der Name der Band andeuten könnte. Nein, Yogi d. Gr. sitzt immer noch hinter seinen Drums, einem Reich des Rhythmus, trommelt sich die Seele aus dem Leib, bis die Ohren des begeisternd ausrastenden Publikums durch die Lüfte segeln. Er ist halt immer: ein Mann für alle Felle!

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