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Pfersee

Ein Augsburger Stadtteil, der im Westen der Stadt liegt.

Allgemeines

Der Stadtteil ist etwa 4, 4 Quadratmeter groß und hat etwa 23.000 Einwohner. Das bedeutet: Es leben fast 5.200 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Der Stadtteil gehört zum Planungsraum VIII und besitzt drei Stadtbezirke, das Rosenau- und Thelottviertel? als 15., Pfersee-Süd? als 16. und Pfersee-Nord? als 17. Stadtbezirk. Pfersee umfasst die Postleitzahlen 86150 und 86157.

Geschichte

Auf dem heutigen Gelände Pfersees existierte schon in der Römerzeit eine Ansiedlung. Möglicherweise sogar schon in keltischer Zeit, denn der keltische Begriff „Perz“, von dem Pfersee wohl hergeleitet ist, bedeutet Burg oder Pforte. Eine andere Ortsnamen-Herleitung geht auf eine Legende zurück, die erzählt, der römische Feldherr Varus, auch Verres genannt, habe sich nach seiner Niederlage gegen die Germanen im Teutoburger Wald hier in der Gegend von Pfersee versteckt und sei an einem See erschlagen worden. Mit dem See könnten die Altwasser der Wertach gemeint gewesen sein. Aus Verres-See oder Varus-See könnte der Name Pfersee entstanden sein.

Wie dem auch sei: Die Römer bauten an der Stelle des heutigen Pfersee einen Brückenkopf oder ein Kastell. Von Augsburg aus führte eine Römerstraße über Pfersee nach Stadtbergen. Die Perzheimwiese in Pfersee hat ihren Namen allerdings von den Perzheimern, den Herren der Pferseer Burg im Mittelalter, und geht nicht auf die Römerzeit zurück.

Schriftlich wird der Ort zum ersten mal im Jahr 800 n. Chr. erwähnt.

Im 11. Jahrhundert hieß der Ort Pherrese, später auch Pherse, Pferse, Pfersen.

Im 15. und 16. Jahrhundert sprachen Urkunden von Pferschen, Phersheim, Pfertzen oder Pferschen.

Während des gesamten Mittelalters gehörte Pfersee dem jeweiligen Augsburger Bischof und verschiedenen Patrizierfamilien. In der Zeit, in der Augsburg Freie Reichsstadt? war, gehörte Pfersee zum Herrschaftsgebiet der Markgrafschaft Burgau? und damit zu Vorderösterreich.

Die Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts brachte Pfersee einige große Textilfirmen, z. B. die Spinnerei und Weberei Pfersee? (SWP), Dierig?, Bemberg?, aber auch z. B. die Chemische Fabrik Pfersee?. Die Industrialisierung bracht Pfersee zudem einen großen Bevölkerungszuwachs. So wuchs der Ort von etwa 900 Einwohnern im Jahr 1850 auf etwa 11.000 Ende 1910.

Bis 1911 war Pfersee eine eigenständige Gemeinde. Wenn man vor der Eingemeindung nach Augsburg über die Luitpoldbrücke? wollte, musste man noch einen Brückenzoll entrichten.

In der Zeit des Nationalsozialismus bestand in Pfersee ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau, um Zwangsarbeiter für die kriegswichtige Messerschmitt AG zu liefern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren hier lange Jahrzehnte Einheiten der United States Army stationiert (ehemalige Sheridan-Kaserne). Seit dem Abzug der Amerikaner wird das Gelände der Kaserne für Wohnungsbau und Gewerbeflächen genutzt.

Seit den 1960er Jahren ging die Textilindustrie auch in Pfersee stark zurück. Als produzierender Betrieb konnte sich am längsten die Firma Eberle? halten.

Details

Lage


Weblinks


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