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Oblatterwall

Auch Blatterwall. Eine Wallanlage der Stadtbefestigung Augsburgs im Nordosten des ehemaligen Blatterhauses?.

Allgemeines

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Woher der Name des Oblatterwalls herrührt, kann man bis heute nicht eindeutig klären. Möglich ist, dass er sich von dem Pulvermacher Oblatter herleitet, der zwischen 1452 und 1496 in Augsburg gelebt hat. Möglich ist aber auch, dass der Name von dem Blatterhaus? abgeleitet wurde, das dem Wall gegenüber lag. Das Blatterhaus war ein Krankenstift für Syphiliskranke, das die Stadt wegen der Ansteckungsgefahr in die städtische Randzone gelegt hatte.

Neben dem Oblatterwall schließen sich Teile der Augsburger Stadtbefestigung aus dem 15. Jahrhundert an.

Bedauernswert ist die Tatsache, dass der von Elias Holl umgebaute Turm des Oblatterwalls und das Gelände ringsum für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, weil darin der Lechfischereiverein Augsburg e. V.? residiert.

Bis 1867 gab es auch noch ein Oblattertor. Es stand an der Einmündung der Bert-Brecht-Straße in die Kanalstraße. Das Tor ist seit 1449 unter dem Namen Oblattertor nachweisbar.

Nach dem Oblatterwall ist auch eine Augsburger Straße benannt, die Oblatterwallstraße.

Geschichte

Der Bau des Oblatterwalls geht auf eine gutachterliche Empfehlung aus dem Jahr 1519 zurück. Darin plante man die alte Stadtbefestigung zu einer modernen Basteianlage umzubauen. Dies geschah in den Jahren 1538 bis 1553. Im Zuge dieser Modernisierung entstand 1540 an der Nordostecke der Jakobervorstadt eine hufeisenförmige Erdaufschüttung.

1543 errichtete man auf den Beschluss des Stadtrats dort an der Nordostecke der Jakobervorstadt eine Rundbastei mit Turm, den heutigen Oblatterwall bzw. die Oblatter-Bastion. Diese Bastion entstand zusammen mit fünf weiteren Bastionen, darunter derjenigen am späteren Jakoberwall (1541), am Göggingertor? (1544) und am Roten Tor (1545).

1625/26 baute Elias Holl den Oblatterwall-Turm um. Im Zuge dieses Umbaus fügte er zur Abdeckung des westlichen Bereichs Richtung des einstigen Oblattertors hin ein weiteres Schussloch hinzu und deckte das damals noch hohe Kegeldach mit Zwerchgiebeln neu ein.

Johannes Höfler? zeichnete 1742 einen Grundriss der Oblatter-Bastion, die im Stadtarchiv? erhalten ist (Fortifikation, Mappe, Nr. 14). Er war "Conducteur und Feuerwercker" und hatte die Aufgabe, Reparaturen an der Bastei auszuführen. Möglicherweise stammt von ihm auch das heutige flache Zeltdach.

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Im Jahr 1901 plante Karl Albert Gollwitzer? unter Einbeziehung des Oblatterwalls einen Augsburger Kanalhafen? in Verbindung mit der Donauschifffahrt. Das Projekt wurde schon damals belächelt, als Überrest erinnert noch die Augsburger Kahnfahrt an die Planungen. In Gollwitzers Planungen sollte der Oblatterwall den Mittelpunkt der Hafenanlage bilden. Selbst eine Hafengaststätte namens "Zum Donauschiff" war schon geplant. Dort, wo die Anlegestelle für Passagierschiffe geplant war, sollte es einen Anschluss der Straßenbahn und ausgedehnte Kaianlagen geben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wehrturm zunächst zerstört; nach dem Krieg entkernte man ihn und baute ihn zum Vereinslokal um.

Details

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Der von Elias Holl umgebaute halbrunde Wehrturm mit drei Geschoßen steht in der Kehle der Bastion ("Gorge") und damit vor dem 1458 erbauten "Rothen Thurm und Adlersgarten". Er diente der Verstärkung der Verteidigung der Jakobervorstadt. Seine Schusslöcher verjüngen sich trichterförmig.

Man kann gegen den Graben hin noch eine niedrige Mauer mit Schießscharten erkennen, ein Rest der alten Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert, die sich westlich und südlich an den Wall anschloss, zum Teil mit Wehrgang.

Der Stadtgraben läuft hier vom westlichen Ende der Bert-Brecht-Straße bis zur Jakoberstraße vorbei.

Die Eraufschüttungen des Oblatterwalls besitzen eine abgeflachte Krone, um Geschütze aufzustellen, und eine Böschung, die zum Stadtgraben abfällt. Der Oblatterwall liegt zwischen Riedlerstraße und der Oblatterwallstraße.

Lage


Weblinks


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