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Oberhausen

Einer von 17 Planungsräumen in Augsburg (Planungsraum II). Zu ihm gehören die Stadtbezirke

Allgemeines

Augsburg-Oberhausen besitzt mehrere Unterstadtteile, die entweder durch ihre Siedlungsstruktur oder durch natürliche Grenzen wie die Wertach unterschieden werden können. Der Planungsraum ist einer der größten in Augsburg und hat etwa 25.000 Einwohner.

Der älteste Siedlungskern von Oberhausen ist der Teil "Links der Wertach". Dieser Teil Oberhausens geht auf die Römerzeit zurück und war vor der Industrialisierung dörflich geprägt. Heute besteht dieser Teil aus großen Arbeiterquartieren, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, als man hier verdichtete und kleine Ein- oder Mehrfamilienhäuser bzw. Mietskasernen baute. Es blieb aber im Grunde bei einer kleinteiligen Vorstadtbebauung, an der Baustruktur hat man wenig geändert. Nur die Gegend um den Oberhauser Bahnhof? und die Donauwörther Straße sind wie in einer Großstadt bebaut. In dem Viertel steht prägend das Baudenkmal des Gaswerks mit seinen drei Gasbehältern.

Früher sprach man vom "Glasscherbenviertel", vom "Spartakistennest" oder vom "Proletenviertel" und Oberhausen war gefürchtet, doch das ist weitgehend Geschichte, denn von den vielen Fabriken längs des Senkelbachs, die zur Zeit der Industrialisierung das Viertel prägten, ist praktisch nur noch die MAN erhalten.

Geschichte

Auf dem Gebiet des heutigen Oberhausen befand sich schon etwa ab 15 v. Chr. ein römisches Militärlager bzw. eine römische Siedlung, wie Funde im Ort beweisen.

Später besiedelten Alemannen im 8./9. Jahrhundert das von den Römern verlassene Oberhausen erneut. Die erste urkundliche Erwähnung Oberhausens datiert auf das Jahr 1150.

Wegen der geographischen Lage Oberhausens interessierten sich im Lauf der Geschichte verschiedene Mächte für den Ort. Zunächst waren das die Augsburger Bischöfe bzw. das Hochstift Augsburg?, dem fast ganz Oberhausen gehörte. Daneben war Oberhausen aber auch eine Strassvogtei? Augsburgs, denn Augsburg wollte die bedeutende Handelsroute bis Schwabmünchen nicht nur unter der Kontrolle des Hochstifts Augsburg? sehen. Weil der Kaiser für den Schutz der Straßen des Reichs zuständig war, klagte die Stadt Augsburg ihm gegenüber immer wieder einen Teil der Kontrolle Oberhausens ein. Viele Jahrhunderte wogte der Kampf um die Macht in Oberhausen zwischen Stadt und Bistum Augsburg hin und her. Als dritte Macht, die sich an dem Einflussgerangel beteiligte kam noch die vorderösterreichische Markgrafschaft Burgau? hinzu, die in Oberhausen einen Vogt installierte (siehe Ehemaliges Markgräflich-Burgauisches Amtshaus). Zwar gelang es dem Hochstift Augsburg? dessen Kompetenz auf die Hohe Gerichtsbarkeit zu beschränken, doch kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen, weil der Graf bzw. sein Vogt die Kompetenzen aus Sicht des Hochstifts? überschritt.

Dazu kam, dass Oberhausen aufgrund seiner Nähe zur Augsburger Innenstadt im Mittelalter häufig von Feinden überfallen. Auch der Dreißigjährige Krieg? brachte der Bevölkerung von Oberhausen viel Leid.

Einen großen Einschnitt in die Entwicklung von Oberhausen bedeutete die Industrialisierung?. Sie machte Oberhausen im 19. Jahrhundert zu einem Industriearbeitervorort von Augsburg. Und weil die Bevölkerungszahlen in dieser Zeit unaufhaltsam anstiegen, sah sich das Dorf Oberhausen durch die hohen Bau- und Unterhaltskosten von neuen öffentlichen Gebäude und der Kanalisation? gezwungen, seine Selbstständigkeit aufzugeben und ließ sich am 1. Januar 1911 in die Stadt Augsburg eingliedern.

An der Wertachbrücke versuchte die Augsburger Arbeiterbewegung? im Jahr 1919 während der Osterunruhen? die einmarschierenden Regierungstruppen zu stoppen.

Ab 1933 bemühten sich die Nationalsozialisten? systematisch, die Wertachvorstädte als geschlossenes Arbeitermilieu und Zentrum der sozialen und politischen Organisationen der Augsburger Arbeiterbewegung? zu zerschlagen.

1943 führte man einen Oberleitungsbus nach Oberhausen, der die Strecke bis 1959 bediente.

Zwischen 2009 und 2012 siedelten sich in Oberhausen drei Nahversorgungszentren an.

Details

Oberhausen hat in Augsburg nicht den besten Ruf. So schrieb eine Leserin des Augsburg-Wikis im September 2011: "Ich bin ab und zu in anderen Städten und Städtchen, Orten usw., aber kaum ist es irgendwo so dreckig und ungepflegt wie in Augsburg Oberhausen. Ich schäme mich hier zu wohnen. Leider habe ich hier eine Wohnung. Dass es so dreckig ist, liegt nicht an der Stadtreinigung, sondern an den Bewohnern. In jede Lücke wird Abfall gestopft, in der Grünumrandung der Bäume liegt Müll."

Der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung ist in Oberhausen überdurchschnittlich hoch und deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Mit den Stadtbezirken Links der Wertach-Nord und Links der Wertach-Süd hat Oberhausen den höchsten Augsburger Anteil von Bürgern? mit Migrationshintergrund. Hier sind also Vielfalt und Mischung charakteristisch. Zwar gilt Oberhausen als ein Schwerpunkt des "türkischen" Augsburgs, doch gibt es hier keine dominierenden Mehrheiten und die türkischstämmigen Bürger? machen nur etwa 15 Prozent der Bevölkerung aus, während etwa 50 Prozent aller Oberhausener heute eine Migrationsgeschichte haben, was typisch für viele alte Arbeiterquartiere in deutschen Großstädten ist. Damit verbunden sind Merkmale wie etwa, dass das durchschnittliche Einkommen hier etwas unter dem Bundesdurchschnitt liegt und deutlicher unter dem Augsburger Einkommensdurchschnitt.

Das gesellschaftliche Leben in Oberhausen ist reich. Es gibt viele Vereine und aktive Stadtteilnetzwerke oder Treffpunkte, die vor allem der Integration Impulse geben.

Wirtschaftlich geprägt ist Oberhausen durch ein Nebeneinander von vielen Kleinbetrieben, Familienunternehmen und -geschäften, die oft von Menschen mit Migrationshintergrund betrieben werden, aber auch von großen Betrieben, die Oberhausen immer noch als einen industriellen Produktionsstandort erscheinen lassen.

Die Hauptverkehrsachsen von Oberhausen sind die Donauwörther Straße in Nord-Süd-Richtung und die Ulmer Straße in Ost-West-Richtung. Außerdem gibt es mit dem Bahnhof Augsburg-Oberhausen einen für Augsburg wichtigen Knotenpunkt zwischen Regional- und Stadtverkehr, denn die meisten Regionalzüge, die Augsburg nach Norden oder Westen verlassen, halten in Augsburg-Oberhausen?. Außerdem durchfahren die Straßenbahnlinie 2 und 4 Oberhausen sowie AVV-Regionalbusse.

Früher galt der Hettenbach? als fließende Grenze Oberhausens.

Weblinks


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