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Mozart, Leopold

auch Johann Georg Leopold Mozart; ein Augsburger Musikpädagoge; Vater von Wolfgang Amadeus Mozart und Enkel von Franz Mozart

Leben und Wirken

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Leopold Mozart wurde 1719 im Domviertel im Mozarthaus als ältestes von neun Kindern des Buchbinders Johann Georg Mozart geboren, dessen Vater der in der Fuggerei lebende FranzMozart war. Leopold Mozart war nicht nur der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart, sondern auch sein Förderer.

1721 zogen Leopolds Eltern in die Jesuitengasse. Seine Bildung erhielt Leopold Mozart im Augsburger Jesuitenkolleg Sankt Salvator und gab sie später an seinen berühmten Sohn weiter. Schon früh erhielt Leopold neben seiner schulischen auch eine musikalische Bildung, ebenfalls im Jesuitenkolleg Sankt Salvator. Außerdem war Leopold Mozart Chormitglied bei Sankt Ulrich und Afra sowie bei der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche. Bereits mit fünf Jahren spielte Leopold Mozart auf der Schulbühne seines Kollegs.

1737 ging der 18-jährige Leopold Mozart nach dem Tod seines Vaters nach Salzburg und schrieb sich dort für die Fächer Jurisprudenz und Philosophie an der Universität ein. Ebenfalls in Salzburg heiratete er 1747 Anna Maria Walburga Pertl. 1748 und 1751 ließ sich Leopold Mozart allerdings sein Augsburger Bürgerrecht? bestätigen. Das ist ein Hinweis darauf, dass er sich nie ganz von Augsburg löste. Denn nach Augsburg blieben die Kontakte auch in seiner Salzburger Zeit bestehen. Besonders fest war der Kontakt zu seinem Bruder Franz Aloys Mozart?, der wie der Vater Buchbindermeister geworden war. Auch zum Kloster Heilig Kreuz und dem dortigen Collegium musicum?, das viele der Werke von Leopold Mozart aufführte, blieben enge Beziehungen bestehen. Weitere enge Bindungen bestanden zu dem Augsburger Musikverleger Johann Jakob Lotter?. Bei ihm veröffentlichte Leopold Mozart sein bedeutendes musikpädagogisches Werk "Versuch einer gründlichen Violinschule", das bald in russischer, französischer und holländischer Übersetzung erschien.

Nachdem Leopold Mozart in Salzburg zum Vizekapellmeister der fürsterzbischöflichen Hofkapelle ernannt worden war, unternahm er mit "Nannerl", also seiner Tochter Maria Anna Walburga Ignatia, und seinem Sohn Wolfgang Amadeus ausgedehnte Konzertreisen, die ihn auch mehrmals nach Augsburg zurück führten. So gaben seine Kinder 1763 in Augsburg drei Konzerte, die von Musikfreunden und der Augsburger Presse stürmisch gefeiert wurden. Der Rückweg nach Salzburg nach einer dreijährigen Reise hatte die Mozarts nach Augsburg geführt und sie im Hotel Drei Mohren? absteigen lassen.

Im Laufe seine Abwesenheit von Augsburg ließ er sich zweimal sein Augsburger Bürgerrecht? bestätigen. Anders als er bekamen sein Sohn Wolfgang Amadeus Mozart und seine Tochter Nannerl? nie das Augsburger Bürgerrecht?, da beide in Salzburg geboren wurden und nur auf Konzertreisen nach Augsburg kamen, wo sie ihren Onkel Franz Aloys Mozart? besuchten.

Leopold Mozart war - modern gesprochen - ein Netzwerker und hatte in ganz Europa Kontakte, die der polyglotte Musiker pflegte. Er verstand es, komplizierteste Reisen zu managen und beschäftigte sich mit den modernen Wissenschaften seiner Zeit. Als aufgeklärter Mensch war er auch als Komponist up to date und bereitete der Klassik ihren Weg - zwischen dieser und dem Barock stehend. Weil diese Zeit eine Übergangszeit war, wird ihm bis heute nicht die Aufmerksamkeit entgegengebracht, die ihm als Vertreter einer vernachlässigten Epoche gebühren würde.

Sonstiges

Im Fronhof erinnert ein Doppeldenkmal an Leopold Mozart und seinen Sohn Wolfgang Amadeus Mozart.

Weil sich am Samstag, den 14. November 2009, Leopold Mozarts Geburtstag zum 290. Mal jährte wurde an diesem Tag in seinem Geburtshaus (Mozarthaus) die Konzertreihe "Hausmusik bei Leopold" der Regio Augsburg Tourismus GmbH dadurch fortgesetzt, dass Klaviermusik von Vater und Sohn Mozart auf dem Hammerflügel der Familie durch Ae-Jin Park aufgeführt wurde. Die Musikerin Ae-Jin Park gehörte damals der Klavierklasse von Ulrich Schwarz am Leopold-Mozart-Zentrum – Zentrum für Musik und Musikpädagogik der Universität Augsburg an. Die damals 33-Jährige kam ursprünglich aus Südkorea. Sie hatte nach einem fünfjährigen Studium am Konservatorium in Seoul vier Jahre im norwegischen Stavanger Klavier, Cembalo, Begleitung und Kammermusik studiert.

Bedeutung

Leopold Mozart ist in der Mozartstadt Augsburg fest im historischen Gedächtnis verankert. Aber auch Musikpädagogen liefert er immer wieder Anregungen. Bis heute blieb seine Biografie interessant, beschäftigt sich die Musikwissenschaft mit seinem kompositorischen Werk, seiner "Violinschule" und seiner Rolle als Erzieher und Förderer von Wolfgang Amadeus Mozart.

Bedeutsam sind die vielen Briefe, die von Leopold Mozart erhalten sind. Sie geben z. B. über die Reisen Leopold Mozarts mit seinem Sohn Wolfgang Amadeus Mozart Aufschluss, so dass sie sich z. T. bis ins Detail rekonstruieren lassen.

Weblinks


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