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Maximilianstraße
Eine Augsburger Prachtstraße im Herzen der Stadt. Sie gehört zum Planungsraum Innenstadt und dort zum Stadtbezirk 4 Innenstadt von Sankt Ulrich bis Dom.
Allgemeines
Herz der Stadt
Wer etwas über Augsburg erfahren will, kommt an der Maximilianstraße, oder auch kurz Maxstraße genannt, nicht vorbei. Sie ist eine wichtige Geschäftsstraße und die Adresse vieler Restaurants, Kneipen, Clubs, Diskotheken sowie die zentrale Achse Augsburgs. Sie erstreckt sich vom Rathaus bis zur Basilika Sankt Ulrich und Afra mitten durch die Innenstadt und verläuft dabei von Nord nach Süd. Begrenzt wird sie vom Rathausplatz und vom Ulrichsplatz?. Alt eingesessene Augsburger nennen sie auch "Herz der Stadt".
Ob man im Sommer den Damenhof in den Fuggerhäusern mit seinen Arkaden und seinem Brunnen besucht und dort bei einer Tasse Kaffee Schutz vor der Sonne sucht oder in einer lauen Nacht und auf einem Straßenfest den mediterranen Flair der Straße genießt: Die Maxstraße, wie sie verkürzt oft genannt wird, ist und bleibt das Eldorado der Genießer, Flanierer, Vergnügungssüchtigen und Stadtliebhaber.
Und was war die Straße schon alles! Straße der Wallfahrer, Marktort, Flaniermeile, Arbeitsort und Stätte von großen Events. Sie hatte (und hat) Versorgungsfunktionen, ist aber auch eine Straße des Vergnügens, manchmal auch eine Art Wohnzimmer der Stadt. Sie beherbegt das Standesamt?, die Touristeninformation?, das Fuggerhaus? und das Schaezlerpalais. Für das Selbstverständnis der Stadt ist sie eine Art Rückgrat, das vor allem von der Renaissance und vom Barock geprägt wurde. Sie bietet den Auftritt für einige der wunderschönen Augsburger Prachtbrunnen?, aus denen die Augsburger noch bis ins 19. Jahrhundert Trinkwasser geschöpft haben.
Darüberhinaus war die Maximilianstraße immer Wohnsitz von Augsburger Persönlichkeiten; Kaiser, Könige und andere wichtige Menschen besuchten sie im Laufe der Jahrtausende.
Kunsthistorisch bedeutsam
Die Maximilianstraße ist kunsthistorisch betrachtet sicher eine der interessantesten europäischen Straßenzüge. Einträchtig nebeneinander lassen sich hier Bauten der Gotik, der Renaissance, des Rokoko, des Neoklassizismus und er Nachkriegszeit studieren. Hier hatten die Patrizier, die Kaufleute und Fabrikanten ihre Wohnsitze und oft auch ihre Firmensitze. Vorne die prachtvollen Häuserfassaden, dahinter oft die Produktionsstätten. Große Tore ermöglichten den Fuhrwerken die Ein- und Ausfahrt.
Leider hat es die Stadt Augsburg trotz verschiedenster Versuche in der Vergangenheit immer noch nicht geschafft, die Straße so umzugestalten, dass sie allen Auffassungen von moderner Urbanität gerecht wird.
Geschichte
Die Maximilianstraße ist sicher spätantiken Ursprungs. Sie wird als Friedhofs- und Wallfahrtsweg zum Grab der hl. Afra? in Urkunden bezeichnet. Wahrscheinlich aber ist sie sogar noch älter und geht auf die erste Zeit der römischen Niederlassung im Jahr 15 v. Chr. zurück. Denn schon kurz nach der Stadtgründung legte man eine Straße von Augsburg nach Italien an, die Via Claudia Augusta?. Diese Straße nahm zumindest um den Moritzplatz? herum den Weg der heutigen Maximilianstraße, danach führte sie über die heutige Dominikanergasse? über den Predigerberg?.
Im frühen Mittelalter diente die Straße quasi als Rückgrat für den Ausbau der Stadt Augsburg zwischen Dom? und Sankt Ulrich und Afra - wenn man die Verlängerung über Karolinenstraße? und Hohen Weg? mitberücksichtigt. So wird die Straße im Zusammenhang mit einer Palmsonntagsprozession, die der hl. Ulrich? führte, im Jahr 973 erwähnt.
Im 16. Jahrhundert siedelten sich die Reichen und Schönen an der Maximilianstraße an und die Bürgerhäuser von Patriziern, Bankiers und Kaufleuten wurden erbaut. Weil der Bauplatz an dieser Straße recht teuer war, blieben die Fassaden oft recht schmal: die Häuser wurden weit nach hinten gebaut hinaus gebaut und neben den langen Gebäuden breiteten sich schöne Innenhöfe aus. Ein typisches Beispiel dafür ist das Schaezlerpalais, wenn auch aus späterer Rokokozeit. Oder das Boschhaus? mit seinem dreigeschossigen Arkadenhof oder das Goßnerhaus? am Herkulesbrunnen?. Im 18. Jahrhundert wurde es Mode, dies Fassaden an der Maximilianstraße zu bemalen, doch sind heute so gut wie keine Bemalungen mehr vorhanden.
Bis ins 19. Jahrhundert hatte die Maxstraße weniger den Charakter einer Straße als den einer Folge von Plätzen. So gab es zwischen dem Rathaus und dem Moritzplatz? den Brotmarkt, daran schlossen sich der Holzmarkt und der Weinmarkt an. Zwischen diesen Plätzen markierten der Augustusbrunnen, der Merkurbrunnen? und der Herkulesbrunnen? die Trennungen.
Besonders wichtig war der Weinmarkt. So hieß die Maximilianstraße früher auch. Dieser Markt bot immer wieder die Fläche für große Spektakel und wichtige öffentliche Ereignisse. Der Name ergab sich aus der Tatsache, dass dort Wein verkauft wurde. Auch das städtische Siegelhaus? mit dem angrenzenden Wein- und Salzstadel? stand dort. Eingelagert wurden hier vor allem Südtiroler, Neckar- und Frankenweine.
Auf dem Weinmarkt verlieh Kaiser Maximilian II.? an den Kurfürsten August von Sachsen? im Jahr 1566 die Regalien. 1632 leisteten hier die Augsburger vor Gustav II. Adolf von Schweden? den Treueschwur.
Den Weinmarkt prägten viele repräsentative Bauten, die hier errichtet wurden, etwa das Schaezlerpalais, die Fuggerhäuser oder das Roeck-Haus?. 1732 wurde neben den Fuggerhäusern der palastartige Gasthof zu den drei Mohren errichtet. Hier logierten die adligen Besucher Augsburgs. Man rühmte sich "Fürstenherberge" zu sein.
1771 wird der Weinmarkt als "Königliche Straße" bezeichnet. 1809 reißt man das Siegelhaus?, den Weinstadel und den Salzstadel? ab, denn diese Häuserzeile hatte den Straßenzug immer geteilt. Damit entstand nun ein Straßenprospekt, der Sankt Ulrich und Afra im Süden als Blickfang bot. Erst jetzt benannte man den Weinmarkt in Maximilianstraße um - nach dem bayerischen König Maximilian I.?. Nun nutzte man die obere Maximilianstraße, die durch den Abriss sehr breit geworden war, für Märkte, etwa für die Frühjahrsdult. 1904/05 baute man an der Einmündung zur Hallstraße? ein auffälliges Jugendstil-Gebäude.
Bei dem schweren Luftangriff im Februar 1944 kam die obere Maximilianstraße relativ ungeschoren davon, jedoch wurden das Rathaus, der Perlachturm und die Fuggerhäuser schwer getroffen.
Als man 1955 die 1000-Jahr-Feier der Schlacht auf dem Lechfeld? beging, taufte man die kleine platzartige Erweiterung der Maximilianstraße vor der Ulrichskirche Ulrichsplatz?. 1957 änderte man die Benamung der Straße: Jetzt wurde der Kaiser Maximilian I.? zum "Namenspatron". Es war der Kaiser, der sich gern in Augsburg aufhielt. 1992 sperrte man den Bereich zwischen Moritzplatz? und Perlachturm für den Individualverkehr und bezog diesen Teil der Straße in die Fußgängerzone ein.
In den 1980er Jahren bot die Maximilianstraße wenig Gastronomie.
Ab 1990 wählten immer mehr Kneipen und andere gastronomische Angebote den Standort Maxstraße. In den 1990er Jahren versuchten unterschiedliche Stadtregierungen den Verkehr in der Maxstraße zu regulieren (Plan einer "Herkulesgarage", Verschlüsse der Straße per "Stöpsel" etc.). Seit damals gab es bis heute auch immer wieder Runde Tische zur Maxstraße oder es nahmen sich Initiativen oder Bürgervereinigungen wie Forum Augsburg lebenswert?, Architekturforum?, Aktionsgemeinschaft Maximilianstraße? oder IG Junge Innenstadt? des Themas an.
Bis 2004 galt die bayerische Sperrstunde auch in der Maxstraße.
Im Jahr 2008 kam die Augsburger Maximilianstraße als nächtliche Partymeile nach Ausschreitungen und ständigen Verschmutzungen ins Gerede. Die Grünen? z. B. forderten mehr Kontrollen und Sperrzeitverkürzungen. Vor allem der damalige Ordnungsreferent Walter Böhm? von der CSU machte sich für die Verkürzung der Sperrzeiten stark, konnte sich am Ende jedoch nicht durchsetzen, nicht einmal in den eigenen Reihen. Die Argumente gegen eine Verlängerung der Sperrzeiten waren z. B., dass sie zu mehr Discotourismus und damit mehr Unfällen führen würden, dass der Reiz des großstädtischen Nachtlebens entfalle, dass die Anziehungskraft der Augsburger Partymeile auf anreisende Münchener, denen die Atmosphäre hier zusagt, entfalle usw.
Am 22. Januar 2009 legte eine Vereinigung von Geschäftsleuten, Immobilienbesitzern, Architekten und Anwohnern einen Fünf-Punkte-Katalog für die Straße vor, worin vor allem gefordert wurde, dass man die Straße architektonisch aufwerten solle.
Von der Interessengemeinschaft Junge Innenstadt? kamen im Juli 2009 verschiedene Forderungen bezüglich der Maximilianstraße:
- Einführung eines städtischen Ordnungsdienstes: Ja.
- Vorziehen der Sperrzeit: Nein.
- Aufstellen größerer Mülleimer und Einführung eines zusätzlichen Reinigungsdienstes, der von den anliegenden Gastro-Betrieben bezahlt werden soll.
- Besucherparkverbot an den Hauptbetriebstagen.
- Bau von zusätzlichen am Tag versenkbaren Toiletten wie in Köln.
- Aufhebung des Außenverkaufsverbots für Speisen ab 1 Uhr, aber Außenverkaufsverbot für Getränke ab 1 Uhr.
- Keine Verkehrssperrung für die Hallstraße?.
Anfang August 2009 stellte die Stadt das Konzept einer Max-Patrouille vor, um zwischen Mittwoch und Samstag gegen Lärm und Schmutz in der Stadt vorzugehen. Die Max-Patrouille setzt sich aus vier bis sieben städtischen Ordnungshütern zusammen, die nächtlich zwischen 20 und 6.30 Uhr für die Einhaltung von Regeln auf der Maxstraße sorgen sollen. Danach kosten unter anderem Wildpinkeln, Wegwerfen von Müll etc. Geld, wenn die Max-Patrouille auf solche Vergehen stößt. Mit der Polizei wurde eine Sicherheitspartnerschaft vereinbart.
Ein 2010 eingeführter Kneipenstopp in der Maxstraße sollte verhindern, dass die Straße noch mehr zur Augsburger "Ballermeile" wird, wie sie es in Ansätzen nächstens schon war. Im Sommer 2010 überlegte Walter Böhm?, der damalige Ordnungsreferent?, darüber hinaus die Sperrstunde in der Maxstraße wieder einzuführen, obwohl dies nur einige Anwohner wünschten.
Heutige Situation
Schon seit Jahrzehnten gibt es hitzige Diskussionen in der Stadt, wie man die Maximilianstraße am besten gestaltet. Im Laufe der Jahre wurden die unterschiedlichsten Vorschläge gemacht. Es gab Pläne, die Maximilianstraße zu unterkellern und mit einer Tiefgarage auszustatten, andere wollten sie komplett zur Fußgängerzone machen oder begrünen. Die Gegner dieser Pläne setzten sich für den Individualverkehr ein, weil sonst Geschäfte in der Innenstadt sterben würden.
Die Stadt möchte der oberen Maximilianstraße ihren alten Stellenwert zurückgeben und sie zur "Kaisermeile" umgestalten, was zumindest zu einer starken Einschränkung des Individualverkehr führen soll. Auch eine Straßenbahnlinie soll durch diesen Teil der Maximilianstraße geleitet werden. Die Fußwege sollen verbreitert werden, um mehr Platz für Straßencafés zu schaffen und das Nachtleben noch mehr zu fördern - was jedoch nicht auf die Liebe der Anwohner trifft. Schon jetzt ist vielen die Verwendung der Maxstraße als Partymeile Augsburgs ein Dorn im Auge. Die Cafés, Bars und Discos seien schon jetzt zu viel und zu laut, gehört doch die Augsburger Maxstraße zu den deutschen Straßen mit der höchsten Kneipendichte. Bei schönem Sommerwetter feiert man hier bis in den frühen Morgen, egal an welchem Tag.
Aber die Stadt möchte hier auch mehr Einkaufsmöglichkeiten schaffen, besonders für gehobeneres Publikum. Teure Boutiquen, 1a-Gastronomie: das wären die Ansiedlungen, die sich die Stadtplaner im Umfeld des 5-Sterne-Hotels Steigenberger Drei Mohren wünschen. Oder Exotisches wie die Welser Kuchl? ein gastronomischer Betrieb im Keller des Stiermann-Hauses?, in dem man in mittelalterlichem Ambiente und auf mittelalterliche Weise Gerichte nach Philippine Welser zu sich nehmen kann.
So schnell wird aber wohl nichts mit den städtischen Plänen. Die Augsburger sind nicht die schnellsten, wenn es um die Umgestaltung vertrauter und liebgewonnener Bereiche ihrer Stadt geht.
Initiativen rund um die Maxstraße
Sehenswürdiges
Für die Augsburger Maximilianstraße sollte man sich unbedingt einen Tag Zeit nehmen, wenn man alle Sehenswürdigkeiten inspizieren will. Als solche sind zu nennen:
- Sankt Ulrich und Afra
- Augustusbrunnen, Merkurbrunnen? und Herkulesbrunnen?
- Schaezlerpalais mit Rokokofestsaal, Deutscher Barockgalerie?, Grafischer Sammlung?, Karl und Magdalene Haberstock-Stiftung? und Staatsgalerie in der Katharinenkirche?
- Fuggerhäuser und Damenhof
- Sankt Moritz
- Neue Galerie im Höhmannhaus?
- Weberhaus
Auch der Blick in einen der schönen Innenhöfe der anliegenden Häuser kann nicht schaden und das Rathaus, der Rathausplatz, der Elias-Holl-Platz sowie der Perlachturm und die Kirche Sankt Peter am Perlach sollten gleich mitbesichtigt werden.
Presse
Im Vergleich zur Maxstraße ist der gordische Knoten ein Rätsel für Kleinkinder mit Lernschwierigkeiten. (Neue Szene 03/10)
Weblinks
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