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Manzù-Brunnen
Ein moderner Brunnen am Königsplatz.
Allgemeines
Der Manzù-Brunnen hat ein weites Brunnenbecken, in dem die Bronzefigur eines Mädchens steht. Sie hat im Sommer und im Winter nasse Füße, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Augsburger Brunnen muss dieser Brunnen im Winter nicht abgedeckt werden. Erbaut wurde der Brunnen im Jahr 1985 anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg. Er wurde von der Industrie- und Handelskammer (IHK)? gestiftet und soll einen "Brunnen der Jugend" darstellen. "Brunnen der Jugend" ist der Manzù-Brunnen in der Tat geworden, doch anders, als es sich die Stifter vorgestellt haben. Heute sammelt sich dort nämlich meist eine kleine Drogen- und Wohnsitzlosenszene, die nicht von allen Augsburgern geliebt wird. Im Sommer hat man durch die Bäume am Brunnen Schatten, im Winter sind wärmende Kaufhäuser und Kneipen in der Nähe. Auch Toiletten sind in genügender Anzahl leicht erreichbar.
Die Künstler
Geschaffen hat die Bronzefigur der italienische Künstler Giacomo Manzù. Er wurde am 22. Dezember 1908 in Bergamo als Sohn eines Schuhmachers und Mesners geboren und ist am 17. Januar in Ardea bei Rom gestorben. Während des Faschismus war der Kommunist Widerstandskämpfer, zeitlebens arbeitete er als Bildhauer, Medailleur, Graphiker und Zeichner.
Seine Themen sind junge Frauen in leicht schwebenden oder tänzerischen Haltungen wie am Manzù-Brunnen und andererseits strenge Kirchenoberhäupter in liturgischem Ornat und mit unbewegter Miene. Zwei Welten. Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern der Moderne arbeitete er nie ganz abstrakt, sondern orientierte sich an der Natur und blieb figurativ. Seine Vorbilder waren zunächst Picasso, später Rodin.
Neben dem Augsburger Manzù-Brunnen sind auch folgende Werke von ihm bekannt: "Cristo nella nostra umanità" ("Christus in unserer Menschlichkeit", 30 Bronzereliefs von 1939), die "Porta della Morte", das linke Fassadenportal des Petersdoms in Rom, das er in Erinnerung an seinen Freund Papst Johannes XXIII. im Jahr 1963 schuf, die "Porta dell’Amore" ("Tor der Liebe") des Salzburger Doms, die "Porta della Guerra e della Pace" ("Tor des Krieges und des Friedens") der Kirche St. Laurentius in Rotterdam und das Friedensmonument "PAX AETERNA" in Philippsburg/Baden, das von Senator Dr. Franz Burda gestiftet wurde.
Im Museo Manzù in Ardea können etwa 400 Zeichnungen und Skulpturen des Künstlers besichtigt werden.
Das Brunnenbecken stammt von dem Münchener Architekten Prof. Alexander Freiherr von Branca. Auch er ist keine unbekannter Künstler. Geboren wurde er am 11. Januar 1919 in München und ist ein bedeutender deutscher Architekt. Seine Ausbildung in dieser Richtung begann er 1941 mit dem Besuch von Abendkursen in der Blocherer-Schule, einer Zeichenschule in der Münchener Augustenstraße. Von 1946 bis 1948 studierte er an der TH München, von 1948 bis 1950 an der ETH Zürich. Von 1972 bis 1988 war er Kreisheimatpfleger von München, betrieb aber schon von 1951 an ein Münchener Architekturbüro.
Seine Werke zeichnen sich durch großflächige Wände oder Verblendungen mit Natursteinen aus, was seinen Kirchenbauten oft einen Festungscharakter verleiht.
Nur ein paar seiner bekannten Werke außer dem Manzù-Brunnen in Augsburg: die Klosterkirche Mater Dolorosa der Servitinnen in München (1954 bis 1956), die Katholische Pfarrkirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit in Nürnberg-Langwasser (1962 bis 1963, mit Pfarramt, Kindergarten und Schwesternheim), Olympia-Pressestadt in München (1969 bis 1972), Katholisches Pfarrzentrum Sankt Morus? in Neusäß (1970 bis 1972), Zentralbibliothek der Universität Regensburg (1971 bis 1974), Neue Pinakothek in München ((1975 bis 1981)), Deutsche Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom (1980 bis 1984)), U-Bahnhof Theresienwiese in München (1984), , Spielbank in Bad Füssing (1999).
Seine Preise und Ehrungen sind fast unüberschaubar. Unter anderem erhielt er schon 1957 den Förderpreis Architektur der Landeshauptstadt München.
Weblinks
