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Löb, Arno
Arno Löb wurde am 4. März 1953 in Augsburg geboren und lebt hier als Autor mit gelegentlichen Ausflügen in die Musikszene. Verheiratet, geschieden. Drei Kinder.
Leben und Wirken
Nach dem Besuch der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg gründete er zusammen mit Bernhard Leitenmaier das ersten Stadtmagazin von Augsburg (1977). Es hieß "Lueginsland", später "Szene" und existiert unter anderer Führung noch heute unter dem Namen "Neue Szene".
Daneben gründete Arno Löb die Nonprofit-Konzert-Agentur AK Afra?, die unter anderem Konzerte mit Can, Rory Gallagher, Kraan, Ton Steine Schwerben, Birth Control, Wallenstein, Bröselmaschine, Embryo, Doldingers Passport, UFO, Guru Guru und anderen organisierte. Naheliegend, dass er auch das erste Augsburger Plattenlabel gründete. Es hieß AuBuMu? und produzierte Augsburger Bands.
In den 80er Jahren machte er sogar selbst eine Zeit lang Musik: Er war Texter und Stimme der Augsburger Band Impotenz, die sich als Porno-Punk-Band bezeichnete und Lieder wie "Nutten an die Macht", "Monika und Otto", "Arme Hunde" oder "Rote Krallen" herausbrachte.
In den 90er Jahren schrieb er einige Bücher und gab ein Vampir-, ein Deutschrock-, ein Beat- und ein Hippie-Lexikon heraus. In dieser Zeit versuchte er sich auch als Literatur-Agent und gründete zusammen mit Kurt Idrizovic Literatur-Reihen: z. B. "Literatur im Biergarten", "Literarischkulinarisch", Spät-Lese", "Sound & Reading". Einige dieser Reihen laufen auch heute noch. In diese Zeit fällt auch seine Tätigkeit als Herausgeber oder Produzent von Büchern: den Beatles, Elvis, Queen, Doors, Madonna, Metallica, Abba ...
Hin und wieder spielt Arno Löb auch in Filmen mit, zu denen er am Drehbuch mitwirkte: u. a. "Club der einsamen Herzen" (Tatort), "Wo die Liebe hinfällt" (RTL), "Heute ist ein neuer Tag" (SAT 1).
In den letzten Jahren versiegten die Print-Veröffentlichungen Arno Löbs - es sei denn, man hält ihn für die Person hinter Peter Garski. Kaum zu glauben, dass er zu einem Roy Black? -Musikal, das im Jahr 2000 in der Augsburger Kongresshalle? Premiere hatte, das Libretto geschrieben hat.
Das Internet gab Arno Löb jedoch neue Möglichkeiten an die Hand, sich schriftstellerisch zu betätigen. So gibt er z. B. seit 2007 die Augsburger Skandalzeitung heraus oder gründete 2008 die Augsburger Gastro-News.
Ab April 2010 wurde im Savoy-Kino? „Der letzte Streich“ gezeigt, ein Film, bei dem auch Arno Löb mitwirkte. Im Film geht es um den jungen Studenten Hannes (Morten Prohm), der wegen des tragischen Unfalls seines ehemals besten Freundes (Vitus Aumann) in seine Heimat zurück kommt. Seine Rückreise verzögert sich aus mysteriösen Gründen, die alten Geschichten der Beiden werden wieder lebendig und ein interessantes Wochenende beginnt: Er trifft seine alte Kinderliebe Marie (Theresa Braun) wieder. Diese ist mittlerweile mit dem Dorfmacho Marco (Jonas Zügel) zusammen. Der Streifen erzählt in einer nicht alltäglichen Art und Weise und mit einer Prise Humor den Kontrast zwischen Stadt, Land, Freundschaft und Liebe. Das Drehbuch zum Film schrieb der Allgäukrimiautor Willibald Spatz („Alpendöner“ und „Alpenlust“). Michael Kalb führte die Regie. Auch Eberhard Peiker? spielte bei dem Film mit. Die Kulissen für den Film waren Schauplätze im westlichen Landkreis Augsburg.
Enfant terrible
Mehrere Auffälligkeiten müssen bei Arno Löb registriert werden.
Da ist zum einen seine lange Beschäftigung mit dem Vampirismus. Schon 1986 gab er ein Vampir-Lexikon heraus. 1997 veranstaltete er eine Ausstellungs- und Lesetour durch Deutschland zu diesem Thema. Das Motto lautete "100 Jahre Dracula - Ein Blutsauger erobert die Welt". Dazu stellte er gesammelte Bücher, Merkwürdigkeiten, Spiele und Hör-Literatur in Sarg-Regalen aus. Ein Erfindung Arno Löbs war der so genannte Knoblomat, angeblich ein original transsylvanisches Glücksspielgerät, das mit Knoblauch-Knollen betrieben wurde. Auch dieses Gerät präsentierte er den Besuchern der Leseveranstaltungen. Immer wieder hielt er seinen Vortrag über Vampir-Kultur: "Ein Blutsauger erobert die Welt" lautete die Überschrift.
Zum zweiten gerät Arno Löb immer wieder mit der Justiz in Berührung. Anfang des neuen Jahrtausends durfte er sich die Augsburger Justizvollzugsanstalt? von innen ansehen, weil er einen Berliner Verleger beleidigt und ihn der Ausnutzung von Autoren bezichtigt hatte. Und im Jahr 2006 und 2007 ermittelte die Staatsanwaltschaft wiederum gegen Arno Löb. Diesmal wegen uneidlicher Falschaussage. Dahinter steckt eine skurrile Geschichte um das Buch "Rudolph Moshammer - der einsame König", in dem ein gewisser Claudio Carra? zu dem Tod des Münchener Modeschöpfers im Jahr 2005 die Behauptung aufstellte, dass Andy Schmidt?, ein Augsburger Moshammer-Double etwas mit dem Mord von Rudolph Moshammer zu tun hätte. Gegen diese Behauptung ging Andy Schmidt? sowohl zivil- wie strafrechtlich vor. Während der Prozesse gegen den Verleger des Buches Dieter Auer? vom Augsburger Soso-Verlag? musste auch Arno Löb Aussagen tätigen, da er vorgab unter dem Namen Peter Garski ein Nachwort zu dem Buch geschrieben zu haben. Er sei aber keinesfalls der Autor des Buches, so Arno Löb in den Prozessen. Das aber versucht die Augsburger Justiz nachzuweisen, weshalb sie 2007 gegen Arno Löb Ermittlungen aufnahm und seine Wohnung durchsuchte. Allerdings stellte die Staatsanwaltschaft Ende 2007 das Verfahren wegen Uneidlicher Falschaussage in dieser Sache gegen Arno Löb wieder ein.
Und ein dritter Punkt: Die Ermittlungen der Augsburger Justiz gegen Arno Löb zeigen, dass er nicht Claudio Carra? ist. Aber in welcher Beziehung steht Arno Löb zu Peter Garski? Möglicherweise ist das ein Pseudonym Arno Löbs, möglicherweise ist es wirklich eine andere Person. Möglicherweise aber hat Arno Löb auch noch andere Pseudonyme, etwa Erwin Jänsch?, der angeblich unter der Herausgeberschaft Arno Löbs die Redaktionsleitung eines Lexikons zur Augsburger Popgeschichte hatte.
Und viertens: Seit 2007 spielt Arno Löb wieder in der Band Impotenz und punkrockt dort, bis die Säle brennen. Man schaue sich nur z. B. auf YouTube den Song "Fröhliches Russland" an: Impotenz mit "Fröhliches Russland". Während des Jahres 2008 ging es mit den Punkrockern von Impotenz weiter aufwärts und Arno Löb konnte auch außerhalb von Bayern mit seinen Songs reüssieren.
Im Jahr 2008 geriet er erneut in die Schusslinie der Augsburger Staatsanwaltschaft?. Diesmal im Zusammenhang mit Gerüchten über das Privatleben von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl.
Zu Beginn des Jahres 2009 erließ die zweite Zivilkammer des Augsburger Landgerichts? eine einstweilige Verfügung gegen Arno Löb, nach der er ein Ordnungsgeld von 250.000 € zahlen soll oder bis zu sechs Monate Ordnungshaft absitzen soll, wenn er weiterhin bestimmte Behauptungen über das Privatleben von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl öffentlich macht. In diesem Zusammenhang wurde seine Wohnung gewaltsam wegen einer angeblichen Verleumndung, die später zu einer üblen Nachrede herabgestuft wurde, aufgebrochen und sein Computer beschlagnahmt, den er bis Anfang 2010 nicht zurück erhielt.
Weil er gegen einen Strafbefehl über 2.400 € Einspruch eingelegt hatte, musste er sich am 17. Februar 2009 wegen Verleumdung vor dem Amtsgericht? verantworten. Der Prozess unter Vorsitz der Richterin Gabriele Holzer? dauerte nicht einmal eine halbe Stunde. Es waren keine Zeugen geladen und der Vorwurf der Verleumdung wurde fallen gelassen. Dafür wurde Arno Löb wegen Beleidigung von Oberbürgermeister Kurt Gribl zu einer Strafe von 120 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt. In der nächsten Instanz wurde das Verfahren wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters Dr. Kurt Gribl jedoch eingestellt, weil das Gericht den betreffenden Beitrag als Satire erkannte. Dagegen ging die Staatsanwaltschaft Augsburg in Berufung und so kam es zu einem neuen Urteil. Im Januar 2010 veröffentlichte Arno Löb in seinem Internetblog "Augsburger Skandalzeitung" das Urteil des Augsburger Gerichts, wonach er sich durch sein Verhalten der üblen Nachrede durch Verbreiten von Schriften nach §§ 186 2.AIt., 194 StGB schuldig gemacht hat. Es blieb bei der vom Erstgericht verhängten Geldstrafe von 120 Tagessätzen. Gegen dieses Urteil wurde von den Rechtsanwälten Engert und Rubach Widerspruch eingelegt.
Werkauswahl
- Das Lexikon der Kultfilme, Berlin 1999
- Draculas großes Vampirlexikon, Feldkirchen 1997
- Sweet Baby mein - Roy Blacks wilde Jugendjahre, Königswinter 1997
- Die besten Kneipen in Augsburg und Umgebung, München 1995
- Die schönsten Biergärten in Augsburg und Umgebung, München 1995
- Ganz Lechhausen, Augsburg 1993
- Augsburgs beste Restaurants, Augsburg 1991
Politisches Engagement
Arno Löb liebt seine Heimatstadt Augsburg wie wenig andere. Das war der Grund, warum er sich im Kulturpolitischen schon immer einsetzte und zusammen mit anderen Literatur- und Kulturveranstaltungen organisierte. Vieles, was sich in Augsburg tut, erscheint ihm spießig, provinziell und der Stadt nicht angemessen. Mit vielen seiner oft ungewöhnlichen Aktionen oder Einwürfe will er aufrütteln und zum Umdenken bringen.
Seit 2007 engagiert er sich bei den Freien Wählern Augsburg e. V. für seine Heimatstadt und kandidierte auf Listenplatz 10 als Stadtratskandidat bei den Kommunalwahlen 2008. Sein Schwerpunkt dabei: die lebendige Kultur in Augsburg.
Weblinks
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