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Limes
Größtes archäologisches Zeugnis Europas und UNESCO-Welterbe seit 2005.
Allgemeines
Der Limes hat sich von einer Waldschneise für Grenzkontrollen über lange Zeit zu einem Annäherungshindernis entwickelt. Die Steinmauer war am Ende mindestens drei Meter hoch. Auf heutigen Luftaufnahmen kann man den Verlauf des Limes immer noch deutlich erkennen. Im Mittelalter nannte man die in sich zusammengestürzten Mauern "Teufelsmauer". Die Leute wussten nicht mehr, dass die Römer die Erbauer des Limes waren.
Zur Zeit der Römer konnten Wachsoldaten von den Wachtürmen des Limes sich nähernde Germanen leicht ausmachen und einen Angriff durch Signale an Kastelle im Hinterland weitermelden. Wenn es nötig war, rückten von dort Soldaten aus und verteidigten die Grenzen oder drängten die Germanen wieder über den Limes zurück. Der Limes war aber nicht undurchdringlich. Es gab einen regen wirtschaftlichen Austausch und Germanen belieferten nicht nur grenznahe Orte, sondern kamen z. B. auch in die Provinzhauptstadt Augsburg. Sie brachten etwa Sklaven, Luxuswaren, Echthaarperücken aus blondem Haar, wilde Bären für Zirkusspiele ...
Neben der Deutschen Limes-Straße gibt es einen Limes-Wanderweg mit insgesamt 115 Kilometern Länge, die in etwa fünf Tagesetappen bewältigt werden können. Dazu kommt ein Teilstück des Limes-Radwegs, der zu den Grenzwall-Relikten führt.
Der Limes erstreckte sich zwischen dem Rhein und der Donau? auf über 550 Kilometer als Grenze zwischen dem Römerreich und dem Barbarenland. Insgesamt mehr als 900 Wachtürme und etwa 60 Großkastelle gehörten zum Limes.
Geschichte
Kaiser Hadrian befestigte in seiner Regierungszeit zwischen 117 und 138 n. Chr. den Limes mit Palisaden aus Eichenhalbstämmen. Der Nachfolger war Kaiser Antonius Pius, der zwischen 138 und 161 n. Chr. regierte. Dadurch, dass er den Limes als massive Steinmauer ausbaute, sicherte er dem Imperium Romanum einen langen Frieden.
Im Mittelalter nannte das Volk die römische Grenzmauer "Teufelsmauer".
Details
Besonders gut erschlossen ist der Limes im Naturpark Altmühltal, wo ein Abschnitt der Deutschen Limes-Straße zwischen Rhein und Donau? als Obergermanisch-Raetischer Limes Zeugnisse der Römerzeit präsentiert.
In Gunzenhausen? gibt es nicht sichtbare Kastellreste, in Ellingen? sichtbare Reste eines Römerkastells und in Theilenhofen? liegt ein Kastellbad. Die Stadt Weißenburg? ist ein größerer Ausgrabungskomplex. In der Römerzeit war die Stadt das Kastell Biriciana, das eine Reitereinheit mit etwa 500 Mann beherbergte. Heute ist das Nordtor des Kastells wieder aufgebaut. Die halbrund vorspringenden Flankentürme sind markant, das Tor wurde nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nachgebaut. Bei dem Kastell lag ein Dorf, in dem eine Therme gefunden wurde, die sowohl den Soldaten als auch der Zivilbevölkerung diente. Die überdachten Reste der imposanten Anlage zeugen noch immer von der technischen Meisterschaft der Römer. Weißenburg? ist auch der Fundort eines Römerschatzes aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Der Schatz ist heute im Römermuseum der Stadt zu besuchen. Zu sehen sind Götterfiguren, Kultgegenstände und Votivbleche, die zu den bedeutendsten Römerfunden in Deutschland zählen. In dem Museum ist auch das Bayerische Limes-Informationszentrum untergebracht.
In Burgsalach? gibt es ein Kleinkastell (burgus), das in seiner geschlossenen Bauart nur noch in Nordafrika nachzuweisen ist. Möglicherweise haben hier Benefiziarier gelebt, die sich um den Straßenunterhalt und die Sicherheit kümmerten. Das burgus hat aber sicher nur etwa 100 Soldaten Aufenthalt ermöglicht. Erkertshofen? ist Ort für einen nachgebauten steinernen Limeswachtturm. Dort zweigt der Limes nach Eichstätt? ab. In Pfünz?, dem ehemaligen Kastell Vetoniana, hat man das Nordtor und Teile der Kastellmauern nachgebaut. Das römische Pfünz? sicherte wahrscheinlich einen Übergang über die Altmühl?. Die Reste der Kastelle von Böhming? (Numerus-Kastell) und Pförring? (Reiter-Kastell) sind noch heute im Gelände zu erkennen. Auch unter der Bebauung von Kösching? (Germanicum) liegt ein römisches Kastell. Auch hier gibt es ein Museum mit einer römischen Abteilung.
Ende des Limes an der Donau? ist Bad Gögging?, eine römische Staatstherme mit einer Hadrianssäule. Die Reste der Therme, die wohl das größte römische Staatsbad nördlich der Alpen war, sind in die romanische Kirche Sankt-Andreas eingegangen. Das heilkräftige Schwefelwasser hat schon damals viele Menschen angezogen. In Eining? am südlichen Donauufer sind die Ausgrabungen des Kastells Abusina zu sehen.
Das Limes-Hinterland bot Platz für römische Gutshöfe. Einer davon ist z. T. in Möckenlohe? nachgebaut zu besichtigen. Man sieht ein Haupthaus mit einer säulenbestandenen Front von 30 Metern Länge; die Funde wurden vor Ort belassen. Hier hat man auch versucht, Haustiere der Römerzeit nachzuzüchten. Herausgekommen sind z. B. wollhaarige Weideschweine und kleinwüchsige Rinder, Großesel, Nera Verzascaziegen und Hühner. In der Nähe befindet sich auch Westerhofen?, wo zu römischer Zeit wohl der Statthalter eine Residenz hatte. Jedenfalls wurde ein etwa zehn mal sieben Meter großes Fußbodenmosaik, das in bunten Farben Meerestiere und Jagdszenen zeigt, ausgegraben. Zu sehen ist es heute in der Archäologischen Staatssammlung München?.
Auch Nassenfels? bei Pfünz? beherbergte ein Kastell. Es ist wohl schon früh aufgelöst worden, doch das Dorf existierte weiter und entwickelte sich zu einem Wirtschaftszentrum in Limesnähe, wo Gutshöfe ihre landwirtschaftlichen Produkte umschlugen. Sie wurden sowohl von römischen Soldaten als auch Germanen von jenseits des Limes gekauft. Funde aus Nassenfels? können in Eichstätt? und im Stadtmuseum von Ingolstadt besichtigt werden.
Gutshöfe und Kastelle hinter dem Limes
Meist waren die Kasernenanlagen nach einem festen Schema errichtet, das sich allerdings dem örtlichen Umfeld und dem Truppenkontingent, das unterzubringen war, anpassen musste. Meist waren es Auxiliareinheiten, Soldaten, die in eroberten Provinzen ausgehoben worden waren, die in den Kastellen am Limes und der Donau? Dienst taten. Größtes Kastell war damals Regensburg, Castra Regina, gegründet 178 n. Chr. und mit einer ganzen Legion, also etwa 6.000 Soldaten, belegt. Um solche Kastelle siedelten sich bald schon Kaufleute, Handwerker und Gewerbetreibende an. Es waren so genannte "vici", Lagerdörfer, die sich entwickelten und in denen meist auch die Familien der Soldaten siedelten, auch wenn sie offiziell erst als Veteranen nach ihrer Dienstzeit heiraten durften.
Mit dem Geld, das die Soldaten verdienten, kam die regionale Wirtschaft in Schwung. Denn sie verdienten gut, auch wenn sie ihr eintöniges Essen durch Zukäufe aufbessern und ihre Ausrüstung kaufen mussten. Im Hinterland des Limes entstanden große Gutshöfe (villae rusticae). Sie produzierten die notwendigen Nahrungsmittel für die Zivilbevölkerung und die Soldaten. Die Gutsbesitzer der Höfe gehörten zur römischen Oberschicht der Provinz und lebten nicht schlecht, was die Bäder, Heizungsanlagen und Wandgemälde der Höfe deutlich machten. Auch Thermenanlagen und Tempelbauten hat man hinter dem Limes ausgegraben.
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